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Beitrag vom 07.10.2020 - 09:01 Uhr
UserEricM
User (2516 Beiträge)
Das ist nicht nur Utopie, das ist ein Hirngespinst. Man kriegt es doch schon in einem Auto nicht hin.

Ich denke hier muss man 2 Dinge trennen:
Technisch exisitiert eine H2 Lösung im Auto schon ein ganze Weile. Sei es nun H2 direkt mit Drucktanks, Metallhydrid-Speicherung oder Alkohol-basierte Verbrenner-Antriebe. Fast jeder Hersteller hat entsprechende Modelle im Programm. In Brasilien zB ist Methanol der meistverbrauchte "Sprit".
Sie haben sich aber aufgrund verschiedener Faktoren ökonomisch bisher nicht gegen fossile Verbrenner durchgesetzt. Speziell nicht hier in Dieseldeutschland...

Und bei diesen Faktoren sehe ich neben dem Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit H2-Tankstellen (was bei Flugzeugen kein Problem ist) und die externalisierten bzw. ignorierten Umweltkosten einer weiteren Verbrennung fossiler Energieträger ganz vorne mit dabei.

Wer das Gewicht einer Batterie aufführt und dann meint Wasserstoff, der ist auf den Holzweg. Der Tank ist zu schwer.

Es gibt mittlerweile verschiedenen Tanks auf Kohlefaser- und Composite-Basis die deutlich leichter sind. Inwieweit die für die Anwendung in der Luftfahrt in Frage kommen, weiß ich aber nicht.
Der in jedem Fall deutlich schwerere Tank einer H2-elektrischen Lösung würde aber zB durch geringeres Gewicht (und geringere Komplexität) der Motoren wieder teilweise ausgeglichen.

Wer erklärt was das Ziel ist? Der grosse Führer mit autismus?
Natürlich spielt Effizienz eine Hauptrolle, sonst könen wir gleich einpacken.

Argumente statt reiner Behauptungen und markiger Sprüche wären hier hilfreich. Wenigstens eins ...

Das Ziel der Energiewende weg von fossilen Energieträgern ist nicht primär eine Efizzienz-Steigerung. Alkohol/H2 haben definitiv Nachteile in Energiedichte und Speicherung, die die Effizienz eines Antriebskonzepts ggü Kerosin senken. Keine Frage.
Effizienz ist in manchen Bereichen aber nur Mittel zum Zweck.
Das eigentliche Ziel ist aber weniger Öl und Kohle zu CO2 zu verbrennen.

In Gebäuden laufen oft 50 Jahre alte Ölheizungen oder Kohleöfen. Das ist eine low hanging fruit.

Die ja auch schon lange angegangen wird. Brennwert-Thermen ersetzen alte Ölheizungen, die 2026 sogar verboten werden. Es besteht bereits seit 2014 eine Austauschpflicht für Hausbesitzer.
Auch in diesem Bereich ist schon recht viel an Alternativen am Markt verfügbar.
Es setzt aber nicht von eben auf gleich zu 100% durch.

Vergleich Luftfahrt: Es existieren noch nicht mal CO2-arme oder -freie Lösungen, die man kaufen könnte. Und selbst wenn wie bei Airbus Entwicklungen angekündigt werden, die erst 2035 zu Produkten führen sollen, erscheint das einigen offenbar noch zu schnell oder fehlgeleitet.
Die Luftfahrt-Industrie war mal die Speerspitze der Innovation...

Dieser Beitrag wurde am 07.10.2020 09:06 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.10.2020 - 09:50 Uhr
UserEricM
User (2516 Beiträge)
Ja, das Projekt Dessertec hat genau daran gearbeitet - sang und klanglos beerdigt.

Die Technik war hier aber weniger das Problem als ein fast flächendeckender Bürgerkrieg in Nordafrika seit 6 Jahren ...

Wie importieren wir die Energie in welcher Form? Strom-Fernleitung klappen ja nicht mal in Deutschland von S-H nach Bayern.

