Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Kreise: Lufthansa trifft Vorkehrunge...

Beitrag 16 - 30 von 35
Beitrag vom 19.05.2020 - 07:35 Uhr
UserAngros
User (439 Beiträge)
lustig wie hier in diesem Forum ständig irgendwelche Leute wissen wollen, wie die LH-Verträge im Detail ausgestaltet sind.
Wieso eigentlich? Die die es angeht werden es wohl wissen und allen anderen kann es ja wohl herzlich egal sein, sie sind ja nicht betroffen.
Oder gibt es noch andere Gründe, weshalb man das wissen sollte?! bitte um Aufklärung.
Beitrag vom 19.05.2020 - 07:44 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (205 Beiträge)
Ich glaube viele haben noch nicht mal ansatzweise begriffen, was ein Schutzschirm alles bedeutet!

Sowohl aus Sicht des Vorstands, denn ein Schutzschirmverfahren durchschreitet man mal nicht aus der Hüfte heraus und birgt enorme Risiken! Vor allem in dieser Zeit, wo die gesamte weltweite Luftfahrt am Boden liegt und die so anders ist als beispielsweise noch das letzte Jahr und die Zeit vor Corona.

Ein Sachwalter erwartet(!) massive Sparmaßnahmen und ein zielstrebiges Konzept, damit er überhaupt Tranchen von weiterem Geld frei gibt, die das Unternehmen in der Phase ja am Leben hälten. Würden da an gewisser Stelle arge Zweifel am Konzept aufkommen, hätte sich die Sache mit dem Schutzschirm ggf. eh erledigt.

Aber auch aus Sicht der Mitarbeiter. Sämtliche (Tarif-)Verträge könnte übrigens von jetzt auf gleich aufgekündigt werden! Auch kann man sich tausender teuren Mitarbeitern entledigen, bei minimalen Kündigungsschutz und beispielsweise auch minimalen Abfindungen. Man entledigt sich auch, wenn und wo man ggf. will, sämtlicher Ansprüche aus "alten Zeiten".

Hab das Gefühl, die halbe Lufthansa lebt noch in ihrer Rosa-Wölkchen-Welt.

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2020 07:55 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.05.2020 - 08:03 Uhr
Usercontrail55
User (2305 Beiträge)
Ich kann nur sagen, dass Verträge wie die Übergangsversorgung und die betriebliche Altersvorsorge bei AB (oder genauer gesagt den ehemaligen LTU Mitarbeitern der AB) insolvenzgeschützt waren. Vertragspartner war der Mitarbeiter nicht der Arbeitgeber. Somit kam es in diesen Fällen nach der Insolvenz entweder zur vollen Auszahlung, der Vertrag wurde ruhend gestellt oder man konnte die Versicherung auf Wunsch weiterführen, dann allerdings auch den Arbeitgeberanteil. Es wäre schwer vermittelbar wenn dies bei der Übergangs- sowie der Altersversorung bei LH nicht gemacht wurde. Allen die sich also nun "freuen", dass den LH Mitarbeitern die Altersvorsorge flöten geht würde ich raten sich nicht zu früh zu freuen. Generell fällt es mir allerdings eh schwer die Freude über das Leid Dritter nachzuvollziehen, unabhängig ob bestverdienendem Manager oder schlecht vergütetem Bodenpersonal, aber das muss ich ja auch nicht. Leben und leben lassen!

@jumpfly, schliesse mich messetheimertriple7 mit der frage bezueglich der uebergangsversorgung an. waere wuenschenswert. danke und schoenen gruss
Hatten wir vor ein paar Wochen schon mal, hier in Kurzform.
Zunächst gilt es zu unterscheiden, welche Abteilung, COC oder CAB. Bei CAB gibt es noch ÜV Alt und ÜV Neu.
Betriebsrenten sind übder den PSV abgesichert, bis zu den eingezahlten Beträgen. Bin ich schon in der BR ändert sich nichts. Bin ich noch nicht sind die gezahlten Beträge gesichert und aus deren Höhe errechnet sich die BR. Wenn man nicht (selbst oder AN und AG) weiter einzahlt. Allerdings muss man sagen, dass ein Stop der AV bei einem Volumen der LHG die PSV Grenzen sprengen würde und alle Einzahler mit wesentlich höheren Beträgen belasten würde. Also jede andere Firma, Konzern oder die kleine Firma um die Ecke, die eine AV anbietet wäre hier massiv betroffen.
Für die ÜV alt Cab gilt, diese ist nicht gegen eine Insolvenz geschützt. Bei der Neuen kenne ich die Details nicht, würde mich aber wundern, denn so etwas ist teuer. Die ÜV ist eine Übergangsleistung und wird nicht der BR zugerechnet (Urteil BAG).
Alle anderen Fragen an die jeweilige PV oder GW eures Vertrauens.
Ansonsten gilt abwarten. Bei den in den Medien genannten 20% Gehaltseinbußen heißt es 20% Produktivitätssteigerung, dh. die Personalkosten müssen um 20% runter. Das kann auch über Mehrarbeit erfolgen. Aber an diesen Details ist man dran, obwohl die GW da im Moment wenig Hebel hat. Man ist eher frei In der Umsetzungsgestaltung denn in der Höhe. Da aber in der Branche ALLE in etwa diese Höhe umsetzen wollen erscheint mir das für die LHG alternativlos.

