Beitrag vom 14.07.2025 - 07:27 Uhr
Das Flugzeug ist in seiner eigentlichen Aufgabe zu dem Preis nicht wettbewerbsfähig, zu dem es angeboten wird und dann verdient noch nicht einmal jemand Geld damit. Es wäre Zeit den Deckel zu schließen, bevor man Geld rauswirft für eine Fähigkeit, die auch in ein kleineres, billiger zu betreibendes, Flugzeug passt.
Beitrag vom 14.07.2025 - 09:02 Uhr
Ohne jetzt bei "nicht wettbewerbsfähig" zustimmen oder widersprechen zu wollen:
Die kommerzielle Wettbewerbsfähigkeit eines Produkts ist, wie Europa ja gerade gelernt hat, nur einer von mehreren wichtigen Aspekten einer Wehrbeschaffung.
Wenn Europa jetzt anfängt, mehr auf die Souveränität, d.h. die Einsatz- und Liefersicherheit von Produkten als auf den Einkaufspreis zu achten, wird da mehr eingekauft werden, wofür es billigere Alternativen in China oder den USA gegeben hätte.
Beitrag vom 14.07.2025 - 09:22 Uhr
@EricM: Es geht beim A400M nur noch um außereuropäische Exporte. Die Nationen selber haben ihre Bedarfe gedeckt und haben häufig schon mehr Flugzeuge, als sie Bedarfe hatten. Wir erinnern uns an die Diskussion um die 180 Occar-Maschinen, die eigentlich noch weniger werden sollten.
Und selbst wenn: Die Lieferanten einschließlich Airbus müssen mit ihren Produkten Gewinne erwirtschaften. Warum sollten sie sonst weitermachen? Der strategische Aspekt ist ein rein politisches Thema. Das ist nicht der Auftrag der Wirtschaft. Aktuell erzeugt der A400M aber entlang der Wertschöpfungskette horrende Verluste.
Beitrag vom 14.07.2025 - 10:04 Uhr
Der A400M ist ein Beispiel dafür gewesen, dass er kaputt-spezifiziert wurde. In Kriegszeiten ist der Bau von Rüstungsgütern oft einer volatilen Nachfrage untergeordnet, zudem richten sich die Anforderungen eher an dem, was bei ggf. beschränkten Ressourcen machbar ist. Der A400M ist aber spezifiziert worden, als wir alle in unseren goldenen Friedens-Blase gelebt haben. Da spielten andere Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich wäre ich dabei, zu sagen: lasst uns das Projekt begraben. Aber nicht ohne einen Nachfolger. Es darf unter den neueren Erkenntnissen nicht sein, dass wir uns weiter abhängig machen würden von Allianzen, die unberechenbar sind und auf der anderen Seite Wehr-Gattungen, die auf jeden Fall benötigt werden, unbesetzt lassen.
Beitrag vom 14.07.2025 - 15:40 Uhr
Das Flugzeug ist in seiner eigentlichen Aufgabe zu dem Preis nicht wettbewerbsfähig, zu dem es angeboten wird und dann verdient noch nicht einmal jemand Geld damit. Es wäre Zeit den Deckel zu schließen, bevor man Geld rauswirft für eine Fähigkeit, die auch in ein kleineres, billiger zu betreibendes, Flugzeug passt.
Ist nur zu dämlich, wenn die selbst normale militärische oder zivile Fahrzeuge nicht in den kleinen Frachtquerschnitt einer C-130 passen ( Breite 3,1 m und Höhe 2,7 m). Ein normaler Lkw ist höher. In eine C-130 kann kein normaler Lkw mit Container verladen werden.
Können Sie mir ein militärisches Flugzeug in der Leistungsklasse des A400M nennen, das aktuell produziert wird?
Beitrag vom 14.07.2025 - 16:07 Uhr
@MHalblaub:
Wozu sollte ein LKW MIT(!) Container verladen werden? Genau deshalb verwendet man Container: Damit man sie einzeln verschickt.
Für das Flugzeug scheint kein Markt vorhanden zu sein, denn bisher hat ihn außerhalb der OCCAR keiner gekauft (Einzelschicksale ausgenommen). Und einen Puma bekommen sie nur hinein, wenn sie vorher alles abbauen, was nicht niet- und nagelfest ist und selbst dann ist es ein Aufriss. Und nur zum Vergleich: Die etwas kleinere KC390 verkauft sich durchaus.
