Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Condor-Übernahme durch PGL vor dem Aus

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Beitrag vom 26.03.2020 - 16:21 Uhr
UserGraha
User (71 Beiträge)
Es scheint war zu werden was hier schon einige vermutet oder befürchtet haben. Wahrscheinlich ist nicht genügend Geld in dieser Zeit vorhanden zumal LOT grounded ist und vermutlich Unterstützung benötigt. Wird noch Spannend.
Beitrag vom 26.03.2020 - 17:26 Uhr
Usercontrail55
User (1319 Beiträge)
Ja, das dürfte spannend werden. Wie geht die Regierung damit um, schafft sie einen Präzedenzfall oder nicht. Dann können alle draufspringen, nicht nur Airlines. Wer soll Condor heute noch übernehmen wollen? Jeder wird selbst entlassen müssen, früher oder später, wie will man da den Kauf dieses Untermehmens rechtfertigen wollen? Aus eigener Tasche den Kredit zurückzahlen? Wovon?
Ohne politischen Trick sieht das nicht gut aus.
Beitrag vom 26.03.2020 - 17:43 Uhr
Userichglaubdasnicht
User (356 Beiträge)
War abzusehen. Condor wird beim staatlichen "Unterstützungsprojekt Lufthansa" mit verwurstet. Integration in die Touristik. Neue Flugzeuge sind reichlich vom Konzern bestellt. Piloten mit Rückkehrrecht gibt es auch. Und über die Einschränkung des Wettbewerbes regt sich derzeit niemand auf. CS muss nur ja sagen. Ein Kaufpreis, der die Liquidität netto belastet, fällt nicht an.
Beitrag vom 26.03.2020 - 17:53 Uhr
UserAvokus
User (782 Beiträge)
Wenn eine Alitalia verstaatlicht wird und zum x-ten Mal staatlich unterstützt wird und selbst eine Lufthansa nicht ohne staatliche Hilfe auskommen wird dann darf man die Frage stellen ob man ein bis dato profitables Unternehmen wie Condor über die Wupper gehen lassen sollte.

Durch die jetzige Krise bedingt durch den Coronavirus aber auch schon aufgrund der vorher vorhandenen Überkapazität im Markt wird es durch eine massive Marktbereinigung kommen, bei der der Kuchen erstmal kleiner wird. Dies bedeutet bei allen Marktteilnehmern dass manch älterer Pilot oder Kabinencrewmitarbeiter bereits seinen Fare-well Flug hatte ohne es zu wissen. Auch werden manche geparkte Flieger nur noch zum Verwerter abheben.

Es werden aber wieder bessere Zeiten kommen, in denen die Menschen wieder, wie vorher, in ihre beliebten Urlaubsziele verreisen. Das heißt die Nachfrage bleibt latent vorhanden. Es kann nur keiner sagen wann das wieder der Fall ist.

Ein ansonsten gesundes Unternehmen wie Condor in die Tonne zu klopfen macht da keinen Sinn, zumal die zur Zeit nicht beschäftigten Mitarbeiter so oder so den Staat Geld kosten, genau wie die Mitarbeiter von Lufthansa, TUI, oder kleinere Mitbewerber.

Man kann nur hoffen das in diesen Zeiten nicht das Kind mit dem Bade ausgschüttet wird.

Beitrag vom 26.03.2020 - 18:37 Uhr
Usercontrail55
User (1319 Beiträge)
Wenn eine Alitalia verstaatlicht wird und zum x-ten Mal staatlich unterstützt wird und selbst eine Lufthansa nicht ohne staatliche Hilfe auskommen wird dann darf man die Frage stellen ob man ein bis dato profitables Unternehmen wie Condor über die Wupper gehen lassen sollte.

Durch die jetzige Krise bedingt durch den Coronavirus aber auch schon aufgrund der vorher vorhandenen Überkapazität im Markt wird es durch eine massive Marktbereinigung kommen, bei der der Kuchen erstmal kleiner wird. Dies bedeutet bei allen Marktteilnehmern dass manch älterer Pilot oder Kabinencrewmitarbeiter bereits seinen Fare-well Flug hatte ohne es zu wissen. Auch werden manche geparkte Flieger nur noch zum Verwerter abheben.

