Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / "Keiner muss das Fliegen mögen"

Beitrag 1 - 9 von 9
Beitrag vom 01.08.2019 - 10:35 Uhr
Useratc
User (395 Beiträge)
Selbstverständlich ist bei der Erhöhung des Umweltbewußtseins viel Stimmungsmache dabei - wie soll das sonst auch gehen?

Alle Bereiche in der Wirtschaft und auf der Verbraucherseite müssen ihren Beitrag leisten.
Gut, wenn die Luftfahrt es tut.
Beitrag vom 01.08.2019 - 11:23 Uhr
UserEricM
User (1471 Beiträge)
"Blutdruck" bekommen viel Anwohner von Flughäfen eher durch Fluglärm ...
Mal ernsthaft: Zu sachlicher Diskussion ruft man nicht mit emotionalen, einseitigen Statements auf.

Zum Thema muss man sagen dass der prinzipielle Energieverbrauch (27.3 kW/L) für die synthetische Herstellung nur des Kerosins Flüge deutscher Fluggesellschaften (285 TW/Jahr) in etwa der deutschen Stromproduktion aus erneuerbaren plus Kernkraft 2018 ( bzw etwas mahr als der halben Gesamtstromproduktion ) entsprochen hätte.

Allein Frankfurt benötigt die Hälfte dieser Energiemenge pro Jahr (~146TW) für alle Abflüge aller Gesellschaften.

Was auch schon einen Ausblick auf den zu erwartenden Preis gibt, der um etwa Faktor 10 höher als der aktuelle liegen würde, da nicht nur der Syntheseprozess selbst finanziert werden muss sondern auch die Stromproduktion der erforderlichen Energie zu Buche schlägt.
Nach der großtechnischen Umsetzung. Heute liegt er in Prototypanlagen etwa Faktor 100 oder mehr drüber ..

Von daher ist synthetisches Kerosin ohne Änderungen am System und dem Umfang der Fliegerei keine Lösung der kommenden Probleme.

Quellen:
Stromverbrauch:
 https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-03/synthetischer-kraftstoff-e-fuels-diesel-strom-verkehrswende

Kerosinverbrauch:
 https://www.klimaschutz-portal.aero/faq/wie-viel-kerosin-verbrauchen-deutsche-fluggesellschaften-in-einem-jahr

Stromerzeugung:
 https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/news/2018/nettostromerzeugung-2018.html

Dieser Beitrag wurde am 01.08.2019 12:27 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.08.2019 - 11:34 Uhr
Usercontrail55
User (930 Beiträge)
Kerosinverbrauch:
 https://www.klimaschutz-portal.aero/faq/wie-viel-kerosin-verbrauchen-deutsche-fluggesellschaften-in-einem-jahr
Eine BDL Website als Quellenangabe? Sie erstaunen mich ;-)
Beitrag vom 01.08.2019 - 12:11 Uhr
UserVJ 101
User (622 Beiträge)
Auf der Klimakonferenz in Sizilien findet eine Konferenz zur Erderwärmung statt, wie man sieht, wird der Flugverkehr, bzw. das Reisemittel im Allgemeinen von den Teilnehmern nicht in Zusammenhang mit der Temperaturänderungen der Erde gebracht, oder ihnen ist es zumindest egal:
 https://www.flugrevue.de/zivil/prominente-teilnehmer-reisen-bequem-an-klimakonferenz-in-palermo-mit-114-privatjets/
Beitrag vom 01.08.2019 - 12:15 Uhr
UserEricM
User (1471 Beiträge)
Kerosinverbrauch:
 https://www.klimaschutz-portal.aero/faq/wie-viel-kerosin-verbrauchen-deutsche-fluggesellschaften-in-einem-jahr
Eine BDL Website als Quellenangabe? Sie erstaunen mich ;-)

Ja, es gibt auch Quellen, die einen höheren Gesamtverbrauch bzw auf anderer Basis als nur deutesche Fluggesellschaften angeben, zB beim BUND.
Von daher nehme ich den BDL als Minimalabschätzung um die Diskussion nicht durch den Verdacht parteiischer Quellennutzung zu stören - gerade aufgrund unserer letzten Diskussion :)
Denn selbst mit diesen best-case Zahlen ist die snytX Idee weit von einem realistischen Szenario entfernt, da alleine deutsche Gesellschaften nur für die benötigte Primärenergie die halbe Stromproduktion Deutschlands ( bzw. die gesamte CO2-freie) nochmal on top finanzieren müssten.