Beitrag vom 15.07.2025 - 11:55 Uhr
@MHalblaub:
Wozu sollte ein LKW MIT(!) Container verladen werden? Genau deshalb verwendet man Container: Damit man sie einzeln verschickt.
Für das Flugzeug scheint kein Markt vorhanden zu sein, denn bisher hat ihn außerhalb der OCCAR keiner gekauft (Einzelschicksale ausgenommen). Und einen Puma bekommen sie nur hinein, wenn sie vorher alles abbauen, was nicht niet- und nagelfest ist und selbst dann ist es ein Aufriss. Und nur zum Vergleich: Die etwas kleinere KC390 verkauft sich durchaus.
Als ob sich militärische Produkte jemals "rechnen" würden.
Beitrag vom 15.07.2025 - 12:30 Uhr
@MHalblaub:
Wozu sollte ein LKW MIT(!) Container verladen werden? Genau deshalb verwendet man Container: Damit man sie einzeln verschickt.
Für das Flugzeug scheint kein Markt vorhanden zu sein, denn bisher hat ihn außerhalb der OCCAR keiner gekauft (Einzelschicksale ausgenommen). Und einen Puma bekommen sie nur hinein, wenn sie vorher alles abbauen, was nicht niet- und nagelfest ist und selbst dann ist es ein Aufriss. Und nur zum Vergleich: Die etwas kleinere KC390 verkauft sich durchaus.
Ihre Kritik in allen Ehren, aber sie ignoriert die Ursprüngliche Projektierung der A400M durch BMVG und Amt für Materialbeschaffung. Und diese Vorgaben hat die A400m von Anfang an erfüllt. ein Transport des Puma war anfangs nicht vorgesehen. Um dann die nachgeschobene Leistungsanforderung (Transport Puma) musste vor allem massivst an der Leistung der Triebwerk gearbeitet (ca.: +30%) werden. Was zu den bekannten Problemen mit der Haltbarkeit führte.
Die A400m war für taktischen Transport bis 25Tonnen und 32Tonnen bei logistischen Aufgaben projektiert, heute sind wir bei 37t Taktisch und 43,6t Logistisch. Der Puma ist einfach zu breit, da man damals die falsche Maße an Airbus übermittelt hatte. (Maße ohne Panzerung)
https://www.fzt.haw-hamburg.de/pers/Scholz/dglr/hh/text_2005_11_24_A400M_BWB.pdf
Ebenso wurde ein falsches Gewicht eines Soldaten mit Kampfausrüstung genannt, was dazu führte, dass die Soldaten beim betreten durch die Fußbodenplatten brachen.
Unsere Politik hat es natürlich aussehen lassen, als wäre Airbus unfähig ein Flugzeug für 40t Nutzlast oder 140kg schwere Soldaten zu bauen. In Wahrheit war es aber eher so, als das Airbus das designed hat, was gefordert war und erst irgendwann den verantwortlichen auffiel, dass die Zahlen nicht passen.
Tom Enders hat deshalb ja auch mal mit der Einstellung des Programmes geliebäugelt.
https://www.austrianwings.info/2009/12/a400m-airbus-chef-droht-mit-einstellung-des-projekts/
Und es stimmt, was F11 schreibt, militärische Projekte rechnen sich seltenst, sie tragen sich im besten Fall selber und bieten Erweiterung an Wissen.
Dieser Beitrag wurde am 15.07.2025 12:31 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 15.07.2025 - 15:59 Uhr
@menschmeier: Für die Lieferanten muss sich das Flugzeugprogramm rechnen. Das Flugzeug wurde primär zivil zugelassen (EASA.A.169) und die militärische Ausrüstung on top gesetzt. Dass das Flugzeug leistet, was es soll widerspricht keiner. Nur kaschiert der aktuelle Beschaffungspreis Verluste, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen und dort absorbiert werden müssen. Würde man den kostenadäquaten Preis ansetzen, wäre der Vogel noch viel teurer. Es sollte von daher verständlich sein, nach dem Ende der eingegangenen Verpflichtung (OCCAR Bestellung über 180 Maschinen) nicht mehr weitermachen zu wollen.
Dieser Beitrag wurde am 15.07.2025 16:02 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.07.2025 - 16:09 Uhr
Nur kaschiert der aktuelle Beschaffungspreis Verluste, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen und dort absorbiert werden müssen.
