EVERETT - Der US Flugzeugbauer Boeing hat den formalen Startschuss für das 737 MAX-Programm gegeben. Die modernisierte 737 soll mit LEAP-1B Triebwerken ausgestattet werden.
Boeing sieht nach eigenen Angaben bislang 496 Kaufabsichtserklärungen von fünf Airlines als überzeugenden Vertrauensbeweis für das Programm. Die ersten Auslieferungen sind für das Jahr 2017 geplant.
Wie Boeing weiter mitteilte, übernimmt Bob Feldmann die Aufgabe des Programmchefs bei der 737 MAX / "New Engine Family". Chief Project Engineer werde Michael Teal.
Mehr als ein Jahr hatte Boeing offen gelassen, mit welcher Strategie das Brot-und-Butter-Programm 737 in die nächsten Jahrzehnte geführt werden soll. Im Juli verwarf Seattle schließlich die Option, einen neuen Jet zu konstruieren. Die Entwicklung eines neuen Flugzeugs mit Standardrumpf "hätte
auf mittlere Sicht Marktanteile aufs Spiel gesetzt", begründete
Konzernchef Jim McNerney die Entscheidung für eine Modifikation des Programms mit neuen Antrieben.
Erfolgskonzept Re-EnginingMit Ankündigung eines Re-Engining der A320-Serie hatte Wettbewerber Airbus im Dezember 2010 den Nerv des Marktes getroffen und Boeing unter Handlungsdruck gesetzt. Innerhalb von nur gut sechs
Monaten sammelte Airbus 1.029 Aufträge und Kaufzusagen für die neuen
Jets ein - das entspricht einem Orderwert von mehr als 60 Milliarden US
Dollar.
Airbus will die A320NEO ab Oktober 2015 ausliefern. Die Europäer bieten mit der Pratt & Whitney PW1100G und der CFM LEAP-X zwei spritsparende Triebwerke für die A320NEO an.
Angesichts einer für die ersten drei Produktionsjahre bereits
ausverkauften A320NEO-Produktion sind die Karten zwischen Airbus und
Boeing ab jetzt wieder neu gemischt. Loyale Boeing-Kunden wie die
LCC Southwest und Ryanair sollten sich unter den frühen Kunden wiederfinden und dürften dafür sorgen, dass die
737NEF zur A320NEO aufschließen wird.
Southwest Airlines und Ryanair setzen in ihren Flotten bislang ausschließlich auf die 737. "Soweit Boeing unsere Anforderungen erfüllt, werden wir
sicher an einen Punkt kommen, an dem wir uns für das Produkt mit neuen
Triebwerken entscheiden", stellte Southwest Vorstandschef Gary Kelly Anfang des Monats einen NEF-Auftrag an Seattle in Aussicht. "Ich bin schon seit Jahren ein großer Befürworter dieser Lösung."
Erstkunde der 737NEF wird American Airlines. Im Rahmen eines im Juli
zwischen Airbus und Boeing aufgeteilten Megaauftrags bestellt American
Airlines 100 737NEF und sichert 60 Flugzeuge über Optionen.
Für den berechenbaren kommerziellen Erfolg eines Re-Engining nimmt Boeing größeren Ingenieursaufwand in Kauf als die
Europäer. Die Zelle der A320NEO soll zu 95 Prozent teilegleich mit der
des aktuellen Flugzeugs bleiben. Toulouse rechnet daher mit
Programmkosten von lediglich etwa einer Milliarde Euro vom Übergang der
A320 auf die A320NEO.
Als Konsequenz aus der bodennahen Konstruktion der 737
wird Boeing wohl umfangreichere Modifikationen am Flugzeug umsetzen. "Wir
sehen es aber als sehr lösbare Aufgabe, die Flugzeugzelle für die CFM
LEAP-X umzugestalten", sagte McNerney Ende Juli. Am Dienstag veröffentlichte Illustrationen des Herstellers zeigen, dass Boeing auch an der 737NEF asymetrische Triebwerke einsetzen wird.
© FLUG REVUE / Heiko Stolzke, aero.de / Dennis Dahlenburg | Abb.: The Boeing Company | 30.08.2011 15:57
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Abwarten und Tee trinken ist jetzt die Devise ;). Wobei sich schon abzeichnet das so "minimal" die Aenderungen vllt. gar nicht sein werden..... Stichwort "fly by wire" und die Veraenderungen im Heckbereich des Flugzeuges.
best regards
Boeing ist Gott sei Dank noch lernfähig...
jetzt wird mehr Zeit für die modifikation der 737 eingeplant, als für ein komplett neues Flugzeug (787) eingeplant wurde...
http://www.flightglobal.com/articles/2011/09/02/361526/boeing-learns-lessons-for-737-from-787-overruns.html