Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Dreamliner-Batterie kocht über

Beitrag 1 - 12 von 12
Beitrag vom 06.12.2017 - 14:39 Uhr
Userdaniel1138
User (449 Beiträge)
Ich glaube nicht, dass dies der erste Batterievorfall nach dem Update ist. Aber im Artikel steht auch, dass die NTSB diesen Vorfall nicht als meldepflichtig einstuft. Man kann also durchaus vermuten, dass es mehrere solcher Vorfälle in der Vergangenheit gegeben haben könnte, diese aber eben keine Nachricht wert waren.
Beitrag vom 06.12.2017 - 15:25 Uhr
UserHans von Ohain
User (206 Beiträge)
Tut mir leid aber ein Flugzeug mit einem "MAIN BATTERY EXHAUST" muss schon etwas scheiße sein.
Beitrag vom 06.12.2017 - 15:30 Uhr
UserLH1649
User (113 Beiträge)
Ich glaube nicht, dass dies der erste Batterievorfall nach dem Update ist. Aber im Artikel steht auch, dass die NTSB diesen Vorfall nicht als meldepflichtig einstuft. Man kann also durchaus vermuten, dass es mehrere solcher Vorfälle in der Vergangenheit gegeben haben könnte, diese aber eben keine Nachricht wert waren.

Einerseits wäre ähnliche Vorfälle zu kommunizieren gut, weil es die Wirksamkeit des Containers mehrfach beweist, andererseits würden mehrere dieser Vorfälle allerdings Diskussionen über die Sicherheit der Lithium Akkus anfachen und das wäre dann interessant, wenn die Elektrofliegerei voran getrieben werden soll.

Davon abgesehen passt im Artikel einiges nicht so ganz zusammen.
Auch wenn der Volksmund gerne von Autobatterie und Batteriesäure spricht, handelt sich um Akkus, denn Batterien lassen sich nicht aufladen.
Das was man klassisch unter Batteriesäure versteht, ist schweflige Säure, die in Blei-Säure Akkus (klassische „Autobatterie“) verwendet wird.
Die Akkus, die beim Dreamliner zum Problem wurden, sind wegen der benötigten Energiedichte aber Lithium-Polymer Akkus und die bestehen nicht aus und erzeugen beim Überhitzen auch keine Batteriesäure. Das sind eher Abbauprodukte einer nicht mehr stoppbaren chemischen Reaktion des Polymer, das aufgrund einer Beschädigung z.B. durch Überladung entstanden ist.

Airbus hat wegen der Probleme des Dreamliners im A350 die deutlich schwereren aber auch sicheren Bleiakkus verwendet.
Übertriebene Elektrifizierung wie im Dreamliner bringt keine nennenswerten Vorteile.
Beitrag vom 06.12.2017 - 15:53 Uhr
UserAlfred
User (242 Beiträge)
Wollte Airbus nicht nur in der ersten Zeit die Bleiakkus verwenden und später auch auf Lithium umstellen?
Und ist diese Umstellung bereits erfolgt?
Beitrag vom 06.12.2017 - 16:48 Uhr
UserAvokus
User (750 Beiträge)
So viel zum Thema Elektromobilität. Das scheint ja noch nicht wirklich der Stein des Weisen zu sein. Verwunderlich nur, daß nicht viel mehr passiert. Es wäre mal interessant zu erfahren wieviele Wohnungsbrände auf die Entzündung von Lithium Ionen Accus zurückgehen. Im Zusammenhang mit Elektromobilität bei Autos dürfte dies eine ziemlich große Unwägbarkeit sein. Wenn ein Kfz in einer Tiefgarage Feuer fängt ist dann wohl an der Tagesordnung. Interessant auch die Verfügung einiger amerikanischer Airlines, ebenfalls Artikel von heute, dass Passagiere ihr Smart Luggage mit Accus nicht mehr ohne Weiteres einchecken dürfen. Bei so viele Smart Phones, Tablets etc. in den Kabinen, frage ich mich, ob man das Thema wirklich im Griff hat. Unsere Fahrradakkus haben wir mal deshalb weit weg von brennbaren Gegenständen gelagert und Kleinakkus aus Schubladen genommen.
Beitrag vom 06.12.2017 - 16:54 Uhr
Userdaniel1138
User (449 Beiträge)
Wollte Airbus nicht nur in der ersten Zeit die Bleiakkus verwenden und später auch auf Lithium umstellen?
Und ist diese Umstellung bereits erfolgt?

 https://www.flightglobal.com/news/articles/lithium-ion-batteries-fly-again-on-a350-900-425894/