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2020 08:06 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.05.2020 - 08:05 Uhr
Usergordon
User (2675 Beiträge)

Hab das Gefühl, die halbe Lufthansa lebt noch in ihrer Rosa-Wölkchen-Welt.

@CA
Das haben mittlerweile alle begriffen. Was glauben Sie, warum es hier in diesem Thread so ruhig ist?
Beitrag vom 19.05.2020 - 08:21 Uhr
Usergordon
User (2675 Beiträge)
lustig wie hier in diesem Forum ständig irgendwelche Leute wissen wollen, wie die LH-Verträge im Detail ausgestaltet sind.
Wieso eigentlich? Die die es angeht werden es wohl wissen und allen anderen kann es ja wohl herzlich egal sein, sie sind ja nicht betroffen.
Oder gibt es noch andere Gründe, weshalb man das wissen sollte?! bitte um Aufklärung.

Die wissen es eben nicht, da sich viele auf Mutti verlassen haben und für die ein Insolvenzszenario bisher völlig undenkbar war.
Beitrag vom 19.05.2020 - 08:38 Uhr
UserAngros
User (439 Beiträge)
lustig wie hier in diesem Forum ständig irgendwelche Leute wissen wollen, wie die LH-Verträge im Detail ausgestaltet sind.
Wieso eigentlich? Die die es angeht werden es wohl wissen und allen anderen kann es ja wohl herzlich egal sein, sie sind ja nicht betroffen.
Oder gibt es noch andere Gründe, weshalb man das wissen sollte?! bitte um Aufklärung.

Die wissen es eben nicht, da sich viele auf Mutti verlassen haben und für die ein Insolvenzszenario bisher völlig undenkbar war.

Sie sagen also, es sind Lufthanseaten selbst, die diese Fragen stellen? Da wären die entsprechenden PVs etc. ja wohl die besseren Ansprechpartner als dieses Forum hier, aber bitte...
Beitrag vom 19.05.2020 - 08:40 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (205 Beiträge)
@gordon - Es scheint eine Schockstarre zu sein. Aber umso weniger verstehe ich, warum sich da Betroffene nicht deutlicher für Staatshilfen aussprichen und gegen die so angeblich "liebreizend" ins Spiel gebrachte Variante eines Schutzschirmverfahrens!?



Dieser Beitrag wurde am 19.05.2020 08:41 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.05.2020 - 08:54 Uhr
Usergordon
User (2675 Beiträge)
@gordon - Es scheint eine Schockstarre zu sein. Aber umso weniger verstehe ich, warum sich da Betroffene nicht deutlicher für Staatshilfen aussprichen und gegen die so angeblich "liebreizend" ins Spiel gebrachte Variante eines Schutzschirmverfahrens!?

Weil eine Insolvenz bisher einfach undenkbar war.

Ergänzung:
Oder weil man selbst sieht, dass die Auflagen der Bundesregierung die für Staatshilfen eine erfolgreiche Zukunft nicht möglich machen.

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2020 09:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:21 Uhr
UserEricM
User (2626 Beiträge)
@gordon - Es scheint eine Schockstarre zu sein. Aber umso weniger verstehe ich, warum sich da Betroffene nicht deutlicher für Staatshilfen aussprichen und gegen die so angeblich "liebreizend" ins Spiel gebrachte Variante eines Schutzschirmverfahrens!?

Weil eine Insolvenz bisher einfach undenkbar war.

Ergänzung:
Oder weil man selbst sieht, dass die Auflagen der Bundesregierung die für Staatshilfen eine erfolgreiche Zukunft nicht möglich machen.

Wären denn die formalen Kriterien für die Einleitung eines Insolvenzverfahrens mittlerweile erfüllt?
Dafür müsste die LH doch auch bei 24 Mio/Tag eigentlich noch etwas zu viel auf der hohen Kante haben, oder?
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:23 Uhr
Usergordon
User (2675 Beiträge)
@gordon - Es scheint eine Schockstarre zu sein. Aber umso weniger verstehe ich, warum sich da Betroffene nicht deutlicher für Staatshilfen aussprichen und gegen die so angeblich "liebreizend" ins Spiel gebrachte Variante eines Schutzschirmverfahrens!?

Weil eine Insolvenz bisher einfach undenkbar war.

Ergänzung:
Oder weil man selbst sieht, dass die Auflagen der Bundesregierung die für Staatshilfen eine erfolgreiche Zukunft nicht möglich machen.

Wären denn die formalen Kriterien für die Einleitung eines Insolvenzverfahrens mittlerweile erfüllt?

