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Beitrag 1 - 6 von 6
Beitrag vom 10.08.2025 - 08:07 Uhr
UserEricM
User (7016 Beiträge)
Die europäische Raumfahrtagentur ESA hält das Vorhaben für durchaus umsetzbar

Vermutlich aber nur im rein akademischen Sinne von "kann man einen Atomreaktor auf dem Mond betreiben?"

Denn ansonsten deuten die aktuellen Pläne der US Regierung und die Massenentlassungen eher auf ein langsames Ende der NASA hin.
Das aktuell vorgeschlagene Wissenschafts Budget für 2026 beläuft sich auf gerade mal 50% von 2025, das Gesamt Budget auf 75% von 2025.
Ob Artemis diese Einschnitte überhaupt übersteht, halte ich für fraglich.
Das für das bisher geplante Mondprogramm ebenfalls benötigten Starship zeigt bisher keine Anzeichen, auch nur suborbital ohne Explosion fliegen zu wollen, benötigt für Tankmissionen Starts im industriellen Maßstab um den Mond erreichen zu können und ist durch sein Verhältnis von Höhe zu Breite maximal untauglich für Mondlandungen.
Das Starship HLS sollte mal 2025 bereits fertiggestellt sein. Tatsächlich wurde noch nicht mal mit der Konstruktion begonnen.

 https://en.wikipedia.org/wiki/Starship_HLS

In 5 Jahren haben die USA genau so viele Atomreaktoren auf dem Mond wie Russland, das diese ja auch schon lange angekündigt hatte...

Dieser Beitrag wurde am 10.08.2025 08:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.08.2025 - 10:15 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4069 Beiträge)
Die Allmachtsphantasieen der Menschheit sind offensichtlich nicht zu bremsen, oder besser: die Menschheit ist unbelehrbar.

Wir haben unseren Planeten mit der Nutzung von so vielen, vermeintlich glücksbringenden, Technologien/ Rohstoffen wie Kohle, Öl, Gas, Atomkraft und deren unbeherrschbaren Folgen (CO2- Ausstoß, Plastikvermüllung, atomarer Abfall usw.usf.) an den Rand des Untergangs gebracht.

Aber dies reicht offenbar nicht. Wir haben ja noch den Weltraum - also los.

Achtung Ironie:

"Man benutze ein Kühlmittel, das dann mit einer relativ hohen Temperatur direkt in den Weltraum abstrahle."

Mit 'Wärmeabstrahlung' und seinen Folgen kennt sich die Menschheit ja bestens aus. Das haben wir ja auf der Erde voll im Griff, also kann man das auch locker im Weltall machen.

""Wenn das AKW auf dem Mond im Betrieb ist, ist im Umkreis von 50 Metern die Strahlung für Menschen tödlich und auch für Roboter zu hoch""

Auch das: völlig belanglos, es leben ja auch keine Menschen da... . Auch wenn niemand die Folgen wirklich genau einschätzen kann, einfach mal ausprobieren- hat ja auf der Erde auch so super gut geklappt. 

Ich bin (immer noch) der Meinung das wir hier auf der Erde genug (noch unlösbare) Probleme haben, um die wir uns wesentlich dringender und mit allen wissenschaftlich- technischen Ressourcen kümmern sollten, als im Weltall rumzuexperimitieren, mit völlig unabsehbaren Folgen (für den ganzen Weltraumschrott, der mittlerweile da rumfliegt, haben wie ja auch noch keine Lösung!).

Beitrag vom 15.08.2025 - 10:40 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4069 Beiträge)
Eine Ergänzung zu meine vorherigen Post. Was waren alle in den 60/70iger Jahren stolz auf die Plastik/Platte Produkte. Und nun das:

 https://www.spiegel.de/wissenschaft/plastikmuell-globales-abkommen-scheitert-nach-dreijaehrigen-verhandlungen-a-0f262e30-e364-4612-af59-ecb86b635a49

Eine noch nicht absehbare Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier, ohne irgendeine wirkliche Möglichkeit das einzudämmen, geschweige denn zu verhindern. (vermeintlicher) Gewinn ist alles was zählt, ohne Rücksicht.

Nun bauen wir also AKW's auf dem Mond, was soll's das wir das Strahlungsproblem nicht mal auf der Erde im Griff haben... .
Beitrag vom 15.08.2025 - 17:24 Uhr
UserEricM
User (7016 Beiträge)
Aber dies reicht offenbar nicht. Wir haben ja noch den Weltraum - also los.

Bei allem Verständnis für Ihre Empörung:
Ein Atomreaktor auf dem Mond wäre für langfristige Missionen allein schon deshalb sinnvoll, weil man außer an den Polen überall sowohl eine 2-wöchige Nacht mit -160(?)°C als auch 2 Wochen Tag mit +130°C überbrücken muss. D.h. entweder kühlt man aufwendig oder man heizt.
Solar liefert nur 50% dieser Zeit Strom, für die Speicherung haben wir noch nichts passendes gefunden und andere regenerative Energiequellen gibt es auf dem Mond nicht.


"Man benutze ein Kühlmittel, das dann mit einer relativ hohen Temperatur direkt in den Weltraum abstrahle."
Mit 'Wärmeabstrahlung' und seinen Folgen kennt sich die Menschheit ja bestens aus. Das haben wir ja auf der Erde voll im Griff, also kann man das auch locker im Weltall machen.

