Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Baku geht von russischem Treffer auf...

Beitrag 1 - 15 von 17
1 | 2 | « zurück | weiter »
Beitrag vom 26.12.2024 - 20:16 Uhr
Userfliegerschmunz
User (870 Beiträge)
ein neues Beispiel für russischen Staatsterrorismus, aber - man bittet nicht um die Erlaubnis für eine Notlandung, man kündigt sie an und macht sie.
Beitrag vom 26.12.2024 - 21:01 Uhr
UserFRAHAM
User (1260 Beiträge)
Ich bin gegen voreilige Schlüsse. Jedoch scheint sich das ja jetzt derart zu konkretisieren, dass auch andere Staaten und Airlines ihre Konsequenzen ziehen (vergleiche El Al).

Es ist ein Ding, aus einer vielleicht unübersichtlichen Situation heraus ein falsches Ziel zu beschießen. Es sollte nicht vorkommen, aber in Nähe aktiver Handlungen ist das nun mal nicht auszuschließen.

Es ist aber ein "Unding", im Anschluss das Hilfsgesuchen abzulehnen.

man bittet nicht um die Erlaubnis für eine Notlandung, man kündigt sie an und macht sie.

Nach der ersten "freundlichen Begrüßung" würde ich als Pilot eine abgelehnte Notlandung in einem Kampfgebiet auch nicht erzwingen wollen, wenn ich noch weitere Alternativen habe. Und die Alternative Aktau war ja nicht die verkehrteste. Ich spekuliere mal, dass eine Landung an einem der abgelehnten Flugplätze nicht besser verlaufen wäre. Vielleicht muss man froh sein, dass nicht noch die Möglichkeit für weitere Vertuschung besteht.

Dieser Beitrag wurde am 26.12.2024 23:09 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.12.2024 - 22:56 Uhr
UserEricM
User (6885 Beiträge)
Vielleicht muss man froh sein, dass nicht noch die Möglichkeit für weitere Vertuschung besteht.

Stimmt, würde mich nicht wundern, wenn Russland wie bei MH17 auch diesmal wieder versucht, den Abschuss eines zivilen Flugzeugs durch die eigenen Streitkräfte der Ukraine in die Schuhe zu schieben.
Beitrag vom 26.12.2024 - 23:52 Uhr
UserCaptain_S
User (41 Beiträge)
Nach der ersten "freundlichen Begrüßung" würde ich als Pilot eine abgelehnte Notlandung in einem Kampfgebiet auch nicht erzwingen wollen, wenn ich noch weitere Alternativen habe. Und die Alternative Aktau war ja nicht die verkehrteste. Ich spekuliere mal, dass eine Landung an einem der abgelehnten Flugplätze nicht besser verlaufen wäre. Vielleicht muss man froh sein, dass nicht noch die Möglichkeit für weitere Vertuschung besteht.

ich könnte mir denken, dass kurz nach dem Treffer evtl. noch genug Hydraulikdruck vorhanden gewesen wäre um eine sichere Landung an Ort und Stelle durchzuführen.
Ich glaube zwar nicht an Entscheidungen in Echtzeit in der russischen Provinz, aber es drängt sich schon der Gedanke auf, dass man die auf's Meer hat rausfliegen lassen damit dort alle Beweise verschwinden. Pech, dass die Crew es dann doch geschafft hat, die Beweise einer unabhängigeren Ã?ffentlichkeit vor die Füße zu legen...
Beitrag vom 27.12.2024 - 00:49 Uhr
UserNicci72
User (775 Beiträge)
Nach der ersten "freundlichen Begrüßung" würde ich als Pilot eine abgelehnte Notlandung in einem Kampfgebiet auch nicht erzwingen wollen, wenn ich noch weitere Alternativen habe. Und die Alternative Aktau war ja nicht die verkehrteste. Ich spekuliere mal, dass eine Landung an einem der abgelehnten Flugplätze nicht besser verlaufen wäre. Vielleicht muss man froh sein, dass nicht noch die Möglichkeit für weitere Vertuschung besteht.

ich könnte mir denken, dass kurz nach dem Treffer evtl. noch genug Hydraulikdruck vorhanden gewesen wäre um eine sichere Landung an Ort und Stelle durchzuführen.
Ich glaube zwar nicht an Entscheidungen in Echtzeit in der russischen Provinz, aber es drängt sich schon der Gedanke auf, dass man die auf's Meer hat rausfliegen lassen damit dort alle Beweise verschwinden. Pech, dass die Crew es dann doch geschafft hat, die Beweise einer unabhängigeren Ã?ffentlichkeit vor die Füße zu legen...

