Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Lufthansa will Gewinn um 50 Prozent ...

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Beitrag vom 23.08.2019 - 11:17 Uhr
UserChrisB
User (17 Beiträge)
Mit Verlaub gesagt aber mich ko.. zt dieses immer gleiche Verhalten einfach nur noch an. Wir reden hier von einem operativen Gewinn von >2Milliarden und der Hals ist immer noch nicht voll genug. Was ist eigentlich die Aufgabe eines Managers geworden? Eine Firma gut auch durch schwere Zeiten zu bringen und das ganze ehrvoll und lohnenswert für diejenigen, die effektiv das Geld einbringen (fliegendes Personal) oder sind Manager nur noch dazu da, die größtmöglichen Einsparungen und Lücken zu treffen und noch mehr Arbeitnehmerrechte zu beschneiden, Out zu sourcen und nach dem billigsten zu suchen, in Kauf nehmend das Qualität und das Gefühl für eine Firmenzugehörigkeit gänzlich verschwindet? Was sollen diese ganzen dummen Spielereien? Reicht es nicht irgendwann einmal? Vergessen diese Menschen denn komplett das nicht sie das Geld bringen sondern all jene, die da draußen arbeiten und deren Einkommen und Rechte immer weiter beschnitten werden? Wie dumm muss man sein?
Beitrag vom 23.08.2019 - 11:28 Uhr
UserAviaticus
User (346 Beiträge)
... Bravo, mein Tenor seit ich Geld verdient habe. Wir sind leider alle verblendet worden nach Gier und Geiz. Wer ist daran Schuld. Ich mag es zu wissen, aber laut sagen, das ist eine andere Sache. Orwell 1984 ...
Beitrag vom 23.08.2019 - 12:17 Uhr
User4UPilot
User (214 Beiträge)
"Bisher galt ein Ebit von 2 Milliarden als zufriedenstellend, heißt es unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Aktie legte auf die Nachricht hin zu und liegt 2,2 Prozent im Plus."

Sehr gut! Jetzt muss Spohr nur noch liefern, sonst liegt die Aktie bald wieder um 5% im Minus.

Im Übrigen legen gerade alle Aktien zu, wie rechts zu sehen ist.
Beitrag vom 23.08.2019 - 12:24 Uhr
UserA320Fam
User (789 Beiträge)
... die effektiv das Geld einbringen (fliegendes Personal) ...

Ja genau...
Beitrag vom 23.08.2019 - 12:45 Uhr
UserMuck
User (265 Beiträge)
Was ist eigentlich die Aufgabe eines Managers geworden? Eine Firma gut auch durch schwere Zeiten zu bringen und das ganze ehrvoll und lohnenswert für diejenigen, die effektiv das Geld einbringen (fliegendes Personal) oder ...

Ganz klar "oder". Die Aufgabe des Vorstandes einer Aktiengesellschaft ist im Aktiengesetz beschrieben und nicht in einem Fliegendes-Personal-Belohnungs-Gesetz.

Außerdem vergisst Du bei Deiner rumk***rei, dass es nicht nur das fliegende Personal ist, dass das Geld verdient.
Beitrag vom 23.08.2019 - 13:03 Uhr
UserDASH6@
User (33 Beiträge)
Chris B schreibt: .....Was ist eigentlich die Aufgabe eines Managers geworden?

Die Aufgaben des Vorstandes werden im Aktiengesetz grundsätzlich vorgegeben und dann vom Aufsichtsrat definiert und ist der Vorstand dem Aufsichtsrat verpflichtet. D.h.i.d.R. Gewinnmaximierung und größtmögliche finanzielle Ausschüttungen an die Aktionäre. Gleichzeitig erhöht sich dadurch auch die Boni-Zahlung an die Vorstandsmitglieder.