Es werden aber wieder bessere Zeiten kommen, in denen die Menschen wieder, wie vorher, in ihre beliebten Urlaubsziele verreisen. Das heißt die Nachfrage bleibt latent vorhanden. Es kann nur keiner sagen wann das wieder der Fall ist.

Ein ansonsten gesundes Unternehmen wie Condor in die Tonne zu klopfen macht da keinen Sinn, zumal die zur Zeit nicht beschäftigten Mitarbeiter so oder so den Staat Geld kosten, genau wie die Mitarbeiter von Lufthansa, TUI, oder kleinere Mitbewerber.

Man kann nur hoffen das in diesen Zeiten nicht das Kind mit dem Bade ausgschüttet wird.

Fragt sich nur, warum die PGL die pumpelgesunde Cashcow nicht mehr will... ?
Beitrag vom 26.03.2020 - 18:49 Uhr
UserGitr
User (2 Beiträge)
Wahrscheinlich weil jetzt in Nachverhandlungen an Staatsgelder gekommen werden kann, von denen man vor Wochen nur träumte. Die Bazooka liegt ja schließlich auf dem Tisch.
Beitrag vom 26.03.2020 - 19:43 Uhr
Usercontrail55
User (1319 Beiträge)
Wahrscheinlich weil jetzt in Nachverhandlungen an Staatsgelder gekommen werden kann, von denen man vor Wochen nur träumte. Die Bazooka liegt ja schließlich auf dem Tisch.
Könnte. Alleine ist man nicht lebensfähig, laut Teckendrup, der Kredit war da zur Überbrückung um einen Partner zu finden. Wenn jetzt der Partner wegbricht, was bleibt dann? Ich möchte nicht in der Haut der Entscheider stecken.
Beitrag vom 26.03.2020 - 19:44 Uhr
UserPropeller45
User (226 Beiträge)
Nach SPIEGEL-Informationen soll die Muttergesellschaft der polnischen Fluglinie Lot, die Condor ursprünglich übernehmen wollte, extreme Forderungen an das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin gerichtet haben. Aus Verhandlungskreisen wird berichtet, dass die Erfüllung dieser Forderungen einer nahezu kompletten Absicherung des Investments gleichkommen würden.

Ein Verhandlungsteilnehmer vermutet gar, dass die Hürden bewusst gewählt worden seien, um aus dem Kaufvertrag wieder herauszukommen. "Wenn man darauf eingehen würde, käme dies einem Verschenken der Condor an ein polnisches Unternehmen gleich", sagte der Insider.

Dahinter steckt die knallharte Politik der PIS-Partei im Zuge der Gleichschaltung. Wir, der große unbeliebte Freund und Nachbar hat entweder in ihrem Sinne zu funktionieren oder die Klappe zu halten.
Beitrag vom 26.03.2020 - 19:49 Uhr
UserPropeller45
User (226 Beiträge)
Wahrscheinlich weil jetzt in Nachverhandlungen an Staatsgelder gekommen werden kann, von denen man vor Wochen nur träumte. Die Bazooka liegt ja schließlich auf dem Tisch.
Könnte. Alleine ist man nicht lebensfähig, laut Teckendrup, der Kredit war da zur Überbrückung um einen Partner zu finden. Wenn jetzt der Partner wegbricht, was bleibt dann? Ich möchte nicht in der Haut der Entscheider stecken.

Da ist der Condor ganz übel mitgespielt worden, unabhängig von Corona. Ganz fieser Umgang mit den Beschäftigten.

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2020 19:50 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.03.2020 - 20:29 Uhr
Usermarbu
User (275 Beiträge)
Nach SPIEGEL-Informationen soll die Muttergesellschaft der polnischen Fluglinie Lot, die Condor ursprünglich übernehmen wollte, extreme Forderungen an das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin gerichtet haben. Aus Verhandlungskreisen wird berichtet, dass die Erfüllung dieser Forderungen einer nahezu kompletten Absicherung des Investments gleichkommen würden.

Ein Verhandlungsteilnehmer vermutet gar, dass die Hürden bewusst gewählt worden seien, um aus dem Kaufvertrag wieder herauszukommen. "Wenn man darauf eingehen würde, käme dies einem Verschenken der Condor an ein polnisches Unternehmen gleich", sagte der Insider.

Dahinter steckt die knallharte Politik der PIS-Partei im Zuge der Gleichschaltung. Wir, der große unbeliebte Freund und Nachbar hat entweder in ihrem Sinne zu funktionieren oder die Klappe zu halten.