Wenn sich erhärten sollte, dass man der Maschine in Russland eine Notlandung verweigerte und sie stattdessen auf das Kaspische Meer hinausschickte, dann wird man sich dieses zynischen Gedankens wohl kaum erwehren können. Wäre die Maschine irgendwo unterwegs ins Meer gestürzt, hätte wohl niemand je die Löcher zu Gesicht bekommen.

In diesem Fall hat sich die Digitalisierung und Medialisierung unserer Gegenwart dann doch positiv ausgewirkt. In Zeiten der Sowjetunion hätten irgendwelche finsteren Geheimdienstgestalten den Absturzort sofort hermetisch abgeriegelt, die �berlebenden wären auf Nimmerwiedersehen in Arbeitslagern verschwunden und das wäre es dann gewesen. Hier gab es einen Livestream aus dem noch fliegenden Flugzeug und Echtzeitbilder von Ersthelfern am Absturzort, die sofort viral gingen. Das war dann nicht mehr "einzufangen" und inzwischen ist ziemlich deutlich, was da passiert ist.
Beitrag vom 27.12.2024 - 10:53 Uhr
Usermpilot
User (641 Beiträge)

Es ist ein Ding, aus einer vielleicht unübersichtlichen Situation heraus ein falsches Ziel zu beschießen. Es sollte nicht vorkommen, aber in Nähe aktiver Handlungen ist das nun mal nicht auszuschließen.


Hatten nicht die USA die Tage versehentlich einen eignen Kampfjet abgeschossen ? Die ICAO sollte für solche Krisengebiete viel restriktivere Empfehlungen abgeben. Da weiß man doch nie welcher Idiot versehentlich oder absichtlich auf den Knopf drückt und die Ã?berfluggenehmigungen ignoriert.
Beitrag vom 27.12.2024 - 12:10 Uhr
UserFRAHAM
User (1260 Beiträge)
Hatten nicht die USA die Tage versehentlich einen eignen Kampfjet abgeschossen ?

Das ist korrekt, aber von einem Kampfjet erweartet man schon irgendwie, dass es in Zonen fliegt, die für die zivile Luftfahrt gesperrt sind. Bei einem Linienflug nach meinem Verständnis eher nicht.
Beitrag vom 27.12.2024 - 13:34 Uhr
UserTagesprophet
User (241 Beiträge)
ein neues Beispiel für russischen Staatsterrorismus, aber - man bittet nicht um die Erlaubnis für eine Notlandung, man kündigt sie an und macht sie.

Mein Beileid für die Opfer dieser Tragödie! Es erinnert mich sehr an die Flüge IR655 und S71812. Leider kommen immer wieder unbeteiligte zivile Flugzeuge und deren Passagiere irrtümlicherweise bei Aktivitäten des Militärs zu Schaden.

 https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sibir-Flug_1812
Beitrag vom 27.12.2024 - 13:43 Uhr
UserNicci72
User (775 Beiträge)

Es ist ein Ding, aus einer vielleicht unübersichtlichen Situation heraus ein falsches Ziel zu beschießen. Es sollte nicht vorkommen, aber in Nähe aktiver Handlungen ist das nun mal nicht auszuschließen.


Hatten nicht die USA die Tage versehentlich einen eignen Kampfjet abgeschossen ? Die ICAO sollte für solche Krisengebiete viel restriktivere Empfehlungen abgeben. Da weiß man doch nie welcher Idiot versehentlich oder absichtlich auf den Knopf drückt und die Ã?berfluggenehmigungen ignoriert.

Es geht um zivile Verkehrsmaschinen, die von Flugabwehr abgeschossen wurden. Da gibt es leider eine sehr unerfreulich lange Liste, auch den USA ist das schon einmal passiert: 1988, als die US Navy versehentlich einen A 300 der Iran Air abschoss. Die letzten beiden Ereignisse dieser Art vor diesem aktuellen ereigneten sich 2020: eine B 737-800 der Ukraine International Airlines, die im Iran von Revolutionsgarden abgeschossen wurde, sowie eine E 120 der kenianischen African Express Airways, die in Somalia von äthiopischen Truppen abgeschossen wurde.

Die Luftfahrtbranche - vor allem natürlich die Airlines, die immer noch nach Russland und durch russischen Luftraum fliegen - sollten sich darüber klar werden wie sie mit der Tatsache umgehen wollen, dass dieser Krieg inzwischen nicht mehr nur auf ukrainischem Gebiet stattfindet.
Beitrag vom 27.12.2024 - 13:45 Uhr
Userjared1966
Consultant
User (28 Beiträge)
Generell verstehe ich nicht, wieso in diesen Kampfgebieten überhaupt noch ziviles Gerät umherschwebt.