Vielleicht bin ich zu sehr Ingenieur... aber auch das sind "nur" politische Gründe. Technisch wäre das kurzfristig machbar. Ist damit aus meiner Sicht nur eine Frage des Leidensdrucks ...
Aktuell werden da noch gepflegt die eigenen Egoismen befördert. Wenn der Bürger aber erst mal vor der Alternative steht, dass es "ohne" plötzlich dunkel und kalt wird, ist das innerhalb von Monaten zu realisieren...
Und bei den bei Desertec angedachten Gleichstromleitungen entfiele zudem das Problem der Gesundheitsgefährdung durch elektrische Wechselfelder um unsere typischen Hochspannungsleitungen.

Wo kommt dasCO2 her um aus Wasserstoff sythetische Kraftsoffe zu machen wenn wir eine decarboniesierte Wirtschaft welt weit haben?

 https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/kohlendioxid-faenger-aus-der-luft/

Chemisch, physikalisch oder organisch aus der Luft gefiltert.

Wir müssen einfach realisieren, das die höchstwertige Energie Strom deutlich teurer wird, nur wer sagt es dem Bürger.

Stimmt, aber ich würde mal sagen, an den Prozess hat sich gerade der deutsche Bürger schon lange gewöhnt...

Warum fangen wir nicht mal da an wo es das meiste zu holen gibt und Klotzen dort mal mit 40 oder 50% in 10 Jahren ran bevor wir am Ende in 30 Jahren die Luftfahrtumkrempeln?
Antwort: Kostet doch "nur" 100 Mrd. p.a. für die 30 Jahre.

Die anderen Bereiche arbeiten daran schon längst. Da gibt es nicht nur Prototypen sondern Produkte. Die Luftfahrt ist da der Nachzügler.

Dieser Beitrag wurde am 07.10.2020 09:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.10.2020 - 11:51 Uhr
UserFW 190
User (1668 Beiträge)
Bevor es zu sehr offtopic wird nur noch Anmerkungen zu EricM und Blotto:
In dem verlinkten Bricht wir die Effizienz der CO2 Filterung als zu unwirtschaftlich bezeichnet, war auch mein Kentnissstand.
Der Wirkungsgrad der Siemens Anlage mit > 80% bewegt sich da, wo ich es als Wissen vor Jahren abgespeichert hatte (75-85%), also nichts wirklich Neues - leider. Seit 150 Jahren als Verfahren bekannt aber nur eingeschränkte Verbesserungsmöglichkeiten.

Falls es nicht bekannt ist: Die Industrie braucht in großen Mengen H2 das aus Erdgas hergestellt wird. Macht mal eben 5 Mio t CO2 für Deutshland p.a. Hätte man schon lange umstellen können, seit mindesten 10 Jahren. Es gibt keinen Druck seitens der Politik, lieber zahlt man den Windkrafterzeugern für nicht produzierten Strom.
So als letztes: Ich bin kein Pessimist sondern ein Optimist mit negativer Erfahrung. Frau Merkel (soll ja Physikerin sein) war mal Umweltministerin - vor 25 Jahren! Sagt eigentlich alles.

Edit Typo


Dieser Beitrag wurde am 07.10.2020 11:54 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.10.2020 - 14:26 Uhr
UserBlotto
User (230 Beiträge)
Bevor es zu sehr offtopic wird nur noch Anmerkungen zu EricM und Blotto:
In dem verlinkten Bricht wir die Effizienz der CO2 Filterung als zu unwirtschaftlich bezeichnet, war auch mein Kentnissstand.
Der Wirkungsgrad der Siemens Anlage mit > 80% bewegt sich da, wo ich es als Wissen vor Jahren abgespeichert hatte (75-85%), also nichts wirklich Neues - leider. Seit 150 Jahren als Verfahren bekannt aber nur eingeschränkte Verbesserungsmöglichkeiten.

Unwirtschaftlich ist ja nur, weil jeder wie selbstverständlich seinen Müll in die Atmosphäre bläst. Man könnte ja die Entsorgung mal als Auflage für die Nutzung mitdenken und dann eben als last resort das Zeug wieder aus der Luft filtern. Das wäre dann auch ein gutes Maß für einen CO2-Preis. Ich vermute, dann würden die Verfahren recht schnell günstiger. Stand heute hat halt niemand einen ökonomischen Anreiz, kein CO2 in die Luft zu blasen. Entsprechend gibts natürlich auch keine Technologie zu einem kleinen Preis.
Da ist eben die Politik gefordert, den Rahmen zu setzen.

