Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / FAA verschärft Trainingsanforderung...

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Beitrag vom 02.03.2020 - 10:37 Uhr
Userdidigolf
User (353 Beiträge)
Soviel zu denen, die bei beiden 737MAX Crashes behaupteten, dass gut ausgebildete Crews von renommierten Fluggesellschaften diese verhindert hätten.
Hier wurden Crews von den US3 vorbereitet, wussten was auf sie zukommt und hatten trotzdem grosse Probleme im SIM!
Ich hatte schon früher geschrieben, dass alleine ein unreliable airspeed schon eine sehr unangenehme Situation für jede Crew bedeutet und eine ellenlange Checkliste abgearbeitet werden muss, das ganze in noch geringer Höhe.
Wenn das dann noch in marginalem Wetter passiert und final ein System (MCAS) den Flieger in den Boden trimmt, was kaum einer kennt, dann wird halt extrem schwierig damit fertig zu werden.
Beitrag vom 02.03.2020 - 11:42 Uhr
Usertriangolum
User (163 Beiträge)
Ganz davon abgesehen, dass hier ja die "besseren" Piloten im Sim saßen, ist das schon ein sehr kritisches Zeichen wenn so viele Fehler bereits im Sim Auftreten.

Da kann doch niemand wirklich ernsthaft sich wohl fühlen so ein Flugzeug fliegen zu wollen oder müssen.

Jede Fluglinie müsste schon aus Eigennutz die MAX meiden. Warum sich solch einem Risiko aussetzen wenn der Mitbewerber ein Flugzeug hat was einfach besser zu fliegen ist auch bei Notsituation?

Nur weil die MAX eventuell Sau günstig geworden ist? Da dürfte jeder Absturz zum Alptraum werden und keiner kann sagen, er hätte es nicht wissen können.
Beitrag vom 02.03.2020 - 13:58 Uhr
UserKranich
User (397 Beiträge)
Man muss sich nochmals klar machen, dass das hier beschriebene Simulatortraining schon mit der neuen Steuerungssoftware für das MCAS System durchgeführt wurde, und trotzdem diese Probleme.
Das heißt erstens, dass die Schuldzuweisungen von Boing an die Airlines über schlecht ausgebildete Piloten als Ursache der Abstürze nun der Lüge überführt wurden.
Das heißt aber auch zweitens, dass selbst gut ausgebildete Piloten diese Maschine nicht sicher fliegen können.
In der Konsequenz bedeutet es, dass nur wenige „Superpiloten“ in der Lage sein werden, in kritischen Situationen die 737 Max sicher zu fliegen, die große Zahl guter Piloten werden an ihre Grenzen kommen mit möglicherweise fatalen Folgen für Menschen und Flugzeug.
Wer will mit solch einem Flugzeug noch eine Reise antreten, spätestens jetzt müßte man das Projekt, die 737 Max nur mit Software Updates zu retten, beenden.

Beitrag vom 02.03.2020 - 13:59 Uhr
Userfbwlaie
User (4386 Beiträge)
Langsam dürfte auch Calhoun merken, wie sehr die Aufsichtsratmitglieder den Slogan "Safety first" nur auf den Aktienkurs bezogen haben bzw. beziehen sollten.
Wie konnte ein so wichtiges Prgramm wie die 737 so in den Sand gesetzt werden, ohne dass es die kompetenten Aufsichsratmitglieder bemerken konnten.
Bei Boeings ach so tollen Ingenieuren hätte soetwas doch gar nicht passieren können.
VW lässt grüssen...
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:03 Uhr
UserFW 190
User (1696 Beiträge)

Wie konnte ein so wichtiges Prgramm wie die 737 so in den Sand gesetzt werden, ohne dass es die kompetenten Aufsichsratmitglieder bemerken konnten.

Diesen Satz habe ich als Satire verstanden.

Bei Boeings ach so tollen Ingenieuren hätte soetwas doch gar nicht passieren können.

