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Beitrag 16 - 30 von 32
Beitrag vom 11.12.2019 - 21:39 Uhr
UserPilot Response
User (341 Beiträge)
Stimmt. Muss man eben mehr Feldwege in Landstraßen / Autobahnen ausbauen. Ich möchte der GA auch garnicht das Existenzrecht absprechen, nicht falsch verstehen bitte.

Wie sonst soll man das sonst verstehen?
Eine ganze Verkehrsart verdrängen, weil einmal ein Unfall passieren könnte?

Nicht verdrängen, aber vielleicht Lufträume umstrukturieren?

Übertragen Sie dieses System mal auf andere Bereiche des Lebens.
Undenkbar.
Nur in der Fliegerei wird immer die 100%ige Sicherheit verlangt.
Das gegenwärtige System hat die letzten Jahrzehnte gut funktioniert.
Warum soll man das ändern?

Haben Sie doch selbst geschrieben:
Enorme Zunahme der Verkehrsflieger-Dichte in den letzten Jahren.

Verstehen Sie mich nicht verkehrt.
Ich habe die letzten 35 Jahre rund 20.000 Stunden beruflich IFR geflogen und rund 2.000 privat.
Wer sich an die Gepflogenheiten hält kommt sehr gut durchs Fliegerleben.
Wer aber unter IFR mit einem Verkehrsflugzeug 30 Meilen vom Int. Airport entfernt in
3000ft herum fliegt bekommt ganz sicher Probleme wie die Kollegen in Hamburg.
Und deswegen nach mehr Restriktionen für die GA zu rufen, ist vermessen.

Tja, die Vergangenheit zeigt, dass wenn erst geknallt hat, es wieder blanken unsinnigen Aktionismus der Politik geben wird, unter dem VFR und IFR Traffic gleichermaßen zu leiden haben.

Dieser Beitrag wurde am 11.12.2019 21:40 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.12.2019 - 22:37 Uhr
Userswift1212
User (137 Beiträge)
@ OldCrow
Danke für ihre sachliche Darstellung


Ergänzend zu Ihrer Erfahrung und zu diesem Bericht:

Hat denn hier denn wirklich niemand aufgepasst, was hier abläuft!?
Welch arroganter und unqualifizierter Schwachsinn wird hier denn getrieben?

Da fliegt ein Airbus für 50-100 Millionen Euro und 170 Passagieren durch einen allgemein genutzten Luftraum und holt fast ein anderes Flugzeug vom Himmel, dem der AIRBUS gesetzlich ausweichen muss! Und dann wollen wir ernsthaft über die seit vielen Jahrzehnten weltweit geltende Ausweichregeln diskutieren?!

Hier geht es nicht um die Segelflieger als Problem, sondern darum dass die Airliner blind durch alle anderen Teilnehmer hindurch fliegen wollen und sich einen Dreck darum scheren auf die anderen Teilnehmer Rücksicht zu nehmen.
Die unmissverständliche Forderung muss eigentlich sein, dass hier Airliner die Antikollisionssysteme der Segelflieger nutzen, damit sie die anderen Teilnehmer sehen können, die sichtbar sind, weil sie das System schon verwenden!

Das NDR Video muss man sich mal wirklich hierzu ganz genau ansehen. Bei Minute 1:47 ist das aktive Antikollisionssystem des Segelflugzeugs auf dem Foto nach dem Near Miss zu sehen!!!

 https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Exklusive-Zahlen-Gefahrenzone-Luftraum,luftraum102.html

Dieser ganze NDR-Bericht ist eigentlich komplett daneben! Bei einem Investitionsvolumen eines Airbus sollen dann keine ca.1000,--€ für die eigene Sicherheit übrig sein!?
Bei der ganzen Dartstellung wird die Pilotin als "Ursache" dargestellt, was real aber vollkommen anders ist!
Nach dem offenen Brief des Deutschend Segelflugverbands an den NDR zu diesem Thema, hätte der NDR besser diesen Bericht nicht mehr gesendet.

