Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Absturz ging missglückter Landevers...

Beitrag 16 - 30 von 31
Beitrag vom 28.05.2020 - 19:58 Uhr
Usermenschmeier
User (517 Beiträge)
"Der Towerlotse drängt zum Abbruch, doch die Piloten halten Kurs auf den Flughafen." Wo ist das denn zu hören?

Der Lotse gibt den Piloten irgendwann eine Richtung vor. Ich meine es war "Turn right heading 180" worauf der Pilot antwortet "we are Established ILS 25L" und der Lotse sie dann cleared for ILS 25L. der Kurs des Lotsen hätte sie vom ILS weggeführt.

Das ist schon unüblich, um es vornehm zu formulieren
Beitrag vom 28.05.2020 - 20:40 Uhr
UserReal Dreamliner
"Konstrukteur"
User (290 Beiträge)
Frage OT: Ist es bei islamischen Airinern usus, dass bei jedem Funkkontakt Allah gepriesen wird?

Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen, daß PIA auch für "Pilots Inform Allah" stehen könnte.

Wenn man das Video ansieht, muß man dann auch noch erschrocken feststellen, sie taten es tatsächlich! Ich mag es nicht glauben.

Deswegen meine wirklich ernstgemeinte Frage. Ich kenne die laufende Luftfahrtkommunikation als kurz und prägnant - faktenbasierend eben. Wenn ständig Allah gepriesen wird, sind das Übungen, die die Übermittlung von Informationen eher behindern.

Wenn DLH in MUC anfliegt, kommt auch nicht jedesmal "Preise Gott den Herren" aus dem Speaker. Und das aus gutem Grund.
Götter haben in der Luftfahrt keinen Platz. "Ich weiß" ist mir immer sympathischer als "ich glaube".


Dieser Beitrag wurde am 28.05.2020 20:48 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.05.2020 - 20:55 Uhr
Usermenschmeier
User (517 Beiträge)
Frage OT: Ist es bei islamischen Airinern usus, dass bei jedem Funkkontakt Allah gepriesen wird?

Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen, daß PIA auch für "Pilots Inform Allah" stehen könnte.

Wenn man das Video ansieht, muß man dann auch noch erschrocken feststellen, sie taten es tatsächlich! Ich mag es nicht glauben.

Deswegen meine wirklich ernstgemeinte Frage. Ich kenne die laufende Luftfahrtkommunikation als kurz und prägnant - faktenbasierend eben. Wenn ständig Allah gepriesen wird, sind das Übungen, die die Übermittlung von Informationen eher behindern.

Wenn DLH in MUC anfliegt, kommt auch nicht jedesmal "Preise Gott den Herren" aus dem Speaker. Und das aus gutem Grund.
Götter haben in der Luftfahrt keinen Platz. "Ich weiß" ist mir immer sympathischer als "ich glaube".


Lasst doch einfach diese deutsche Pseudomoralgeschichte. Im deutschen Funk gibt es auch ein "Guten Morgen, auf wiederhören usw" und das stört keineswegs die Faktenübermittlung und das ist weltweit überall so.
Beitrag vom 28.05.2020 - 21:23 Uhr
UserEricM
User (2167 Beiträge)
Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen, daß PIA auch für "Pilots Inform Allah" stehen könnte.

Aber in dieser Lage nur mit einem sehr heruntergekommenen Sinn für Humor.
Beitrag vom 28.05.2020 - 21:52 Uhr
UserReal Dreamliner
"Konstrukteur"
User (290 Beiträge)
Deswegen meine wirklich ernstgemeinte Frage. Ich kenne die laufende Luftfahrtkommunikation als kurz und prägnant - faktenbasierend eben. Wenn ständig Allah gepriesen wird, sind das Übungen, die die Übermittlung von Informationen eher behindern.

Wenn DLH in MUC anfliegt, kommt auch nicht jedesmal "Preise Gott den Herren" aus dem Speaker. Und das aus gutem Grund.
Götter haben in der Luftfahrt keinen Platz. "Ich weiß" ist mir immer sympathischer als "ich glaube".


Lasst doch einfach diese deutsche Pseudomoralgeschichte. Im deutschen Funk gibt es auch ein "Guten Morgen, auf wiederhören usw" und das stört keineswegs die Faktenübermittlung und das ist weltweit überall so.

Klar, im Normalmodus ist das tatsächlich üblich - und hier auch akzeptabel. Wenn aber ein erkennbarer Fehlanflug stattfindet, wirst Du keinen Towerfunk hören, der so oder so ähnlich stattfindet:
PIA 8303: Gott ist groß und mächtig - Dein Fahrwerk ist übrigens nicht draußen.