Seit dem Abschuss der MAS, sicher auch schon vorher, sollte doch Jedem klar sein, dass es eine Verbindung von Mordwaffen und Alkohol gibt. Ob das gemeinsam die Ursache war, ist egal. Das Risiko von unberechenbaren Faktoren ist zu hoch.
Beitrag vom 27.12.2024 - 13:47 Uhr
UserTagesprophet
User (241 Beiträge)
ein neues Beispiel für russischen Staatsterrorismus, aber - man bittet nicht um die Erlaubnis für eine Notlandung, man kündigt sie an und macht sie.

Mein Beileid an die Angehörigen der Opfer dieser Tragödie! Es erinnert mich sehr an die Flüge IR655 und S71812.

 https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sibir-Flug_1812

Leider kommen immer wieder unbeteiligte zivile Flugzeuge und deren Passagiere irrtümlicherweise bei Aktivitäten des Militärs zu Schaden.




Beitrag vom 27.12.2024 - 13:49 Uhr
UserEricM
User (6885 Beiträge)
Da weiß man doch nie welcher Idiot versehentlich oder absichtlich auf den Knopf drückt und die Ã?berfluggenehmigungen ignoriert.

Eine Flugabwehr ist aber immer in der Situation, dass Menschen sterben, wenn keiner den Knopf drückt - oder auch, wenn er nur eine Sekunde zu spät gedrückt wird.
Die arme Sau, die bei diesem Abschuss "den Knopf gedrückt" hat, kann einem auch leid tun.
Das mit "Idiot" abzutun ist zu einfach.

Airlines sollten ihrer Verantwortung für Passagiere und Crews besser dadurch nachkommen, dass Länder, die an aktiven Kriegen teilnehmen, nicht mehr angeflogen werden, auch wenn der Krieg dort "Sonderoperation" genannt wird.

Dieser Beitrag wurde am 27.12.2024 13:51 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.12.2024 - 18:49 Uhr
UserFW 190
User (2321 Beiträge)
Nicht nur nicht angeflogen sonder auch nicht überflogen.
Beitrag vom 28.12.2024 - 01:45 Uhr
UserNicci72
User (775 Beiträge)
Nachfolgend einmal eine Liste der bekanntesten Abschüsse von zivilen Verkehrsmaschinen der letzten ca. vierzig Jahre, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit:

- Korean Airlines 007: 1. September 1983 (B 747-200) => Sowjetunion: 269 Tote
- Iran Air 655: 3. Juli 1988 (A 300B2-200) => US Navy: 290 Tote
- Siberia 1812: 4. Oktober 2001 (TU-154M) => Ukraine: 78 Tote
- Malaysia Airlines 17: 17. Juli 2014 (B 777-200ER) => Russland: 298 Tote
- Ukraine International Airlines 752: 8. Januar 2020 (B 737-800) => Iran: 176 Tote
- African Express Airways 711: 4. Mai 2020 (EMB-120) => Ã"thiopien: 6 Tote
- AZAL 8243: 25. Dezember 2024 (E190E1) => Russland: 38 Tote (nach anderen Angaben: 40).

Solche Abschüsse sind mithin immer wieder vorgekommen und die Dispersität der Ereignisse zeigt, dass sie weder etwas mit Alkoholismus noch mit Staatsterrorismus zu tun haben sondern praktisch ausnahmslos der Situation von militärischen Kampfverbänden in (tatsächlichen, vermeintlichen oder simulierten) Gefechtssituationen geschuldet waren bzw. sind (der Abschuss von KAL 007 erfolgte aufgrund der Verwechslung mit einem US-Spionageflugzeug, der von Siberia 1812 während eines Manövers, der von AEA 711 aufgrund der Verwechslung mit einem Flugzeug islamistischer Milizen). Vor allem der Abschuss von Flug MH 17 hat deshalb den Standard in der Luftfahrtindustrie etabliert, solche "combat zones" von Seiten ziviler Airlines zu meiden.

Was dieser Abschuss zutage gefördert hat und was offenbar vielen zivilen Airlines, die immer noch nach Russland fliegen, bisher nicht bewusst war: Dieser Krieg hat die Grenzen der Ukraine inzwischen überschritten. In den Städten Südrusslands, aber selbst in Moskau sind Luftalarme inzwischen keine Seltenheit mehr - und dann ist dort die Flugabwehr aktiv. Zudem ist die russische Regierung nicht gerade für ihre Transparenz bekannt => NOTAMS sind nicht zuverlässig.