Ich glaube auch nicht, dass wir uns in einer Welt, in der bald die ersten PV-Anlage für unter 1ct/kWh produziert, an steigende Strompreise gewöhnen müssen

Dieser Beitrag wurde am 07.10.2020 15:53 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.10.2020 - 15:00 Uhr
UserEricM
User (2516 Beiträge)
Bevor es zu sehr offtopic wird

Ich denke wir sind aktuell voll on-topic in Bezug auf den MTU Artikel.
Die Frage ist doch: Ist es notwendig und sinnvoll, heute in Alternativen zu Flug-Kerosin zu investieren und ist der MTU Vorschlag somit sinnvoll?

Da sind sowohl die Frage "ist das technisch machbar?" als auch alle Aspekte der Frage "ist das ökonomisch machbar?" im Rahmen des Topics.

Beitrag vom 07.10.2020 - 20:45 Uhr
UserFW 190
User (1668 Beiträge)

Unwirtschaftlich ist ja nur, weil jeder wie selbstverständlich seinen Müll in die Atmosphäre bläst. Man könnte ja die Entsorgung mal als Auflage für die Nutzung mitdenken und dann eben als last resort das Zeug wieder aus der Luft filtern. Das wäre dann auch ein gutes Maß für einen CO2-Preis. Ich vermute, dann würden die Verfahren recht schnell günstiger. Stand heute hat halt niemand einen ökonomischen Anreiz, kein CO2 in die Luft zu blasen. Entsprechend gibts natürlich auch keine Technologie zu einem kleinen Preis.
Da ist eben die Politik gefordert, den Rahmen zu setzen.

Bis hierher gehe ich mit. Wir brauchen - und werden ihn bekommen wenn die Politik nicht völlig versagt - einen Preis von 100 €/t CO2 in 5 Jahren. Dann muss man weiter sehen.

Ich glaube auch nicht, dass wir uns in einer Welt, in der bald die ersten PV-Anlage für unter 1ct/kWh produziert, an steigende Strompreise gewöhnen müssen

Es werden bis 2025 2 GW PV Anlagen aus der Förderung fallen (20 Jahre). Diese abgeschrieben Anlagen könnten den Strom an der Strombörse zu den Tagesaktuellen werten vermarkten. 3-4 Cent. Das ist den Betreibern nicht genug. Wohl gemerkt, für abgeschriebene Anlagen.

Noch eine kurze Rechnung:
1 kWh peak kostet inkl Montage (bei einer 20 KW Anlage) nach Angaben der Verbraucherzentrale z.Zt. 1300 €. Gehen wir mal von 25 Jahren Betriebszeit (nicht die 20 Jahre Förderungszeit) aus, mögliche Zusatzjahre fallen unter Reparaturen und/oder goodys.
Im Durchschnitt schafften die Anlagen in D 950h p.a. Also 23.750 kWh Strom in 25 jahren. 1300 geteilt durch die Energie egibt eine Strompreis ohne Gewinn, oder Kapitalkosten , also nur den Return of Invest von 5,5 Cent/kWh.

Und Sie erwarten unter 1 Cent? Das hat sich nicht einmal Altmeier getraut zu prognostizieren, er spricht aktuell von 6-8 Cent/kWh bei PV als billigste Stromquelle der Erneuerbaren.

Im Mai 2019 hat er im einer TV bei Illner mal von 1-2 Cent für Winkraft gefaselt (anders kann man solche Aussagen eines verantwortlichen Ministers nicht bezeichen). Ich hatte darauf hin das Ministerium angeschrieben und Auskunft verlangt wie die 1-2 Cent zustande kommen, aber keine Antwort erhalten.
Ein Jahr später ist für ihn PV mit 6-8 Ct die billigste Quelle. Er scheint zumindest lernfähig zu sein.

