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Beitrag 31 - 45 von 60
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:37 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)
Ich hatte hier geschrieben: die Condor wird durch den Staat gerettet. Ist heute geschehen. Natürlich war sehr hilfreich, dass auch die Lufthansa staatlich gesicherte Kredite bekommt. Dadurch konnte auch die EU Wettbewerbskommissarin den Fall durchwinken. Die Frage, ob die Condor langfristig eine Chance hat, war nicht wichtig. Hauptsache jetzt gehen keine Arbeitsplätze den Bach runter.

Nun ja, das war jetzt auch keine allzu gewagte Aussage. Es hat sich lange angedeutet, und Teckentrup hat auch alles getan, um seine Airline in den Medien und bei der Politik als profitabel und systemrelevant erscheinen zu lassen.

Man muss halt sehen was in ein paar Monaten ist. Falls Condor doch gehen muss, war es ein sehr teurer Fehler. Aber vielleicht kommt es gerade auf ein paar Billionen mehr oder weniger gar nicht an. In 18 Monaten haben wir sowieso ein ganz neues Steuermodell.

Das ist richtig, wir werden erst hinterher wissen, ob es richtig oder falsch war - heute orakeln wir nur oder versuchen, die Situation anhand der wenigen Kennzahlen, die wir haben, zu deuten.

Das mit dem neuen Steuersystem ist allerdings ebenfalls nur Spekulation ;-)

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2020 15:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:43 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Meine Güte, beruhigen Sie sich. Wenn Sie wissen wollen, was ich sagen will, lesen Sie meine Beiträge. Es ging lediglich darum, daß Kapitalkosten auch bei eigenen Fliegern anfallen, es sei denn sie sind abgezahlt.
Dafür brauche ich Ihre Beiträge nicht zu lesen. Das weiß jeder hier.
Daß die Flugzeuge irgendwann mal "ihm" gehören, spielt keine Rolle, wenn das Unternehmen vorher mangels Liquidität untergeht.
Wenn das Unternehmen nicht untergeht, und dafür werden gerade die Weichen gestellt, macht es einen gewaltigen Unterschied. Ich bin sicher dass CS jetzt keine Flugzeuge verkaufen und im Gegenzug andere leasen wird.
Da gebe ich Ihnen recht - er braucht das nicht zu tun. Wenn allerdings der Staat der LH nicht beispringen würde, wäre sale-and-laese-back das letzte Mittel, das ihm bliebe, um Liquidität zu generieren.
Würde, wäre, bliebe. Passt schon.
Sale and lease-back, damit hat LH schon Erfahrung gemacht Anfang der Neunziger.
Diese Möglichkeit haben natürlich Airlines, die von vornherein mit geleasten Fliegern operieren (oder das wegen eines kurzfristigen Gewinns schon vorher getan haben...), nicht.
Dann hat man bei LH alles richtig gemacht.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:45 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Das mit dem neuen Steuersystem ist allerdings ebenfalls nur Spekulation ;-)
Das ganze Forum hier ist Spekulation. Keiner weiß es genau, auch die Manager nicht. Aber die Steuererhöhungen, insbesondere die MwST, dürften ohne Zweifel kommen.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:46 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)

Sale and lease-back, damit hat LH schon Erfahrung gemacht Anfang der Neunziger.
Diese Möglichkeit haben natürlich Airlines, die von vornherein mit geleasten Fliegern operieren (oder das wegen eines kurzfristigen Gewinns schon vorher getan haben...), nicht.
Dann hat man bei LH alles richtig gemacht.

Da sind wir uns vollkommen einig, sehe ich genauso.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:51 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)
Das mit dem neuen Steuersystem ist allerdings ebenfalls nur Spekulation ;-)
Das ganze Forum hier ist Spekulation. Keiner weiß es genau, auch die Manager nicht. Aber die Steuererhöhungen, insbesondere die MwST, dürften ohne Zweifel kommen.

Auch da gibt es verschiedene Stoßrichtungen - die SPD versucht aktuell, sich damit zu proflieren, aus dem konservativen Lager kamen auch schon Stimmen, die Einkommensteuern eher zu senken, um Kaufkraft zu erhöhen und den Unternehmen nicht die Luft zu nehmen. Mit etwas Fantasie könnte es auf die beiden Denkschulen in der VWL hinauslaufen...

