Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Pilotengewerkschaft will Schlichter ...

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Beitrag vom 04.01.2021 - 18:59 Uhr
UserSonnenbar
User (28 Beiträge)
Verantwortungslos und Erbärmlich TUI. Sie sind damit für uns gestorben. Ich will mein Steuergeld zurück!
Beitrag vom 05.01.2021 - 12:38 Uhr
UserDebaser
User (340 Beiträge)
Nun ja, etwas dreist ist es schon, daß hier eine Sanierung bzw. Umstrukturierung mit Geld vom Steuerzahler finanziert wird. Wäre nicht so viel Staatsknete geflossen, könnte sich die TUI dieses Unterfangen wahrscheinlich nicht leisten, weil das dafür notwendige Geld an anderer Stelle im Konzern wesentlich dringender gebraucht würde als für eine Schrumpfung der TUIfly, deren Früchte sich, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren zeigen werden.

Daß der Staat mit Krediten oder Zuschüssen aushilft, hat schließlich einzig und allein den Zweck, die Arbeitsplätze zu erhalten. Hier wird mit dem erhaltenen Geld genau das Gegenteil getan.

Beim letzten Rettungspaket sollten doch zwei Vertreter des Staates (der ja nun Anteilseigner ist) in den Aufsichtsrat der TUI AG einziehen - vielleicht werden die dann noch intervenieren. Die "echten" Arbeitgebervertreter sind ja dann in der Unterzahl. Aber es bleibt abzuwarten, wie der Staat dort agieren wird.
Beitrag vom 05.01.2021 - 12:58 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (680 Beiträge)
Nun ja, etwas dreist ist es schon, daß hier eine Sanierung bzw. Umstrukturierung mit Geld vom Steuerzahler finanziert wird. Wäre nicht so viel Staatsknete geflossen, könnte sich die TUI dieses Unterfangen wahrscheinlich nicht leisten, weil das dafür notwendige Geld an anderer Stelle im Konzern wesentlich dringender gebraucht würde als für eine Schrumpfung der TUIfly, deren Früchte sich, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren zeigen werden.

Daß der Staat mit Krediten oder Zuschüssen aushilft, hat schließlich einzig und allein den Zweck, die Arbeitsplätze zu erhalten. Hier wird mit dem erhaltenen Geld genau das Gegenteil getan.

Beim letzten Rettungspaket sollten doch zwei Vertreter des Staates (der ja nun Anteilseigner ist) in den Aufsichtsrat der TUI AG einziehen - vielleicht werden die dann noch intervenieren. Die "echten" Arbeitgebervertreter sind ja dann in der Unterzahl. Aber es bleibt abzuwarten, wie der Staat dort agieren wird.

Hier ist es aber am Ende dieselbe Frage wie bei der Lufthansa und wahrscheinlich jeder anderen Airline gerade: Wenn man langfristig mit weniger Flugzeugen kalkuliert, dann braucht man zwangsläufig auch weniger Personal. Was soll man mit denen also machen?

Man kann das Steuergeld also auch sehen als Hilfe einen Teil der Arbeitsplätze zu halten und dem Unternehmen eine Zukunft zu ermöglichen. Wenn man sagt, es gibt keine Hilfen, weil nicht alle Arbeitsplätze gehalten werden, dann würde TUI Insolvent gehen und womöglich noch mehr oder gar alle Arbeitsplätze verloren gehen. Wäre das dann im Interesse des Staates?