Ja, die Alten sind weg und die Jungen können sich gegen die Erbsernzähler nicht behaupten - oder sie sind nicht mehr so toll. Rätsel!
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:15 Uhr
UserNicci72
User (395 Beiträge)
Man muss sich nochmals klar machen, dass das hier beschriebene Simulatortraining schon mit der neuen Steuerungssoftware für das MCAS System durchgeführt wurde, und trotzdem diese Probleme.
Das heißt erstens, dass die Schuldzuweisungen von Boing an die Airlines über schlecht ausgebildete Piloten als Ursache der Abstürze nun der Lüge überführt wurden.
Das heißt aber auch zweitens, dass selbst gut ausgebildete Piloten diese Maschine nicht sicher fliegen können.
In der Konsequenz bedeutet es, dass nur wenige „Superpiloten“ in der Lage sein werden, in kritischen Situationen die 737 Max sicher zu fliegen, die große Zahl guter Piloten werden an ihre Grenzen kommen mit möglicherweise fatalen Folgen für Menschen und Flugzeug.
Wer will mit solch einem Flugzeug noch eine Reise antreten, spätestens jetzt müßte man das Projekt, die 737 Max nur mit Software Updates zu retten, beenden.


Das ist in der Tat der entscheidende Punkt, den Sie hier ansprechen: Hier handelt es sich um die neue Steuerungssoftware! In der Tat fragt sich, inwieweit den Hardware-Problemen dieses Flugzeugs mit Software-Lösungen beizukommen ist. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen, dass sich die Boeing-Zivilluftfahrtsparte derzeit mit dem Verkauf von "Dreamlinern" über Wasser hält, etwas, was kein Dauerzustand sein kann, und dass Zulieferer bereits jetzt massive Probleme haben und dringend auf ein baldiges Wiederanlaufen des Programms angewiesen sind. Leider ist deshalb wohl davon auszugehen, dass man die Wiederzulassung der 737 MAX nur von einem "noch besseren" Pilotentraining abhängig macht wie im Artikel ja auch bereits angedeutet. Man kann unter diesen Umständen nur das Beste hoffen. Eines sollte den Beteiligten bei Boeing und FAA hoffentlich klar sein: Wenn nach der ganzen Grounding-Zeit und einer dann letztendlich erfolgten Wiederzulassung eine 737 MAX ein drittes Mal aus systemischen Gründen crasht mit wiederum 150 bis 190 Toten, dann war es das mit großer Wahrscheinlichkeit für die MAX. Jedenfalls außerhalb der USA. Das sollte man eigentlich nicht riskieren.

Dieser Beitrag wurde am 02.03.2020 15:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:27 Uhr
UserNicci72
User (395 Beiträge)

Wie konnte ein so wichtiges Prgramm wie die 737 so in den Sand gesetzt werden, ohne dass es die kompetenten Aufsichsratmitglieder bemerken konnten.

Diesen Satz habe ich als Satire verstanden.

Bei Boeings ach so tollen Ingenieuren hätte soetwas doch gar nicht passieren können.

Ja, die Alten sind weg und die Jungen können sich gegen die Erbsernzähler nicht behaupten - oder sie sind nicht mehr so toll. Rätsel!

Die kompetenten Aufsichtsratsmitglieder haben sich (und noch 2019) Jahr für Jahr über Riesen-Dividenden in Milliardenhöhe per annum freuen können. Der jetzige CEO ist ein bei Jack Welch geschulter Experte für Kostenmanagement, der über Jahre sehr erfolgreich darin war, als Aufsichtsrat dafür zu sorgen, dass Kosten soweit gedrückt und Erlöse soweit maximiert wurden, dass tatsächlich Summen in enormer Größenordnung aus dem Unternehmen herausgepresst werden konnten. Deshalb hat die Boeing-Aktie in den letzten Jahren ja auch so enorm an Wert gewonnen und die Airbus-Aktie weit abgehängt. Nur die PR von Dennis Muilenburg war im letzten Jahr suboptimal für die Shareholder. Deshalb wurde er ausgewechselt. Wir haben es hier leider mit Finanzjongleuren zu tun, denen Technik und Ingenieurswesen herzlich egal sind. Die Personalwahl bei der Muilenburg-Nachfolge sagt einiges über ihre Erwartungshaltung aus. Darum: Ja, die Aufsichtsratsmitglieder von Boeing sind ganz satirefrei kompetent. Auf ihrem Gebiet.