Das Wahlergebnis kann sich bis in anderthalb Jahren noch ändern, und vor allem davon wird abhängen, in welche Richtung es mit dem Steuersystem geht. Vielleicht behalten Sie recht, vielleicht auch nicht.

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2020 15:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:52 Uhr
UserEin Leser dieser..
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User (192 Beiträge)
@ Debaser
@ Stellwerk

Auszug aus dem GB 2019:
"Insgesamt befinden sich rund 86% der Gesamtflotte im
Eigentum, rund 14% sind geleast. Mehr als 87% der Eigentumsflotte der Lufthansa Group sind unbelastet. Gegenüber
dem Leasing ist das Eigentum grundsätzlich kostengünstiger
und gewährt eine höhere Flexibilität. ..."


hier noch der Link dazu:
 https://investor-relations.lufthansagroup.com/fileadmin/downloads/de/finanzberichte/geschaeftsberichte/LH-GB-2019-d.pdf

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2020 15:54 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.04.2020 - 15:57 Uhr
UserDebaser
User (322 Beiträge)
@ Debaser
@ Stellwerk

Auszug aus dem GB 2019:
"Insgesamt befinden sich rund 86% der Gesamtflotte im
Eigentum, rund 14% sind geleast. Mehr als 87% der Eigentumsflotte der Lufthansa Group sind unbelastet. Gegenüber
dem Leasing ist das Eigentum grundsätzlich kostengünstiger
und gewährt eine höhere Flexibilität. ..."


Vielen Dank für die Zahlen! das bedeutet, daß nur für 25% der Flotte Kapitalkosten anfallen, das ist ausgesprochen positiv zu bewerten.
Beitrag vom 27.04.2020 - 16:12 Uhr
UserCharlie-Alpha
User (185 Beiträge)
"Vielen Dank für die Zahlen! das bedeutet, daß nur für 25% der Flotte Kapitalkosten anfallen, das ist ausgesprochen positiv zu bewerten. "

Hat die Sache nicht dafür einen anderen Haken? Ich muss nochmal nachfragen, weil ich nicht ganz verfolgen konnte, welche vorhergehenden Antworten sich auf welche Frage bezogen hatte:
Laufen denn für die anderen 75% noch Finanzierungen oder sind diese Flugzeuge "abgezahlt" (mal bildlich gesprochen)?

Das Problem an solch einer Krise wie jetzt ist doch, dass sich für hauseigene Flugzeuge im Moment keinerlei Abnehmer mehr findet, selbst wenn man sich für den Sale-and-Lease Back entschiede, man sie weit unter dem gedachten Wert übertragen müsste.
Sich so eben nicht mehr immer so einfach liquide Mittel auftun, wie man es sich im Einzelfall ein paar Wochen zuvor vielleicht noch erhoffte (und damit rechnete).

Exakt das Phänomen war doch nach dem 11. September zur erleben, wo das was manch einer auf dem Hof hatte und hoffte noch gut geldbringend platzieren zu können, plötzlich von heute auf morgen nirgendwo mehr gebraucht wurde (oder weit unter Wert). Korrigert mich bitte!
Beitrag vom 27.04.2020 - 16:22 Uhr
UserEin Leser dieser..
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User (192 Beiträge)
Ich muss nochmal nachfragen, weil ich nicht ganz verfolgen konnte, welche vorhergehenden Antworten sich auf welche Frage bezogen hatte:
Laufen denn für die anderen 75% noch Finanzierungen oder sind diese Flugzeuge "abgezahlt" (mal bildlich gesprochen)?
>

Genau kann ich leider auch nicht sagen, also kann ich auch nur spekulieren ;-) :
87% der Eigentumsflotte sind unbelastet. Das ließt sich für mich so, als müsste man für diese Flieger nichts mehr direkt bezahlen.
Es gibt eine Nettoverschuldung von 6,6 Mrd. Diese könnten sich gut auf die ca 80 Maschinen aufteilen, die noch belastet sind.
Beitrag vom 27.04.2020 - 16:37 Uhr
UserEin Leser dieser..
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User (192 Beiträge)

87% der Eigentumsflotte sind unbelastet. Das ließt sich für mich so, als müsste man für diese Flieger nichts mehr direkt bezahlen.
Es gibt eine Nettoverschuldung von 6,6 Mrd. Diese könnten sich gut auf die ca 80 Maschinen aufteilen, die noch belastet sind.