Dieser Beitrag wurde am 28.05.2020 21:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.05.2020 - 22:54 Uhr
UserBrescher
User (10 Beiträge)
Unglaublich! Das was hier seitens einiger Forumsteilnehmer an Kommentaren abgegeben wird erreicht nicht mal mehr das in Relation hierzu hochwertige Niveau der untersten Schublade. Einfach nur noch dumm und ignorant.
Da Sterben knapp hundert Menschen in einem Flugzeugabsturz und alles was die kümmert ist, wie Piloten weltweit ihre Lotsen grüßen und verabschieden. Ja, weltweit! Es gehört zum guten Ton, wennmöglich die Lotsen in ihrer Sprache und Art zu begrüßen und zu verabschieden. Was für mich davon zeugt, dass diese Kommentare von Leuten geschrieben wurden, die keine Ahnung vom Pilotenberuf haben.
Ich vermute, diese Kommentarschreiber würden den Bayern auch am liebsten noch das „Grüß Gott“ verbieten wollen.

Jedem das seine! Aber ein Mindestmaß an Taktgefühl sollte schon einhaltbar sein können.
Beitrag vom 29.05.2020 - 10:01 Uhr
Usermenschmeier
User (517 Beiträge)
Klar, im Normalmodus ist das tatsächlich üblich - und hier auch akzeptabel. Wenn aber ein erkennbarer Fehlanflug stattfindet, wirst Du keinen Towerfunk hören, der so oder so ähnlich stattfindet:
PIA 8303: Gott ist groß und mächtig - Dein Fahrwerk ist übrigens nicht draußen.

Genau und deswegen wurde das auch nur in dem ersten Anflug, der funktechnisch und gemessen an der Stressbelastung der Stimme des funkenden Piloten völlig normal verlief auch getan. Ab dem Go around sind diese Begrüßungen und Verabschiedungen nicht mehr zu hören. In sofern alles wie im Lehrbuch und weltweit üblich. Nix zu kritisieren.

(Das die Piloten sich nicht auf einem normalen Anflug befanden, hat der Lotse versucht durch die Extraschliefe zu kompensieren, was aber abgelehnt wurde. Im Nachhinein, hätte er besser drauf bestehen sollen, aber das konnte er nicht ahnen und die Stimme des Piloten klang zudem auch völig relaxed und als ob tatsächlich alles unter Kontrolle war. Mehr Infos hat der Lotse leider nicht.)
Beitrag vom 29.05.2020 - 10:04 Uhr
UserPilot Response
User (339 Beiträge)
Wenn DLH in MUC anfliegt, kommt auch nicht jedesmal "Preise Gott den Herren" aus dem Speaker. Und das aus gutem Grund.
Götter haben in der Luftfahrt keinen Platz. "Ich weiß" ist mir immer sympathischer als "ich glaube".

Wenn man MUC Arrival nicht mit "Grüß Gott" begrüßt kommt hier auch gleich "Reduce Minimum Clean" als Antwort.
Beitrag vom 29.05.2020 - 10:46 Uhr
Userdlehmann66
User (328 Beiträge)
Ich hoffe doch, dass hier noch etwas den PF Entlastendes gefunden wird.
Was bis jetzt bekannt ist, lässt auf den dümmstmöglichen Piloten schließen, von dem ich glaubte, dass es ihn in dieser Form nur in der Theorie gäbe:

1. Anflug zu hoch, zu schnell
2. Landung ohne ausgefahrenem Fahrwerk
5. Nichtabarbeiten der Landecheckliste
6. Ignorieren aller Alarme im Cockpit
3. Durchstarten nach Bodenberührung der Triebwerke (was er unbedingt gemerkt haben muss)
4. Vermutlich fand das "Lande"manöver auch noch mit Leerlaufdrehzahl statt, denn über 800m Schleifspur generiert man nicht, wenn man genug "Druck" auf der Düse hat.

Vor allem interessiert mich, was die zwei Jungs zu dem Masteralarm gesprochen haben.

Frage OT: Ist es bei islamischen Airinern usus, dass bei jedem Funkkontakt Allah gepriesen wird?