Ich kann verstehen, dass niemand seinen Arbeitsplatz so aufgibt und auch, dass es die Aufgabe der GEwerkschaften ist für jeden Arbeitsplatz zu kämpfen, hier aber von "dreist", "erbärmlich" und "verantwortungslos" zu sprechen, weil das Unternehmen langfristig plant und derzeit einfach keinen Markt nach der Krise wie vor der Krise sieht, geht da in meinen Augen etwas an der Realität vorbei.
Beitrag vom 05.01.2021 - 13:18 Uhr
Usershuttle737
User (207 Beiträge)
Kann man denn im Moment von langfristiger Planung sprechen?
In diversen Zeitungsartikeln gehen gerade Tui Manager von einer Erholung im Sommer aus,und das „ jeder Flugzeugsitz gebraucht wird“.
Mir sieht das eher danach aus,das tarifierte „hochpreisige“
Arbeitsplätze ( Cockpit Tui) vernichtet werden sollen und der höhere Bedarf (hoffentlich im Sommer) durch günstige Wetlease Anbieter (Smartlynx und Konsorten) ersetzt wird....
Wir wissen nicht,ob im Sommer die erhoffte Erholung der Reise Industrie eintritt,aber sollte es so sein,werden die Deutschen Urlaubsfreunde wohl erheblichen Nachholbedarf haben.
Desweiteren ist mir in dieser Branche kein einziges Unternehmen bekannt,welches in finanzielle Schieflage geriet und durch Verkleinerung oder „Gesundschrumpfung“ wieder auf einen grünen Zweig kam,lasse mich aber gerne eines besseren belehren...
Beitrag vom 05.01.2021 - 16:46 Uhr
UserViri
User (800 Beiträge)
Kann man denn im Moment von langfristiger Planung sprechen?
In diversen Zeitungsartikeln gehen gerade Tui Manager von einer Erholung im Sommer aus,und das „ jeder Flugzeugsitz gebraucht wird“.
Mir sieht das eher danach aus,das tarifierte „hochpreisige“
Arbeitsplätze ( Cockpit Tui) vernichtet werden sollen und der höhere Bedarf (hoffentlich im Sommer) durch günstige Wetlease Anbieter (Smartlynx und Konsorten) ersetzt wird....
Wir wissen nicht,ob im Sommer die erhoffte Erholung der Reise Industrie eintritt,aber sollte es so sein,werden die Deutschen Urlaubsfreunde wohl erheblichen Nachholbedarf haben.
Desweiteren ist mir in dieser Branche kein einziges Unternehmen bekannt,welches in finanzielle Schieflage geriet und durch Verkleinerung oder „Gesundschrumpfung“ wieder auf einen grünen Zweig kam,lasse mich aber gerne eines besseren belehren...

So ist es. Die Schätzungen des Managements sind am Ende nur Schätzungen und kein Fakt. Wie kann man jetzt schon langfristige Veränderungen anstoßen, wenn man doch noch nichtmal weiß, wie die nächsten 6 Monate werden? Das kann auch ganz anders aussehen und am Ende hat man Nachfrage, aber kein Angebot mehr, weil man alles kleingekürzt hat. Das Angebot der Wet-Lease-Anbieter ist auch nur endlich.
Beitrag vom 05.01.2021 - 17:01 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (680 Beiträge)
Kann man denn im Moment von langfristiger Planung sprechen?
In diversen Zeitungsartikeln gehen gerade Tui Manager von einer Erholung im Sommer aus,und das „ jeder Flugzeugsitz gebraucht wird“.
Mir sieht das eher danach aus,das tarifierte „hochpreisige“
Arbeitsplätze ( Cockpit Tui) vernichtet werden sollen und der höhere Bedarf (hoffentlich im Sommer) durch günstige Wetlease Anbieter (Smartlynx und Konsorten) ersetzt wird....
Wir wissen nicht,ob im Sommer die erhoffte Erholung der Reise Industrie eintritt,aber sollte es so sein,werden die Deutschen Urlaubsfreunde wohl erheblichen Nachholbedarf haben.
Desweiteren ist mir in dieser Branche kein einziges Unternehmen bekannt,welches in finanzielle Schieflage geriet und durch Verkleinerung oder „Gesundschrumpfung“ wieder auf einen grünen Zweig kam,lasse mich aber gerne eines besseren belehren...

So ist es. Die Schätzungen des Managements sind am Ende nur Schätzungen und kein Fakt. Wie kann man jetzt schon langfristige Veränderungen anstoßen, wenn man doch noch nichtmal weiß, wie die nächsten 6 Monate werden? Das kann auch ganz anders aussehen und am Ende hat man Nachfrage, aber kein Angebot mehr, weil man alles kleingekürzt hat. Das Angebot der Wet-Lease-Anbieter ist auch nur endlich.

Und was ist dann die Alternative? Man kann doch auch als angeschlagenes Unternehmen jetzt nicht voll ins Risiko gehen und dann hoffen, dass genau diese Planungen auch eintreten? Wer zahlt das alles, wenn es schief geht?