Das macht diesen Abschuss natürlich nicht besser. Aber es wirft für die betreffenden Airlines die Frage auf, ob man in diesen Lufträumen wirklich noch operieren sollte, solange dieser Krieg andauert. AZAL hat jetzt seine Flüge zu den entsprechenden Destinationen gecancelt. Aber die meisten einschlägigen Airlines - von Emirates bis Turkish Airlines, von Air India und Air China bis Ethiopian - fliegen da nach wie vor drüber oder hin und vertrauen offenbar auf ihr Glück. Man kann nur hoffen, dass sie es haben, denn die meisten fliegen mit deutlich größeren Maschinen als diese E190 und haben deutlich mehr Menschen an Bord.

Dieser Beitrag wurde am 28.12.2024 01:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.12.2024 - 08:51 Uhr
UserKosmopolit
User (585 Beiträge)
Nachfolgend einmal eine Liste der bekanntesten Abschüsse von zivilen Verkehrsmaschinen der letzten ca. vierzig Jahre, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit:

- Korean Airlines 007: 1. September 1983 (B 747-200) => Sowjetunion: 269 Tote
- Iran Air 655: 3. Juli 1988 (A 300B2-200) => US Navy: 290 Tote
- Siberia 1812: 4. Oktober 2001 (TU-154M) => Ukraine: 78 Tote
- Malaysia Airlines 17: 17. Juli 2014 (B 777-200ER) => Russland: 298 Tote
- Ukraine International Airlines 752: 8. Januar 2020 (B 737-800) => Iran: 176 Tote
- African Express Airways 711: 4. Mai 2020 (EMB-120) => Ã"thiopien: 6 Tote
- AZAL 8243: 25. Dezember 2024 (E190E1) => Russland: 38 Tote (nach anderen Angaben: 40).

Solche Abschüsse sind mithin immer wieder vorgekommen und die Dispersität der Ereignisse zeigt, dass sie weder etwas mit Alkoholismus noch mit Staatsterrorismus zu tun haben sondern praktisch ausnahmslos der Situation von militärischen Kampfverbänden in (tatsächlichen, vermeintlichen oder simulierten) Gefechtssituationen geschuldet waren bzw. sind (der Abschuss von KAL 007 erfolgte aufgrund der Verwechslung mit einem US-Spionageflugzeug, der von Siberia 1812 während eines Manövers, der von AEA 711 aufgrund der Verwechslung mit einem Flugzeug islamistischer Milizen). Vor allem der Abschuss von Flug MH 17 hat deshalb den Standard in der Luftfahrtindustrie etabliert, solche "combat zones" von Seiten ziviler Airlines zu meiden.

Was dieser Abschuss zutage gefördert hat und was offenbar vielen zivilen Airlines, die immer noch nach Russland fliegen, bisher nicht bewusst war: Dieser Krieg hat die Grenzen der Ukraine inzwischen überschritten. In den Städten Südrusslands, aber selbst in Moskau sind Luftalarme inzwischen keine Seltenheit mehr - und dann ist dort die Flugabwehr aktiv. Zudem ist die russische Regierung nicht gerade für ihre Transparenz bekannt => NOTAMS sind nicht zuverlässig.

Das macht diesen Abschuss natürlich nicht besser. Aber es wirft für die betreffenden Airlines die Frage auf, ob man in diesen Lufträumen wirklich noch operieren sollte, solange dieser Krieg andauert. AZAL hat jetzt seine Flüge zu den entsprechenden Destinationen gecancelt. Aber die meisten einschlägigen Airlines - von Emirates bis Turkish Airlines, von Air India und Air China bis Ethiopian - fliegen da nach wie vor drüber oder hin und vertrauen offenbar auf ihr Glück. Man kann nur hoffen, dass sie es haben, denn die meisten fliegen mit deutlich größeren Maschinen als diese E190 und haben deutlich mehr Menschen an Bord.

Die US Navy hat gerade auch erst zwei eigene F18 abgeschossen.

Nur muss man sich halt hier fragen, wie sowas passieren kann. Der Flieger ist wohl mehrfach angeflogen, keine Ahnung wieso beim 3. Anflug dann die Luftabwehr das Feuer eröffnet.

Was aber klar ist, das man im Nachgang dann die Landung in Dagestan verweigert hat, und der Flieger noch 400km weiter übers Kaspische Meer fliegen musste, das geht einfach garnicht.

MIr sind das auch in ihrer Liste zuviele Fehler der Russen, das kann doch einfach nicht sein.
1 | 2 | « zurück | weiter »