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Beitrag vom 22.10.2025 - 08:54 Uhr
Usercontrail55
User (5815 Beiträge)
Aber dieses Geld muss ja auch von irgendwem verdient werden. Natürlich können die Piloten der Mainline nur bedingt etwas dafür dass die eigene Airline defizitär fliegt, aber die Arbeitsbedingungen sind ja trotzdem am Ende des Tages schon jetzt sehr viel besser als bei so ziemlich allen anderen Konzernairlines.
Dass sich dort dann das Verständnis dafür, in der aktuellen Situation nochmal ein wesentliches Plus zu fordern in Grenzen hält, und in der Öffentlichkeit mich sehr viel weniger, ist denke ich auch sehr nachvollziehbar.
Denn am Ende des Tages werden für den deutschsprachigen Raum exorbitante Forderungen gestellt auf Kosten von Kollegen, die im Gegenzug auf der Basis nur mit einem abfälligen Blick gewürdigt werden.

Es wird seit über einem Jahrzehnt bereits ein riesiges Blame-Game gespielt, eine Abwärtspirale in Gang gesetzt, sich über Abmachungen und sogar Gesetze hinweggesetzt (wer erinnert sich noch an den Trick mit dem Betriebsübergang bei der AUA?) und am Ende sind diejenigen, die an gegebene Versprechen erinnern und gegen den fortwährenden Abschwung angehen (der übrigens gesamtgesellschaftlich ja auch regelmäßig bekrittelt wird) die unkollegialen? Ne, ist klar.
An Versprechen erinnern, die zu einer Zeit gemacht wurden, in der alles noch nach Wachstum und Prosperität aussah?
Welches Versprechen? Ich dachte, es gibt ausgehandelte Verträge.
Und ignorieren, dass sich die Zeiten geändert haben durch so manche Krise?
Woran machen Sie denn fest, dass sich die Zeiten geändert haben?
Beitrag vom 22.10.2025 - 11:53 Uhr
UserAngros
User (852 Beiträge)
Aber dieses Geld muss ja auch von irgendwem verdient werden. Natürlich können die Piloten der Mainline nur bedingt etwas dafür dass die eigene Airline defizitär fliegt, aber die Arbeitsbedingungen sind ja trotzdem am Ende des Tages schon jetzt sehr viel besser als bei so ziemlich allen anderen Konzernairlines.
Dass sich dort dann das Verständnis dafür, in der aktuellen Situation nochmal ein wesentliches Plus zu fordern in Grenzen hält, und in der Öffentlichkeit mich sehr viel weniger, ist denke ich auch sehr nachvollziehbar.
Denn am Ende des Tages werden für den deutschsprachigen Raum exorbitante Forderungen gestellt auf Kosten von Kollegen, die im Gegenzug auf der Basis nur mit einem abfälligen Blick gewürdigt werden.

Es wird seit über einem Jahrzehnt bereits ein riesiges Blame-Game gespielt, eine Abwärtspirale in Gang gesetzt, sich über Abmachungen und sogar Gesetze hinweggesetzt (wer erinnert sich noch an den Trick mit dem Betriebsübergang bei der AUA?) und am Ende sind diejenigen, die an gegebene Versprechen erinnern und gegen den fortwährenden Abschwung angehen (der übrigens gesamtgesellschaftlich ja auch regelmäßig bekrittelt wird) die unkollegialen? Ne, ist klar.
An Versprechen erinnern, die zu einer Zeit gemacht wurden, in der alles noch nach Wachstum und Prosperität aussah? Und ignorieren, dass sich die Zeiten geändert haben durch so manche Krise?

Naja so manch einer hat gedanklich 2020ff noch nicht überwunden, stimmt schon. Die größte Lektion aus dieser Zeit dürfte jedenfalls sein, dass man den Leuten nur einreden muss, es bestünde dauerhaft Krise und Grund zur Angst.

Geld ist da, Wachstum auch. Ist wie bei einem Hütchenspieler, Sie müssen nur immer gut aufpassen, WO es gerade ist ;-)
Beitrag vom 22.10.2025 - 12:20 Uhr
Useraero.tebe
User (5 Beiträge)
Ohne die Argumente mancher Mitforisten hier infrage zu stellen, würde ich einigen einfach mal empfehlen, sich für den Finanzbereich im LAC zu bewerben. Dort ließe sich sicherlich den dort arbeitenden Mitarbeitern im Anschluss schnell zeigen, wo in der P&L sich denn die ganzen sprudelnden Einnahmen verstecken bzw. wo die exorbitant gestiegenen Kosten denn vielleicht nur ein Systemfehler sind. Alternativ könnte man zügig analysieren, wo denn das LH Classic Ergebnis (illegal) schlechtgerechnet wird. Über all das würden wir uns hier (und die VC) sicherlich interessiert freuen.