Wie oft haben wir im letzten Jahr gehört, dass es ab dann und dann alles besser wird. Wurde es nicht. Es wurde eigentlich sogar immer schlimmer.

Wenn man jetzt einen Plan hat, mit dem man in der Zukunft (über)leben kann, dann ist es auch aus Unternehmenssicht erst einmal sekundär, ob man dann zu wenig für zu viel Geschäft hat. Man überlebt. Da spricht man dann maximal von vertanen Chancen mehr GEschäft abzubilden. Aber dennoch existiert man noch als Firma. Wenn man jetzt mit dem Maximum plant und das nicht eintrifft, dann ist man weg vom Fenster. Was also soll man da als Unternehmen tun?

Ich verstehe die Sicht der Mitarbeiter. Aber wirtschaftlich ist diese Sicht nunmal nicht.
Auch aus Steuerzahlersicht bin ich da eher bei dem konservativen Gedanken. Lieber jetzt das Steuergeld sinnvoll in ein zukunftsfähiges Modell investieren als damit zu zocken und wenn die Prognosen nicht passen, alles zu verlieren.
Beitrag vom 05.01.2021 - 17:42 Uhr
Usergordon
User (2656 Beiträge)
So ist es. Die Schätzungen des Managements sind am Ende nur Schätzungen und kein Fakt. Wie kann man jetzt schon langfristige Veränderungen anstoßen, wenn man doch noch nichtmal weiß, wie die nächsten 6 Monate werden? Das kann auch ganz anders aussehen und am Ende hat man Nachfrage, aber kein Angebot mehr, weil man alles kleingekürzt hat. Das Angebot der Wet-Lease-Anbieter ist auch nur endlich.

Weil zu viel Angebot auf zu wenig Nachfrage Verluste, zu wenig Angebot auf zuviel Nachfrage aber lediglich eine Gewinnreduktion nach sich zieht.
Im Sinne der kaufmännischen Vorsicht sollte klar sein, was zu tun ist.

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2021 17:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.01.2021 - 18:19 Uhr
Usergordon
User (2656 Beiträge)
Kann man denn im Moment von langfristiger Planung sprechen?
In diversen Zeitungsartikeln gehen gerade Tui Manager von einer Erholung im Sommer aus,und das „ jeder Flugzeugsitz gebraucht wird“.
Mir sieht das eher danach aus,das tarifierte „hochpreisige“
Arbeitsplätze ( Cockpit Tui) vernichtet werden sollen und der höhere Bedarf (hoffentlich im Sommer) durch günstige Wetlease Anbieter (Smartlynx und Konsorten) ersetzt wird....
Wir wissen nicht,ob im Sommer die erhoffte Erholung der Reise Industrie eintritt,aber sollte es so sein,werden die Deutschen Urlaubsfreunde wohl erheblichen Nachholbedarf haben.
Desweiteren ist mir in dieser Branche kein einziges Unternehmen bekannt,welches in finanzielle Schieflage geriet und durch Verkleinerung oder „Gesundschrumpfung“ wieder auf einen grünen Zweig kam,lasse mich aber gerne eines besseren belehren...

Soweit ich mich erinnere hat British Airways sich in den 0er Jahren mit massiver Angebotreduzierung (ich glaube 30 bis 40 Prozent weniger Flüge) gesund geschrumpft.

