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Beitrag vom 06.01.2021 - 13:30 Uhr
Usershuttle737
User (207 Beiträge)
Die Antwort ist Ansichtssache.
In Ländern,die sich nicht „soziale Marktwirtschaft“ in‘s Programm geschrieben haben ist die Lösung einfach,alle rausschmeissen und bei Bedarf wieder einstellen.Allerdings sind in diesen Ländern die Abgaben auch nur ein Bruchteil.Der hohe Steuersatz der „Besserverdiener“ dient bei uns auch,uns den Luxus eines Sozialstaates zu sichern.
Dies beinhaltet auch eine Verantwortung denen gegenüber,die teilweise über 20 Jahre den Höchststeuersatz einbezahlt haben,
und gerade im Hinblick auf staatliche Förderung in der Krise,sollte der Schutz der Arbeitsplätze ganz oben stehen.
Ist aber wie gesagt,nur meine „Meinung“


Es gibt selbstverständlich mehrere Möglichkeiten, wenn man nur will - Condor macht es vor. Bis Ende 2021 Kurzarbeit, Zwangsteilzeit über die Wintermonate, Gehaltsverzicht - auf drei, vier Jahre befristet mit anschließender Verhandlungsverpflichtung; alles andere macht mittelfristig die natürliche Fluktuation, bzw. Altersteilzeit und angemessene Freiwilligenprogramme.
In der Kabine verläuft die natürliche Fluktuation schneller als am Boden oder im Cockpit, aber mit den Jahren wird die Belegschaft dann immer kleiner. Das Geschäft an diese Entwicklung zu koppeln, ist natürlich viel komplexer und dauert länger. Der Effekt dürfte aber schon einmal deswegen positiver sein, weil die Mitarbeiter dann mitziehen. So wie es jetzt läuft, werden sie hingegen Dienst nach Vorschrift machen.
Wie man liest, möchte das TUIfly-Management (oder der TUI-Vorstand, wer weiß das schon...) aber genau dies nicht. Man möchte unbedingt kündigen und sich keinesfalls auf die genannten anderen Maßnahmen einlassen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Für die zu erwartende Erholung werden dann Neueinstellungen vorgenommen - und schwups hat man, was man in Wirklichkeit will, nämlich weniger Personalkosten.


Und wer soll das bezahlen? Das Geld, was in der VErgangenheit eingezahlt wurde, ist weg. Wir haben keine Rücklagen. Also zahlt es der, der auch langfristig noch Arbeit hat. Unsere Sozialsysteme sind hervorragend im Vergleich zu so manch anderen Staaten, ja. Aber das umfasst hauptsächlich Dinge wie Altersversorgung, GEsundheitsversorgung, Unfallversicherung etc. Das umfasst aber nicht, dass wir als Staat über einen unbekannten Zeitraum alle Arbeiter vor der Arbeitslosigkeit schützen können.

Und das ist doch genau der Punkt: Ja, für Tui alleine mag das ein kalkulierbares Risiko sein. Aber warum dann nur Tui? Warum zahlt der Staat dann nicht auch für jeden Friseur, jeden Kellner, jeden Veranstaltungstechniker, etc. etc.
Das ist schlicht und einfach nicht bezahlbar, wenn man da mal über den Rand eines einzelnen Unternehmens hinwegschaut.

Und Condor ist in meinen Augen nicht vergleichbar, denn die waren schon pleite. Da musste jeder Arbeitnehmer massive Zugeständnisse machen, weil es hieß: Entweder so, oder du verlierst den Job!
Das wird zwar immer so verkauft, dass das ja nur passiert, weil da so ein toller Zusammenhalt herrscht, aber machen wir uns da doch nichts vor. Da hat jeder in erster Linien wenigstens einen Teil seines Jobs/Gehalts gerettet, bevor er vor dem Nichts steht.

