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Beitrag vom 15.05.2019 - 09:40 Uhr
UserAvokus
User (698 Beiträge)
Diese Erfahrung werden noch mehr Airlines machen. Wenn die Geschäftsmodelle so stark auf Low Cost ausgerichtet sind und das ganze Programm mit heißer Nadel auf Kante genäht ist, und ohnehin die Margen niedrig pro Ticket liegen, müssen Kostensteigerungen und Nachfrageschwächen deutlich auf das Ergebnis durchschlagen. Als vertikal integrierter Konzern wird es TUI möglicherweise nicht ganz so hart treffen wie reine Airlines mit hybriden Geschäftsmodellen oder solchen die im klassischen Charter unterwegs sind. Dennoch wird man sich einige blaue Flecken und Augen holen in einem Jahr, dass vielleicht vorerst als das letzte der Guten zählen wird. Es könnte jedoch auch anders kommen, wie seinerzeit die LTU Gruppe lernen musste. In einem aufstrebenden Markt ist es gut eigene Kapazitäten zu haben, im Downturn wirkt es jedoch eher als Nachteil, da die Produktionskosten höher liegen als wenn man sie extern zukaufen müsste, aufgrund der entstehenden Überkapazität im Markt.

Bei der Konkurrenz ist der Abverkauf der Airline Sparte bei Thomas Cook vor diesem Hintergrund ein kluger Schachzug, denn im kommenden Jahr wird man als Veranstalter Sitze günstiger einkaufen können als sie selbst zu produzieren. Nach dreißig Jahren in dem Business ist es nicht das erste Mal das es so kommt. Diesmal nur viel größer und mit all den negativen Auswirkungen für Arbeitsplätze hier und dort. Auch die Diskussion um das Klima und ihre Auswirkungen auf das Reiseverhalten sind da noch nicht mal eingepreist, geschweige denn wie es bei Boeing weitergeht. Als Vorreiter im vorauseilenden Gehorsam wird gerade Deutschland wieder stark am eigenen Ast sägen auf dem man sitzt, was unser Aviationbranche erheblich zusetzen wird und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Dieser Beitrag wurde am 15.05.2019 09:59 Uhr bearbeitet.