 https://www.dsv.aero/index.php/component/content/article/39-service/luftraum-und-flugbetrieb/bereich-nord/206-offener-brief-berichterstattung-im-artikel-hh-segelflugzeug-kam-airbus-in-die-quere?Itemid=479


Zitat aus dem Zwischenbericht der BFU Seite 46/47:
 https://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Bulletins/2019/Bulletin2019-07.pdf?__blob=publicationFile

Flugdatenaufzeichnung Der Airbus war mit einem Flugdatenschreiber (FDR) ausgerüstet. Die Daten wurden der BFU durch das Luftfahrtunternehmen zur Verfügung gestellt. Die Radardaten wurden durch das Flugsicherungsunternehmen bereitgestellt und standen der BFU für die Untersuchung zur Verfügung.

Der BFU liegen die Flugdatenaufzeichnungen aus dem FLARM-Gerät des Segelflugzeuges vor. Diese dokumentieren die Höhe, die Position und Geschwindigkeit des Segelflugzeuges in 2-Sekunden-Abständen.

(FLARM ist hier das aktive das Antikollisionswarngerät des Segelflugzeugs! - das kann man bei Minute 1:47 auf dem Video sehen!!!)


P.S.:
für ca. 6,--€ von jedem dieser 170 Passagiere dieses einen Fluges hätten sie sich so ein Flarm-Gerät schon besorgen können. - Da muss man das Sicherheitsdenken wohl als extrem unterentwickelt ansehen, wenn man darüber wirklich noch diskutieren möchte!
Vielleicht sollten demnächst einfach mal die Passagiere für die armen Piloten und die Lufthansa sammeln gehen, damit man sich bei Lufthansa besser für aller Sicherheit einsetzt!


Dieser Beitrag wurde am 11.12.2019 22:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.12.2019 - 23:56 Uhr
UserOldCrow
User (181 Beiträge)
@swift1212

Danke.

Man muss sich das mal vorstellen.
Da cleared ein Lotse ohne Not bei rund 35 Meilen baseleg ein Verkehrsflugzeug auf 3000ft und damit 500ft unterhalb des schützenden Luftraumes C. 5 Meilen weiter wäre man auch in 3000ft im geschützten Luftraum gewesen.

Daraus entwickelt sich eine Diskussion um die Vergrößerung der schützenden Lufträume.

Liebe DFS. Ein Luftraum C schützt niemanden, wenn man den IFR Verkehr aus ihm hinausfliegen lässt, egal wie groß man ihn macht.

Die bestehenden Lufträume sind völlig ausreichend wenn man richtig mit ihnen arbeitet.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 15:54 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 00:39 Uhr
Usermaussuam
Simulatorfuzzi
User (71 Beiträge)
@swift1212
Leider ist das Flarm dafür nicht geeignet. Die Sendeleistung ist zu gering um einen wirkungsvollen Schutz bei den hohen Annäherungsgeschwindigkeiten zu bieten. Es ist einfach für Segelflieger entwickelt worden.

Die zweite Hürde ist die regulatorische. Man müsste Flarm-Geräte für Flugzeuge nach CS23 zulassen - das ist finanziell einfach nicht abbildbar. Wenn man sich ansieht, mit was für Mikroprozessor-Technik ein A320 durch die Gegend fliegt kann man ganz nostalgisch werden. Da werden Daten per Floppy-Diskettensatz in das Motorola 68000-gepowerte FMS geladen. Nicht mal sowas fässt man an. Zumal die Airlines die Dinger auch einbauen müssten. Und da wird ja gespart so gut es geht.