An diesem Punkt sind aber Tui oder LH noch gar nicht angekommen. Eine Vereinbarung wie bei Condor, würde es doch bei keiner der anderen Fluggesellschaften (oder auch anderen Unternehmen) geben. Und wenn man sich hier die Kommentare von vielen Schreibern anguckt, dann liegt das nicht nur an dem Zerrütteten Verhältnis zum Unternehmen, sondern schlicht an der fehlenden Einsicht, wie ernst die Lage eigentlich ist.
Ich denke,bei Mitarbeitern der Reisebranche ist der Ernst der Lage genauso angekommen wie bei Einzelhändlern und anderen wirtschaftlich betroffenen,das sollte klar sein...
Aber bleiben wir bei Tui...
Sie sind mit großen Zahlen garantiert bewandert,deswegen
meine Frage:
Gehen wir davon aus,dass eine Aufhebung der Corona Restriktionen in 6 Monaten oder in 12 kommt.
Wuerde es da volkswirtschaftlich Sinn machen,im Sinn von Steuereinnahmen,diese Arbeitsplätze mit guter Bezahlung/Steuereinnahmen in Deutschland bei Tui zu behalten,oder sollen die Kollegen dann (z.B )bei einer ausländischen Smartlynx den selben Job machen,aber keine Steuern mehr in Deutschland bezahlen?
Selbst aus Firmensicht,wie oben schon angemerkt,waere das erstmal mit Riesen Kosten verbunden.Ich weiss es nicht genau,
aber ich denke bei Tuifly hat man nach ein paar Jahren,und das betrifft die meisten dort,eine Kündigungsfrist von 12 Monaten...
ergibt schon mal ein Jahresgehalt,dazu Abfindung von sagen wir mal 0,8 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr...
Nehmen wir einen Kapitän,geschätzt 180.000 Jahresgehalt,
20 Jahre in der Firma...ergibt dann nochmal 240.000 Abfindung,
ergibt 420.000 Euro! pro Kapitän wohlgemerkt...
Das muss man sich erstmal leisten können.
Dem entgegen steht die Überbrückung dieser Krise,mit der ungewissen „Variable“,wie lange diese dauert...
Beitrag vom 06.01.2021 - 13:31 Uhr
UserCharlie Hotel
User (27 Beiträge)
@ FloCo

Sie haben sich offensichtlich völlig unzureichend mit der Materie auseinandergesetzt, um hier sinnvoll mitdiskutieren zu können. Darüber hinaus habe ich Sie auch an keiner Stelle beleidigt, ich weiß nicht, woher Sie diese Behauptung nehmen. Und obwohl Sie sich offensichtlich meinen ersten Kommentar nicht richtig durchgelesen haben, gehe ich gerne nochmal auf Ihre Argumente ein.
Die TUI schlägt hier ein Angebot über Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro aus, um gerade einmal 270 Mitarbeiter von über 70.000 zu entlassen, was sich wie ich bereits erwähnte erst im Jahr 2027 (!) rechnet und auch nur, wenn sich an den Rahmenbedingungen nach Corona nichts zum Positiven wendet und die Flottengröße beibehalten wird, also im absoluten worst case. Ansonsten rutscht dieser Zeitpunkt noch weiter in die völlig unvorhersehbare Zukunft. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen jetzt ingesamt 4,8 Milliarden Euro Schulden beim Staat - da sind 200 Millionen Euro kein Kleingeld.
Und Sie als Steuerzahler zahlen ohnehin keinen einzigen Euro davon, weil TUI vor und nach Corona ein kerngesundes Unternehmen ist was diese Schulden mit Zinsen zurückzahlen wird, Sie profitieren also auch noch davon.
Und nein, die Situation bei Lufthansa und Condor ist nicht vergleichbar insofern, als dass deren Situation noch sehr viel gravierender ist. Trotzdem hat man hier sozialverträgliche Lösungen gefunden, die jeder Mitarbeiter bei TUIfly vor einer Kündigung selbstverständlich mit Kusshand annehmen würde.
Wie meine Vorredner bereits ausgeführt haben - hier wird mit deutschem Steuergeld Auslagerung von Arbeitsplätzen und Brechung von Tarifstrukturen vom allerfeinsten betrieben. Schade, dass Neid und Missgunst die Sicht auf derart offensichtliche Fakten bei Ihnen trüben. Aber solche Forenteilnehmer gibt es hier nunmal zuhauf, Sie sind damit sicherlich nicht alleine.
Beitrag vom 06.01.2021 - 13:33 Uhr
Usershuttle737
User (207 Beiträge)
...Da war wohl jemand schneller
Beitrag vom 06.01.2021 - 13:43 Uhr
Usercontrail55
User (2282 Beiträge)

Und was wäre Ihre Lösung? Alle Mitarbeiter bleiben, auf Kosten des Staates, ohne dass sie arbeiten müssen (weil das Geschäft auf unabsehbare Zeit nicht da ist) und dann?
Inwiefern profitiert der Staat davon?