Angestellte Mitarbeiter werden aus kaufmännischer Sicht als "Kostenfaktor" definiert, der so klein wie es nur irgendwie geht, gehalten werden soll. Und die Handlungsweise des LH-Vorstandes setzt dies einfach um, ohne Rücksicht auf Interessen der Betroffenen.
Beitrag vom 23.08.2019 - 13:55 Uhr
UserRunway
User (2626 Beiträge)
Was man möchte und was man kann sind oft zweierlei. Verhältnise wie bei Ryanair & Co. halte ich auch für verwerflich. Doch eines muss mal klar herausgestellt werden, die Wähler haben sich für die soziale Marktwirtschaft entschieden mit all seinen daraus resultierenden Chancen und Problemen.

Der Sozialismus ist in manchen Bereich etwas gerechter aber nicht in der Lage die Erträge zu erwirtschaften die er ständig zu verteilen sucht. Die DDR hat am Schluß nur noch auf Verschleiß überlebt. Wohnungen, Straßen,Betriebe, Versorgung und Umwelt waren in einem heute kaum noch vorstelbarem Zustand und was in Venezuela und Kuba spricht für sich.

Unser System basiert darauf das Arbeitnehmer von Unternehmen zur Erfüllung ihrer Geschäfte benötigt und bezahlt werden. Nur für sein bezauberndes Lächeln und die schönen blauen Augen wird niemand angestellt. Nun ja, fast niemand.

Dazwischen einen Ausgleich zu schaffen haben die Gewerkschaften im ganzen gut hinbekommen. Nun hat die Globalisierung mit viel niedrigeren Löhnen selbst im umliegenden Ausland manche Unternehmen ziemlich in Druck gebracht. Es ist daher nicht verwerflich wenn LH versucht sich für den zunehmenden Wettbewerb zu rüsten. Eine Grenze bis zu der ein Gewinn richtig ist gibt es dabei nicht.
Beitrag vom 23.08.2019 - 13:57 Uhr
Usergordon
User (1606 Beiträge)


Außerdem vergisst Du bei Deiner rumk***rei, dass es nicht nur das fliegende Personal ist, dass das Geld verdient.

Es zeigt aber sehr schön das arrogante Selbstverständnis einer ganz bestimmten Berufsgruppe.
Beitrag vom 23.08.2019 - 14:05 Uhr
UserEricM
User (1528 Beiträge)
Chris B schreibt: .....Was ist eigentlich die Aufgabe eines Managers geworden?

Die Aufgaben des Vorstandes werden im Aktiengesetz grundsätzlich vorgegeben und dann vom Aufsichtsrat definiert und ist der Vorstand dem Aufsichtsrat verpflichtet. D.h.i.d.R. Gewinnmaximierung und größtmögliche finanzielle Ausschüttungen an die Aktionäre. Gleichzeitig erhöht sich dadurch auch die Boni-Zahlung an die Vorstandsmitglieder.

Angestellte Mitarbeiter werden aus kaufmännischer Sicht als "Kostenfaktor" definiert, der so klein wie es nur irgendwie geht, gehalten werden soll. Und die Handlungsweise des LH-Vorstandes setzt dies einfach um, ohne Rücksicht auf Interessen der Betroffenen.
>

Tatsächlich ist im deutschen Arbeitsrecht sogar eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer definiert.
U. a dieses unterscheidet eine soziale Marktwirtschaft von der etwas freieren und gerne auch etwas brutaleren Marktwirtschaft angelsächsischer Prägung.
Natürlich hindert auch das keine Firma am Personalabbau, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.