Gibt es zu dem Thema was aktuelles, das man nachlesen könnte?
Dieser Beitrag wurde am 15.07.2025 16:10 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.07.2025 - 17:24 Uhr
Das ist leider ungenau Raven. Die A400m.hat erst seit 2013 eine uneingeschränkte zivile Zulassung. Damit man sie auch in Notfällen für zivile Zwecke einsetzem kann.
Davor war sie zunächst nur Restricted Zivi zugelassen und davor rein Militärisch.
Es trägt sich aktuell nicht selber. Von Gewinn ganz zu schweigen. Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass es ein Flop ist.
Natürlich kosten die Weiterentwicklungen, Payloaderhöhungen usw viel Geld. Das kann man beim Militär nicht umlegen.
Wie gesagt. Es ist eine militärische Entwicklung mit zusätzlicher ziviler Zulassung für Evaluierung oder Katastrophenhilfe.
Die Bundeswehr dürfte sonst keine Zivilisten aus Krisengebieten auffliegen.
Beitrag vom 15.07.2025 - 23:48 Uhr
Das ist leider ungenau Raven. Die A400m.hat erst seit 2013 eine uneingeschränkte zivile Zulassung. Damit man sie auch in Notfällen für zivile Zwecke einsetzem kann.
Davor war sie zunächst nur Restricted Zivi zugelassen und davor rein Militärisch.
Es trägt sich aktuell nicht selber. Von Gewinn ganz zu schweigen. Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass es ein Flop ist.
Natürlich kosten die Weiterentwicklungen, Payloaderhöhungen usw viel Geld. Das kann man beim Militär nicht umlegen.
Wie gesagt. Es ist eine militärische Entwicklung mit zusätzlicher ziviler Zulassung für Evaluierung oder Katastrophenhilfe.
Die Bundeswehr dürfte sonst keine Zivilisten aus Krisengebieten auffliegen.
Die Zulassung und Spezifikation wurde auf ziviler Basis geführt und das gilt auch für die Verträge. De facto kam ein Wolpertinger dabei heraus, den die Behörde auch nicht mehr mitgehen würde.
Beitrag vom 15.07.2025 - 23:55 Uhr
Nur kaschiert der aktuelle Beschaffungspreis Verluste, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen und dort absorbiert werden müssen.
Gibt es zu dem Thema was aktuelles, das man nachlesen könnte?
Das können Sie anhand von gebildeten Drohverlustrückstellungen erkennen. Am prominentesten bei Airbus selbst ist auch dem Triebwerkskonsortium.
Beitrag vom 15.07.2025 - 23:57 Uhr
Nur kaschiert der aktuelle Beschaffungspreis Verluste, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen und dort absorbiert werden müssen.
Gibt es zu dem Thema was aktuelles, das man nachlesen könnte?
… und auch…
Es lebe die Autokorrektur!
Beitrag vom 16.07.2025 - 06:52 Uhr
Die Zulassung und Spezifikation wurde auf ziviler Basis geführt und das gilt auch für die Verträge. De facto kam ein Wolpertinger dabei heraus, den die Behörde auch nicht mehr mitgehen würde.
Jetzt wird es interessant: Dann schießen Sie mal los, wo würde die Behörde heute nicht mehr mitgehen? Welche Behörde? EASA, LBA, DGAC, AESA bzw INTA oder wer?
Was ist heute nicht mehr zulassungsfähig?
Da bin ich gespannt.
Ich könnte die Antwort ja vorweg nehmen! Warum? Lesen Sie gerne meinen Beitrag auf Seite 4 in diesem Thema
https://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/4/Treibstoffzufuhr-in-Triebwerke-nach-Start-unterbrochen/
Kleine Anekdote
Die A350 der Flugbereitschaft haben zu ihrem zivilen TC jetzt noch ein militärisches bekommen und werden unter militärischer Registrierung und militärischen Verfahren betrieben, Nachteil, alle Ersatzteile brauchen auch militärische Papiere, eine EASA Form 1 reicht nicht aus. Und die drei Maschinen und auch die A321neo kamen deutlich später zur Flotte als die A400m.
Soviel zu der Behauptung, zivile und militärische Zulassung. Aber sie werden uns ja sicher gleich erhellen, was dort nicht mehr mitgegangen würde, seitens der Behörde.