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2021 18:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.01.2021 - 12:02 Uhr
UserCharlie Hotel
User (27 Beiträge)
Hier werden deutsche Steuerzahler mit ihrem eigens bezahlten Steuergeldern in Massen entlassen in einen Arbeitsmarkt, der auf Jahre nicht existent sein wird. Man entlässt die Leute sehenden Auges in den wirtschaftlichen Ruin und der Staat wird sie anschließend in Form von Arbeitslosengeld I weiter alimentieren müssen.
Und das, während die Pilotinnen und Piloten ein Sparpaket in Höhe von 200 Millionen Euro plus langfristige Kostenreduktionen angeboten haben. Der Punkt, an dem sich diese Entlassungswelle rechnet, liegt in der Mitte von 2027 - und das auch nur für den Fall, dass die Flotte auch nach Corona über die kommenden 7 Jahre bei 17 Flugzeugen bleibt, was stark bezweifelt werden darf.
Es ist kurz- und mittelfristig insbesondere angesichts der wirtschaftlichen Situation der TUI unwirtschaftlich, unsozial und gegenüber den Mitarbeitern einfach nur pervers, sowohl von der Firma wie auch von der Politik.
Beitrag vom 06.01.2021 - 12:15 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (680 Beiträge)
Hier werden deutsche Steuerzahler mit ihrem eigens bezahlten Steuergeldern in Massen entlassen in einen Arbeitsmarkt, der auf Jahre nicht existent sein wird. Man entlässt die Leute sehenden Auges in den wirtschaftlichen Ruin und der Staat wird sie anschließend in Form von Arbeitslosengeld I weiter alimentieren müssen.
Und das, während die Pilotinnen und Piloten ein Sparpaket in Höhe von 200 Millionen Euro plus langfristige Kostenreduktionen angeboten haben. Der Punkt, an dem sich diese Entlassungswelle rechnet, liegt in der Mitte von 2027 - und das auch nur für den Fall, dass die Flotte auch nach Corona über die kommenden 7 Jahre bei 17 Flugzeugen bleibt, was stark bezweifelt werden darf.
Es ist kurz- und mittelfristig insbesondere angesichts der wirtschaftlichen Situation der TUI unwirtschaftlich, unsozial und gegenüber den Mitarbeitern einfach nur pervers, sowohl von der Firma wie auch von der Politik.

Und was wäre Ihre Lösung? Alle Mitarbeiter bleiben, auf Kosten des Staates, ohne dass sie arbeiten müssen (weil das Geschäft auf unabsehbare Zeit nicht da ist) und dann?
Inwiefern profitiert der Staat davon?

Warum soll ich, der noch ohne staatliche Hilfe bei meinem Arbeitgeber ist und voll, sogar mehr als 100% arbeitet, mit meinem Steuergeld, das Gehalt von jemanden bezahlen, der in einem Unternehmen arbeitet, dass ihn auf unabsehbare Zeit nicht braucht?

Wie rechtfertigen Sie da Ihre Forderung, dass der Steuerzahler diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter, weiter bezahlt?

Es gibt zahlreiche Unternehmen, die Mitarbeiter suchen. Also von einem nicht existenten Arbeitsmarkt zu sprechen ist falsch. Man muss dann natürlich seine Komfortzone verlassen und sich umorientieren, aber nicht existent ist der Arbeitsmarkt ganz sicher nicht.


Und ich scheibe mal gleich dazu: Ja, es tut mir leid für die Mitarbeiter. Nein, ich freue mich nicht, dass hier irgendjemand seinen Job verliert. Und ja, das ist jetzt vielleicht hart geschrieben. ABER: Bei allen die hier immer Meckern: Was ist die Alternative? Ich bin ja offen mich überzeugen zu lassen, dass es da sinnvolle, wirtschaftliche Möglichkeiten gibt. Die sehe ich aber hier nirgends. Und da dann von "pervers" zu sprechen, ohne eine wirklich sinnvolle Alternative zu nennen, ist einfach nur arm. Sie wissen es nicht besser, aber meckern und beleidigen andere, die etwas tun....das, ja das ist das eigentlich perverse daran.
Beitrag vom 06.01.2021 - 12:43 Uhr
Usershuttle737
User (207 Beiträge)
Hier werden deutsche Steuerzahler mit ihrem eigens bezahlten Steuergeldern in Massen entlassen in einen Arbeitsmarkt, der auf Jahre nicht existent sein wird. Man entlässt die Leute sehenden Auges in den wirtschaftlichen Ruin und der Staat wird sie anschließend in Form von Arbeitslosengeld I weiter alimentieren müssen.
Und das, während die Pilotinnen und Piloten ein Sparpaket in Höhe von 200 Millionen Euro plus langfristige Kostenreduktionen angeboten haben. Der Punkt, an dem sich diese Entlassungswelle rechnet, liegt in der Mitte von 2027 - und das auch nur für den Fall, dass die Flotte auch nach Corona über die kommenden 7 Jahre bei 17 Flugzeugen bleibt, was stark bezweifelt werden darf.
Es ist kurz- und mittelfristig insbesondere angesichts der wirtschaftlichen Situation der TUI unwirtschaftlich, unsozial und gegenüber den Mitarbeitern einfach nur pervers, sowohl von der Firma wie auch von der Politik.