Die den Cores nachgeschalteten Turbinen in irdischen AKWs sind klassische Wärmekraftmaschinen und brauchen daher ebenfalls Kühlung, sonst bleiben sie stehen, sobald ein thermisches Gleichgewicht eintritt.
Oder der Schmelzpunkt des ersten verbauten Materials überschritten wird.
Deswegen liegen AKWs idR entweder am Meer oder an Flüssen.
Die Direktabstrahlung auf dem Mond ist notwendig, da auf dem Mond keine Konvektion in Wasser oder Luft die Wärme abtransportieren und für eine Kühlung der WKMs sorgen kann.

Dieser Beitrag wurde am 15.08.2025 17:25 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.08.2025 - 19:56 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4069 Beiträge)
Aber dies reicht offenbar nicht. Wir haben ja noch den Weltraum - also los.

Bei allem Verständnis für Ihre Empörung:
Ein Atomreaktor auf dem Mond wäre für langfristige Missionen allein schon deshalb sinnvoll, weil man außer an den Polen überall sowohl eine 2-wöchige Nacht mit -160(?)°C als auch 2 Wochen Tag mit +130°C überbrücken muss. D.h. entweder kühlt man aufwendig oder man heizt.
Solar liefert nur 50% dieser Zeit Strom, für die Speicherung haben wir noch nichts passendes gefunden und andere regenerative Energiequellen gibt es auf dem Mond nicht.


"Man benutze ein Kühlmittel, das dann mit einer relativ hohen Temperatur direkt in den Weltraum abstrahle."
Mit 'Wärmeabstrahlung' und seinen Folgen kennt sich die Menschheit ja bestens aus. Das haben wir ja auf der Erde voll im Griff, also kann man das auch locker im Weltall machen.

Die den Cores nachgeschalteten Turbinen in irdischen AKWs sind klassische Wärmekraftmaschinen und brauchen daher ebenfalls Kühlung, sonst bleiben sie stehen, sobald ein thermisches Gleichgewicht eintritt.
Oder der Schmelzpunkt des ersten verbauten Materials überschritten wird.
Deswegen liegen AKWs idR entweder am Meer oder an Flüssen.
Die Direktabstrahlung auf dem Mond ist notwendig, da auf dem Mond keine Konvektion in Wasser oder Luft die Wärme abtransportieren und für eine Kühlung der WKMs sorgen kann.

Selbstverständlich verstehe ich das Strom/ Energie direkt auf dem Mond zum 'anzapfen' zu haben, eine schöne Sache für Forschung wäre.

Was ich jedoch bedenklich finde, dass das mit einer Technologie erfolgen soll, deren langfristige - eben auch auf der Erde - Folgen wir nicht wirklich beherrschen. Und deren Auswirkungen auf den Mond/ den Weltraum nicht abzusehen ist - siehe auch die Unmengen von Weltraumschrott im Orbit, die zunehmend zur Gefahr werden und ebenfalls ohne irgendein Beachten der Folgen im Weltall verklappt wurden.
Einmal völlig von einem möglichen SuperGau abgesehen.

Und nicht zu vergessen:
es geht doch dabei vorrangig nicht wirklich um Forschung für die gesamte Menschheit, es geht um Prestige und, nicht zuletzt, um mögliche Gewinne.
Beitrag vom 16.08.2025 - 09:57 Uhr
UserEricM
User (7016 Beiträge)
Selbstverständlich verstehe ich das Strom/ Energie direkt auf dem Mond zum 'anzapfen' zu haben, eine schöne Sache für Forschung wäre.

Was ich jedoch bedenklich finde, dass das mit einer Technologie erfolgen soll, deren langfristige - eben auch auf der Erde - Folgen wir nicht wirklich beherrschen.

Beherrschbar ist die aktuelle Generation von Kraftwerken nicht in dem Sinne, dass keine Kernschmelze eintreten kann. AKWs benötigen auch nach dem Abschalten eine funktionsfähige Kühlung, sie sind nicht eigensicher.
Allerdings gibt es kleinere und letztendlich ineffizientere Designs, die dafür aber eigensicher wären.

Was wir aber weltweit gar nicht gut beherrschen ist, uns mal ehrlich zu machen, und die langfristige Abfallbeseitigung mal anzugehen, inklusive eines Endlager-Standorts und der mit dessen langfristigem Betrieb verbundenen Kosten.

Und deren Auswirkungen auf den Mond/ den Weltraum nicht abzusehen ist

Eher weniger. Der Mond hat keine Umwelt, die vor Strahlung geschützt werden muss und keine Atmosphäre oder Wasserkreislauf, die strahlendes Material verteilen könnten.
Selbst ein GAU würde spaltbares Material nur einmal ballistisch im Umkreis verteilen.
Da liegt es dann und man kann es liegen lassen oder nach ein paar Jahren Abklingzeit aufsammeln.

Was auf dem Mond von der Sonne ungebremst an Alpha, Beta und Gamma Strahlung reinbrutzelt übertrifft die Strahlung in so manchem Kernbehälter eines irdischen AKW recht zügig.

- siehe auch die Unmengen von Weltraumschrott im Orbit, die zunehmend zur Gefahr werden und ebenfalls ohne irgendein Beachten der Folgen im Weltall verklappt wurden.
Einmal völlig von einem möglichen SuperGau abgesehen.

Und nicht zu vergessen:
es geht doch dabei vorrangig nicht wirklich um Forschung für die gesamte Menschheit, es geht um Prestige und, nicht zuletzt, um mögliche Gewinne.

Das sind andere Themen


Aber ganz generell sind Atomreaktoren außerhalb von Biosphären ein eher kleineres Problem, selbst im Falle eines GAU.
Das einzige richtig große Risiko ist der Start.

Dieser Beitrag wurde am 16.08.2025 09:59 Uhr bearbeitet.