Nein, ich denke die effektivste Lösung ist da ADS-B. Airliner haben es eh bald alle und ein einfacher ADS-B Sender ist deutlich energieärmer zu betreiben und günstiger als ein Transponder.
Beitrag vom 12.12.2019 - 05:12 Uhr
UserNeilArmstrong
User (422 Beiträge)
Also das Ganze macht mich sprachlos. Es ist doch schon etwas geschehen! Erinnere an den Zusammenstoß 2012 zweier Privatflugzeuge bei Wölfersheim mit 8 Toten.

 https://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugkollision_bei_W%C3%B6lfersheim

Soweit ich mich erinnere, konnten beide - nach Sicht - fliegenden Flugzeuge den Unfall gar nicht vermeiden, da sie sich im toten Winkel zueinander näherten. Sie konnten sich also gar nicht erkennen. Daß 7 Jahre später immer noch keine Konsequenzen gezogen wurden ist unverantwortlich. Ich meine, wir haben heute über Deutschland so dichten Flugverkehr, daß es unkontrollierte Flüge nach Sicht überhaupt nicht mehr geben dürfte. Wem es nicht gefällt kann nach Rußland oder sonst dünn besiedelte Gebiete fliegen, dort ist sicherlich auch weniger Verkehr. Aber über D geht es eben nicht mehr. Da redet jeder von Digitalisierung, Flugdrohnen, "künstlicher" Intelligenz (die es gar nicht gibt), usw. aber keiner scheint sich Gedanken um die Unterstützungen, Verknüpfungen und Auswirkungen im Flugverkehr zu machen. Hauptsache wieder Dampfblasen geplaudert, aber die Menschen wieder alleine gelassen.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 05:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 06:43 Uhr
Usermaussuam
Simulatorfuzzi
User (71 Beiträge)
NeilArmstrong, Ihnen ist aber schon klar, dass mit dem Verbot von unkontrollierten Flügen nach Sicht
- Alle Flugplätze ohne IFR-Anflüge schließen müssten
- Jegliche Segelflüge, Gleitschirmflüge, Ballonfahrten und etwa 95% aller Flüge mit Kleinflugzeugen verboten wären
- Die Flugsicherung massiv personell aufgestockt werden müsste, um das Aufkommen zu stemmen

Abgesehen davon, dass der Luftraum niemanden "gehört", das wäre in etwa das gleiche, als wenn man auf den Straßen nur noch LKW und Busse zuließe, weil es öfters Autounfälle gibt. Ein etwas realitätsferner Ansatz in meinen Augen.
Beitrag vom 12.12.2019 - 15:26 Uhr
UserOldCrow
User (181 Beiträge)
Ich meine, wir haben heute über Deutschland so dichten Flugverkehr, daß es unkontrollierte Flüge nach Sicht überhaupt nicht mehr geben dürfte. Wem es nicht gefällt kann nach Rußland oder sonst dünn besiedelte Gebiete fliegen, dort ist sicherlich auch weniger Verkehr.

@ NeilArmstrong
Ich möchte Ihnen nahe legen, ihre Urlaubsflugreise ex Russland zu buchen. Dort ist nach ihren eigenen Aussagen nach wesentlich weniger Verkehr und das kommt ihrem überhöhten Sicherheitsbedürfniss sicherlich entgegen.

Außerdem kann ich mich an einen Autounfall zwischen zwei privaten PKW vor 7 Jahren erinnern. Daß bis heute immer noch keine Konsequenzen gezogen wurden ist unverantwortlich. Ich meine, wir haben heute in Deutschland so dichten Autoverkehr, daß es private Autofahrten mit PKW überhaupt nicht mehr geben dürfte.

Ironie aus.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 15:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 16:10 Uhr
UserOldCrow
User (181 Beiträge)
@swift1212
Leider ist das Flarm dafür nicht geeignet. Die Sendeleistung ist zu gering um einen wirkungsvollen Schutz bei den hohen Annäherungsgeschwindigkeiten zu bieten. Es ist einfach für Segelflieger entwickelt worden.