Und was wäre Ihre Lösung? Alle Mitarbeiter bleiben, auf Kosten des Staates, ohne dass sie arbeiten müssen (weil das Geschäft auf unabsehbare Zeit nicht da ist) und dann?
Inwiefern profitiert der Staat davon?

Warum soll ich, der noch ohne staatliche Hilfe bei meinem Arbeitgeber ist und voll, sogar mehr als 100% arbeitet, mit meinem Steuergeld, das Gehalt von jemanden bezahlen, der in einem Unternehmen arbeitet, dass ihn auf unabsehbare Zeit nicht braucht?

Wie rechtfertigen Sie da Ihre Forderung, dass der Steuerzahler diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter, weiter bezahlt?

Es gibt zahlreiche Unternehmen, die Mitarbeiter suchen. Also von einem nicht existenten Arbeitsmarkt zu sprechen ist falsch. Man muss dann natürlich seine Komfortzone verlassen und sich umorientieren, aber nicht existent ist der Arbeitsmarkt ganz sicher nicht.


Und ich scheibe mal gleich dazu: Ja, es tut mir leid für die Mitarbeiter. Nein, ich freue mich nicht, dass hier irgendjemand seinen Job verliert. Und ja, das ist jetzt vielleicht hart geschrieben. ABER: Bei allen die hier immer Meckern: Was ist die Alternative? Ich bin ja offen mich überzeugen zu lassen, dass es da sinnvolle, wirtschaftliche Möglichkeiten gibt. Die sehe ich aber hier nirgends. Und da dann von "pervers" zu sprechen, ohne eine wirklich sinnvolle Alternative zu nennen, ist einfach nur arm. Sie wissen es nicht besser, aber meckern und beleidigen andere, die etwas tun....das, ja das ist das eigentlich perverse daran.
Die Antwort ist Ansichtssache.
In Ländern,die sich nicht „soziale Marktwirtschaft“ in‘s Programm geschrieben haben ist die Lösung einfach,alle rausschmeissen und bei Bedarf wieder einstellen.Allerdings sind in diesen Ländern die Abgaben auch nur ein Bruchteil.Der hohe Steuersatz der „Besserverdiener“ dient bei uns auch,uns den Luxus eines Sozialstaates zu sichern.
Dies beinhaltet auch eine Verantwortung denen gegenüber,die teilweise über 20 Jahre den Höchststeuersatz einbezahlt haben,
und gerade im Hinblick auf staatliche Förderung in der Krise,sollte der Schutz der Arbeitsplätze ganz oben stehen.
Ist aber wie gesagt,nur meine „Meinung“
Beitrag vom 06.01.2021 - 12:45 Uhr
UserDebaser
User (340 Beiträge)

ABER: Bei allen die hier immer Meckern: Was ist die Alternative?

Es gibt selbstverständlich mehrere Möglichkeiten, wenn man nur will - Condor macht es vor. Bis Ende 2021 Kurzarbeit, Zwangsteilzeit über die Wintermonate, Gehaltsverzicht - auf drei, vier Jahre befristet mit anschließender Verhandlungsverpflichtung; alles andere macht mittelfristig die natürliche Fluktuation, bzw. Altersteilzeit und angemessene Freiwilligenprogramme.

In der Kabine verläuft die natürliche Fluktuation schneller als am Boden oder im Cockpit, aber mit den Jahren wird die Belegschaft dann immer kleiner. Das Geschäft an diese Entwicklung zu koppeln, ist natürlich viel komplexer und dauert länger. Der Effekt dürfte aber schon einmal deswegen positiver sein, weil die Mitarbeiter dann mitziehen. So wie es jetzt läuft, werden sie hingegen Dienst nach Vorschrift machen.

