Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Luftfahrt stößt beim Klimaschutz a...

Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 06.11.2016 - 14:06 Uhr
UserHurzPurz
User (283 Beiträge)
Der Klimaindex ist offenbar ziemlich unsinnig. Die Chinesen schneiden also top ab, weil sie modernstes Fluggerät einsetzen. Macht Oman-Air auch. Durchschnittliches Flottenalter 4,x Jahre. Letzter Platz?

Die südafrikanische Comair soll dageggen top sein? Die fliegen bis zu 30 Jahre alte B737-300 und B737-400. Durchschnittliches Flottenalter 21 Jahre. Und die Maschinen sind mit 116 bzw. 127 Plätzen sehr luftig und weiter unter max bestuhlt. Selbst wenn man die tatsächliche Auslastung einrechnet, ist es unmöglich, dass eine Comair vorn liegt. Selbst inklusive Comair-Tochter Kulula kann das nicht für einen Spitzenplatz reichen.

Ich habe jetzt mal bei Atmosfair nachgeschaut. Weder in der aktuellen Pressemitteilung noch im aktuellen Klimaindex taucht Omanair auf. Woher hat aero.de die Information, dass die letzter sind?

Europas größte Airline (Ryanair) und andere LCC sind nicht gelistet, weil LCC angeblich häufig Subventionen bekommen, mit denen zusätzliche Flugverkehr und zusätzliche Emissionen generiert werden. Viele 100,0 Prozent staatliche und bis über beide Ohren subventionierte Legacy Carrier sind dagegen gelistet. Das ist alles völliger Unsinn. Würde man Ryanair normal einbeziehen, dann hätten die wahrscheinlich den ersten Platz: Nur modernes Fluggerät mit Maximalbestuhlung und Auslastungsquoten von über 90%. Offenbar will man aus politischen Gründen einer Ryanair aber nicht bescheinigen, dass sie im Vergleich zu anderen Airlines relativ umweltfreunlich fliegt.
Beitrag vom 06.11.2016 - 17:18 Uhr
UserA330BR
YSSY
User (48 Beiträge)
.....gut gebrüllt (geschrieben) Guido3 !!
Beitrag vom 06.11.2016 - 18:19 Uhr
UserRobR
User (706 Beiträge)
Der Atmosfairindex ist grundsätzlich schon eine nette Idee. Es muss aber jeden klar sein, das eine FirstClass und eine BusinessClass grundsätzlich einen höheren Verbrauch bedeuten. Ist bequemes Reisen also verpönt? Und das man ein langlebiges Wirtschaftsgut wie ein Flugzeug tatsächlich auch lange einsetzt? Ist Nachhaltigkeit jetzt auf einmal schlecht?
Insofern sagt die Rangfolge nicht sehr viel aus. Wie innovativ sich eine Airline beim Thema Umweltschutz aufstellt, kann man ihr schon gar nicht entnehmen.
Was will ich damit erreichen? Das Flugzeuge grundsätzlich immer eng wie möglich bestuhlt werden? Spätestens nach zehn Jahre auf dem Schrott landen?
Insofern: in der Praxis nutzlos.
Beitrag vom 06.11.2016 - 18:50 Uhr
Userhamxfw
User (483 Beiträge)
Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.
Beitrag vom 07.11.2016 - 10:15 Uhr
UserKranich
User (375 Beiträge)
Wenn man ganz ehrlich ist, dann ist die Berücksichtigung allein von CO2 beim Luftverkehr für die Bewertung des Klimaschadens noch nicht einmal die halbe Wahrheit.
Sowohl das Umweltbundesamt als auch das DLR und alle anderen Studien weltweit, beziffern den tatsächlichen Klimaeffekt durch das Verbrennen von Kerosin mit dem Faktor 2 bis 5, in der Wissenschaft wird dieser Faktor als RFI ( Radiation Force Index) bezeichnet.
Der Klimaschaden von einem Liter Kerosin im Jet verbrannt, verursacht also den Klimaschaden von 2 bis 5 Litern Diesel im Autoverkehr.
Der Grund sind weitere Treibhausgase wie Wasserdampf , Stickoxide und andere, die bei Verbrennung in Reiseflughöhe entstehen, und in großer Höhe als Treibhausgas wirksam werden.
Wenn die Airlines nun CO2 Zertificate erwerben, dann müßte das in einer Größenordnung von 2 bis 5 fach bezogen auf die emittierte CO2 Menge sein. Erst dann könnte man von einem klimaneutralen Wachstum sprechen.
Das Problem für die Luftfahrt mit den Klimagasen, läßt sich noch nicht einmal mit einem reinen Wasserstoffantrieb, und damit völlig CO2 frei, lösen, denn Wasserdampf in Reiseflughöhe ist ein noch stärkeres Treibhausgas als CO2.
Der Werbeeffekt „völlig CO2 frei „ wäre zwar groß, der Schaden für das Klima dafür noch größer.
Beitrag vom 07.11.2016 - 10:37 Uhr
Usertip
User (434 Beiträge)
Da auch mir die Aussagen von @Kranich schon mal untergekommen sind, dürfte die Luftfahrt bis zur Klimaneutralität noch einen steinigen Weg vor sich haben. Vielleicht kommt es zu einer heute gänzlich unbekannten Lösung? Aber es muss ja schnell gehen. Am ehesten sehe ich beim Triebwerk den "Austausch" der Verbrennungs-Turbine gegen einen Elektromotor. Wenn dann lediglich "Luftpumpen" genutzt werden, dürften Emissionen im Flug Vergangenheit sein.