PowerFLARM arbeitet heutzutage typisch mit über 10 km Reichweite. Völlig ausreichend bei Geschwindigkeiten von <250KIAS.

Die zweite Hürde ist die regulatorische. Man müsste Flarm-Geräte für Flugzeuge nach CS23 zulassen.

Auszug aus der FLARM Website:

"EASA hat den festen Einbau von
PowerFLARM in Flugzeugen zugelassen.
Dazu ist lediglich ein Minor Change Approval (MCA)
verfügbar. EASA unterstützt FLARM als
Mittel zur wesentlichen Verringerung von
Zusammenstössen."

Mit etwas gutem Willen wäre eine ähnlich einfache Lösung bestimmt auch für Verkehrsflugzeuge möglich. Der Einzelpreis für das PowerFlarm Core liegt bei ca 1.000€. Das wären Peanuts für die Airlines anstatt zigtausend Segelflieger mit den Kosten für ADSB Out+In zu belasten. Und das, nachdem sie fast alle schon in FLARM investiert haben.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 16:14 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 17:38 Uhr
Usermaussuam
Simulatorfuzzi
User (71 Beiträge)
Es ist etwas völlig anderes, ob man Geräte mit STCs oder Minor Change in Kleinflugzeuge einbaut oder etwas an der Avionik eines Verkehrsflugzeugs ändert. Der Aufwand der Zulassung ist überhaupt nicht vergleichbar.
Ich schätze mal, wenn Flarm eine DO-178 zertifizierte Version für Airliner anbieten würde, wäre die nicht unter 100.000€ zu haben. Plus Einbau. Die Airlines sparen sich sogar die Möglichkeiten für GBAS-Anflüge, und das wäre nur ein Software update.
250kt ist der Airliner schnell, nochmal locker 140kt der Segelflieger im Vorflug. Macht 390kt relativ. Wenn wir von 10km Reichweite reden, ist das der Optimalfall mit Außenantennen an beiden Luftfahrzeugen, sonst sind es realistisch eher 6km, also 3,2 NM.
Man hätte als ausweichpflichtiger Airliner also 30 Sekunden zum Himmel Absuchen, Flugzeug finden, Autopilot deaktivieren und Steigen oder Sinken einleiten. Dazu noch ATC informieren, damit der eventuelle IFR-IFR-Konflikte auflöst. Das ist schlichtweg zu wenig Zeit.
Angesehen davon sind Flarm-Frequenzen nicht international harmonisiert. Ein Flarm aus Europa funktioniert nicht in den USA und umgekehrt.
Beitrag vom 12.12.2019 - 19:47 Uhr
UserNeilArmstrong
User (422 Beiträge)
Ich meine, wir haben heute über Deutschland so dichten Flugverkehr, daß es unkontrollierte Flüge nach Sicht überhaupt nicht mehr geben dürfte. Wem es nicht gefällt kann nach Rußland oder sonst dünn besiedelte Gebiete fliegen, dort ist sicherlich auch weniger Verkehr.

@ NeilArmstrong
Ich möchte Ihnen nahe legen, ihre Urlaubsflugreise ex Russland zu buchen. Dort ist nach ihren eigenen Aussagen nach wesentlich weniger Verkehr und das kommt ihrem überhöhten Sicherheitsbedürfniss sicherlich entgegen.

Außerdem kann ich mich an einen Autounfall zwischen zwei privaten PKW vor 7 Jahren erinnern. Daß bis heute immer noch keine Konsequenzen gezogen wurden ist unverantwortlich. Ich meine, wir haben heute in Deutschland so dichten Autoverkehr, daß es private Autofahrten mit PKW überhaupt nicht mehr geben dürfte.

Ironie aus.

Gerade beim Autoverkehr (obwohl mit dem Flugverkehr schlecht vergleichbar, denn alleine der Flugverkehr bewegt sich im dreidimensionalem Raum und ist somit im Grunde unvergleichlich)ist hinsichtlich der Verkehrstoten sehr viel getan worden.

