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Beitrag 16 - 30 von 60
Beitrag vom 27.04.2020 - 13:02 Uhr
UserViri
User (712 Beiträge)
Jetzt darf sie also. Ob sie sollte ist eine andere Frage.
Im Nachhinein wird sich die Bundesregierung fragen lassen müssen, warum ein Ferienflieger, der schon vor der Krise ein Sanierungsfall war, ohne absehbare Aussicht auf Rettung mit viel Geld noch eine Weile länger durchgeschleppt wurde und stattdessen viele andere Firmen, die nach der Krise wieder glänzende Aussichten gehabt hätten, keine oder zuwenig Hilfe für ein Überleben bekamen ...
Schwierig.

Wie viele von den "anderen" kriegen denn zu wenig oder gar keine Hilfe? Haben Sie konkrete Zahlen dazu? Und wie viele von denen sind systemrelevant?

Condor nur isoliert zu betrachten, halte ich für zu kurz gegriffen. Da hängen auch Zulieferer dran, Personal an den Bodenstationen und und und.
Beitrag vom 27.04.2020 - 13:21 Uhr
UserEricM
User (2361 Beiträge)
Wie viele von den "anderen" kriegen denn zu wenig oder gar keine Hilfe? Haben Sie konkrete Zahlen dazu?

Woher denn? Das ändert sich ja aktuell täglich. Konkret werden wir das frühestens nach der Krise aufarbeiten können. Es sollen aber schon mehrere 100.000 Firmen Corona-Hilfanträge gestellt haben.

Und wie viele von denen sind systemrelevant?

Dieses Wort wird in letzter Zeit inflationär als Synonym für "mir wichtig" benutzt.

In der Finanzkrise 2008/9 hatte es noch eine gewisse Berechtigung, da klamme und pleite gehende Banken und Versicherungen eine Finanzierungskrise der gesamten restlichen Real-Wirtschaft ausgelöst haben.
Daher wurden einige Großbanken als relevant für das Gesamtsystem gesehen und gerettet.

Aber ein Ferienflieger? Ja er ist sicher wichtig für Mitarbeiter und Lieferenten und deren Lieferanten oder wichtig für einzelne Standorte.
Aber wie sollte der im o.g. Sinne relevant für das gesamtwirtschaftliche System sein?

Condor nur isoliert zu betrachten, halte ich für zu kurz gegriffen. Da hängen auch Zulieferer dran, Personal an den Bodenstationen und und und.

Richtig. Wie bei jeder anderen Firma in jeder Branche, die gerade versucht Hilfen zu bekommen...

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2020 14:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:18 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Sie haben schon verstanden, dass die Flugzeuge weitestgehend geleased sind!? Im Gegensatz zu 2019 dürfte sich die Situation um 180° in der Fliegerei gedreht haben, die Wüsten stehen im Moment voll von neuesten nicht eingesetzten Langstreckenflugzeugen.
Da stehen aber auch viele Ladenhüter die niemand haben will. Für die interessanteren Stücke wird es mehr Interessenten geben als nur einen deutschen Ferienflieger.
Da hast Du eher ein Problem, wenn Dir der größte Teil der Flotte selbst gehört (Stichwort LH) und die gedachten Werte auf dem Papier angesichts fehlender möglicher Interessenten dahin schwinden.
Ich bin sicher CS ist ganz froh dass er für seine 700 abgestellten Flugzeuge so gut wie keine Leasingraten zahlt.
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:22 Uhr
Usercontrail55
User (1998 Beiträge)
Unter dem Strich läuft es insgesamt wohl darauf hinaus, dass Hilfsgelder bis zu einem gewissen Volumen mit der Gieskanne verteilt werden. Alles was größer ist wird individueller betrachtet und was noch gößer ist sehr individuell. Alles was richtig groß ist wird ganz genau betrachtet, da die Töpfe aus denen geschöpft wird unterschiedlich sind und auch Kriterien beachtet werden müssen. Dazu sind hier die Werkzeuge der Hilfe, zB Staat steigt ein, ein weiteres dickes Brett welches gebohrt werden will.
Das läuft alles auf eine Art grundsätzlicher Hilfe hinaus und nach der Krise wird man sehen, wer es geschafft hat oder auch nicht. Aber diese Kröte scheint man wissentlich zu schlucken, wie und in welchem Zeitfenster will man auch jede defizitäre Dönerbude überprüfen ob es sich lohnt. Insofern ist alles systemrelevant, da es vorher im System war und dieses belebt hat. Jedes weitere Kriterium würde den Prozess nur hemmen.
Wenn dies das Leitmotiv der Regierung ist, und danach sieht es aus, dann kann man jetzt nur noch zügig umsetzen. Alles andere macht keinen Sinn.
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:29 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)

Ich bin sicher CS ist ganz froh dass er für seine 700 abgestellten Flugzeuge so gut wie keine Leasingraten zahlt.