Dieser Beitrag wurde am 01.08.2019 12:33 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.08.2019 - 16:57 Uhr
UserFW 190
User (1217 Beiträge)
Erst einmal sollte man die Rechnung so aufmachen: die 10,375 Mrd. l Kerosin haben einen Energieinhalt von 100,375 TWh denn 1 l Kerosin gleich 10 kWh. Das sind dann vom gesamt Energergiebedarf Deutschlands 4% denn unser Gesamtbedarf liegt bei rd. 2.600 TWH. (Strom 540 TWh)

Und nun kommt es, wenn wir die gesamte Energie auf Wind, Solar, Fließwasser und Bio umstellen, stellt sich nicht mehr die Frage nach der Wirtschaftlichkeit denn es wird keinen Vergleich zum fossilen Brennstoff mehr geben. Wenn die Wissenschaft ernst genommen wird und wir in spätestens 30 Jahren alles auf Strom umgestellt haben MÜSSEN, regelt sich vieles von selbst.

Ich halte auch den Faktor von 10 für zu hoch, aktuell sind es 2,73 (1 l Kerosin = 10 kWh, zur Herstellung 27,3 kWh) plus Herstellkosten. Es wird aber durch Skalierung bei 3-4 liegen. Und das sind die Energiepreise an die wir uns gewöhnen müssen wenn wir es erst meinen. Warum halten sich wohl alle Politier, auch die Grünen, mit konkreten Zahlen so zurück?

Und ja, wir müssen ausbauen, Wind und Solar auf das jeweils 7-8 fache plus Speicher in Form von H2, sythese Methan unsw.
Beitrag vom 01.08.2019 - 17:34 Uhr
UserEricM
User (1471 Beiträge)
Erst einmal sollte man die Rechnung so aufmachen: die 10,375 Mrd. l Kerosin haben einen Energieinhalt von 100,375 TWh denn 1 l Kerosin gleich 10 kWh. Das sind dann vom gesamt Energergiebedarf Deutschlands 4% denn unser Gesamtbedarf liegt bei rd. 2.600 TWH. (Strom 540 TWh)

Soweit richtig, aber wir vergleichen gerade nicht den Verbrauch sondern ermitteln die für die Synthese notwendige Energie.
Die für die Synthese von Diesel/Kerosin aufzuwendende Primärenergie liegt bei bei 27kWh/L. D.h. der Prozess ist Verlustbehaftet.
Damit liegt der Energiebedarf für die Synthese bei den genannten ~285 TWh.
Und diese muss als Strom vorliegen (Elektrolyse).
Ein Vergleich mit dem Gesamtenergieverbrauch inklusive Wärmeerzegung, Schiffs- und KFZ Verkehr ist hier ebenfalls nicht hilfreich, da zur Synthese dieser Menge Kerosin tatsächlich Strom in der genannten Höhe benötigt wird.
D.h. der Anteil an der Stromerzeugung ist relevant (>50%).


Und nun kommt es, wenn wir die gesamte Energie auf Wind, Solar, Fließwasser und Bio umstellen, stellt sich nicht mehr die Frage nach der Wirtschaftlichkeit denn es wird keinen Vergleich zum fossilen Brennstoff mehr geben. Wenn die Wissenschaft ernst genommen wird und wir in spätestens 30 Jahren alles auf Strom umgestellt haben MÜSSEN, regelt sich vieles von selbst.

