Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Lufthansa sträubt sich gegen Staats...

Beitrag 1 - 14 von 14
Beitrag vom 06.04.2020 - 10:40 Uhr
UserAvokus
User (843 Beiträge)
Wenn der Staat bei LH einsteigt dann kriegen wir das gleiche Debakel wie beim BER. Wenn in Europa wieder jeder sein eigenes Süppchen kocht, sprich u. a. seine Airlines nach Belieben subventioniert, kann man nach der Krise wohl nicht mehr von Wettbewerbsgleichheit sprechen.

Wir konnten die Banken retten, wir konnten Griechenland retten und Italien und Spanien unter die Arme greifen, also kann Europa auch Finanzinstrumente bereitstellen (Eurobonds) die es den Mitgliedsstaaten erlaubt, nach möglichst einheitlichen Regeln), Schlüsselindustrien mit Liquidität auszustatten, um diese in der Geschichte einmalige Krise zu überwinden.

Dass die Airlines in jetziger Form (Größe) nicht zurückkehren, und das auf Jahre hinaus, müsste einem logisch denkenden Menschen einleuchten. Es ist unweigerlich, dass die Flotten schrumpfen werden (weniger und kleineres Fluggerät für die Mehrzahl der Strecken) und einige wenige große Flieger für die Trunk Routes ab der Haupthubs. Das bedeutet gleichzeitig weniger Aufträge für Airbus, Boeing und Co. und leider auch weniger Personal im Konzern und bei den Herstellern.

Da LH starategisch gut gemanaged ist, bzw. bis zur Krise war, wird Sie auch gestärkt aus der Krise herauskommen.

Wenn manche Politiker und Interessenverbände jedoch glauben sie könnten die derzeitige Krise zum Anlass nehmen den unbeliebten Luftverkehr und Fluglärm insbesondere in Frankfurt zu beschneiden in dem sie der Lufthansa das Leben schwer machen und damit gleichzeitig dem Frankfurter Flughafen und all seiner Beschäftigten, wie im übrigen dann auch allen deutschen Großflughäfen, dann soll man sich (z.B. OB Feldmann aus Frankfurt) das lieber genau überlegen.

Die Luftfahrt ist eine Schlüsselindustrie nicht nur für Deutschland, aber besonders für Deutschland. Es sind in meinen Augen Frevler die das fordern und blind für die Fakten.

Lufthansa, Condor und TUI muß in jedem Fall liquiditätsmäßig geholfen werden, wie auch anderen Airlines in Europa, aber bitte nach einheitlichen Regeln.

Wer auf Verstaatlichung pocht, nutzt die Gunst der Stunde um das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Dieser Beitrag wurde am 06.04.2020 10:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.04.2020 - 11:06 Uhr
UserEricM
User (2013 Beiträge)
Ich hatte bisher gedacht, eine vorübergehende Verstaatlichung sollte eine Überlebenshilfe in der aktuellen akuten Krisensituation darstellen.

Luftfahrt als Schlüsselindustrie trifft darüber hinaus sehr wohl auf Airbus und deren Zulieferer zu, die es aktuell tatsächlich zu schützen gilt.
Nicht jedoch auf Airlines oder Flughäfen. Die sind tatsächlich austauschbar.
Das ist zum Einen Dienstleistung und zum Anderen ein hochgradig mobiler Markt.
Ob nun eine LH oder eine Norwegian oder sonstwer Airbus Maschinen kaufen/betreiben, dürfte für den Technologistandort und die Industrie an sich ziemlich egal sein.

Nicht dass ich eine LH untergehen sehen möchte. Aber man sollte nicht mit falschen Argumenten (Schlüsselindustrie) Werbung für Arbeitsplatzerhalt bei LH machen.
Dafür gibt es andere gute Gründe.
Beitrag vom 06.04.2020 - 11:19 Uhr
UserSaintEx
User (213 Beiträge)
Müsste die Überschrift des Artikels nicht richtiger "Lufthansa-Vorstand sträubt sich gegen Staatsbeteiligung" heißen? Im Gegensatz zur sonstigen Belegschaft ist es doch vor allem der Vorstand, der erhebliche Macht- und Einkommensverluste zu befürchten hätte.
Beitrag vom 06.04.2020 - 11:35 Uhr
Usergordon
User (2077 Beiträge)
Müsste die Überschrift des Artikels nicht richtiger "Lufthansa-Vorstand sträubt sich gegen Staatsbeteiligung" heißen? Im Gegensatz zur sonstigen Belegschaft ist es doch vor allem der Vorstand, der erhebliche Macht- und Einkommensverluste zu befürchten hätte.