So haben wir heute weit unter 4.000 Verkehrstote im Jahr, für alle Verkehrsteilnehmer. Also vom Fußgänger bis zum Motorradraser. Wie wenig das ist, sehen Sie im Vergleich mit den USA. Bevölkerung 320 Mio (D = 80 Mio) bei einer Besiedlungsdichte von 33 E/qkm (D = 231 E/qkm) und strengem, jahrzehntelangen Geschwindigkeitslimit, haben ca. 36.000 Verkehrstote pro Jahr. Also bei einer 4-fach größeren Menge und ca. 7 fach geringeren Dichte haben sie 9 mal mehr Verkehrsopfer. Schlußfolgerungen dürfen Sie selbst ziehen. Übrigens im Jahre 1971 gab es bei erheblich geringerer Verkehrsdichte ca. 21.000 Verkehrstote in D. Daran erkennen Sie die Fortschritte bis heute.

Wieso kann man den Flugverkehr nicht auch sicherer machen? Das ist kein überhöhtes Sicherheitsbedürfnis, sondern nur das konsequente Ausnutzen der inzwischen vorhandenen Technik. Nochmals: alle reden von einer angeblichen "künstlichen" Intelligenz, mit scheint aber, daß die natürliche Intelligenz dafür immer weiter zurückgeht.

Weshalb soll ich ab Rußland fliegen? Noch dazu in Urlaub? Ich fliege selten in Urlaub und geschäftlich liegt mir der doch sehr sichere Großflughafen Frankfurt und/oder München näher als Rußland. Über Rußland fliege ich dann hinweg.

Hätte noch viele weitere Argumente zu Ihrer Ironie, die eigentlich eine Kritik ist. Aber ich habe nichts dagegen, daß Sie Kritik üben und gegen meine Vorstellungen Ihre (bitte begründeten) Vorstellungen darlegen.Ich nenne das dann Debatte. Denn Ironie bleibt nur Ironie solange man moralisiert. Denken Sie logisch, rational da sieht die Welt anders aus.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 19:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 20:12 Uhr
UserNeilArmstrong
User (422 Beiträge)
NeilArmstrong, Ihnen ist aber schon klar, dass mit dem Verbot von unkontrollierten Flügen nach Sicht
- Alle Flugplätze ohne IFR-Anflüge schließen müssten
- Jegliche Segelflüge, Gleitschirmflüge, Ballonfahrten und etwa 95% aller Flüge mit Kleinflugzeugen verboten wären
- Die Flugsicherung massiv personell aufgestockt werden müsste, um das Aufkommen zu stemmen

Abgesehen davon, dass der Luftraum niemanden "gehört", das wäre in etwa das gleiche, als wenn man auf den Straßen nur noch LKW und Busse zuließe, weil es öfters Autounfälle gibt. Ein etwas realitätsferner Ansatz in meinen Augen.

@maussuam
Ja ist schon klar, aber Technik kann auch Menschen ersetzen, selbst bei der Flugraumkontrolle. Sollte auch mehr eine Metapher sein, damit einfach der unterschiedliche Flugverkehr, insbesondere bei Geschwindigkeit und Masse, einfach erheblich strikter getrennt wird und technisch anders ausgestattet sprich kontrolliert wird. Und Fliegen in D (dem dichtbesiedeltem Land) muß deshalb zwangsläufig erheblich teuerer sein als in dünnbesiedelten Ländern. Ist zB bei der Jagd, Reiterei oder vielen anderen Hobbys auch nicht viel anders.