Dann zahlt er Raten an die finanzierende Bank. Kapitalkosten hat er trotzdem, es sei denn, die im Eigentum befindlichen Flieger sind abgezahlt.
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:37 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)

Ich bin sicher CS ist ganz froh dass er für seine 700 abgestellten Flugzeuge so gut wie keine Leasingraten zahlt.

Dann zahlt er Raten an die finanzierende Bank. Kapitalkosten hat er trotzdem, es sei denn, die im Eigentum befindlichen Flieger sind abgezahlt.
Dann zahlt er aber Flugzeuge ab die ihm am Ende gehören, keine Raten mehr kosten und seinem Eigentum zuzurechnen sind. Ein Unterschied.
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:49 Uhr
Userairlinepilot
User (10 Beiträge)
Es ist unbegreiflich wie die Bundesregierung Steuergelder zum Fenster hinauswirft.
380 Mio sind schon in die Condor geflossen, nun fließen nochmals mehrere 100 Mio in ein Unternehmen, dessen Zukunftprognose mehr als fraglich ist.
Bei einem jährlichen Gewinn von 30 Mio zu Zeiten der Hochkonjunktur dauert allein die Rückzahlung des Darlehen Jahrzehnte. Wann die Reisebranche wieder auf die Beine kommt, ist derzeit noch völlig unklar. Angebot am Markt jedenfalls gibt es mehr als Nachfrage.
Ich vermute die Bundesregierung tut das um der Lufthansa mal wieder in die Arme zu spielen.
Sind ja nur Steuergelder und ein Beamter und Regierungsmitarbeiter muss ja nicht um seinen Job oder Gehaltskürzungen fürchten.
Ach ja und dann gibt es ja noch die Vermögensabgabe, die derzeit juristisch geprüft wird....

Noch verbittert durch die AB Pleite, "airlinepilot"? Vmtl. wie 90% der Kommentare hier, aber nehme ich Ihnen nicht übel.

Danke der Nachfrage WrightBrotha, aber nein, ich bin nicht verbittert "durch die AB Pleite". Vielmehr macht mich die maßlose Verschwendung von Steuergeldern sauer, die wir alle irgendwann tragen werden. Und Condor ist nur ein Beispiel dafür.
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:56 Uhr
Userairlinepilot
User (10 Beiträge)
Nicht im Ansatz ein Sanierungsfall aus eigenem Verschulden

Mein Stand ist: Condor lag jeweils knapp über einer schwarzen Null bei Verzicht auf eigentlich notwendige Flotten-Investitionen.
Anders gesagt, um eine heute nicht überalterte, abgeschrieben Flotte zu haben, hätte Condor die letzten Jahre Verlust machen müssen.
Und das in absoluten Boom Zeiten.
D.h. Condor hatte schon vor der Corona-Krise ein massives Problem.


und vor allem aber systemrelevant für einen Markt nach Corona.

Systemrelevanz bezieht sich auf das gesamtwirtschaftliche System Deutschlands. Dafür ist denke ich kein Ferienflieger, nicht mal alle zusammen relevant.

Mancher hat die aktuelle Lage in der weltweiten Luftfahrt immer noch nicht ansatzweise verstanden.

Mein Verständnis: Es werden Firmen pleite gehen. Es wird Entlassungen geben. In größerem Umfang als es vom Staat durch Hilfen vermieden werden könnte.
Zusätzlich wird gerade das weltweite Feriengeschäft noch lange leiden.

Meine Folgerung: Daher sollte sich der Staat bei seinen Hilfen auf Firmen konzentrieren, die vor der Krise gesund waren und bei denen daher die Überlebenswahrscheinlichkeit in einem Post-Corona Umfeld relativ hoch ist.

Zum Glück interessiert sich nur niemand für Sie ;-)

Na wenigstens habe ich Sie als meinen treuen Leser und Kommentator noch an meiner Seite ;-) Vielen Dank !!!
Beitrag vom 27.04.2020 - 14:58 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)

Ich bin sicher CS ist ganz froh dass er für seine 700 abgestellten Flugzeuge so gut wie keine Leasingraten zahlt.

Dann zahlt er Raten an die finanzierende Bank. Kapitalkosten hat er trotzdem, es sei denn, die im Eigentum befindlichen Flieger sind abgezahlt.
Dann zahlt er aber Flugzeuge ab die ihm am Ende gehören, keine Raten mehr kosten und seinem Eigentum zuzurechnen sind. Ein Unterschied.