Woher wissen Sie denn, wie die sonstige Belegschaft denkt?
Beitrag vom 06.04.2020 - 11:36 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (490 Beiträge)
Müsste die Überschrift des Artikels nicht richtiger "Lufthansa-Vorstand sträubt sich gegen Staatsbeteiligung" heißen? Im Gegensatz zur sonstigen Belegschaft ist es doch vor allem der Vorstand, der erhebliche Macht- und Einkommensverluste zu befürchten hätte.

Wo nehmen Sie das her? Da es um Teilverstaatlichung geht, kann der Staat nicht bestimmen was passiert. Er bekommt ein Mitspracherecht, ja, aber mehr auch nicht.

BTW: Auch der Herr Lutz von der Bahn bekommt ein Millionen Gehalt...warum sollte ein Herr Spohr fürchten, dass er dann weniger GEld verdient, wenn der Staat einen Teil der LH übernimmt?
Beitrag vom 06.04.2020 - 11:44 Uhr
UserEricM
User (2013 Beiträge)
BTW: Auch der Herr Lutz von der Bahn bekommt ein Millionen Gehalt...warum sollte ein Herr Spohr fürchten, dass er dann weniger GEld verdient, wenn der Staat einen Teil der LH übernimmt?

Vielleicht fürchtet er ja eher, dass die LH auch als Endlager für abgehalfterte Politiker herhalten muss - zB Herrn Scheuer geparkt im LH Vorstand
Ja, da würde ich auch nervös ... :-)
Beitrag vom 06.04.2020 - 15:21 Uhr
UserSaintEx
User (213 Beiträge)
Müsste die Überschrift des Artikels nicht richtiger "Lufthansa-Vorstand sträubt sich gegen Staatsbeteiligung" heißen? Im Gegensatz zur sonstigen Belegschaft ist es doch vor allem der Vorstand, der erhebliche Macht- und Einkommensverluste zu befürchten hätte.

Woher wissen Sie denn, wie die sonstige Belegschaft denkt?

Weiß ich nicht ... habe ich aber auch gar nicht behauptet. Wieder einmal lesen Sie nicht richtig, weil Sie viel zu emotional sind.

BTW: Auch der Herr Lutz von der Bahn bekommt ein Millionen Gehalt...warum sollte ein Herr Spohr fürchten, dass er dann weniger GEld verdient, wenn der Staat einen Teil der LH übernimmt?

Ich dachte dabei an Herrn Blessing von der 2009 teilverstaatlichten Commerzbank, der noch jahrelang mit € 500.000,- sein Dasein fristen musste, während die Casinos woanders schon längst wieder geöffnet hatten.
Beitrag vom 06.04.2020 - 15:29 Uhr
Usergordon
User (2077 Beiträge)
Müsste die Überschrift des Artikels nicht richtiger "Lufthansa-Vorstand sträubt sich gegen Staatsbeteiligung" heißen? Im Gegensatz zur sonstigen Belegschaft ist es doch vor allem der Vorstand, der erhebliche Macht- und Einkommensverluste zu befürchten hätte.

Woher wissen Sie denn, wie die sonstige Belegschaft denkt?

Weiß ich nicht ... habe ich aber auch gar nicht behauptet. Wieder einmal lesen Sie nicht richtig, weil Sie viel zu emotional sind.

Vielleicht.
Aber wenn Sie "Lufthansa" durch "Lufthansa-Vorstand" ersetzen wollten, impliziert das für mich, dass mit "Lufthansa" alle Mitarbeiter gemeint sind.
Aber das habe ich dann falsch interpretiert. Entschuldigung.
Beitrag vom 06.04.2020 - 19:36 Uhr
UserNeilArmstrong
User (416 Beiträge)
BTW: Auch der Herr Lutz von der Bahn bekommt ein Millionen Gehalt...warum sollte ein Herr Spohr fürchten, dass er dann weniger GEld verdient, wenn der Staat einen Teil der LH übernimmt?