Dieser Beitrag wurde am 02.03.2020 15:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:34 Uhr
UserNicci72
User (395 Beiträge)
Langsam dürfte auch Calhoun merken, wie sehr die Aufsichtsratmitglieder den Slogan "Safety first" nur auf den Aktienkurs bezogen haben bzw. beziehen sollten.
Wie konnte ein so wichtiges Prgramm wie die 737 so in den Sand gesetzt werden, ohne dass es die kompetenten Aufsichsratmitglieder bemerken konnten.
Bei Boeings ach so tollen Ingenieuren hätte soetwas doch gar nicht passieren können.
VW lässt grüssen...

Calhoun war Vorsitzender des Aufsichtsrats bevor er in Nachfolge von Muilenburg CEO wurde.
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:38 Uhr
UserPLANEtruth
FQTV ex SEN CC-Lover Globetrotter Selbstzahlen
User (544 Beiträge)
Langsam dürfte auch Calhoun merken, wie sehr die Aufsichtsratmitglieder den Slogan "Safety first" nur auf den Aktienkurs bezogen haben bzw. beziehen sollten.

Bei Boeings ach so tollen Ingenieuren hätte soetwas doch gar nicht passieren können.
VW lässt grüssen...

DER WAR GUT!! ... und passend in jeder Hinsicht.
Hoffentlich lernt jeder daraus fuer die Zukunft, aber wie saget ein altes Sprichwort . . . : Drum pruefe, wer sich ewig bindet . . . vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:47 Uhr
UserNicci72
User (395 Beiträge)
Ganz davon abgesehen, dass hier ja die "besseren" Piloten im Sim saßen, ist das schon ein sehr kritisches Zeichen wenn so viele Fehler bereits im Sim Auftreten.

Da kann doch niemand wirklich ernsthaft sich wohl fühlen so ein Flugzeug fliegen zu wollen oder müssen.

Jede Fluglinie müsste schon aus Eigennutz die MAX meiden. Warum sich solch einem Risiko aussetzen wenn der Mitbewerber ein Flugzeug hat was einfach besser zu fliegen ist auch bei Notsituation?

Nur weil die MAX eventuell Sau günstig geworden ist? Da dürfte jeder Absturz zum Alptraum werden und keiner kann sagen, er hätte es nicht wissen können.

Sie haben diesbezüglich in allem völlig recht. Nachvollziehen kann ich ein - einstweiliges - Festhalten an der MAX noch, wenn es um Airlines geht, die bisher eine reine Boeing-Flottenpolitik betrieben haben: Sich jetzt bei Airbus in der Warteschlange für A 320 hinten anzustellen würde bedeuten, sich auf eine Auslieferungszeit gefasst machen zu müssen, die deutlich mit dem für einen Trabbi zu DDR-Zeiten konkurrieren könnte. Solange es geht wird man bei solchen Airlines wohl darauf hoffen, dass es mit der MAX doch noch irgendwie gut wird. Man braucht sich ja nur einmal vorzustellen, was ein solcher "Flotten-Switch" für ein Unternehmen wie Southwest bedeuten würde.
Nicht nachvollziehen kann ich es bei Topmanagern wie Willie Walsh, die ausgerechnet jetzt wie bei BA und Vueling bestehende Airbus-Flotten auf die MAX umrüsten wollen. Da interessiert außer Geld wohl wirklich nichts mehr - und es wird mit großer Selbstverständlichkeit davon ausgegangen, dass der eventuelle nächste Absturz schon nicht das eigene Unternehmen treffen wird.
Beitrag vom 02.03.2020 - 15:55 Uhr
UserPropeller45
User (249 Beiträge)
Je mehr die FAA sich nachträglich mit der MAX vertraut machen darf, desto umfangreicher werden die Forderungen an Boeing eine MAX flugtauglich herzustellen.
Alleine die in diesem Artikel enthaltene Aufzählung der Bedingungen werden, wenn denn alles nachgearbeitet werden muss, noch viel Zeit erfordern.