Anscheinend, wenn man den Presseberichten glaubt.
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:24 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (205 Beiträge)
Eine Insolvenz heißt ja zum Glück nicht Konkurs aber gerade wenn man in eine undenkbare Situation gerät, über den Wolken kennen wir alle Fordec, dann muss man doch auch mögliche Nutzen und vor allem Risiken der Optionen bedenken.

Vor allem wenn die Bundesregierung eine vermeintliche Rettung in Aussicht stellt. Ja deren Risiken kennen wir vielleicht alle auch nicht genau im Detail - aber deswegen "aus Prinzip" das offensichtlich größere Risiko wählen, weil andere es auch mal irgendwie geschafft haben!?

Da bekommt man Gänsehaut!
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:32 Uhr
Usercontrail55
User (2305 Beiträge)
@gordon - Es scheint eine Schockstarre zu sein. Aber umso weniger verstehe ich, warum sich da Betroffene nicht deutlicher für Staatshilfen aussprichen und gegen die so angeblich "liebreizend" ins Spiel gebrachte Variante eines Schutzschirmverfahrens!?
Es gibt aber auch nichts, wobei man mitreden könnte.
Bis die Entscheidung der Regierung nicht gefallen ist ist man auf die Tribüne verbannt. Wieso liebreizend? Es ist einfach der Job sich um alle Eventualitäten zu kümmern. Ich versteh da immer den Unterton nicht. Schlimmer wäre es wenn sich das Management zurücklehnt und auf Mutti wartet und das Paket so nimmt wie es vorgehalten wird. Wobei ja keiner das Paket kennt. So wie es aktuell scheint hat die Regierung eher Interesse das der Invest sich über eine Rendite lohnt denn Arbeitsplätze sichert. Das kommt alles aus Opositionskreisen die sich natürlich mit Arbeitsplätzen, Umwelt, Struktur usw. im Spiel halten wollen.
Ich wüsste nicht, was mir lieber wäre, dazu kennt man auch das Insolvenzverfahren nicht. Hier gibt es nur ungenaue Horrorideen.
Aber zu einem ordentlichen FOR-DEC gehört zunächst F. Da wird es schon eng, was wissen wir denn?
Nachtrag:
Ichn gehe mal davon aus, dass die Beteiligten F kennen und in den O + R Phasen sind. Wir werden erst bei D wieder ins Boot geholt.

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2020 09:34 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:34 Uhr
UserEricM
User (2626 Beiträge)
weil andere es auch mal irgendwie geschafft haben

Die amerikanischen Verfahren nach Chapter 11 bzw 7 haben den betroffenen amerikanischen Airlines erlaubt, sich aus Verpflichtungen speziell gegenüber der Belegschaft zu befreien. Der Punkt wird immer etwas neidisch erwähnt.

Allerdings ist deutsches Insolvenzrecht nur grob vergleichbar mit Chapter 11. Zudem haben damals fast alle amerikanischen Carrier so etwas durchgemacht, so dass es zu keiner Vertrauenskrise der Kunden kommen konnte (mit irgendwem mussten sie schließlich fliegen).

D.h. wenn jetzt nur die LH, zudem nach deutschem Recht in Insolvenz geht, könnte das Ergebnis shon ganz anders aussehen...
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:36 Uhr
Usergordon
User (2675 Beiträge)
Eine Insolvenz heißt ja zum Glück nicht Konkurs aber gerade wenn man in eine undenkbare Situation gerät, über den Wolken kennen wir alle Fordec, dann muss man doch auch mögliche Nutzen und vor allem Risiken der Optionen bedenken.

Vor allem wenn die Bundesregierung eine vermeintliche Rettung in Aussicht stellt. Ja deren Risiken kennen wir vielleicht alle auch nicht genau im Detail - aber deswegen "aus Prinzip" das offensichtlich größere Risiko wählen, weil andere es auch mal irgendwie geschafft haben!?

Wie kommen Sie auf "aus Prinzip"?

Das wird ganz nüchtern abgewogen. Aber natürlich ist da auch viel Verhandlungstaktik dabei.
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:37 Uhr
Usercontrail55
User (2305 Beiträge)
weil andere es auch mal irgendwie geschafft haben

Die amerikanischen Verfahren nach Chapter 11 bzw 7 haben den betroffenen amerikanischen Airlines erlaubt, sich aus Verpflichtungen speziell gegenüber der Belegschaft zu befreien. Der Punkt wird immer etwas neidisch erwähnt.

Allerdings ist deutsches Insolvenzrecht nur grob vergleichbar mit Chapter 11. Zudem haben damals fast alle amerikanischen Carrier so etwas durchgemacht, so dass es zu keiner Vertrauenskrise der Kunden kommen konnte (mit irgendwem mussten sie schließlich fliegen).

D.h. wenn jetzt nur die LH, zudem nach deutschem Recht in Insolvenz geht, könnte das Ergebnis shon ganz anders aussehen...
Völlig egal, was passiert. Die LHG wird definitiv anders aussehen und das scheint nun auch dem Letzten klar zu sein. Daher die Ruhe hier.