Vielleicht fürchtet er ja eher, dass die LH auch als Endlager für abgehalfterte Politiker herhalten muss - zB Herrn Scheuer geparkt im LH Vorstand
Ja, da würde ich auch nervös ... :-)

In den 80er Jahren gab es einen SPD-Ex-Staatssekretär aus dem Verkehrsministerum als Vorstandsvorsitzenden bei der Lufthansa namens Ruhnau. Soll nicht beliebt gewesen sein und auch LH nicht gut bekommen sein. Dabei fragte in ihren ganz jungen Jahren eine Enkelin vom vorherigen VV Culmann ihren Opa, wieso eine Stewardess zur Einstellung mindestens mittlere Reife benötige, während der Vorstandsvorsitzende nur Hauptschulabschluß bräuchte.

EricM's Nervosität ist mehr als berechtigt. Hinzu kommt für mich eine Erpressung durch den Staat an einem deutschen Unternehmen. Ein Unternehmen, dem derselbe Staat vorher die Geschäftsgrundlage durch seine Politik entzogen hat. Was sagen die Aktionäre dazu? Denn es wäre eine heiße Enteignung des Unternehmens, insbesondere ist die Argumentation des Staates (wer verhandelt denn da?) nicht nachzuvollziehen.

Dieser Beitrag wurde am 06.04.2020 19:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.04.2020 - 19:43 Uhr
User100-58
User (208 Beiträge)
wieso eine Stewardess zur Einstellung mindestens mittlere Reife benötige, während der Vorstandsvorsitzende nur Hauptschulabschluß bräuchte.
Davon kann aktuell wohl kaum die Rede sein. Einen besser qualifizierten hatte die LH zu keiner Zeit. Und Flugkapitän ist der nebenbei.
EricM's Nervosität ist mehr als berechtigt. Hinzu kommt für mich eine Erpressung durch den Staat an einem deutschen Unternehmen. Ein Unternehmen, dem derselbe Staat vorher die Geschäftsgrundlage durch seine Politik entzogen hat. Was sagen die Aktionäre dazu? Denn es wäre eine heiße Enteignung des Unternehmens, insbesondere ist die Argumentation des Staates (wer verhandelt denn da?) nicht nachzuvollziehen.
Wenn der Staat beteiligt ist, werden neue Geschäftsgrundlagen geschaffen. Ticketsteuer hin oder her, das ist kaum mehr als Fassade.
Beitrag vom 06.04.2020 - 19:52 Uhr
UserNeilArmstrong
User (416 Beiträge)
@100-58
Ich denke Sie haben meinen gesamten Text nicht verstanden. Es geht ausschließlich nur um die Folgen eines durch sozialistische Machtmittel rechtswidrig erzwungene Verstaatlichung und die Konsequenzen daraus für LH.
Beitrag vom 06.04.2020 - 20:19 Uhr
User100-58
User (208 Beiträge)
Ich denke Sie haben meinen gesamten Text nicht verstanden. Es geht ausschließlich nur um die Folgen eines durch sozialistische Machtmittel rechtswidrig erzwungene Verstaatlichung und die Konsequenzen daraus für LH.
Wo genau sehen Sie denn die erzwungene Verstaatlichung? Wo diktiert der Staat die andere Staatsunternehmen wie z.B. die Bahn? Wieviele Unternehmen müsste der Staat demnächst führen? Ist doch gar keiner da der das besser könnte als die aktuellen Lenker. Und es geht um eine Übergangslösung aus besonderen Gründen. Das was Sie da schreiben sind übergekochte Räuberpistolen.
Beitrag vom 07.04.2020 - 10:31 Uhr
UserSaintEx
User (213 Beiträge)
Es geht ausschließlich nur um die Folgen eines durch sozialistische Machtmittel rechtswidrig erzwungene Verstaatlichung und die Konsequenzen daraus für LH.

