Beitrag vom 11.05.2026 - 10:48 Uhr
Aber unsere Katherina Reiche sagte doch erst kürzlich "Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin." und Patrick Schnieder meinte "Wir haben ein Preisproblem, aber kein Problem mit der Versorgung.".
Sie dachte wohl nur in der Gegenwart, und er vielleicht an seine finanzielle Versorgung, wer weiß? Oder haben die jetzt einfach nur gelogen oder waren sie nur zu dumm dafür, die Realität korrekt zu formulieren? Was treibt einen geistig nicht Beeinträchtigten dazu, sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Gespött zu machen?
Beitrag vom 11.05.2026 - 11:01 Uhr
Mal eine Frage an die Experten: Müssen Maschinen mit Jet A auf einem niedrigeren FL fliegen wie mit A1?
Beitrag vom 11.05.2026 - 11:46 Uhr
Mal eine Frage an die Experten: Müssen Maschinen mit Jet A auf einem niedrigeren FL fliegen wie mit A1?
Im Normalfall nicht. In den USA wird standardmäßig mit Jet A betankt – und ein Flug aus den USA fliegt deshalb nicht automatisch auf niedrigeren Flight Levels als ein Flug mit Jet A-1.
Allerdings liegt der Gefrierpunkt von Jet A mit maximal ?40 °C sieben Grad höher als der von Jet A1 (?47 °C). Dadurch kann auf langen Flügen durch sehr kalte Luftschichten schneller das Thema "cold fuel" relevant werden. Der Treibstoff kühlt während des Fluges kontinuierlich aus und darf sich seinem individuellen Gefrierpunkt nur bis zu einem Sicherheitsabstand annähern.
Mit Jet A müssen daher unter Umständen früher Maßnahmen ergriffen werden, um die Fuel Temperature in Limits zu halten – beispielsweise in wärmere Luftschichten fliegen (also meist tiefer), die Geschwindigkeit erhöhen, um mehr aerodynamische Erwärmung zu erzeugen oder die Route anpassen.
In der Praxis betrifft vor allem Strecken in sehr kalten Regionen, z.B. über dem Nordatlantik, Kanada oder Polarregionen.
Aus persönlicher Erfahrung waren grob zwei Drittel der Fälle, in denen "cold fuel" ein Thema wurde, mit Jet A verbunden.
Zusammengefasst: Es gibt keine pauschalen operativen Einschränkungen für Jet A. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass auf langen Flügen in besonders kalten Luftschichten Maßnahmen erforderlich werden.
Beitrag vom 11.05.2026 - 12:42 Uhr
Aber unsere Katherina Reiche sagte doch erst kürzlich "Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin." und Patrick Schnieder meinte "Wir haben ein Preisproblem, aber kein Problem mit der Versorgung.".
Sie dachte wohl nur in der Gegenwart, und er vielleicht an seine finanzielle Versorgung, wer weiß? Oder haben die jetzt einfach nur gelogen oder waren sie nur zu dumm dafür, die Realität korrekt zu formulieren? Was treibt einen geistig nicht Beeinträchtigten dazu, sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Gespött zu machen?
Absolut, dass zeigt einfach das populistische Niveau der Eiskönigin Kathi Reiche.
Wie kann ich so eine pauschale Aussage treffen, wenn überhaupt nicht absehbar ist, wie lange der Konflikt geht? Wenn grob 10% der (Rohöl-) Menge fehlen, gibt es halt irgendwann einmal einen Mangel. Denn auch die strategischen Reserven sind irgendwann einmal aufgebraucht.
Was auch nicht vernachlässigt werden soll, dass diese auch wieder gefüllt werden müssen.
Beitrag vom 11.05.2026 - 12:46 Uhr
@cb6785
Ich nehme mal an, auch die europäischen Airlines tanken in Übersee für ihren Heimflug den JET-A ?
Insofern war, ist und wäre es zukünftig auch von Europa aus kein operationelles/technisches Problem ?
Beitrag vom 11.05.2026 - 12:52 Uhr
@cb6785
Ich nehme mal an, auch die europäischen Airlines tanken in Übersee für ihren Heimflug den JET-A ?
Insofern war, ist und wäre es zukünftig auch von Europa aus kein operationelles/technisches Problem ?
Genau. Europäische Airlines tanken auf ihren Rückflügen aus den USA regulär Jet A.
Insofern ist Jet A kein neues operationelles oder technisches Thema. Flugzeuge sind darauf ausgelegt und entsprechend zugelassen.
Der Unterschied zu Jet A-1 liegt darin, dass bei bestimmten Konstellationen – auf langen Flügen in sehr kalten Luftmassen – etwas konservativer geplant bzw. früher operativ reagiert werden muss. Das betrifft aber eher Effizienz und operative Flexibilität als grundsätzliche technische Durchführbarkeit oder Sicherheit.
Beitrag vom 11.05.2026 - 13:50 Uhr
Genau. Europäische Airlines tanken auf ihren Rückflügen aus den USA regulär Jet A.
Insofern ist Jet A kein neues operationelles oder technisches Thema. Flugzeuge sind darauf ausgelegt und entsprechend zugelassen.
Der Unterschied zu Jet A-1 liegt darin, dass bei bestimmten Konstellationen – auf langen Flügen in sehr kalten Luftmassen – etwas konservativer geplant bzw. früher operativ reagiert werden muss. Das betrifft aber eher Effizienz und operative Flexibilität als grundsätzliche technische Durchführbarkeit oder Sicherheit.
Bezüglich JET A ging es im Artikel ja um diesen Absatz:
Lufthansa hofft auf einen Freigabeerlass für Jet-A. "Heute muss jede Tonne (importiertes)
Jet-A durch den Raffinerieprozess", um zur besonders frostsicheren EU-Sorte "Jet-A1" aufgewertet
zu werden, sagte Spohr. "Das können wir uns sparen."