Dieser Beitrag wurde am 23.08.2019 14:06 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.08.2019 - 14:19 Uhr
UserChrisB
User (17 Beiträge)
Oh du armer Gordon, irgendwie blöd das ich Arzt bin und das so gar nicht in dein Denkschema passt nicht wahr was 🤦‍♂️ Mal im Ernst: wir erleben exakt das gleiche seit Jahren in der Medizin. Heuschrecken wie sogenannte „Regionaldorektoren“ oder ähnliches/vergleichbares bringen rein gar nichts. Das Geld wird nun mal in der Lift generiert und nicht am Boden, ob es dir passt oder nicht. Verglichen mit den Krankenhäusern eben auf den Stationen und nicht in der völlig Wasserkopfverseuchten Verwaltung. Das Streichen von Arbeitsstellen, das Outsourcen und das verteilen von Mindestlöhnen beherrscht jeder dressierte Affe. Dazu braucht es weiß Gott keine „Manager“. Ein guter Manager handelt in meinen Augen unter einer guten GF Mitarbeitergerecht. Auch das verteilen von Gewinnen gehört für mich dazu. Warum an einer Stelle 50 Euro üblich sind und an der anderen 10.000 muss mir mal einer erklären. Das hat wohl deutlich weniger mit „sozial“ als viel mehr mit Wirtschaft zu tun und die kann man nicht unendlich biegen. Die Konsequenzen werden wir bald zu tragen haben. Daher bewundernswert wie blind und einseitig man das ganze betrachten anscheinend betrachten kann. Hochachtung für das stellen persönlicher Gefühle vor sachlichen Inhalten.

Außerdem vergisst Du bei Deiner rumk***rei, dass es nicht nur das fliegende Personal ist, dass das Geld verdient.

Es zeigt aber sehr schön das arrogante Selbstverständnis einer ganz bestimmten Berufsgruppe.
Beitrag vom 23.08.2019 - 14:22 Uhr
UserChrisB
User (17 Beiträge)
Nein das vergesse ich nicht. Die Differenzen empfindende ich mittlerweile jedoch nur noch als krank. Ein Vollzeit arbeitender Mensch versus Manager (und ja, die meisten davon haben nicht mehr meinen Respekt). Früher wurden Firmen wirklich noch groß gemacht, heute werden sie nach und nach ausgebrannt. Wie sinnvoll kann das sein?

Was ist eigentlich die Aufgabe eines Managers geworden? Eine Firma gut auch durch schwere Zeiten zu bringen und das ganze ehrvoll und lohnenswert für diejenigen, die effektiv das Geld einbringen (fliegendes Personal) oder ...

Ganz klar "oder". Die Aufgabe des Vorstandes einer Aktiengesellschaft ist im Aktiengesetz beschrieben und nicht in einem Fliegendes-Personal-Belohnungs-Gesetz.

Außerdem vergisst Du bei Deiner rumk***rei, dass es nicht nur das fliegende Personal ist, dass das Geld verdient.
Beitrag vom 23.08.2019 - 14:24 Uhr
UserChrisB
User (17 Beiträge)
>Sie haben inhaltlich absolut recht. Und natürlich, Wettbewerb. Solange jedoch an den Spitzen weiterhin Milliardenbeträge ausgeschüttet werden können, solange bleibe ich der Aussage fern, es würde „schlecht laufen“. Diese Entwicklung kann und wird so auf Dauer nicht gut gehen denn sie ist nicht verantwortungsvoll. Exakt dieser Teil der Wirtschaft wird mittlerweile absolut beiseite gelassen und das werfe ich vor.

Was man möchte und was man kann sind oft zweierlei. Verhältnise wie bei Ryanair & Co. halte ich auch für verwerflich. Doch eines muss mal klar herausgestellt werden, die Wähler haben sich für die soziale Marktwirtschaft entschieden mit all seinen daraus resultierenden Chancen und Problemen.

Der Sozialismus ist in manchen Bereich etwas gerechter aber nicht in der Lage die Erträge zu erwirtschaften die er ständig zu verteilen sucht. Die DDR hat am Schluß nur noch auf Verschleiß überlebt. Wohnungen, Straßen,Betriebe, Versorgung und Umwelt waren in einem heute kaum noch vorstelbarem Zustand und was in Venezuela und Kuba spricht für sich.

Unser System basiert darauf das Arbeitnehmer von Unternehmen zur Erfüllung ihrer Geschäfte benötigt und bezahlt werden. Nur für sein bezauberndes Lächeln und die schönen blauen Augen wird niemand angestellt. Nun ja, fast niemand.