Mal sehen was Sie in 5 Jahren prognostizieren? Aus Erfahrungkann ich sagen einfach mal selber damit anfangen (Balkonanlage z.B.) und sich wundern wie volatil die Erzeugung ist. Und dann das oben angesprochene Buch kaufen oder im Internet die Version aus GB laden oder bei Amazon Prime kostenlos das Buch. Und dann studieren, nicht nur lesen.
Beitrag vom 08.10.2020 - 13:50 Uhr
UserBlotto
User (230 Beiträge)
Im Durchschnitt schafften die Anlagen in D 950h p.a. Also 23.750 kWh Strom in 25 jahren. 1300 geteilt durch die Energie egibt eine Strompreis ohne Gewinn, oder Kapitalkosten , also nur den Return of Invest von 5,5 Cent/kWh.

Alles richtig. Ich hatte beim Schreiben nicht nur Deutschland im Kopf. Gibt ein Projekt in Abu Dhabi, dass für 1,35ct produziert. Deutschland wird da nicht hinkommen, das ist klar. Muss es aber auch nicht. Selbst mit den 6ct plus Speicher werden wir auch nicht teurer sein als die 30ct, die ich heute zahle.

Mein Gedanke war eher: In Kerosin stecken 12kWh pro kg. Bei den genannten Gestehungskosten einer Wüsten-PV-Anlage kommt man auf 160$ Stromkosten pro Tonne. Da kommt natürlich noch eine Menge drauf, aber man dürfte schlussendlich grossindustriell unter 500$ pro Tonne synthetisches Kerosin bleiben können. Und damit ist man komplett konkurrenzfähig. Klar, nicht heute, nicht morgen. Aber dieser Pfad kann funktionieren. Und deswegen glaube ich auch nicht an Wasserstoff im Flugzeug.
Beitrag vom 08.10.2020 - 15:59 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (189 Beiträge)
Das ist nicht nur Utopie, das ist ein Hirngespinst. Man kriegt es doch schon in einem Auto nicht hin.

Ich denke hier muss man 2 Dinge trennen:
Technisch exisitiert eine H2 Lösung im Auto schon ein ganze Weile. Sei es nun H2 direkt mit Drucktanks, Metallhydrid-Speicherung oder Alkohol-basierte Verbrenner-Antriebe. Fast jeder Hersteller hat entsprechende Modelle im Programm. In Brasilien zB ist Methanol der meistverbrauchte "Sprit".
Sie haben sich aber aufgrund verschiedener Faktoren ökonomisch bisher nicht gegen fossile Verbrenner durchgesetzt. Speziell nicht hier in Dieseldeutschland...

Sie haben recht, man hat eine technische Lösung.
Leider ist diese technische Lösung schlecht und allen anderen unterlegen. So unterlegen, das die Autohersteller sie nicht weiter verfolgen.

Das mit Dieseldeutschland ist halt auch so ne Sache: Man hat die Grenzwerte für Abgas erst so nach unten gedrückt das es zwangsweise diesel sein musste, dann hat man mit dem NOx angefangen worauf hin die Industrie massig geld in die hand genommen hat um die Abgasreinigung so hinzubekommen, und dann killt man den Diesel weil man die Emissionen eines E_autos einfach auf 0 setzt. Was natürlich nicht stimmt.


Und bei diesen Faktoren sehe ich neben dem Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit H2-Tankstellen (was bei Flugzeugen kein Problem ist) und die externalisierten bzw. ignorierten Umweltkosten einer weiteren Verbrennung fossiler Energieträger ganz vorne mit dabei.

Nochmal, H2 hat unlösbare Probleme.
1. Woher kommt das H2? Es gibt nicht mal ansatzweise eine gute Lösung dafür.
2. Effizienz.
3. Tank
4. Tankstelle - wie kriegen sie das komprimiert und den druck aufgebaut?


Wer das Gewicht einer Batterie aufführt und dann meint Wasserstoff, der ist auf den Holzweg. Der Tank ist zu schwer.

Es gibt mittlerweile verschiedenen Tanks auf Kohlefaser- und Composite-Basis die deutlich leichter sind. Inwieweit die für die Anwendung in der Luftfahrt in Frage kommen, weiß ich aber nicht.
Der in jedem Fall deutlich schwerere Tank einer H2-elektrischen Lösung würde aber zB durch geringeres Gewicht (und geringere Komplexität) der Motoren wieder teilweise ausgeglichen.