Wie man liest, möchte das TUIfly-Management (oder der TUI-Vorstand, wer weiß das schon...) aber genau dies nicht. Man möchte unbedingt kündigen und sich keinesfalls auf die genannten anderen Maßnahmen einlassen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Für die zu erwartende Erholung werden dann Neueinstellungen vorgenommen - und schwups hat man, was man in Wirklichkeit will, nämlich weniger Personalkosten.
Beitrag vom 06.01.2021 - 12:50 Uhr
UserBald-Lokführer
User (451 Beiträge)

Und was wäre Ihre Lösung? Alle Mitarbeiter bleiben, auf Kosten des Staates, ohne dass sie arbeiten müssen (weil das Geschäft auf unabsehbare Zeit nicht da ist) und dann?
Inwiefern profitiert der Staat davon?

Warum soll ich, der noch ohne staatliche Hilfe bei meinem Arbeitgeber ist und voll, sogar mehr als 100% arbeitet, mit meinem Steuergeld, das Gehalt von jemanden bezahlen, der in einem Unternehmen arbeitet, dass ihn auf unabsehbare Zeit nicht braucht?

Wie rechtfertigen Sie da Ihre Forderung, dass der Steuerzahler diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter, weiter bezahlt?

„Wir erwarten einen schon weitgehend normalen Sommer", sagte TUI-Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Der Konzern werde aber nur rund 80% so viele Flugreisen anbieten wie in den Jahren vor der Corona-Krise, um eine optimale Auslastung zu erreichen. In den Ferien im Juli und August sei es wahrscheinlich, dass viele Flüge auf Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht seien. Das Angebot für Mai sei bereits zu 50% ausgebucht, so Joussen.

Das alles war die letzten Tage mehrfach in verschiedenen Medien von Seiten TUI zu lesen.
Sprich wenn man mit 80% Flugreisen im Sommer rechnet (bezogen auf Vor-Corona-Niveau wohlgemerkt) braucht man auch 80% des Personals.
80% Teilzeit im Cockpit und alle können bleiben - das würde die VC sicher sofort unterschreiben.
Sprich das Problem ist hier wohl ein anderes. Die TUI versucht, mit der fadenscheinigen Begründung der Krise, unliebsame Verträge loszuwerden.
Zumindest scheint es so. Oder wie erklären Sie die Diskrepanz von 80% nächsten Sommer und die Hälfte an Fliegern soll weg? Scheint mir nicht aufzugehen die Rechnung.
Beitrag vom 06.01.2021 - 12:56 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (680 Beiträge)
Die Antwort ist Ansichtssache.
In Ländern,die sich nicht „soziale Marktwirtschaft“ in‘s Programm geschrieben haben ist die Lösung einfach,alle rausschmeissen und bei Bedarf wieder einstellen.Allerdings sind in diesen Ländern die Abgaben auch nur ein Bruchteil.Der hohe Steuersatz der „Besserverdiener“ dient bei uns auch,uns den Luxus eines Sozialstaates zu sichern.
Dies beinhaltet auch eine Verantwortung denen gegenüber,die teilweise über 20 Jahre den Höchststeuersatz einbezahlt haben,
und gerade im Hinblick auf staatliche Förderung in der Krise,sollte der Schutz der Arbeitsplätze ganz oben stehen.
Ist aber wie gesagt,nur meine „Meinung“


Es gibt selbstverständlich mehrere Möglichkeiten, wenn man nur will - Condor macht es vor. Bis Ende 2021 Kurzarbeit, Zwangsteilzeit über die Wintermonate, Gehaltsverzicht - auf drei, vier Jahre befristet mit anschließender Verhandlungsverpflichtung; alles andere macht mittelfristig die natürliche Fluktuation, bzw. Altersteilzeit und angemessene Freiwilligenprogramme.
In der Kabine verläuft die natürliche Fluktuation schneller als am Boden oder im Cockpit, aber mit den Jahren wird die Belegschaft dann immer kleiner. Das Geschäft an diese Entwicklung zu koppeln, ist natürlich viel komplexer und dauert länger. Der Effekt dürfte aber schon einmal deswegen positiver sein, weil die Mitarbeiter dann mitziehen. So wie es jetzt läuft, werden sie hingegen Dienst nach Vorschrift machen.
Wie man liest, möchte das TUIfly-Management (oder der TUI-Vorstand, wer weiß das schon...) aber genau dies nicht. Man möchte unbedingt kündigen und sich keinesfalls auf die genannten anderen Maßnahmen einlassen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Für die zu erwartende Erholung werden dann Neueinstellungen vorgenommen - und schwups hat man, was man in Wirklichkeit will, nämlich weniger Personalkosten.