Vollkommen richtig. Aber es ging ja eher darum, was er jetzt in der Krise alles bezahlen muß. Und da macht es erstmal keinen Unterschied, ob an eine Bank oder an die Leasinggesellschaft gezahlt wird.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:02 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Na klar macht es einen Unterschied ob ich an mich selber zahle oder nicht. Oder meinen Sie er überweist an die Volksbank in Rüsselsheim?
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:16 Uhr
Userichglaubdasnicht
User (424 Beiträge)
Ich hatte hier geschrieben: die Condor wird durch den Staat gerettet. Ist heute geschehen. Natürlich war sehr hilfreich, dass auch die Lufthansa staatlich gesicherte Kredite bekommt. Dadurch konnte auch die EU Wettbewerbskommissarin den Fall durchwinken. Die Frage, ob die Condor langfristig eine Chance hat, war nicht wichtig. Hauptsache jetzt gehen keine Arbeitsplätze den Bach runter.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:19 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)
Na klar macht es einen Unterschied ob ich an mich selber zahle oder nicht. Oder meinen Sie er überweist an die Volksbank in Rüsselsheim?

Bilanziell ist es so. Aber in der GuV und bei Cash-flow spielt es keine Rolle; die Kreditrate ist ein Aufwand und damit ein Posten, der aus dem Unternehmen herausgeht und nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann - Liquidität fließt ab. Und das ist es, was in einer solchen Situation problematisch ist. Daß die Flugzeuge irgendwann mal "ihm" gehören, spielt keine Rolle, wenn das Unternehmen vorher mangels Liquidität untergeht.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:24 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Na klar macht es einen Unterschied ob ich an mich selber zahle oder nicht. Oder meinen Sie er überweist an die Volksbank in Rüsselsheim?

Bilanziell ist es so. Aber in der GuV und bei Cash-flow spielt es keine Rolle; die Kreditrate ist ein Aufwand und damit ein Posten, der aus dem Unternehmen herausgeht und nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann - Liquidität fließt ab. Und das ist es, was in einer solchen Situation problematisch ist.
Vielleicht verhandelt er ja noch mit "der Bank", wem auch immer die gehört ;-)
Das Problem haben die mit den geleasten Fliegern nicht, oder was wollen Sie sagen?
Daß die Flugzeuge irgendwann mal "ihm" gehören, spielt keine Rolle, wenn das Unternehmen vorher mangels Liquidität untergeht.
Wenn das Unternehmen nicht untergeht, und dafür werden gerade die Weichen gestellt, macht es einen gewaltigen Unterschied. Ich bin sicher dass CS jetzt keine Flugzeuge verkaufen und im Gegenzug andere leasen wird.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:27 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Ich hatte hier geschrieben: die Condor wird durch den Staat gerettet. Ist heute geschehen. Natürlich war sehr hilfreich, dass auch die Lufthansa staatlich gesicherte Kredite bekommt. Dadurch konnte auch die EU Wettbewerbskommissarin den Fall durchwinken. Die Frage, ob die Condor langfristig eine Chance hat, war nicht wichtig. Hauptsache jetzt gehen keine Arbeitsplätze den Bach runter.
Man muss halt sehen was in ein paar Monaten ist. Falls Condor doch gehen muss, war es ein sehr teurer Fehler. Aber vielleicht kommt es gerade auf ein paar Billionen mehr oder weniger gar nicht an. In 18 Monaten haben wir sowieso ein ganz neues Steuermodell.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:32 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)
Na klar macht es einen Unterschied ob ich an mich selber zahle oder nicht. Oder meinen Sie er überweist an die Volksbank in Rüsselsheim?

Bilanziell ist es so. Aber in der GuV und bei Cash-flow spielt es keine Rolle; die Kreditrate ist ein Aufwand und damit ein Posten, der aus dem Unternehmen herausgeht und nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann - Liquidität fließt ab. Und das ist es, was in einer solchen Situation problematisch ist.
Vielleicht verhandelt er ja noch mit "der Bank", wem auch immer die gehört ;-)
Das Problem haben die mit den geleasten Fliegern nicht, oder was wollen Sie sagen?

Meine Güte, beruhigen Sie sich. Wenn Sie wissen wollen, was ich sagen will, lesen Sie meine Beiträge. Es ging lediglich darum, daß Kapitalkosten auch bei eigenen Fliegern anfallen, es sei denn sie sind abgezahlt.

Daß die Flugzeuge irgendwann mal "ihm" gehören, spielt keine Rolle, wenn das Unternehmen vorher mangels Liquidität untergeht.
Wenn das Unternehmen nicht untergeht, und dafür werden gerade die Weichen gestellt, macht es einen gewaltigen Unterschied. Ich bin sicher dass CS jetzt keine Flugzeuge verkaufen und im Gegenzug andere leasen wird.

Da gebe ich Ihnen recht - er braucht das nicht zu tun. Wenn allerdings der Staat der LH nicht beispringen würde, wäre sale-and-laese-back das letzte Mittel, das ihm bliebe, um Liquidität zu generieren. Diese Möglichkeit haben natürlich Airlines, die von vornherein mit geleasten Fliegern operieren (oder das wegen eines kurzfristigen Gewinns schon vorher getan haben...), nicht.