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Beitrag vom 20.02.2020 - 10:46 Uhr
UserNicci72
User (296 Beiträge)
ich vermute das Boeing mit einigen Entscheidungen extrem auf die Schnauze fallen wird.
So denke ich das auch in diesem Fall.
Gehe vor Gericht mit den Leuten von denen du abhängig bist und du wirst ernten was du sähst.

Boeing wird merken das der Cash langsam knapp wird, es ist halt eigentlich witzlos und zeigt wie broken deren Culture und das Management ist. Man nimmt lieber massiv Kredit auf um die Dividende zu zahlen anstatt die Firma komplett in den Krisenmodus zu schalten und den Eigentümern zu sagen das man ein riesen Problem hat.
Denn die Cashcow schlechthin fällt natürlich aus.

Boeing scheint immer noch davon auszugehen das ihr Legal und die Verzögerungstaktik sie aus dem gröbsten raushalten.
Dabei wird die Max Krise wohl eher in einen Hohen zweistelligen Mrd. Bereich gehen, wenn ich mir das so überlege:
Deepwater Horizon hat 19 Mrd. Entschädigung gekostet, gesamt 62 Mrd. je nachdem welche Zahlen man anschaut.
VW liegt wohl bei Dieselgate über 30 Mrd. und da ist Restructure wohl noch nicht drin und auch nicht alle Entschädigungen und Strafen, da sind ja noch Verfahren anhängig.

Wenn ich mir die beiden Dinge anschaue, dann sehe ich den Schaden für Boeing größer:
346 Menschenleben
Regulator und Kunden belogen
Passagiere belogen
alles mit Vorsatz
Wenn ich da grob über den Daumen peile, Entschädigung (muss ja von der Logik her über den 20 Mrd von BP und auhc über der Strafe von VW liegen.
Dazu der Produktionsausfall.
Und die Kosten für Restructure, man kannn ja nicht einfach so weiter machen.

BP hat ein gewaltiges Problem, und ich frage mich schon warum man so weiter macht als wäre nichts gewesen.
Dazu die riesen Gefahr, das die PAX in die Max einfach nicht mehr einsteigen. Sobald man als Airline sieht, das Max Flüge weniger gebucht werden, ist das Ding erledigt.

Boeing hätte in meinen AUgen shcon längst in den absoluten Krisenmodus schalten sollen, das haben sie aber nahc aussen zuminderst noch nicht getan.

Grundsätzlich stimme ich mit Ihnen hier völlig überein. Allerdings ist die Sichtweise, dass man vom Zulieferer abhängig ist, gerade nicht die, die man ganz offensichtlich im Top-Management von Boeing hat (die Beschäftigung mit der Prägung und dem Denkstil des neuen CEO ist da schon recht erhellend). Es ist wie gesagt evident, dass hier Kosten an den Zulieferer ausgelagert und damit Verluste an diesen verschoben werden sollen. Im Übrigen geht man offenbar wohl auch davon aus, dass die US-amerikanische Politik es sich überhaupt nicht leisten kann, Boeing nicht zu stützen, die gegenwärtige US-Administration mit ihrer Politik des "America First" am allerwenigsten. Wenn man versucht zu verstehen, wie Politik in den USA funktioniert, dann ist das aber vielleicht gar nicht mal so falsch gedacht. Von dem nach den MAX-Crashs mit viel öffentlichem Getöse eingeleiteten Ermittlungsverfahren des US-Justizministeriums habe ich seither nie wieder etwas gehört. Soweit ich es nachverfolgen konnte hat bisher auch noch kein US-Gericht irgendetwas Konkretes verhandelt. Faktisch hat Boeing bisher wohl noch überhaupt keine Schadensersatzleistungen in relevanter vergleichbarer Größenordnung gezahlt - wie gesagt inzwischen fast anderthalb Jahre nach dem ersten Crash und fast ein Jahr nach dem Grounding. Die von Ihnen zu Recht angesprochenen Vergleichs-"Parameter" britsche BP und deutsche VW (man könnte noch die japanische Toyota als drittes einschlägiges Beispiel hinzufügen) waren zum selben Zeitpunkt nach dem Beginn der jeweiligen Affäre bereits dabei, Schadensersatz-Transaktionen in Milliardenhöhe zu tätigen. So wie Politik in den USA funktioniert spekuliert man bei Boeing womöglich zu Recht darauf, dass ein ernsthaftes Antasten der Ikone Boeing in den USA nicht passieren wird und ihnen außerhalb der USA sowieso niemand etwas kann. Deshalb gilt auch hier wieder die Maxime, dass der Shareholder Value und damit die Dividende das wichtigste ist. Wie erwähnt: Boeings neuer CEO ist ein bei Jack Welch geschulter Blackstone-Experte für Kostenoptimierung zwecks Divendenerhöhung. Dass jemand mit seinem Profil in dieser Situation den frei gewordenen "Top Job" bekommt und nicht etwa ein Manager aus dem Bereich der Produktion ist ja auch schon vielsagend (was übrigens auch in vielen US-Medien so gesehen wird).
Beitrag vom 20.02.2020 - 14:08 Uhr
UserVan der Fart
User (10 Beiträge)
Da ist Boeing ja richtig fies gegen Leonardo. 2018 hat Boeing Leonardo schon den Auftrag für den neuen Militärtrainer (TX-Programm) weggeschnappt. Dazu Zitat aus der Flugrevue:
"Es handelt sich laut Pentagon um Festpreisverträge, so dass das Risiko bei Boeing liegt. Einige Beobachter spekulieren, dass das Unternehmen wie beim KC-46-Tanker ein extrem niedriges Angebot abgegeben hat und damit anfängliche Verluste riskiert."
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