Ich hoffe da auch für ihn, dass es für alles Gründe gibt aber wenn nicht, dann ist er ein würdiger Anwärter für den Francesco Schettino Orden 2020.
Beitrag vom 29.05.2020 - 14:48 Uhr
UserNicci72
User (358 Beiträge)
Der Ablauf dieses Crashs ist wohl im Wesentlichen geklärt. Was der CVR hoffentlich noch wird klären können: Wie um Himmels Willen ein solcher Unfall passieren konnte. Wie es passieren konnte, dass einem Flugkapitän mit mehr als 17000 Stunden Flugerfahrung als Pilot Flying eine solche Fehlleistung unterläuft - mit einem First Officer als Pilot Monitoring, der mit seinen über 3000 Stunden Flugerfahrung jedenfalls auch kein grüner Anfänger im Cockpit war.

PIA ist übrigens weder ein LCC noch ein 'Schnellexpandierer' sondern das, was in Lexikaartikeln mit 'eine der traditionsreichsten und renommiertesten Airlines Asiens' benannt wird.

Wie erklärt sich also so etwas? Wenn man nicht selbst mit religiösen Begriffen hantieren will. Irgendwo im Alten Testament, wenn ich richtig erinnere beim Propheten Jeremia, heißt es: Wen Gott der Allmächtige in seinem Zorn vernichten will, den schlägt er mit Blindheit. Wenn man wissenschaftlicher und rationaler haben möchte, dann kann man wirklich nur darauf hoffen, dass der CVR noch auslesbar ist.

Übrigens nur nebenbei: In München würde es niemanden wundern, mit 'Grüss Gott mitnant' begrüßt zu werden.
Beitrag vom 29.05.2020 - 15:04 Uhr
UserNicci72
User (358 Beiträge)
"Der Towerlotse drängt zum Abbruch, doch die Piloten halten Kurs auf den Flughafen." Wo ist das denn zu hören?

Der Lotse gibt den Piloten irgendwann eine Richtung vor. Ich meine es war "Turn right heading 180" worauf der Pilot antwortet "we are Established ILS 25L" und der Lotse sie dann cleared for ILS 25L. der Kurs des Lotsen hätte sie vom ILS weggeführt.

Das ist schon unüblich, um es vornehm zu formulieren

Der Lotse hat offensichtlich gesehen, dass die Maschine 'to hot and to high' hereinkommt und wollte ihnen Hilfestellung geben, durch das Fliehen einer Schlaufe Geschwindigkeit und Höhe abzubauen, um einen Stabilized Approach hinzubekommen. Das ist von den Piloten aber abgelehnt worden. Daraufhin hat der Lotse dann nachgegeben und die Landefreigabe erteilt. Dem Lotsen wird man in dieser Situation keinen Vorwurf machen können. Die Entscheidung, ob eine sichere Landung durchgeführt werden kann, liegt beim Flugkapitän.
Beitrag vom 29.05.2020 - 16:28 Uhr
Usercontrail55
User (1821 Beiträge)
Klar, im Normalmodus ist das tatsächlich üblich - und hier auch akzeptabel. Wenn aber ein erkennbarer Fehlanflug stattfindet, wirst Du keinen Towerfunk hören, der so oder so ähnlich stattfindet:
PIA 8303: Gott ist groß und mächtig - Dein Fahrwerk ist übrigens nicht draußen.

Genau und deswegen wurde das auch nur in dem ersten Anflug, der funktechnisch und gemessen an der Stressbelastung der Stimme des funkenden Piloten völlig normal verlief auch getan. Ab dem Go around sind diese Begrüßungen und Verabschiedungen nicht mehr zu hören. In sofern alles wie im Lehrbuch und weltweit üblich. Nix zu kritisieren.

(Das die Piloten sich nicht auf einem normalen Anflug befanden, hat der Lotse versucht durch die Extraschliefe zu kompensieren, was aber abgelehnt wurde.
Der Pilot hat es nicht abgelehnt. Er hat gesagt "Sir, we are established ILS25L" und hat "Continue" und etwas später die Landefreigabe bekommen.
Im Nachhinein, hätte er besser drauf bestehen sollen, aber das konnte er nicht ahnen und die Stimme des Piloten klang zudem auch völig relaxed und als ob tatsächlich alles unter Kontrolle war. Mehr Infos hat der Lotse leider nicht.)
Aber der Lotse sieht doch die Höhe auf seinen Anzeigen. Der Lotse sagt "Your are 5 Miles from touchdown, continue passing 3500" obwohl er wusste das bei 5Miles der GS auf 1680Ft ist, also mehr als doppelt so hoch. Danach hat er die Landefreigabe erteilt. Da wäre schon noch Möglichkeiten gewesen die Landung abzuwenden. Ob das für den Controller juristisch sauber war weiß ich nicht, aber mit dem Ergebnis wird er leben müssen.
Beitrag vom 29.05.2020 - 17:51 Uhr
Userdlehmann66
User (328 Beiträge)
Aber der Lotse sieht doch die Höhe auf seinen Anzeigen. Der Lotse sagt "Your are 5 Miles from touchdown, continue passing 3500" obwohl er wusste das bei 5Miles der GS auf 1680Ft ist, also mehr als doppelt so hoch. Danach hat er die Landefreigabe erteilt. Da wäre schon noch Möglichkeiten gewesen die Landung abzuwenden. Ob das für den Controller juristisch sauber war weiß ich nicht, aber mit dem Ergebnis wird er leben müssen.