Umstellung wohl erfolgt, allerdings mit konservativerem Design und vier kleineren anstatt zwei großen Batterien.
Beitrag vom 06.12.2017 - 16:57 Uhr
Usermenschmeier
User (500 Beiträge)
Es ist zwar Off Topic, aber frag doch mal bei den Feuerwehren in deiner Umgebung. Es wird immer von einer Häufung der Brandstiftungen an PKW berichtet, aber das ist, zumindest hier im Raum des nördlichen Harzvorlandes, nicht so ganz korrekt. 3 von 5 Fällen im letzten Jahr waren nicht auf Brnadstiftung zurückzuführen.
Beitrag vom 06.12.2017 - 17:06 Uhr
UserMHalblaub
User (580 Beiträge)
Wollte Airbus nicht nur in der ersten Zeit die Bleiakkus verwenden und später auch auf Lithium umstellen?
Bereits beim A380 wurden Lithiumakkus verwendet. Diese waren auch beim A350 geplant. Nach den Dreamliner-Vorkommnissen und der nicht vorhersehbaren Reaktion der FAA, ist Airbus auf Bleiakkus zurück. Der A350 wurde mit Bleiakkus zugelassen. Ob bereits die Lithiumakkus zertifiziert sind, weiß ich nicht.
Beitrag vom 06.12.2017 - 17:28 Uhr
Usermenschmeier
User (500 Beiträge)
Wollte Airbus nicht nur in der ersten Zeit die Bleiakkus verwenden und später auch auf Lithium umstellen?
Bereits beim A380 wurden Lithiumakkus verwendet. Diese waren auch beim A350 geplant. Nach den Dreamliner-Vorkommnissen und der nicht vorhersehbaren Reaktion der FAA, ist Airbus auf Bleiakkus zurück. Der A350 wurde mit Bleiakkus zugelassen. Ob bereits die Lithiumakkus zertifiziert sind, weiß ich nicht.

Nein auch wenn sich das Gerücht hier im Forum hartnäckig hält, die A380 hat Lithium Akkus nur für die Notbeleuchtung, die Hauptakkus sind konventionelle Nickel Cadmium Akkus (Ni-CD) und Hersteller ist die Firma Saft.
 http://saft-prod.cirrus-cloud.net/battery-search/505ch2
Beitrag vom 06.12.2017 - 17:33 Uhr
UserFW 190
User (1310 Beiträge)
@LH 1649: Ihr Wissen ist veraltet, aus Wikipedida:

"Im technischen Sinn ist eine Batterie eine Kombination mehrerer gleichartiger galvanischer Zellen bzw. Elemente, die in Reihe zusammengeschaltet sind.[1] Es gibt Batterien aus Primärzellen (nicht wiederaufladbar) und solche aus Sekundärzellen (wiederaufladbar). Ursprünglich waren mit Batterien nur solche aus Primärzellen gemeint. Seit der Ausbreitung der wiederaufladbaren Speicher ist diese einschränkende Definition veraltet."

Zudem auch ein LiPo hat ein Elektrolyt das vielleicht nicht so flüssig ist wie bei einer Blei Batterie aber es ist kein Feststoff. Siehe auch den Unterschied Blei-Gel zu "normalen Blei Akkus.

Bei Airbus werden - wenn es keine LiPo sind - NiCd und nicht Blei Akkus verbaut.

Warum Boeing nicht auf LiFePO4 (kurz LiFe genannt) umgestellt hat kann ich nicht verstehen denn bei denen gibt es keine Thermal runawy der besonders bei den LiPos gefürchtet ist. LiIo (Lithium Ionen) sind auch nicht so kritisch aber immer noch deutlich schlechter (nur hinsichtlich Thermal runawy) als LiFe.

Deren Nachteil ist das höhere Gewicht und die niedrigere Spannung. Statt 10 Zellen braucht es dann 12 mit je 15% höherem Gewicht. Die Metallbox ist aber sicher schwerer.

Aber die ganze Akku Diskussion hatten wir schon vor Jahren. Wie man sieht geht es mit dieser "Lösung" ja ziemlich sicher denn es ist ja immer noch ein 2. Akku an Bord und beide werden kaum gleichzeitig durchgehen. Nur die Gase sind nicht gut für die Lungen
Beitrag vom 06.12.2017 - 17:34 Uhr
Usernessie
User (650 Beiträge)
Lithium-Ionen-Akkus ist nicht gleich Lithium-Ionen-Akku.

Boeing verwendet Lithium-Ionenakkus mit Lithium-Kobalt-Dioxid-Anoden. Das Zeug neigt zum Durchgehen, insbesonder bei inhomogener Temperatur. Dazu kommt, dass die Hauptbatterie aus nur 8 Einzelzellen à 3,5 Kilo das Stück bestehen. Da ist es natürlich nicht trivial, eine gleichmäßige Temperatur hinzbekommen.

Die Technologie dahinter ist noch Neuland - hat aber eine extrem hohe Energiedichte.

Handys, Laptops und E-Autos habe meint weniger risikoreiche Nickel-Mangan-Kobalt-Anoden oder Nickel-Kobalt-Aluminium-Anoden. Und die Einzelzellen sind auch deutlich kleiner.

Noch weniger gefährlich ist Lithium-Eisenphosphat als Anodenmaterial; hat aber nur 2/3 der Energiedichte von Lithium-Kobalt-Dioxid.

Ich weiß nicht denaus, was für Anodenmaterial Airbus verwenden wollte - aber Nickel-Kobalt-Dioxid war es definitiv nicht.

Ich gehe davon aus, dass man mit der feuersicheren Akkudose untem Strich Gewicht und Bauraum draufgelegt hat. War halt ein bissle hoch gepokert.
Beitrag vom 06.12.2017 - 17:41 Uhr
UserFW 190
User (1310 Beiträge)
Für den der mehr über die Li Akku Technologie wissen will, hier ein link zu eine größeren pdf File von Frank Siegert, der hat wirklich Ahnung von diesen Akkus. Er erklärt auch die diversen Typen:

 http://www.elektromodellflug.de/lithium-akku-technologie.php