Warnstreiks bei Air Berlin vorerst abgewendet
BERLIN - Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat den angekündigten Warnstreik bei der Fluggesellschaft Air Berlin abgesagt. Auch bei der Tochtergesellschaft LTU soll der Flugbetrieb nicht unterbrochen werden, wie die VC am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Grund sei ein am Mittwoch nachgebessertes Angebot der Air Berlin. Man sehe nun eine Chance, auf dem Verhandlungsweg zu einer Einigung zu kommen.
Eine Air-Berlin-Sprecherin bestätigte die Annäherung. Neue Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag zur Regelung der Arbeitsbedingungen könnte es etwa Mitte März geben, erklärte sie in Berlin.
Die Pilotenvereinigung hatte am Dienstag einen dreistündigen Warnstreik angekündigt, jedoch keinen Termin genannt. Sie fordert nach eigenen Angaben vergleichbare Arbeitsbedingungen für die rund 1200 Piloten bei LTU und Air Berlin auf dem höheren Niveau der Tochtergesellschaft LTU. Das Düsseldorfer Unternehmen war 2007 hinzugekauft worden. In der vergangenen Woche hatte die VC einen flächendeckenden Streik bei der Lufthansa nach einem Tag wieder abgebrochen.
Im Oktober hatten sich Piloten und Air Berlin bereits auf einen Tarifvertrag zu den Vergütungen geeinigt. Die Cockpitmitarbeiter sind dadurch bis zum 31. Dezember 2010 vor Entlassungen geschützt. Im Gegenzug gilt eine Nullrunde bei den Vergütungen. Die Piloten haben aber mehr Einkommenssicherheit, da erstmals eine garantierte Mindestzahl der bezahlten Stunden festgeschrieben wurde.
Über die Arbeitsbedingungen war bislang jedoch keine Einigung erzielt worden. Strittig sind unter anderem Flugdienst- und Ruhezeiten. Cockpit will beispielsweise erreichen, dass bei Langstreckenflügen der LTU die Besatzung von zwei Piloten verstärkt wird. Andere Fluggesellschaften hätten einen dritten Piloten an Bord.
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