Was wären denn die Konsequenzen für LH, wenn es im Ernstfall nicht zur Anwendung solcher "sozialistischen Machtmittel" käme?

Derzeit wird prognostiziert, daß LH womöglich den DAX verlassen muss. In Folge dessen würde sich die Eigentümerstruktur wohl deutlich ändern. Aktionäre sind nämlich selten am Unternehmen interessiert, sondern an der Vermehrung ihres Kapitals. Deswegen kommen sie gerannt, wenn es einem Unternehmen gut geht. Vor allem aber lassen sie es im Stich, wenn es nicht gut läuft (selbst, wenn das Unternehmen, wie aktuell zu beobachten, vollkommen unverschuldet in Not gerät) und bringen das Unternehmen dadurch in noch größere Nöte.

Börslich gelistete Dienstleistungsunternehmen wie LH sollten sich also, in guten wie in schlechten Zeiten, nicht um die Aktionäre, sondern mit aller Kraft und hochmotivierten Mitarbeitern um ihre Kunden kümmern, denn nur die bringen fortlaufend Geld ins Unternehmen. Aktionäre tun dies nur bei Kapitalerhöhungen (wann war die letzte bei LH?).
Beitrag vom 07.04.2020 - 10:42 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (490 Beiträge)
Es geht ausschließlich nur um die Folgen eines durch sozialistische Machtmittel rechtswidrig erzwungene Verstaatlichung und die Konsequenzen daraus für LH.


Was genau ist daran "rechtswidrig erzwungen"?

Was wären denn die Konsequenzen für LH, wenn es im Ernstfall nicht zur Anwendung solcher "sozialistischen Machtmittel" käme?

Verkleinerung? Teure KRedite irgendwo anders herholen? Pleite gehen? Ist dann nach Ihrer Aussage alles besser als einen staatlichen Investor aufzunehmen?


Derzeit wird prognostiziert, daß LH womöglich den DAX verlassen muss. In Folge dessen würde sich die Eigentümerstruktur wohl deutlich ändern.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nur weil man nicht mehr im DAX wäre, würde man trotzdem noch Aktionäre finden.

Aktionäre sind nämlich selten am Unternehmen interessiert, sondern an der Vermehrung ihres Kapitals.

Richtig, aber wo ist das Problem? Es gibt auch Aktionäre, auch große Investments und Hedgefonds, die in nicht im DAX gelistet Aktien investieren. Den Zusammenhang müssen Sie bitte mal erklären.

Deswegen kommen sie gerannt, wenn es einem Unternehmen gut geht. Vor allem aber lassen sie es im Stich, wenn es nicht gut läuft (selbst, wenn das Unternehmen, wie aktuell zu beobachten, vollkommen unverschuldet in Not gerät) und bringen das Unternehmen dadurch in noch größere Nöte.

Falsch, gute INvestoren kommen bevor es dem Unternehmen gut geht und gehen, bevor es dem Unternehmen schlecht geht. Ansonsten steigt man viel zu hoch ein und verkauft viel zu spät.

Wieso der fallende Aktienkurs ein Unternehmen in Not bringt, müssen Sie bitte auch einmal erklären. Die einzige Gefahr besteht in einer feindlichen Übernahme. Ansonsten hat der Aktienkurs im ersten Moment nicht wirklich was mit dem Unternehmen bzw. seiner GEschäftsfähigkeit zu tun.


Börslich gelistete Dienstleistungsunternehmen wie LH sollten sich also, in guten wie in schlechten Zeiten, nicht um die Aktionäre, sondern mit aller Kraft und hochmotivierten Mitarbeitern um ihre Kunden kümmern, denn nur die bringen fortlaufend Geld ins Unternehmen. Aktionäre tun dies nur bei Kapitalerhöhungen (wann war die letzte bei LH?).

Jetzt deuten Sie quasi selbst an, dass ein niedriger Aktienkurs kein Problem wäre und sogar erstrebenswert? Das widerspricht Ihrer Schuldzuweisung an die Aktionäre, die das Unternehmen in Probleme führen, wenn sie Ihre Aktien verkaufen.