So kennt man Polen doch aus der EU. Immer nur die Hand aufhalten aber nichts leisten wollen. Wird Zeit den Nachbarn endlich rauszuwerfen oder wieder auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit zu bringen, anstatt weiter die sozialen Geschenke der PiS zu finanzieren
Beitrag vom 26.03.2020 - 21:56 Uhr
UserLP
User (269 Beiträge)
Vielleicht spielt die jetzige Krise auch eine Rolle, allerdings waren die Aussagen der polnischen Seite schon zur Verkündung der Übernahme viel zu blumig und marktschreierisch um wahr zu sein.
Ob jetzt die Lufthansa an Condor Interesse hat, kann ich nicht sagen. Allerdings hat man jetzt ernstere Probleme, als diese Nischenfluggesellschaft zu übernehmen.
Ich glaube wohl: das war es für Condor!
Beitrag vom 26.03.2020 - 22:24 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (400 Beiträge)
Vielleicht spielt die jetzige Krise auch eine Rolle, allerdings waren die Aussagen der polnischen Seite schon zur Verkündung der Übernahme viel zu blumig und marktschreierisch um wahr zu sein.
Ob jetzt die Lufthansa an Condor Interesse hat, kann ich nicht sagen. Allerdings hat man jetzt ernstere Probleme, als diese Nischenfluggesellschaft zu übernehmen.
Ich glaube wohl: das war es für Condor!

Machen wir uns da auch nichts vor: Wenn die LH jetzt die Condor übernimmt, dann nur aus sehr viel Wohlwollen. Einen Grund gibt es dafür jetzt nicht mehr. Es werden zahlreiche Slots frei werden, zahlreiche Flieger in der nahen und mittleren Zukunft nicht mehr abheben und massenhaft Personal auf dem Arbeitsmarkt landen. Da wäre es total unsinnig sich jetzt so einen Klotz ans Bein zu binden.

So leid es mir tut, aber für ich hat Condor keine Zukunft mehr...schon vor der Krise gerade so profitabel (und dann auch noch ohne Invests), in der Krise geht nichts und bis sich der touristische Markt erholt hat, wird es noch länger dauern als der normale Linienflug....

Tut mir leid, aber auch da sollte sich auch der Staat raushalten, sonst haben wir hier bald eine Alitalia in Deutschland. Auf absehbare Zeit wird es keinen neuen Investor geben, Geld wird aber immer mehr und mehr gebraucht....
Beitrag vom 27.03.2020 - 07:16 Uhr
Usercontrail55
User (1319 Beiträge)
Vielleicht spielt die jetzige Krise auch eine Rolle, allerdings waren die Aussagen der polnischen Seite schon zur Verkündung der Übernahme viel zu blumig und marktschreierisch um wahr zu sein.
Ob jetzt die Lufthansa an Condor Interesse hat, kann ich nicht sagen. Allerdings hat man jetzt ernstere Probleme, als diese Nischenfluggesellschaft zu übernehmen.
Ich glaube wohl: das war es für Condor!

Machen wir uns da auch nichts vor: Wenn die LH jetzt die Condor übernimmt, dann nur aus sehr viel Wohlwollen. Einen Grund gibt es dafür jetzt nicht mehr. Es werden zahlreiche Slots frei werden, zahlreiche Flieger in der nahen und mittleren Zukunft nicht mehr abheben und massenhaft Personal auf dem Arbeitsmarkt landen. Da wäre es total unsinnig sich jetzt so einen Klotz ans Bein zu binden.
Das dürfte auch mit Wohlwollen nicht gehen. Die Kurzarbeit geht zunächst bis Ende des Jahres und bis dahin wird das Volumen nicht auf dem alten Niveau sein. Man wird mehr wissen, aber es ist gut möglich, dass man dann zu viel Personal an Bord hat. Jetzt noch zusätzliches Condor Personal um das man sich kümmern müsste? Das lässt sich niemanden im Konzern vermitteln. So bliebe Volumen, dass man dann selbst besetzen könnte, sollte sich der Bedarf entwickeln.
Slots wird es geben, oder man hat bereits selbst genug. MIt Eröffnung T3 gäbe es ohnehin wieder welche. Flugzeuge hat man auch genug. Macht also keinen Sinn.
So leid es mir tut, aber für ich hat Condor keine Zukunft mehr...schon vor der Krise gerade so profitabel (und dann auch noch ohne Invests), in der Krise geht nichts und bis sich der touristische Markt erholt hat, wird es noch länger dauern als der normale Linienflug....
Kann sein, ist aber spekulativ. Es stehen jedoch schon genug andere in den Starlöchern die in jede Lücke reinstoßen, die sich bietet. Auch genug mit Geld im Rücken.
Tut mir leid, aber auch da sollte sich auch der Staat raushalten, sonst haben wir hier bald eine Alitalia in Deutschland. Auf absehbare Zeit wird es keinen neuen Investor geben, Geld wird aber immer mehr und mehr gebraucht....
Sehe ich ähnlich. Das Problem für die Regierung wird sein zu entscheiden, worein stecke ich Geld, worein nicht. Alle aber individuell, alle mit Gießkanne oder nur in die mit gesundem Hintergrund und Potential?
Beitrag vom 27.03.2020 - 08:49 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (400 Beiträge)