Wer erklärt was das Ziel ist? Der grosse Führer mit autismus?
Natürlich spielt Effizienz eine Hauptrolle, sonst könen wir gleich einpacken.

Argumente statt reiner Behauptungen und markiger Sprüche wären hier hilfreich. Wenigstens eins ...

ich habe ihnen zig geliefert, sie konnten nicht eines wiederlegen - wie auch, sonst hätten sie gerade einen Nobelpreis verdient.


Das Ziel der Energiewende weg von fossilen Energieträgern ist nicht primär eine Efizzienz-Steigerung. Alkohol/H2 haben definitiv Nachteile in Energiedichte und Speicherung, die die Effizienz eines Antriebskonzepts ggü Kerosin senken. Keine Frage.
Effizienz ist in manchen Bereichen aber nur Mittel zum Zweck.
Das eigentliche Ziel ist aber weniger Öl und Kohle zu CO2 zu verbrennen.

Natürlich spielt Effizienz die Hauptrolle, das ist sonnenklar. Denn der Input ist endlich.
Die Solarkollektoren und Windräder fallen ja auch nicht vom Himmel.

Und natürlich ist die gesamte Prozesskette zu betrachten. Whell to wheel ist das Stichwort.
Das Hauptproblem ist, das niemand eine Lösung hat.
Es ist ein verdammt komplexes Problem.


In Gebäuden laufen oft 50 Jahre alte Ölheizungen oder Kohleöfen. Das ist eine low hanging fruit.

Die ja auch schon lange angegangen wird. Brennwert-Thermen ersetzen alte Ölheizungen, die 2026 sogar verboten werden. Es besteht bereits seit 2014 eine Austauschpflicht für Hausbesitzer.
Auch in diesem Bereich ist schon recht viel an Alternativen am Markt verfügbar.
Es setzt aber nicht von eben auf gleich zu 100% durch.

Vergleich Luftfahrt: Es existieren noch nicht mal CO2-arme oder -freie Lösungen, die man kaufen könnte. Und selbst wenn wie bei Airbus Entwicklungen angekündigt werden, die erst 2035 zu Produkten führen sollen, erscheint das einigen offenbar noch zu schnell oder fehlgeleitet.
Die Luftfahrt-Industrie war mal die Speerspitze der Innovation...

Es ist fehlgeleitet. Sie können Fantasieren was sie wollen, die Physik lässt sich nicht betrügen.
Unter den heutigen Voraussetzungen ist H2 im Flugzeug ein Hirngepsinst.
Es klappt ja nicht mal im Auto.

SIe betrachten Deutschland, als ob das für das Weltklima eine Rolle spielt.
Witzig. Die USA müssen mitmachen, und China, sonst ist es egal wie sie in Deutschland heizen. Aber selbst da ist eine moderne Gastherme nicht der Weisheit letzter Schuss.
Beitrag vom 08.10.2020 - 17:58 Uhr
UserEricM
User (2516 Beiträge)
Nochmal, H2 hat unlösbare Probleme.

Einige Probleme, einig davon bisher supoptimal gelöst. Aber "unlösbar"?

1. Woher kommt das H2? Es gibt nicht mal ansatzweise eine gute Lösung dafür.

Regenarative Energie mit Elektrolyse, Erdgas mit CO2 Abscheidung, ... mehrere Möglichkeiten, die heute schlicht teurer Sind als Öl.

2. Effizienz.

Stimmt. Aber höhere Effizienz als Kerosin ist keine zwingende Voraussetzung für den Einsatz

3. Tank

Siehe weiter oben in diesem Thread zum Thema Carbonfasertanks.

4. Tankstelle - wie kriegen sie das komprimiert und den druck aufgebaut?

Pumpen...

Das sind alles keine ungelösten Probleme, noch viel weniger unlösbare...


Und natürlich ist die gesamte Prozesskette zu betrachten. Whell to wheel ist das Stichwort.

Korrekt.
Das gilt aber auch bei der Umweltauswirkung einer Energiequelle.

Denn sobald man Umweltschäden und CO2-Ausstoß als Effizienz-senkend betrachtet, werden Alkohol/H2 plötzlich deutlich effizienter...