Anscheinend hat Deutschland/Europa also wieder mal strengere Vorschriften als der Rest der Welt, nämlich Jet A-1 zu verwenden, wo die billigerere Lösung JET A nicht nur technisch und sicherheitsmässig akzeptabel wäre, sondern in der Praxis zumindest auf dem Rückflug nach Europa wohl ausnahmslos auch genutzt wird, was die einseitige höhere Anforderung JET A-1 recht sinnlos macht, sofern Flüge EU-USA nicht grundsätzlich in kälteren Regionen als die Rückflüge USA-EU durchgeführt würden.
Geht es also westwärts regelmässig kälter zu als ostwärts (was für JET A-1 sprechen würde), oder sind es nur mal wieder sinnlose Vorschriften, die hierzulande so manches unnötig verteuern?
Beitrag vom 11.05.2026 - 14:14 Uhr
Aber unsere Katherina Reiche sagte doch erst kürzlich "Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin." und Patrick Schnieder meinte "Wir haben ein Preisproblem, aber kein Problem mit der Versorgung.".
Sie dachte wohl nur in der Gegenwart, und er vielleicht an seine finanzielle Versorgung, wer weiß? Oder haben die jetzt einfach nur gelogen oder waren sie nur zu dumm dafür, die Realität korrekt zu formulieren? Was treibt einen geistig nicht Beeinträchtigten dazu, sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Gespött zu machen?
Absolut, dass zeigt einfach das populistische Niveau der Eiskönigin Kathi Reiche.
Wie kann ich so eine pauschale Aussage treffen, wenn überhaupt nicht absehbar ist, wie lange der Konflikt geht? Wenn grob 10% der (Rohöl-) Menge fehlen, gibt es halt irgendwann einmal einen Mangel. Denn auch die strategischen Reserven sind irgendwann einmal aufgebraucht.
Was auch nicht vernachlässigt werden soll, dass diese auch wieder gefüllt werden müssen.
Das sind halt die Denkweisen der Marktradikalen in der CDU. Es gibt keinen Mangel. Es gibt vielleicht höhere Preise, die zu einer Umverteilung oder zu "Innovation" führen. Aber _nie_ einen Mangel...
Aber in diesem Forum wird viel lieber das Framing der sog. "Ökofaschisten" kritisiert :D
Beitrag vom 11.05.2026 - 14:19 Uhr
Genau. Europäische Airlines tanken auf ihren Rückflügen aus den USA regulär Jet A.
Insofern ist Jet A kein neues operationelles oder technisches Thema. Flugzeuge sind darauf ausgelegt und entsprechend zugelassen.
Der Unterschied zu Jet A-1 liegt darin, dass bei bestimmten Konstellationen – auf langen Flügen in sehr kalten Luftmassen – etwas konservativer geplant bzw. früher operativ reagiert werden muss. Das betrifft aber eher Effizienz und operative Flexibilität als grundsätzliche technische Durchführbarkeit oder Sicherheit.
Bezüglich JET A ging es im Artikel ja um diesen Absatz:
Lufthansa hofft auf einen Freigabeerlass für Jet-A. "Heute muss jede Tonne (importiertes)
Jet-A durch den Raffinerieprozess", um zur besonders frostsicheren EU-Sorte "Jet-A1" aufgewertet
zu werden, sagte Spohr. "Das können wir uns sparen."
Anscheinend hat Deutschland/Europa also wieder mal strengere Vorschriften als der Rest der Welt, nämlich Jet A-1 zu verwenden, wo die billigerere Lösung JET A nicht nur technisch und sicherheitsmässig akzeptabel wäre, sondern in der Praxis zumindest auf dem Rückflug nach Europa wohl ausnahmslos auch genutzt wird, was die einseitige höhere Anforderung JET A-1 recht sinnlos macht, sofern Flüge EU-USA nicht grundsätzlich in kälteren Regionen als die Rückflüge USA-EU durchgeführt würden.
Geht es also westwärts regelmässig kälter zu als ostwärts (was für JET A-1 sprechen würde), oder sind es nur mal wieder sinnlose Vorschriften, die hierzulande so manches unnötig verteuern?
Ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht. Ich würde vorsichtig sein, das pauschal als "sinnlose Vorschrift" einzuordnen.
Es stimmt zwar: Airlines nutzen auf ihren Flügen aus den USA regulär Jet A. Insofern ist die Nutzung nichts Außergewöhnliches.
Der Punkt ist eher, dass Jet A-1 mit seinem niedrigeren Gefrierpunkt mehr thermische Reserve bietet und damit weltweit universeller einsetzbar ist. Europa hat sich auf den konservativeren internationalen Standard festgelegt, im Zweifel weil man damit unabhängig von Route, Jahreszeit und Wetterlage größere operative Reserven hat.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem generellen Standard und einer temporären Nutzung: Dass Flugzeuge grundsätzlich problemlos mit Jet A betrieben werden können, bedeutet nicht automatisch, dass Jet A-1 als allgemeiner Standard unsinnig wäre. Standards werden bewusst mit möglichst großen Reserven definiert – also nicht nur für durchschnittliche Bedingungen, sondern auch für ungünstige Temperatur- und Routingszenarien.
Für eine Entlastung bei Engpässen kann eine breitere Nutzung von Jet A daher durchaus sinnvoll sein. Das ist aber etwas anderes als die grundsätzliche Frage, welcher Kraftstoff langfristig der sinnvollere globale Standard ist. Da hat Jet A-1 definitiv einen (operationellen) Vorteil.
Dieser Beitrag wurde am 11.05.2026 14:21 Uhr bearbeitet.