Warum soll ich, der noch ohne staatliche Hilfe bei meinem Arbeitgeber ist und voll, sogar mehr als 100% arbeitet, mit meinem Steuergeld, das Gehalt von jemanden bezahlen, der in einem Unternehmen arbeitet, dass ihn auf unabsehbare Zeit nicht braucht?

Wie rechtfertigen Sie da Ihre Forderung, dass der Steuerzahler diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter, weiter bezahlt?

„Wir erwarten einen schon weitgehend normalen Sommer", sagte TUI-Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Der Konzern werde aber nur rund 80% so viele Flugreisen anbieten wie in den Jahren vor der Corona-Krise, um eine optimale Auslastung zu erreichen. In den Ferien im Juli und August sei es wahrscheinlich, dass viele Flüge auf Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht seien. Das Angebot für Mai sei bereits zu 50% ausgebucht, so Joussen.

Das alles war die letzten Tage mehrfach in verschiedenen Medien von Seiten TUI zu lesen.
Sprich wenn man mit 80% Flugreisen im Sommer rechnet (bezogen auf Vor-Corona-Niveau wohlgemerkt) braucht man auch 80% des Personals.
80% Teilzeit im Cockpit und alle können bleiben - das würde die VC sicher sofort unterschreiben.
Sprich das Problem ist hier wohl ein anderes. Die TUI versucht, mit der fadenscheinigen Begründung der Krise, unliebsame Verträge loszuwerden.
Zumindest scheint es so. Oder wie erklären Sie die Diskrepanz von 80% nächsten Sommer und die Hälfte an Fliegern soll weg? Scheint mir nicht aufzugehen die Rechnung.
Das liegt daran, dass es dieses Jahr nicht betrifft. Der aktuelle Kündigungsschutz geht bis 31.12.2021 Das betrifft alles erst die Zeit danach.
Beitrag vom 06.01.2021 - 14:06 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (680 Beiträge)
@ FloCo

Sie haben sich offensichtlich völlig unzureichend mit der Materie auseinandergesetzt, um hier sinnvoll mitdiskutieren zu können.

Danke für Ihre Meinung, aber ich glaube das haben Sie nicht zu entscheiden.

Darüber hinaus habe ich Sie auch an keiner Stelle beleidigt, ich weiß nicht, woher Sie diese Behauptung nehmen. Und obwohl Sie sich offensichtlich meinen ersten Kommentar nicht richtig durchgelesen haben, gehe ich gerne nochmal auf Ihre Argumente ein.

Sorry, da haben Sie mich missverstanden. Sie haben nicht mich beleidigt (wie auch, ich habe vorher ja nicht einmal was geschrieben); aber für mich ist die titulierung eines Vorgehens als "pervers" beleidigend dem gegenüber, der es macht. Daher das mit der Beleidgung.

Die TUI schlägt hier ein Angebot über Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro aus, um gerade einmal 270 Mitarbeiter von über 70.000 zu entlassen, was sich wie ich bereits erwähnte erst im Jahr 2027 (!) rechnet und auch nur, wenn sich an den Rahmenbedingungen nach Corona nichts zum Positiven wendet und die Flottengröße beibehalten wird, also im absoluten worst case. Ansonsten rutscht dieser Zeitpunkt noch weiter in die völlig unvorhersehbare Zukunft. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen jetzt ingesamt 4,8 Milliarden Euro Schulden beim Staat - da sind 200 Millionen Euro kein Kleingeld.

Kein Kleingeld, es fehlen aber noch 4,6 Mrd. Wenn man die über die Einsparungen, Flottenreduzierung etc. erreichen kann, warum sollte man das dann nicht machen? Der absolute Worst Case ist nicht, dass man bei der geplanten Flottengröße bleibt; der absolute Worst Case ist, dass man noch weniger Flieger braucht oder die Impfungen fehlschlagen und wir auf ewig mit Einschränkungen leben müssen. Das man bei der geplanten Flottengröße bleibt ist da eher der Target Case, wenn alles so kommt wie geplant.