Dazwischen einen Ausgleich zu schaffen haben die Gewerkschaften im ganzen gut hinbekommen. Nun hat die Globalisierung mit viel niedrigeren Löhnen selbst im umliegenden Ausland manche Unternehmen ziemlich in Druck gebracht. Es ist daher nicht verwerflich wenn LH versucht sich für den zunehmenden Wettbewerb zu rüsten. Eine Grenze bis zu der ein Gewinn richtig ist gibt es dabei nicht.
Beitrag vom 23.08.2019 - 16:19 Uhr
Usergordon
User (1606 Beiträge)
Angestellte Mitarbeiter werden aus kaufmännischer Sicht als "Kostenfaktor" definiert, der so klein wie es nur irgendwie geht, gehalten werden soll.
Und die Handlungsweise des LH-Vorstandes setzt dies einfach um, ohne Rücksicht auf Interessen der Betroffenen.
@gordon hatte vor geraumer Zeit dargelegt wie sich bei LH die Ausschüttungen an die Aktionäre und an die Belegschaft verteilt hatten. Vielleicht kann er das noch mal kurz posten?

Das war 2016, also schon ziemlich lange her und vielleicht nicht mehr auf heute anwendbar.
Operativer Gewinn: 1,8 Mrd. Euro
Abschreibungen (insb. auf Flugzeuge): 1,8
------------------------------------------
Verfügbarer Cash Flow: 3,5

Steuern: 0,3
Investitionen: 2,5 (davon 2,0 in Flugzeuge)
Dividende: 0,2
Pensionsrückstellungen: 0,6

Man kann sich aber auch einmal folgende Rechnung vor Augen halten:

Flugzeuge LH Group: 760
Einsatzdauer: 20 Jahre
bedeutet: Jedes Jahr müssen nur zum Substanzerhalt 38 Flugzeuge gekauft werden.
Bei einem Preis von 100 Mio. Euro pro Flugzeug (meine Schätzung) benötigt Lufthansa 3,8 Mrd. Euro pro Jahr. Nur zum Kauf der Flugzeuge. Ohne Wachstum, alleine zum Substanzerhalt.
Und damit - und das sollte sich jeder klar machen - zum Arbeitsplatzerhalt. Arbeitsplatzerhalt gerade von den Personen, die ja anscheinend alleine für den Unternehmenserfolg verantwortlich sind.

Eigentlich ist zu diesem Thema nicht mehr zu sagen. Mit 2 Mrd. Euro Gewinn sind die Arbeitsplätze jedenfalls nicht zu halten.



Dieser Beitrag wurde am 23.08.2019 16:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.08.2019 - 16:25 Uhr
Usergordon
User (1606 Beiträge)
Nein das vergesse ich nicht. Die Differenzen empfindende ich mittlerweile jedoch nur noch als krank.

Welche Differenz? Etwa die Gehaltsdifferenz zwischen Piloten und denjenigen, die die Tickets verkaufen, die Euch sagen, wohin Ihr überhaupt zu fliegen habt oder den Ladern des Gepäcks?
Beitrag vom 23.08.2019 - 16:31 Uhr
Usergordon
User (1606 Beiträge)
>Sie haben inhaltlich absolut recht. Und natürlich, Wettbewerb. Solange jedoch an den Spitzen weiterhin Milliardenbeträge ausgeschüttet werden können, solange bleibe ich der Aussage fern, es würde „schlecht laufen“. Diese Entwicklung kann und wird so auf Dauer nicht gut gehen denn sie ist nicht verantwortungsvoll. Exakt dieser Teil der Wirtschaft wird mittlerweile absolut beiseite gelassen und das werfe ich vor.

Welchen Spitzen wurden denn Milliardenbeträge ausgezahlt?
Fakt ist doch, dass dieses Jahr mehr Geld als Gewinnbeteiligung an die Mitarbeiter geflossen ist als Dividende an Aktionäre ausgezahlt wurden.
Und Sie dürfen jetzt einmal raten, welche Berufsgruppe (prozentual von Einkommen) am meisten bekommen hat!

Nein, das hat nichts mit Neiddebatte zu tun, aber dieses arrogante Selbstverständnis einer Berufsgruppe kann so auch nicht stehen gelassen werden.
Die, die am meisten profitieren, reißen die Klappe am weitesten auf.
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