Walsh wirbt für Transatlantik-Bündnis
WASHINGTON - British Airways Vorstandschef Willie Walsh rechnet fest mit einer Genehmigung des geplanten Bündnisses zwischen seiner Gesellschaft und American Airlines im Transatlantikverkehr. Im Jahr 2002 war ein Zusammenschluss der Fluggesellschaften auf den Nordamerikarouten an einer Auflage des US Verkehrsministeriums gescheitert, die eine Auflassung von wöchentlich 224 Start- und Landerechten am Flughafen Heathrow vorsah.
British Airways und American Airlines, die bereits seit 1996 an einem Transatlantikbündnis arbeiten, hätten diese Slots vornehmlich an andere US Fluggesellschaften freigeben sollen. British Airways errechnete seinerzeit bei Erfüllung dieser Auflage einen wirtschaftlichen Nachteil von jährlich 200 Millionen GBP und legte die Kooperationsplanungen auf Eis.
Dieses Mal erwarte British Airways keine ähnlichen Auflage der amerikanischen Regulierungsbehörden, erklärte Walsh in Washington. "Markt und Wettbewerb haben sich inzwischen entscheidend verändert." Auch seien für andere Airlines ausreichend Slots in Heathrow am Markt verfügbar.
Das oneworld Bündnis, dem British Airways und American Airlines angehören, laufe Gefahr, Wettbewerbsnachteile gegenüber der Star Alliance und SkyTeam zu erleiden, sollte die Kooperation nicht genehmigt werden. Ohne kartellrechtliche Immunität auch für oneworld steuere der Flugverkehr zwischen Europa und Nordamerika auf eine faktische Beherrschung durch Star Alliance und Skyteam zu, sagte Walsh.
EU Kommission eröffnet Verfahren
Doch nicht nur in Washington muss Walsh Überzeugungsarbeit leisten. Anfang Oktober eröffnete die EU Kommission ein förmliches Verfahren gegen British Airways, American Airlines und auch Iberia. Der Vorwurf: die Unternehmen könnten mit Preis- und Flugplanabsprachen EU-Regeln verletzt haben.
Das Beschwerdeschreiben der Kommission betrifft Verabredungen der Airlines zur Koordination im Passagierverkehr auf Verbindungen zwischen Europa und Nordamerika. Die Zusammenarbeit von British Airways und American Airlines wurde in den letzten Monaten bereits von Wettbewerber Virgin Atlantic wiederholt scharf kritisiert.
Zusammenschluss mit Iberia noch vor Jahreswechsel
Walsh bekräftige in Washington die Absicht seiner Airline, mit Iberia zu fusionieren. Die Verhandlungen seien seit Amtsantritt des neuen Iberia Vorstandschefs Antonio Vazquez im Juli erheblich vorangeschritten, zitiert die "Air Transport World" Walsh. Bereits zuvor hatte Walsh erklärt, dass er die Einleitung eines Zusammengehens mit Iberia noch vor dem Jahreswechsel anstrebt.
© aero.de