Natürlich gehört der Luftraum jemandem, nämlich dem deutschen Volk über Deutschland. Der deutsche Staat hat das zu regulieren. Das ist wie beim Straßenverkehr. Die Straßen gehören auch uns allen. Der Staat hat die Aufgabe das Miteinander zu regulieren und nicht die einen gegenüber den anderen zu bevorzugen. So funktioniert es in einer Demokratie mit sozialer Marktwirtschaft. In einer Autokratie oder Diktatur ist das natürlich anders.
Beitrag vom 12.12.2019 - 20:47 Uhr
Usersf260
User (572 Beiträge)
Es ist etwas völlig anderes, ob man Geräte mit STCs oder Minor Change in Kleinflugzeuge einbaut oder etwas an der Avionik eines Verkehrsflugzeugs ändert. Der Aufwand der Zulassung ist überhaupt nicht vergleichbar.
Ich schätze mal, wenn Flarm eine DO-178 zertifizierte Version für Airliner anbieten würde, wäre die nicht unter 100.000€ zu haben. Plus Einbau. Die Airlines sparen sich sogar die Möglichkeiten für GBAS-Anflüge, und das wäre nur ein Software update.
250kt ist der Airliner schnell, nochmal locker 140kt der Segelflieger im Vorflug. Macht 390kt relativ. Wenn wir von 10km Reichweite reden, ist das der Optimalfall mit Außenantennen an beiden Luftfahrzeugen, sonst sind es realistisch eher 6km, also 3,2 NM.
Man hätte als ausweichpflichtiger Airliner also 30 Sekunden zum Himmel Absuchen, Flugzeug finden, Autopilot deaktivieren und Steigen oder Sinken einleiten. Dazu noch ATC informieren, damit der eventuelle IFR-IFR-Konflikte auflöst. Das ist schlichtweg zu wenig Zeit.
Angesehen davon sind Flarm-Frequenzen nicht international harmonisiert. Ein Flarm aus Europa funktioniert nicht in den USA und umgekehrt.

Also den Segler mit 140kts will ich sehen. Wir reden hier eher von 140-180km/h. Und bei 180 plus geht das sinken schon so sehr in den Keller, dass das eher die Ausnahme ist. Die meisten Segelflugzeuge bewegen sich in einem Band von 100-200km/h.
Beitrag vom 12.12.2019 - 20:59 Uhr
UserOldCrow
User (181 Beiträge)
So haben wir heute im Strassenverkehr weit unter 4.000 Verkehrstote im Jahr, für alle Verkehrsteilnehmer. Also vom Fußgänger bis zum Motorradraser.

Da ist der Luftverkehr aber besser. Hierzulande hatten wir im Durchschnitt der letzten 15 Jahre pro Jahr 38 Tote. Gleichbeleibend, trotz der gestiegenen Anzahl an Flugbewegungen in Deutschland.

Die größte Kollision ziviler Flugzeuge im deutschen Luftraum fand übrigens zwischen zwei Verkehrsflugzeugen unter der Kontrolle der Schweizer Flugsicherung statt.

Vor kurzem kollidierten zwei Verkehrsflugzeuge in Frankfurt am Boden. Auch unter der Kontrolle der Vorfeldkontrolle.

Die sonstigen Zusammenstöße in Deutschland fanden fast ausschließlich zwischen militärischen Luftfahrzeugen statt (10x), oder ein militärischer Tiefflieger hat ein ziviles Privatflugzeug über den Haufen geflogen (5x).

Wo also liegt ihr Problem?

Ich glaube nicht, daß der Flugverkehr in Deutschland sicherer würde, selbst wenn Sie den ganzen unkontrollierten Flugverkehr verbieten würden.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 21:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.12.2019 - 08:11 Uhr
UserLocces
User (6 Beiträge)
So haben wir heute im Strassenverkehr weit unter 4.000 Verkehrstote im Jahr, für alle Verkehrsteilnehmer. Also vom Fußgänger bis zum Motorradraser.

Da ist der Luftverkehr aber besser. Hierzulande hatten wir im Durchschnitt der letzten 15 Jahre pro Jahr 38 Tote. Gleichbeleibend, trotz der gestiegenen Anzahl an Flugbewegungen in Deutschland.