Und wer soll das bezahlen? Das Geld, was in der VErgangenheit eingezahlt wurde, ist weg. Wir haben keine Rücklagen. Also zahlt es der, der auch langfristig noch Arbeit hat. Unsere Sozialsysteme sind hervorragend im Vergleich zu so manch anderen Staaten, ja. Aber das umfasst hauptsächlich Dinge wie Altersversorgung, GEsundheitsversorgung, Unfallversicherung etc. Das umfasst aber nicht, dass wir als Staat über einen unbekannten Zeitraum alle Arbeiter vor der Arbeitslosigkeit schützen können.

Und das ist doch genau der Punkt: Ja, für Tui alleine mag das ein kalkulierbares Risiko sein. Aber warum dann nur Tui? Warum zahlt der Staat dann nicht auch für jeden Friseur, jeden Kellner, jeden Veranstaltungstechniker, etc. etc.
Das ist schlicht und einfach nicht bezahlbar, wenn man da mal über den Rand eines einzelnen Unternehmens hinwegschaut.

Und Condor ist in meinen Augen nicht vergleichbar, denn die waren schon pleite. Da musste jeder Arbeitnehmer massive Zugeständnisse machen, weil es hieß: Entweder so, oder du verlierst den Job!
Das wird zwar immer so verkauft, dass das ja nur passiert, weil da so ein toller Zusammenhalt herrscht, aber machen wir uns da doch nichts vor. Da hat jeder in erster Linien wenigstens einen Teil seines Jobs/Gehalts gerettet, bevor er vor dem Nichts steht.

An diesem Punkt sind aber Tui oder LH noch gar nicht angekommen. Eine Vereinbarung wie bei Condor, würde es doch bei keiner der anderen Fluggesellschaften (oder auch anderen Unternehmen) geben. Und wenn man sich hier die Kommentare von vielen Schreibern anguckt, dann liegt das nicht nur an dem Zerrütteten Verhältnis zum Unternehmen, sondern schlicht an der fehlenden Einsicht, wie ernst die Lage eigentlich ist.



Dieser Beitrag wurde am 06.01.2021 12:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.01.2021 - 13:24 Uhr
UserDebaser
User (340 Beiträge)

Und Condor ist in meinen Augen nicht vergleichbar, denn die waren schon pleite. Da musste jeder Arbeitnehmer massive Zugeständnisse machen, weil es hieß: Entweder so, oder du verlierst den Job!
Das wird zwar immer so verkauft, dass das ja nur passiert, weil da so ein toller Zusammenhalt herrscht, aber machen wir uns da doch nichts vor. Da hat jeder in erster Linien wenigstens einen Teil seines Jobs/Gehalts gerettet, bevor er vor dem Nichts steht.

An diesem Punkt sind aber Tui oder LH noch gar nicht angekommen. Eine Vereinbarung wie bei Condor, würde es doch bei keiner der anderen Fluggesellschaften (oder auch anderen Unternehmen) geben.


Doch, das kann man vergleichen - man muß es sogar. Der Unterschied ist die tatsächliche Absicht hinter den Maßnahmen: Bei Condor will man das Unternehmen, so wie es ist und mit möglichst allen Mitarbeitern, erhalten. Bei TUI geht es offensichtlich darum, dienstalte Mitarbeiter mit alten, teuren Verträgen loszuwerden und diese oder andere später zu schlechteren Konditionen und einem Bruchteil des Gehalts neu einzustellen.

Die Vereinbarung von Condor würden VC und verdi wahrscheinlich sofort unterschreiben. Aber das Management will es nicht, weil der o.g. Effekt dann nicht eintritt.

Die beschriebene Sicht der Dinge ("entweder so, oder Du verlierst den Job") ist bei TUIfly wohl die gleiche und die massiven Zugeständnisse würden gerne auch gemacht werden, solange keiner entlassen wird. Der Unterschied ist einzig und allein das Ziel, das mit den Maßnahmen verfolgt wird: Condor soll erhalten und für die Zukunft fit gemacht werden, bei TUIfly geht es um Lohnkostensenkung.
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