Ich halte auch den Faktor von 10 für zu hoch, aktuell sind es 2,73 (1 l Kerosin = 10 kWh, zur Herstellung 27,3 kWh) plus Herstellkosten. Es wird aber durch Skalierung bei 3-4 liegen.

Ja, die "plus Herstellkosten" hatte ich bei Faktor 10 mit drin, da wir zum Einen die Energie mit Faktor 2.73 als Strom erstmal erzeugen müssen UND dann noch den Syntheseprozess zahlen müssen, plus dann Fraktionierung und Transport wie heute.

Und das sind die Energiepreise an die wir uns gewöhnen müssen wenn wir es erst meinen. Warum halten sich wohl alle Politier, auch die Grünen, mit konkreten Zahlen so zurück?

Ja, mehr Ehrlichkeit in dem Punkt wäre sicher besser.
Ohne Verhaltensänderungen wird das nicht abgehen. D.h. auch die Ansage aus Hannover "Jemand soll mit diesem Geld einfach billiges SynthKerosin erfinden und dann gehts weiter wie bisher" ist nicht realistisch.

Und ja, wir müssen ausbauen, Wind und Solar auf das jeweils 7-8 fache plus Speicher in Form von H2, sythese Methan unsw.

Da sind wir uns einig...

Dieser Beitrag wurde am 01.08.2019 17:40 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.08.2019 - 18:19 Uhr
UserFW 190
User (1217 Beiträge)
Lt. unserem Wirtschaftsminister kostet die kWh Windstrom bei der Herstellung 1-2 Cent! (am 2.Mai in der Sendung Maybritt Illner). Das wären dann bei ~ 1,5 Cent also rd. 40 Cent plus Anlagenkosten von 20% unter Euro 0,50 pro l Kerosin.

Soweit unsere Politik. ABER: das Projekt off shore Ostsee hat ohne Gewinn gerechnet Kosten von 10 Cent /kWh bei 20 Jahren Betriebszeit und 4.000 Std. Volllast p.a.. Also das Ganze mal 7, dann werden aus den 50 Cent € 3,50 alles ohne Steuern, EEG, Netzentgelte usw...

""D.h. auch die Ansage aus Hannover "Jemand soll mit diesem Geld einfach billiges SynthKerosin erfinden und dann gehts weiter wie bisher" ist nicht realistisch.""

Wer auf die Erfindung von billigerem Kerosyn wartet kann auch an Ostern auf den Osterhasen warten. Knapp am Schwachsinn vorbei soviel Unwissenheit. Da würde ich doch lieber gleich auf die Erfindung des Perpetuum Mobile warten. So sind unsere Politiker und Manager. Das ist nicht nur nicht realistisch sondern Unglaublich.


Dieser Beitrag wurde am 01.08.2019 20:53 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.08.2019 - 08:52 Uhr
Usertutnixzursache
User (4 Beiträge)
"Blutdruck" bekommen viel Anwohner von Flughäfen eher durch Fluglärm ...
den bekommen etwa um den Faktor 10 höher Anwohner an den Bahnanlagen auch, nur darf die Bahn ungestört im 24 Stunden Dauerbetrieb fahren - nachts besonders gern die Güterzüge.

Besonders "intelligent" finde ich die Konzentration auf "Inlandsflüge". Was soll das aussagen? Ein Flug Hamburg - München ist bäääh, aber ein Auslandsflug München - Salzburg ok? Dann diese Lügen über das ach so billige fliegen und das ach so teuere Bahnfahren: Ich habe mal versucht auf zwei Strecken einen Flug zu finden, der billiger ist als ein Bahnticket. Weder auf der Strecke München - Hamburg noch auf der Strecke München - Frankfurt ist mir das gelungen. Bei langfristig geplanten Reisen fährt man mit der Bahn für 19,90 (Super Spartarif) im ICE ohne Umsteigen nach Hamburg bzw Frankfurt, Flüge fangen bei 89 Euro an. Bei kurzfristigen Reisen (am nächsten Tag) ist die Bahn mit ca 180 Euro gegenüber ca 400 Euro deutlich preiswerter....