Es braucht, wie schon an anderer Stelle diskutiert, offene Verhandlungen mit klar definiertem WayForward - wie viel jetzt von Arbeitnehmerseite kommen muss, und ab welchen (hoffentlich wieder auftretenden) Gewinnschwellen im Anschluss welche Arbeitgeberleistungen erfolgen müssen. Und so lange keine erneute Extremsituation wie eine Pandemie eintritt (was außerordentliche Vertragskündigungen zum Abwenden einer Insolvenz legitimiert), wäre das für viele Jahre gerne bindend.
Beitrag vom 22.10.2025 - 12:55 Uhr
UserKonTra77
User (244 Beiträge)
Moin,

Na klar ist das nur stellvertretend, aber es wurde während der einschneidenden Corona-Krise etwas genommen, was einem Zusteht.
Es wurden ja auch in der Automobilindustrie einfach mal alle Mitarbeiter auf Level Kurzarbeitergeld gelassen, sondern sie sind min. dort wo sie vorher waren.

Nein, viele sind jetzt auf der Straße oder werden dort bald landen. Früher konnten die hohen Preise bedingt durch 23h-Wochen im Haustarif etc. durch Innovationsvorsprung und herausragende Qualität rechtfertigen. Beides bieten deutsche Hersteller immer weniger. Die Folge Werksschließungen und Insolvenzen in der Zuliefererkette.
Wie sagte einst mein LHT Abteilungsleiter und seiner Zeit 11er Fahrer: "Change or be changed". Die LH Piloten kapieren es nicht also werden AOC's ge-"changed".
Beitrag vom 22.10.2025 - 13:01 Uhr
UserKonTra77
User (244 Beiträge)
Wie spannend. Da hat Carsten Spohr 2017 von Privilegien oder Perspektiven? gesprochen und die Piloten haben sich für Perspektiven entschieden. Haben u.a. dafür ihre Rente verkauft, mit dem Versprechen, dass dies mit den erkauften Perspektiven auf eine schnelle Kapitänswerdung (ca 12 Jahre stand auf der Präsentation) durch höhere Einzahlungen ausgeglichen werden kann und Strafzahlungen sollten ein Verschieben von Flugzeugen und damit Arbeitsplätzen verhindern. Kaum hatte Lufthansa die Rente eingesackt, kündigte Lufthansa nach dem Ausnahmezustand der 2020er Jahre, und dem Umsichwerfen von Entlassungsankündigungen wie ein Ertrinkender, den Perspektivenvertrag mit dem sie Arbeitsplätze für den erhaltenen Rententopf zugesichert hatte, kurzerhand einseitig auf, die Zahl der Flugzeuge hat sich seither beinahe halbiert und heute lesen wir: Lufthansa will Hälfte der Kurzstrecken-Jets an Töchter übergeben.
Immer schön, wenn man verlässliche Partner hat.

Die LHG passt sich dem Markt an. Um letzteres zu verstehen braucht man dann doch ein 5-jähriges Studium und nicht 2-jährige Ausbildung. Dieses GAP mag eine der Ursachen sein, warum die Piloten so oft im Clinch mit der LH-Führung ist.
Hier mal eine disruptive Idee für alle Mainline Piloten und die VC. Macht doch gemeinsam einen Flugzeugleaser auf und verleast dann die Flugzeuge exklusiv für einen Apfel und ein Ei an die Mainline, so könnte Ihr Arbeitsplatzsicherung betreiben. Nebenbei lernt ihr dann auch noch etwas über BWL/VWL und Märkte.
Beitrag vom 22.10.2025 - 13:07 Uhr
UserKonTra77
User (244 Beiträge)

Es wird seit über einem Jahrzehnt bereits ein riesiges Blame-Game gespielt, eine Abwärtspirale in Gang gesetzt, sich über Abmachungen und sogar Gesetze hinweggesetzt (wer erinnert sich noch an den Trick mit dem Betriebsübergang bei der AUA?) und am Ende sind diejenigen, die an gegebene Versprechen erinnern und gegen den fortwährenden Abschwung angehen (der übrigens gesamtgesellschaftlich ja auch regelmäßig bekrittelt wird) die unkollegialen? Ne, ist klar.