Hier hab ich wohl etwas zu kurz gedacht, es ist wohl doch etwas komplizierter, als die 6,6 Mrd den 80 Fliegern zuzurechnen.
Aber am Ende bleibt es dabei: ca 80 Flieger in der Group belastet und eine Nettokreditverschuldung von 6,6 Mrd.
Beitrag vom 27.04.2020 - 16:57 Uhr
UserEmil Galotti
User (39 Beiträge)
Hallo,

ich habe mich hier jetzt mal angemeldet, um mehr über den Bereich zivile Luftfahrt und die Auswirkungen durch das Corona- Virus zu erfahren. Die Konsequenzen scheinen insbesondere für die Fluglinien und die Flugzeughersteller gravierend zu sein, kein Wunder bei einem erzwungenen Fast- Stillstand.

Zu Condor speziell. Lohnt es sich über eine halbe Milliarde an Hilfsgeldern(inkl. Kaufpreis und erster Hilfskredit) in das Unternehmen zu stecken, das sind bei 4000 Mitarbeitern immerhin über 130 000 Euro pro Kopf?

Würde der Wegfall dieser Linie erhebliche Auswirkungen auf dass Fluggeschehen in Deutschland haben, oder wäre eine Insolvenz mit entsprechender Absicherung der Angestellten, und ein eventueller Neubeginn nicht die bessere Alternative?

Zur Zeit sind regierungsseitig Summen zur Rettung und zur Entschädigung von Ausfällen der gesamten Wirtschaft im Gespräch, dass einem glatt schwindlig werden kann.
Beitrag vom 27.04.2020 - 17:01 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
Ich bin mal gespannt ob Sie der Schwipp-Schwager eines sehr bekannten Kollegen hier sind.
Beitrag vom 27.04.2020 - 17:05 Uhr
UserStellwerk
User (22 Beiträge)
ich habe mich hier jetzt mal angemeldet, um mehr über den Bereich zivile Luftfahrt und die Auswirkungen durch das Corona- Virus zu erfahren. Die Konsequenzen scheinen insbesondere für die Fluglinien und die Flugzeughersteller gravierend zu sein, kein Wunder bei einem erzwungenen Fast- Stillstand.
Das trifft gleichermaßen im Currywurst- oder Dönergewerbe den Punkt.
Zu Condor speziell. Lohnt es sich über eine halbe Milliarde an Hilfsgeldern(inkl. Kaufpreis und erster Hilfskredit) in das Unternehmen zu stecken, das sind bei 4000 Mitarbeitern immerhin über 130 000 Euro pro Kopf?
Stellen Sie sich vor, alle hier sagen: Nein. Und nu?
Würde der Wegfall dieser Linie erhebliche Auswirkungen auf dass Fluggeschehen in Deutschland haben, oder wäre eine Insolvenz mit entsprechender Absicherung der Angestellten, und ein eventueller Neubeginn nicht die bessere Alternative?
Eine Insolvenz mit Absicherung der Angestellten. Nennt sich glaube ich ALG.
Zur Zeit sind regierungsseitig Summen zur Rettung und zur Entschädigung von Ausfällen der gesamten Wirtschaft im Gespräch, dass einem glatt schwindlig werden kann.
Man merkt es.
Beitrag vom 27.04.2020 - 17:21 Uhr
UserEmil Galotti
User (39 Beiträge)
@ Hallo Stellwerk

Obwohl ich einen ausgeprägten Sinn für Humor entwickelt habe, erschließen sich mir Ihre Andeutungen nicht.

Was haben denn Schwager und Currywürste mir meinen Fragen zu tun?

Dann frage ich in leicht veränderter Form noch einmal die Fachleute hier: Macht es in der jetzigen Situation Sinn ein Unternehmen mit 1,7 Milliarden Euro Umsatz und ziemlich alten Flugzeugen für den Langstreckenbereich mit einem derart hohen Betrag zumindest temporär am Leben zu erhalten, und welchen Nutzen hat die Allgemeinheit davon?
Beitrag vom 27.04.2020 - 17:35 Uhr
UserEin Leser dieser..
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User (192 Beiträge)
Ich bin mal gespannt ob Sie der Schwipp-Schwager eines sehr bekannten Kollegen hier sind.

Die Frage stellt sich mir bei dem ein oder anderen genauso.
:-)