 https://www.seattletimes.com/business/boeing-aerospace/delays-in-737-max-certification-flight-may-push-off-boeings-goal-to-win-approval-by-mid-summer/

Nach viel Handarbeit tritt ein weiteres Problem auf:

 https://www.seattletimes.com/business/boeing-aerospace/faa-directive-requires-boeing-to-inspect-and-fix-a-manufacturing-defect-on-all-737-maxs/

Beitrag vom 02.03.2020 - 17:38 Uhr
UserLP
User (352 Beiträge)
Ich bleibe dabei: weg mit dem Ding!
Beitrag vom 02.03.2020 - 18:43 Uhr
UserFW 190
User (1696 Beiträge)
Soviel zu denen, die bei beiden 737MAX Crashes behaupteten, dass gut ausgebildete Crews von renommierten Fluggesellschaften diese verhindert hätten.
Hier wurden Crews von den US3 vorbereitet, wussten was auf sie zukommt und hatten trotzdem grosse Probleme im SIM!

Die wenigen, 2-3 hier bei uns im Forum, sind auch schon lange verstummt. Die MAX ist doch wohl eine andere Nummert als die NG.
Beitrag vom 02.03.2020 - 19:14 Uhr
UserNeilArmstrong
User (422 Beiträge)
Bei Boeings ach so tollen Ingenieuren hätte soetwas doch gar nicht passieren können.

Ja, die Alten sind weg und die Jungen können sich gegen die Erbsernzähler nicht behaupten - oder sie sind nicht mehr so toll. Rätsel!


Das Ganze zeigt nur die Wichtigkeit und Richtigkeit des Satzes: "Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser". Es sind weder Erbsenzähler, etc. (immerhin haben alle über Jahrzehnte hinweg die Funktionsfähigkeit der Systeme bewiesen) sondern das Mißachten der Systeme mit Lobhudelei, Schönrederei, Beschwichtigung, etc., wenn andere die Kontrollen des Systems durchführen möchten. So war es auch bei VW. Der Hersteller übernahm die Funktion der Prüfinstanz, welche früher (weshalb wohl?) eingerichtet wurden.

Es ist ein fundamentales Problem unserer Zeit, wo Kritik als Beleidigung empfunden wird, denn alle sollen gleich sein und gleichberechtigt. Ist es aber nicht. Jeder Mensch ist anders und das erkennt man sehr einfach an der DNS, welche jeden Menschen als einzgartig indentifiziert. Das sogar noch ohne individuelle Prägungen.

Selbiges ist gerade bei den Menschen zu finden, die es doch nur gut meinen. Aber gut gemeint war und ist immer schlecht gemacht. Es wird Zeit, daß gerade diese Leute wieder verstehen, weshalb Kritik immer notwendig ist. Kritik ist nie zwangsweise negativ, sie kann auch positiv sein, aber sie muß immer sein. Vergleichen Sie nochmal das Interview mit Ex-LH Vorstand Weber - vor kurzem hier bei aero. Vielleicht wird es dann auch luftfahrttechnisch verständlicher.

Die Hauptlast trägt für mich eine FAA, welche in ihrer Aufgabe als unabhängige Kontrollinstitution versagte.

Dieser Beitrag wurde am 02.03.2020 19:18 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.03.2020 - 19:28 Uhr
UserNeilArmstrong
User (422 Beiträge)
Ich bleibe dabei: weg mit dem Ding!

Das ist sicherlich richtig, aber es muß wohl eine Übergangslösung geben. Es müßte jetzt die Ankündigung von Boeing geben, mit der Kostruktion eines komplett neuen Nachfolgemodells begonnen zu haben! Kosten hin - Erträge her. Betriebswirtschaftlich wird sich das sicher stemmen lassen und auch das Vertrauen in die Boeingflugzeuge wieder herstellen.
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