Finanzkrise

EADS Astrium setzt Space Plane-Programm aus


MÜNCHEN - EADS Astrium hat die Entwicklung des Raumgleiters Space Plane ausgesetzt. Dies bestätigte Astrium-Sprecher Dr. Mathias Spude gegenüber aero.de. "Aufgrund der derzeitigen Finanzkrise hatten Gespräche mit privaten Investoren keine Aussicht auf Erfolg mehr", sagte Dr. Spude. Astrium habe seine Entwicklungsaktivitäten daher vorerst heruntergefahren.



EADS Astrium stellte das Space Plane-Programm 2007 auf der Luftfahrtmesse Le Bourget in Paris vor. Das Space Plane sollte ab 2012 jeweils vier Reisende an den Rand zum Weltraum in eine Höhe von rund 100 Kilometer transportieren und mehr als drei Minuten in Schwerelosigkeit fliegen.


Die Umsetzung stand jedoch von Beginn an unter dem Vorbehalt einer privaten Finanzierung, sagte Dr. Spude. Das Programm sollte einen kommerziellen Markt erschließen und daher ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel getragen werden. Beobachter schätzten den Entwicklungsaufwand auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Im Programm war bislang "eine Hand voll Mitarbeiter beschäftigt", so Dr. Spude. Das Entwicklerteam habe in den Jahren 2007 und 2008 hohe technische Fortschritte erzielt. Ein Modell des Space Plane absolvierte Aerodynamiktests im Windkanal. Auch habe Astrium erfolgreich die für das Space Plane geplante Antriebstechnologie getestet. Das Flugzeug sollte mit Methan-Flüssigsauerstoff-Triebwerken betrieben werden.

Astrium hatte Ticketkosten von 150.000 bis 200.000 Euro je Fluggast für eine Weltraumreise kalkuliert und beabsichtigt, eine Flotte von bis zu 20 Flugzeugen zu unterhalten. Mit Aussetzung des Projekts bleibt das Konsortium um Virgin Galactic und Scaled Composites mit dem Spaceship Two der aussichtsreichste Anbieter am künftigen Markt für Weltraumtourismus.






© aero.de