Es ist ein verdammt komplexes Problem.

Also DA sind wir uns vollkommen einig ...

Unter den heutigen Voraussetzungen ist H2 im Flugzeug ein Hirngepsinst.

Auch da sind wir uns einig.
Nichtsdestotrotz muss man heute anfangen zu entwickeln und anfangen, die Infrastruktur zu schaffen. Bei einem für 2035 realistischen sehr hohen CO2-Zertifikatspreis werden sich alternative Antriebstechniken rechnen.

Und wenn wir dann erst anfangen zu entwickeln, ist es zu spät.

SIe betrachten Deutschland, als ob das für das Weltklima eine Rolle spielt.

Tut es. Wenn nicht mal die erste Welt es schafft, sich soweit zusammenzureißen, nicht weiter ungehemmt den Planeten zu vermüllen, können wir es von Schwellenländern kaum erwarten, oder?
Beitrag vom 08.10.2020 - 18:33 Uhr
UserDüse
User (366 Beiträge)
Das deutsche vorzeige Fahrzeug,der H2 BMW Siebener, hat diese Eigenschaften:

Tanken bei 735 bar Fülldruck dauert 10 Minuten.
Damit fährt das Ding 150 km weit.
Tolle Vorraussetzungen für die Fliegerei...
Beitrag vom 08.10.2020 - 19:01 Uhr
UserFW 190
User (1668 Beiträge)
Im Durchschnitt schafften die Anlagen in D 950h p.a. Also 23.750 kWh Strom in 25 jahren. 1300 geteilt durch die Energie egibt eine Strompreis ohne Gewinn, oder Kapitalkosten , also nur den Return of Invest von 5,5 Cent/kWh.

Alles richtig. Ich hatte beim Schreiben nicht nur Deutschland im Kopf. Gibt ein Projekt in Abu Dhabi, dass für 1,35ct produziert. Deutschland wird da nicht hinkommen, das ist klar. Muss es aber auch nicht. Selbst mit den 6ct plus Speicher werden wir auch nicht teurer sein als die 30ct, die ich heute zahle.

Mein Gedanke war eher: In Kerosin stecken 12kWh pro kg. Bei den genannten Gestehungskosten einer Wüsten-PV-Anlage kommt man auf 160$ Stromkosten pro Tonne. Da kommt natürlich noch eine Menge drauf, aber man dürfte schlussendlich grossindustriell unter 500$ pro Tonne synthetisches Kerosin bleiben können. Und damit ist man komplett konkurrenzfähig. Klar, nicht heute, nicht morgen. Aber dieser Pfad kann funktionieren. Und deswegen glaube ich auch nicht an Wasserstoff im Flugzeug.

Wasserstoff im Flugzeug halte ich auch für eine Illusion. Ihre Ausführungen hinsichtlich Abu Dabi sind auch richtig, aber ich frage mich warum die VAE - ist ja nicht weit entfernt von Abu Dabi aktuell ein 1,4 GW Kernkraftwerk angefahren hat das in der Endausbaustufe 5,6 GW haben wird und 2022 ein Kohlekrafterk! mit 2x 1,2 GW in Betrieb geht. Im Jahr 2050 will man auf 44% der Energie aus erneuerbaren kommen.

Das muss man sich mal reinziehen: in der Wüste nur 44% bis 2050 und bei uns träumen einige von 100% bis 2038. Wenn die Erneuerbaren doch so gut und billig sind, warum dann heute noch in Kohle und Uran investieren? Sind die einfach zu blöd oder machen wir uns vielleicht etwas vor?
Beitrag vom 09.10.2020 - 09:03 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (189 Beiträge)
Nochmal, H2 hat unlösbare Probleme.

Einige Probleme, einig davon bisher supoptimal gelöst. Aber "unlösbar"?

Ja, unlösbar, seit 30 Jahren forscht man dran und steht weiterhin vor fundermentalen Herausforderungen, die scheinbar nicht lösbar sind.



1. Woher kommt das H2? Es gibt nicht mal ansatzweise eine gute Lösung dafür.

Regenarative Energie mit Elektrolyse, Erdgas mit CO2 Abscheidung, ... mehrere Möglichkeiten, die heute schlicht teurer Sind als Öl.