Kann sein, ist aber spekulativ. Es stehen jedoch schon genug andere in den Starlöchern die in jede Lücke reinstoßen, die sich bietet. Auch genug mit Geld im Rücken.

Ich würde es mal begründete Spekulation nennen ;-)
Letztendlich muss man sich doch fragen, wer fliegt denn dieses Jahr dann noch in den Urlaub? Sicher, je nachdem wann das alles wieder möglich ist, die, die schon gebucht haben. Aber wird es auch noch Neubuchungen geben? Das bezweifle ich...erstmal muss das Vertrauen in das Reisen zurück kommen, dann müssen die Destinationen verfügbar sein und dann auch noch das Geld. Es wird zahlreiche neue Arbeitslose geben, es gibt sehr viel Kurzarbeit. Beides sorgt dafür, dass die Leute nicht direkt nach der Krise wieder neue Urlaube buchen werden. Zudem werden jetzt gerade Überstundenkonten abgebaut und Urlaube genommen/vorgezogen. Am Ende haben also selbst die, die sich den Urlaub noch leisten könnten und einen Job haben, gar nicht mehr dasselbe Urlaubspolster wie normal, da alles vorgezogen wurden.
Von daher kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass sich der Reisemarkt dieses Jahr so stark erholen wird, dass eine Condor dieses oder nächstes Jahr wieder auf ihren kleinen Profit von vor der Krise kommt.
Die von Ihnen angesprochene Konkurrenz kommt dann noch dazu.

Sehe ich ähnlich. Das Problem für die Regierung wird sein zu entscheiden, worein stecke ich Geld, worein nicht. Alle aber individuell, alle mit Gießkanne oder nur in die mit gesundem Hintergrund und Potential?

Ich fürchte ja fast, dass die Regierung da jetzt in alle möglichen Firmen Geld pumpen wird....Meine SChwester arbeitet im Geschäftskundenbereich einer großen deutschen Bank und die meinte schon: Wie sollen wir den ganzen Unternehmen jetzt Kredite geben, die vor der Krise nur gerade so Gewinn erzielt haben? Die werden niemals in der Lage sein dieses Geld nach der Krise zurückzuzahlen.

Oder wie sagte, ich glaube es war der Tim Mälzer: Was bringt mir eine Stundung der Miete, ich verkaufe ja nach der Krise nicht doppelt so viele Schnitzel, nur weil ich jetzt keine mehr verkaufe.
Beitrag vom 27.03.2020 - 09:11 Uhr
Usercontrail55
User (1319 Beiträge)
Danke, genau das beschreibt das Problem.
Wenn sie (Regierung) jetzt ein eher kritisch aufgestelltes Unternehmen stützen, welche Welle treten sie damit los? So wie Ihre Schwester werden das alle Ökonomen sehen, ganz unabhängig von der Branche. Lässt man die Schwachen sterben und den Bedarf durch die, dann gestützten, Starken abdecken um in Zukunft solider aufgestellt zu sein? Oder stützt man auch die, die eigentlich keine Chance haben und verteilt damit, teuer, das Sterben über einen längeren Zeitraum? Dazu kämen ja im Fall Condor noch die Auflagen der EU, zum laufenden Kredit. Spannden Fragen.

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2020 09:31 Uhr bearbeitet.
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