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Unfit-to-fly: Mayday bei der AUA

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Austrian Headquarters Wien, © Ingo Lang, edition airside
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WIEN - Nach den Flugausfällen am letzten Wochenende müssten in der LH-Leitstelle alle Alarmglocken auf einmal schrillen:  Das "Unfit-to-fly" einiger AUA-Piloten ist ein vitales Warnsignal aus dem AUA-Cockpit. Die Warnung auf den Punkt gebracht: Die AUA hat sich im Schatten des Score-Programms in eine veritable Vertrauenskrise verflogen, Management wie Mitarbeiter, die Eigentümer inklusive (Lufthansa, personifiziert in AUA-Präsident und LH-Personalchef Lauer).

Die Stimmung ist katastrophal, ja scheinbar irreparabel. Man könnt auch sagen, die AUA ist auf gefährlichem Crashkurs. Warum? Nicht wegen der (dramatisierten) Verluste und internen Personalkonflikte, sondern weil jetzt auch noch die Kunden in das Drama mit hinein gezogen werden. Unfit-to fly gilt nicht nur für die paar Piloten, sondern demnächst wohl für die ganze Airline.

Im Kern steckt freilich noch ein ganz anderes Problem: Wer ist die AUA - heute? "We are Austrian" ringt um Identität. Das rot-weiß-rote Flagschiff ist inzwischen zum disponierbaren Konzern-Outlet verkommen, eine Art 'Branchoffice on demand'. Das Aktionärszuckerl von LH-Chef Franz, auch ein 'Verkauf' der AUA dürfe kein Tabu mehr sein, kam zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Natürlich ist die AUA nur überlebensfähig, wenn sie strukturell komplett umgekrempelt, sprich grundlegend modernisiert wird. Der mit Steuergeld genährte Staatsbetrieb ist Geschichte, wie auch die beamtenähnliche Personalwirtschaft.

Was das Unternehmen jetzt dringend braucht, sind kreative Impulse, die Belegschaft glaubwürdig in Erfolg und Risiken mit einzubinden. Und eine Perspektive, wo sich persönlicher Einsatz auch lohnt. Gelingt das nicht, wird 'unfit to fly' sehr schnell zu einem chronischen Zustand werden, und was das für die Airline bedeutet, ist absehbar.

Die AUA-Neu muss von Innen heraus entstehen, und dazu gehört eben ein bisschen mehr als ein administrierter Betriebsübergang zu einer günstigeren Kostenstelle (Tyrolean),  "mehr Verteilungsgerechtigkeit" (BR Minhard) oder die (naive) Hoffnung auf ein Happyend (CEO Albrecht).


© Bob Gedat, aero.at | Abb.: Austrian | 14.05.2012 12:59




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