Nach den aktuellen Infos war das aber auch nicht ursächlich. Er hat ja einen Touchdown geschafft. Aber warum mit eingefahrenen Fahrwerk? Vieleicht kriegt man aus den Ermittlungen noch den Grund raus aber aktuell ist das für mich die Ursache. Weil mit Fahrwerk hätte er nicht mit den Triebwerksgondeln über den Beton geschrammt und die Triebwerke hätten wahrscheinlich problemlos ein Go around mitgemacht.

- es sollten einfach nicht möglich sein, zu vergessen das Fahrwerk auszufahren
- wenn ich keine Lampen sehe, dass das Fahrwerk draussen ist, dann mache ich auf jeden Fall ein Go around

Eventuell zeigt sich später, dass das zu hohe Hereinkommen in der Fehlerkette mitspielt aber aktuell sehe ich darin keine Ursache für den Absturz.
Beitrag vom 29.05.2020 - 18:10 Uhr
Usermenschmeier
User (517 Beiträge)
Beim Airbus gibt es ein Sicherheitssystem, das vorm Ausfahren des Fahrwerks schützt sollte die IAS zu hoch sein. Man kann den Fahrwerkshebel zwar auf Down setzen, aber weder öffnen die Türen noch gehen die roten Unlock Signale an. Auch die Wheelpage des SD erscheint nicht.

Lediglich eine ECAM Master Warning würde erscheinen. Etwas besonders ist daran, dass auch nach Unterschreiten der maximalen IAS das Fahrwerk nicht automatisch ausfährt, obwohl der Hebel noch auf DOWN steht. Die Piloten müssen ihn entsprechend ECAM Checkliste recyclen, also einmal auf UP und dann wieder DOWN setzen.

Sonst bleibt das Fahrwerk drin und die Warnungen vom FWC und vom EGPWS verstummen nicht.
Beitrag vom 29.05.2020 - 19:26 Uhr
Userdlehmann66
User (328 Beiträge)
Beim Airbus gibt es ein Sicherheitssystem, das vorm Ausfahren des Fahrwerks schützt sollte die IAS zu hoch sein. Man kann den Fahrwerkshebel zwar auf Down setzen, aber weder öffnen die Türen noch gehen die roten Unlock Signale an. Auch die Wheelpage des SD erscheint nicht.

Lediglich eine ECAM Master Warning würde erscheinen. Etwas besonders ist daran, dass auch nach Unterschreiten der maximalen IAS das Fahrwerk nicht automatisch ausfährt, obwohl der Hebel noch auf DOWN steht. Die Piloten müssen ihn entsprechend ECAM Checkliste recyclen, also einmal auf UP und dann wieder DOWN setzen.

Sonst bleibt das Fahrwerk drin und die Warnungen vom FWC und vom EGPWS verstummen nicht.

Also wäre eine mögliche Ursache, weil sie zu hoch und zu schnell rein kamen ,haben sie Fahrwerkshebel ohne Wirkung betätigt oder haben selbst das nicht mehr geschafft und waren dann in der Fehlerbehebung methodisch zu überlastet um es zu handeln und haben auch noch die Checkliste nicht mehr geschafft. Das wäre mal ein Fall von menschlichen Versagen, wie ich es nie für möglich halten würde. Erst recht nicht bei so erfahrenen Piloten. die Checkliste müsste doch wie Atmen in einer Routine vorhanden sein.

Ich betone auf jeden Fall, dass ich spekuliere und es mir auf keinen Fall um eine Vorverurteilung geht. Ich kann auch gut damit leben, wenn es dann doch eine technische Ursache gibt. Aber aktuell deuten die bekannten Infos auf ein menschliches Versagen hin, was ich unter diesen Bedingungen für sehr unwahrscheinlich befinden würde.
- perfektes Wetter
- wenig Verkehr
- modernes Flugzeug
- sehr erfahrene Piloten
- normaler Standartflug ohne besondere Schwierigkeiten
- viele Möglichkeiten und Zeit alles richtig zu machen oder nochmal nach zu bessern
- wahrscheinlich auch kein Termindruck