Keine Lösungen, weil Elektrolyse irgendwo auf 60% Wirkungsgrad begrenzt ist.
Erdgas führt zum selben Effekt wie Öl, oder um es noch klarer auszudrücken: Wenn sie H2 aus Erdgas gewinnen, haben sie einen zusätzlichen Prozessschritt. Sie können das Erdgas dann auch direkt verbrennen.

Der Preis ist das untergeordnete Problem, die zur Verfügung stehende Energiemenge ist es.

Sie brauchen für H2 einfach 3x Mal soviel Kraftwerke wie für E-Auto batterie Systeme.


2. Effizienz.

Stimmt. Aber höhere Effizienz als Kerosin ist keine zwingende Voraussetzung für den Einsatz

Sind sie sich da sicher?
Wir sprechen über eine Effizienzproblem.

Wie nutze ich die auf der Erde zur Verfügung stehende Energiemenge?
AN dem Punkt an dem wir mehr Sonnenenergie nutzen können als die Erde abbekommt sind wir nicht. Da braucht unsere Zivilisation noch.


3. Tank

Siehe weiter oben in diesem Thread zum Thema Carbonfasertanks.

Ändert doch am Problem nichts. Hohe Drücke, schwer, sehr reaktives gas, hohe verluste, hohe Druckdifferenz beim tanken nötig.

Ich will garnicht nachrechnen wie sehr sie einen um einen Flieger wie den A320 auf ne Mission zu schicken, den Tank dimensionieren müssen.
Sie müssen riesige Drücke aufbauen um das vernünftig Betanken zu könnnen.
Das kostet massiv energie.


4. Tankstelle - wie kriegen sie das komprimiert und den druck aufgebaut?

Pumpen...

Na dann ab in die Eisen mit ihnen, sie werden ein paar Jahre trainieren müssen bis sie das pumpen können.

Die Drücke sind Wahnsinnig hoch, das kostet sie massig Energie.


Das sind alles keine ungelösten Probleme, noch viel weniger unlösbare...

Das sind alles seit 30 jahren ungelöste Probleme, lösen sie sie doch.
Wenn das die Ingenieure bei BMW, Daimler und Toyota nicht hin bekommen.

BMW hat die H2 Forschung übrigens eingestellt, hängt man nur nich an die grosse Glocke.


Und natürlich ist die gesamte Prozesskette zu betrachten. Whell to wheel ist das Stichwort.

Korrekt.
Das gilt aber auch bei der Umweltauswirkung einer Energiequelle.

Denn sobald man Umweltschäden und CO2-Ausstoß als Effizienz-senkend betrachtet, werden Alkohol/H2 plötzlich deutlich effizienter...

Aber das verbssert die Co2 bilanz doch nicht.

Wo ich ihnen aber klar zustimme: Der Treibhausgas AUssstoss muss Geld kosten, und anstatt dieses unsägliche EEG hätte die dt. Regierung besser dafür gesorgt, das jede Tonne CO2 (bzw. CO2 Equivalent einen realistischen Preis hat).



Es ist ein verdammt komplexes Problem.

Also DA sind wir uns vollkommen einig ...

Unter den heutigen Voraussetzungen ist H2 im Flugzeug ein Hirngepsinst.

Auch da sind wir uns einig.
Nichtsdestotrotz muss man heute anfangen zu entwickeln und anfangen, die Infrastruktur zu schaffen. Bei einem für 2035 realistischen sehr hohen CO2-Zertifikatspreis werden sich alternative Antriebstechniken rechnen.

Und wenn wir dann erst anfangen zu entwickeln, ist es zu spät.

SIe betrachten Deutschland, als ob das für das Weltklima eine Rolle spielt.

Tut es. Wenn nicht mal die erste Welt es schafft, sich soweit zusammenzureißen, nicht weiter ungehemmt den Planeten zu vermüllen, können wir es von Schwellenländern kaum erwarten, oder?

Wir werden es von keinem erwarten können. Staaten sind nicht die richtige Lösung für dieses Problem. Sie stehen zu sehr im wettbewerb.
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