Flughafen München baut Personal beim Ground Handling ab
MÜNCHEN - Im Ground Handling der Flughafen München GmbH (FMG) fallen 180 Arbeitsplätze weg. "Air Berlin wird ihre Flugzeuge am Münchner Airport künftig nicht mehr von der FMG abfertigen lassen, sondern die Dienste eines Wettbewerbers in Anspruch nehmen", teilte der süddeutsche Flughafenbetreiber in einer Erklärung mit. Der bestehende Vertrag zwischen Air Berlin und dem Flughafen läuft Ende März dieses Jahres aus.
Das Vertragsangebot der FMG für eine künftige Zusammenarbeit sei von "Air Berlin wegen der weit auseinanderliegenden Vorstellungen über die künftigen Konditionen nicht angenommen (worden)". Aufgrund dieses Auftragsverlustes müssen im Geschäftsbereich Ground Handling der FMG voraussichtlich 180 Arbeitsplätze abgebaut werden. Dieser Personalabbau soll in sozialverträglicher Weise erreicht werden.
Der Geschäftsbereich Ground Handling schreibt in München rote Zahlen. Die Rückstellungen für die Verluste aus dem Ground Handling könnten zwar noch nicht beziffert werden, sagte FMG Geschäftsführer Michael Kerkloh Anfang des Monats. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir wegen dieses Sondereffekts am Ende ein negatives Jahresergebnis ausweisen werden."
"Ausschlaggebend für das Scheitern der Vertragsverhandlungen (mit Air Berlin, Red.) waren die strukturellen Nachteile, unter denen der Bodenverkehrsdienst der FMG im Wettbewerb mit externen Dienstleistern seit Jahren zu leiden hat", erklärte der Flughafen. Die rund 1.800 Mitarbeiter im Ground Handling der FMG werden nach der Tarifsystematik des öffentlichen Dienstes entlohnt, die bei den Beschäftigten des Wettbewerbers keine Anwendung findet.
Millionenverluste seit Marktöffnung
Dies führe dazu, dass der externe Dienstleister am Münchner Airport mit deutlich geringeren Personalkosten und infolgedessen entsprechend niedrigeren Preisen kalkulieren kann. Dieser ungleiche Wettbewerb im Bodenverkehrsdienst habe in den letzten Jahren zu einem massiven Preisverfall bei den Flugzeugabfertigungen geführt.
Die FMG verbuchte nach eigenen Angaben seit der von der EU im Jahr 1999 vollzogenen Marktöffnung beim Ground Handling Verluste in Höhe von insgesamt mehr als 300 Millionen Euro in diesem Geschäftsbereich.
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