Flughafen München rechnet mit 3,0 Prozent mehr Passagieren
MÜNCHEN - Der Münchner Flughafen rechnet nach einem schwierigen Jahr 2010 wieder mit steigenden Passagierzahlen. Zwar sorge der harte Winter mit Schnee und Eis seit Wochen für zahlreiche Flugausfälle, sagte der Geschäftsführer der Flughafen München GmbH (FMG), Michael Kerkloh, am Mittwoch in München. Für den weiteren Jahresverlauf zeigte er sich aber zuversichtlich. «Jetzt zieht die Nachfrage wieder spürbar an.»
Nach heutiger Einschätzung dürfte das Passagieraufkommen am zweitgrößten deutschen Airport in diesem Jahr etwa um drei Prozent zulegen.
Durch die Krise ist der Flughafen zwar besser gekommen als erwartet, die Einbußen waren aber spürbar. «Der Flughafen München hat ein schwieriges Jahr hinter sich und musste erstmals seit sieben Jahren wieder Verkehrsrückgänge konstatieren», sagte Kerkloh. Die Zahl der Fluggäste sank um 5,4 Prozent auf 32,7 Millionen, und die Zahl der Flugbewegungen ging um 8,2 Prozent zurück.
«Das ist, wenn man sich die Dimension der Wirtschaftskrise vergegenwärtigt, ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis, das wir selbst nach den ersten besonders schwachen Monaten des Jahres 2009 nicht unbedingt erwarten konnten.» Grund für den Rückgang sei vor allem die sinkende Zahl von Geschäftsreisenden gewesen, die nicht durch ein Plus bei den Privatreisenden ausgeglichen werden konnte.
Wintereinbruch kostete Passagiere
Die im vierten Quartal 2009 wieder steigenden Fluggastzahlen zeigten die sich andeutende wirtschaftliche Erholung. Im Januar sei die Zahl der Fluggäste aber wetterbedingt leicht negativ gewesen. «Wir hatten sehr, sehr viele Flugausfälle», sagte Kerkloh.
Der Erlös der FMG sank im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen um drei Prozent auf 844 Millionen Euro. Im Konzern mit allen Beteiligungen werde der Umsatz wie 2008 oberhalb der Milliardengrenze liegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs den vorläufigen Zahlen zufolge ohne Sondereffekte um mehr als 20 Millionen Euro auf 97 Millionen Euro.
Ground Handling schreibt weiter tiefrote Zahlen
Sorgenkind bleiben für den Flughafen die Dienstleistungen rund um die Flugzeugabfertigung, das sogenannte Ground Handling. Die Sparte sei nach wie vor hochdefizitär. Die Verluste seien die Folge der höheren Tarife, die der Flughafen den Mitarbeitern zahlen müsse.
Die Rückstellungen für die Verluste aus dem Ground Handling könnten zwar noch nicht beziffert werden, sagte Kerkloh. «Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir wegen dieses Sondereffekts am Ende ein negatives Jahresergebnis ausweisen werden.»
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