Da stellt sich dann die Frage nach dem Stromspeicher. Nach meiner Einschätzung dürften Batterien mittelfristig nicht flugtauglich werden. Eventuell wäre eine Nachfolgegeneration dieser Technik eine Lösung?
 http://www.nanoflowcell.com/
Beitrag vom 07.11.2016 - 16:27 Uhr
UserKranich
User (375 Beiträge)
Für Interessierte dieser Bericht aus dem Spiegel Wissenschaftsteil.
 http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-so-lassen-flugreisen-die-arktis-schmelzen-a-1119451.html
Beitrag vom 08.11.2016 - 08:27 Uhr
UserEricM
User (2108 Beiträge)
Am ehesten sehe ich beim Triebwerk den "Austausch" der Verbrennungs-Turbine gegen einen Elektromotor.
Heutzutage reicht die Energiedichte dafür noch nicht.
Die besten kommerziell verfügbaren Akkus enthalten etwa 0,8, Kerosin etwa 40 MJ/kg. Anders gesagt ist ein Akku mit der gleichen gespeicherten Energie wie Kerosin 50 x so schwer.

Das max. Kerosingewicht von 250t eines A380 entspricht also 10.000t Akkus bei gleicher Energiemenge. Da dieses Mehrgewicht auch transportiert werden muss, steigt wiederum die benötigte Energie für die gleiche Transportleistung, was wiederum einer höhere Akku-Kapazität nötig macht, etc.

Ein Faktor von 50 benötigt schon einen oder mehrere große technologische Sprünge statt einer gewissen Evolution. D.h. es ist aktuell unklar ob jemals elektrisch im heutigen Leistungsbereich geflogen werden kann.

Da stellt sich dann die Frage nach dem Stromspeicher. Nach meiner Einschätzung dürften Batterien mittelfristig nicht flugtauglich werden. Eventuell wäre eine Nachfolgegeneration dieser Technik eine Lösung?  http://www.nanoflowcell.com/


Ob diese Technik tatsächlich existiert ist scheinbar fraglich:
 https://en.wikipedia.org/wiki/NanoFlowcell#Controversy

Aber auch real existierende Akku-Technologie hat sich in den letzten Jahren in Bezug auf Energie- und Leistungsdichte stark verbessert.
Vor 15 Jahren waren bleischwere NiCd Akkus Stand der Technik. Heute haben wie Li-Polymer-Akkus mit nur noch 30% des Gewichts und 3-facher Energiedichte, die zudem noch schnellade-fähig sind.
Macht etwa einen Faktor 10 in 15 Jahren.
Das ist schon gut, aber reicht noch nicht zum Fliegen.

Dieser Beitrag wurde am 08.11.2016 08:32 Uhr bearbeitet.