Die größte Kollision ziviler Flugzeuge im deutschen Luftraum fand übrigens zwischen zwei Verkehrsflugzeugen unter der Kontrolle der Schweizer Flugsicherung statt.

Das es die größte war ist ja auch logisch, die Flugzeuge sind nun mal um ein vielfaches größer als die der GA. Aber aus diesem Vorfall hat man auch die richtigen Konsequenzen gezogen, seitdem ist mir keine derartige Kollision bekannt.


Vor kurzem kollidierten zwei Verkehrsflugzeuge in Frankfurt am Boden. Auch unter der Kontrolle der Vorfeldkontrolle.

Die sonstigen Zusammenstöße in Deutschland fanden fast ausschließlich zwischen militärischen Luftfahrzeugen statt (10x), oder ein militärischer Tiefflieger hat ein ziviles Privatflugzeug über den Haufen geflogen (5x).

Das ist falsch, ein Blick auf die Seite der BFU zeigt, dass in den letzten Jahren vor allem GA-Flieger in einander geflogen sind. Und obwohl diese Flieger sehr langsam fliegen, war es Ihnen trotzdem nicht möglich rechtzeitig auszuweichen, so viel zum Thema "See and avoid" in der Praxis bei doppelter bis dreifacher Geschwindigkeit von modernen Jets.

Wo also liegt ihr Problem?

Ich glaube nicht, daß der Flugverkehr in Deutschland sicherer würde, selbst wenn Sie den ganzen unkontrollierten Flugverkehr verbieten würden.

Es geht nicht darum ihn zu verbieten, sondern zu wissen wo und in welcher Höhe sie sich befinden. Da die technischen Möglichkeiten für eine generelle Transponderpflicht noch nicht umsetzbar sind, bzw. es am Geld zur Umrüstung auf beiden Seiten "fehlt" bleibt somit nur die Erweiterung geschützter Lufträume für die kommerzielle Luftfahrt. Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass die GA dort nicht fliegen darf, sondern nur das man z.B. für Segelflieger bestimmte Gebiete ausweist in denen sie ungestört fliegen können und die kommerziellen Luftfahrt eben frei bleibt.
Und wenn ich als GA durch C oder D fliegen will, dann habe ich immernoch die Möglichkeit nach einer Durchflugfreigabe bei ATC zu fragen. Erhöht nebenbei auch die eigene Sicherheit.
Beitrag vom 14.12.2019 - 14:22 Uhr
UserOldCrow
User (181 Beiträge)
Da die technischen Möglichkeiten für eine generelle Transponderpflicht noch nicht umsetzbar sind, bzw. es am Geld zur Umrüstung auf beiden Seiten "fehlt" bleibt somit nur die Erweiterung geschützter Lufträume für die kommerzielle Luftfahrt.

Der geschützte Luftraum um Hamburg hat einen Durchmesser von 50NM.
Wie groß wollen Sie ihn denn noch haben?
Selbst der Class B Airspace um New York JFK oder Miami haben nur 40NM Durchmesser!

Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass die GA dort nicht fliegen darf, sondern nur das man z.B. für Segelflieger bestimmte Gebiete ausweist in denen sie ungestört fliegen können und die kommerziellen Luftfahrt eben frei bleibt.

Sie wollen also Reservate für Sportflieger.
Am besten in Afrika oder, wie von so einem Spaßvogel bereits vorgeschlagen, in Rußland?
Das ist schlicht diskriminierend.
Lesen Sie sich doch mal den ersten Satz des §1 LuftVG durch.

Dieser weist keiner Verkehrsart irgend einen Vorrang zu!

Warum also soll die kommerzielle Luftfahrt bevorzugt werden?
Damit noch mehr Bedarf an Tickets nach Malle für 19€ geweckt wird?





Dieser Beitrag wurde am 14.12.2019 14:36 Uhr bearbeitet.