Diejenigen, die sich fast immer gegen jeden Abschwung gestemmt haben sind die KollegInnen der Technik. Die haben sich aber auch immer wieder neu erfinden müssen, haben ihr Produktportfolio immer wieder angepasst, haben Kostensenkungsprogramme immer wieder durchgeführt...
Ich bin dafür, dass man all jenen erst einmal die Pilotenrente gibt, bevor man den Mainline Piloten auch nur einen Euro mehr gibt. Viele, viele Piloten bei anderen Airlines dieser Welt und sogar innerhalb des Konzern zeigen, dass sie auch sehr gute Arbeit zu weniger guten Konditionen erbringen können und dabei auch nicht wiederholt das Firmenimage bei Kunden besudeln.
Beitrag vom 22.10.2025 - 13:26 Uhr
UserF11
einfach nur Pax... kein Pilot
User (1179 Beiträge)
sprechen erinnern, die zu einer Zeit gemacht wurden, in der alles noch nach Wachstum und Prosperität aussah?
Welches Versprechen? Ich dachte, es gibt ausgehandelte Verträge.
Und ignorieren, dass sich die Zeiten geändert haben durch so manche Krise?
Woran machen Sie denn fest, dass sich die Zeiten geändert haben?
An der allgemeinen geopolitischen Lage, an den diversen Kriegen, an den vielen anderen Krisen, an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gerade in D... und ... und... Oder ignorieren Sie das Alles?

Dieser Beitrag wurde am 24.10.2025 22:55 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.10.2025 - 14:12 Uhr
Usercontrail55
User (5815 Beiträge)
sprechen erinnern, die zu einer Zeit gemacht wurden, in der alles noch nach Wachstum und Prosperität aussah?
Welches Versprechen? Ich dachte, es gibt ausgehandelte Verträge.
Und ignorieren, dass sich die Zeiten geändert haben durch so manche Krise?
Woran machen Sie denn fest, dass sich die Zeiten geändert haben?
An der allgemeinen geopolitischen Lage, an den diversen Kriegen, an den vielen anderen Krisen, an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gerade in D... und ... und... Oder ignorieren Sie das Alles?
Keineswegs, wie kommen Sie darauf? Sie nehmen also freigewählte Ereignisse als Referenz, um Verhalten zu ändern. Mich wundert nur, dass Sie an anderer Stelle sagen " Und von daher wird 2019 glorifiziert.... und als Maßstab aller wirtschaftlichen Dinge genommen." Das ist doch auch nur eine frei gewählte Referenz. Bei der aktuell hohen Krisendichte ist vielleicht 2019 ohne große Krise als Referenz gut geeignet. Man muss ja auch schauen, wo steht man im Wettbewerb, wie gehen andere mit Krisen um, wie funktionieren deren Lösungen?
Beitrag vom 22.10.2025 - 15:14 Uhr
UserF11
einfach nur Pax... kein Pilot
User (1179 Beiträge)
An der allgemeinen geopolitischen Lage, an den diversen Kriegen, an den vielen anderen Krisen, an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gerade in D... und ... und... Oder ignorieren Sie das Alles?
Keineswegs, wie kommen Sie darauf? Sie nehmen also freigewählte Ereignisse als Referenz, um Verhalten zu ändern. Mich wundert nur, dass Sie an anderer Stelle sagen " Und von daher wird 2019 glorifiziert.... und als Maßstab aller wirtschaftlichen Dinge genommen." Das ist doch auch nur eine frei gewählte Referenz. Bei der aktuell hohen Krisendichte ist vielleicht 2019 ohne große Krise als Referenz gut geeignet. Man muss ja auch schauen, wo steht man im Wettbewerb, wie gehen andere mit Krisen um, wie funktionieren deren Lösungen?
Ich verstehe Sie nicht so ganz. Haben sich seit 2019 die Dinge auf der Welt und in der Wirtschaft verändert oder nicht? Und frei gewählt ist die Summe der Ereignisse keinesfalls, seit 2019 haben sich die Krisen eben gehäuft. Und warum sollten - auf den Flugverkehr in D bezogen - sich die Dinge und Verhältnisse nicht geändert haben. LH schreibt rote Zahlen. aber VC tut so, als ob alles noch so ist wie 2017/2019.
Beitrag vom 22.10.2025 - 16:13 Uhr
Usercontrail55
User (5815 Beiträge)
An der allgemeinen geopolitischen Lage, an den diversen Kriegen, an den vielen anderen Krisen, an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gerade in D... und ... und... Oder ignorieren Sie das Alles?
Keineswegs, wie kommen Sie darauf? Sie nehmen also freigewählte Ereignisse als Referenz, um Verhalten zu ändern. Mich wundert nur, dass Sie an anderer Stelle sagen " Und von daher wird 2019 glorifiziert.... und als Maßstab aller wirtschaftlichen Dinge genommen." Das ist doch auch nur eine frei gewählte Referenz. Bei der aktuell hohen Krisendichte ist vielleicht 2019 ohne große Krise als Referenz gut geeignet. Man muss ja auch schauen, wo steht man im Wettbewerb, wie gehen andere mit Krisen um, wie funktionieren deren Lösungen?
Ich verstehe Sie nicht so ganz. Haben sich seit 2019 die Dinge auf der Welt und in der Wirtschaft verändert oder nicht? Und frei gewählt ist die Summe der Ereignisse keinesfalls, seit 2019 haben sich die Krisen eben gehäuft. Und warum sollten - auf den Flugverkehr in D bezogen - sich die Dinge und Verhältnisse nicht geändert haben. LH schreibt rote Zahlen. aber VC tut so, als ob alles noch so ist wie 2017/2019.
Ich glaube nicht, dass sie das tun. Aber das wäre ein eigenes Thema.
Sicher haben sich die Dinge verändert und man wird darauf reagieren müssen. Manche haben das besser gemacht als andere. Damit man analysieren kann, ob das was man gemacht hat erfolgreich war oder nicht, oder sogar hätte besser gelingen können (müssen), braucht es einen Referenzpunkt um das bewerten zu können. In vielen Branchen hat man dafür 2019 gewählt, weil es da einen für viele gleichen Zustand, ohne größere Störungen, gegeben hat. Danach fingen die ganzen Krisen an und manche Branchen/Länder sind von den einzelnen Krisen unterschiedlich betroffen und/oder gehen unterschiedllich damit um. Das macht das Vergleichen schwerer.
Wenn man sich nun mit anderen vergleicht und feststellt wo diese stehen, dann kann man ggfls. Handlungsfelder identifizieren. Diese Referenzen sich wichtig, um eine Situation beurteilen zu können. Klar, es ist schön, wenn MUC diesen Sommer erfolgreich war, erfolgreicher als letzten Sommer (auch eine Referenz). Aber in Europa (Referenz) war man noch erfolgreicher, unter dem Strich ist der Abstand nicht kleiner, sondern größer, geworden. Das gehört zur Wahrheit auch dazu.
Was die Piloten betrifft, die wissen schon was los ist. Im aktuellen Tarifkonflikt spielt wahnsinnig viel rein, mehr als nur die Betriebsrenten. Auch die Piloten haben sich ihre eigenen Referenzen gesucht, um ihre Situation zu bewerten. Für mich eher riskant, aber mich betrifft es nicht (mehr), daher beobachte ich das ganz entspannt.

Dieser Beitrag wurde am 22.10.2025 16:16 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.10.2025 - 16:15 Uhr
UserLRBoeing
User (25 Beiträge)
Insgesamt eine sehr interessante Situation.
Es wurden gerade in den letzten Jahren schwerwiegende Fehlentscheidungen im LAC getroffen. Die Rentabilität sowie das Wachstum der ganzen Group fällt gegenüber der transatlantischen Peergroup ab.

Es braucht schon enorme Chuzpe in diesem Kontext auf das operative Personal zu zeigen.
Beitrag vom 22.10.2025 - 17:52 Uhr
UserChristian159
User (1530 Beiträge)
Insgesamt eine sehr interessante Situation.
Es wurden gerade in den letzten Jahren schwerwiegende Fehlentscheidungen im LAC getroffen. Die Rentabilität sowie das Wachstum der ganzen Group fällt gegenüber der transatlantischen Peergroup ab.

Es braucht schon enorme Chuzpe in diesem Kontext auf das operative Personal zu zeigen.

Wenn Sie sich mit "TURNAROUND" beschäftigen würden, wüssten Sie, dass man maximal mit dem kleinen Finger auf das operative Personal zeigt. Die anderen Finger zeigen in andere Richtungen.
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