Und Sie als Steuerzahler zahlen ohnehin keinen einzigen Euro davon, weil TUI vor und nach Corona ein kerngesundes Unternehmen ist was diese Schulden mit Zinsen zurückzahlen wird, Sie profitieren also auch noch davon.

Sie haben doch das Thema Steuern angebracht, oder nicht? Wenn der Steuerzahler gar nichts zahlt, warum sollte dann jemand, der eingezahlt hat, jetzt ein Anrecht darauf haben, dass der Staat seinen Arbeitsplatz erhält?

Und nein, die Situation bei Lufthansa und Condor ist nicht vergleichbar insofern, als dass deren Situation noch sehr viel gravierender ist. Trotzdem hat man hier sozialverträgliche Lösungen gefunden, die jeder Mitarbeiter bei TUIfly vor einer Kündigung selbstverständlich mit Kusshand annehmen würde.

Was ist an der Situation von LH und Condor deutlich gravierender? Gut, Condor war vorher schon pleite, aber warum steht Tui besser da als LH? Bei beiden ist das Geschäft in der Zukunft zweifelhaft. Niemand weiß, wie sich das entwickelt wird, weder bei LH, noch bei Tui.

Wie meine Vorredner bereits ausgeführt haben - hier wird mit deutschem Steuergeld Auslagerung von Arbeitsplätzen und Brechung von Tarifstrukturen vom allerfeinsten betrieben.

Was denn jetzt? Ich dachte, da fließt kein Steuergeld und das zahlt das Unternehmen am Ende sowieso zurück? Also ist es maximal der KRedit, der die Unternehmensumstrukturierung kurzfristig ermöglicht. Bezahlt wird das dann aber ja vom Unternehmen; nur halt zu einem späteren Zeitpunkt.

Schade, dass Neid und Missgunst die Sicht auf derart offensichtliche Fakten bei Ihnen trüben. Aber solche Forenteilnehmer gibt es hier nunmal zuhauf, Sie sind damit sicherlich nicht alleine.

Ich dachte am Anfang Ihres Kommentars wirklich, dass Sie der einzige vernünftige Diskussionspartner hier wären (von allen denen, die geantwortet haben), mit denen man einen sinnvollen Austausch führen könnte. Dass jetzt wieder dieses ewige Neid Thema kommt, ist echt zum kotzen....warum wird das immer als versuchtes Totschlagargument agebracht? Das ist echt arm.

Von daher bin ich da auch raus...so hat es keinen Sinn da zu diskutieren.

PS: Ich habe es hier schon mehrfach gesagt: ICh bin in meinem Job als Unternehmensberater sowohl mit dem Gehalt, wie auch meiner Arbeit sehr glücklich. Ich will kein Pilot sein, hatte nie dieses Ziel, und war auch nie in dieser komischen Sportalle (nur, falls das als nächstes Argument kommt).

Sie müssen echt endlich mal verstehen, dass Sie nicht der geilste auf der Welt sind, dessen Job jeder machen will.... das würde Ihrer persönlichen Erdung glaube ich wirklich mal gut tun.


EDIT: Sorry an @Bald-Lokführer; Ihren Kommentar habe ich gerade erst gesehen. Sie klammere ich bei meinem Kommentar bzgl. derer die mir geantwortet haben, natürlich aus.

Dieser Beitrag wurde am 06.01.2021 14:08 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.01.2021 - 14:20 Uhr
UserBald-Lokführer
User (446 Beiträge)

Und was wäre Ihre Lösung? Alle Mitarbeiter bleiben, auf Kosten des Staates, ohne dass sie arbeiten müssen (weil das Geschäft auf unabsehbare Zeit nicht da ist) und dann?
Inwiefern profitiert der Staat davon?

Warum soll ich, der noch ohne staatliche Hilfe bei meinem Arbeitgeber ist und voll, sogar mehr als 100% arbeitet, mit meinem Steuergeld, das Gehalt von jemanden bezahlen, der in einem Unternehmen arbeitet, dass ihn auf unabsehbare Zeit nicht braucht?

Wie rechtfertigen Sie da Ihre Forderung, dass der Steuerzahler diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter, weiter bezahlt?

„Wir erwarten einen schon weitgehend normalen Sommer", sagte TUI-Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Der Konzern werde aber nur rund 80% so viele Flugreisen anbieten wie in den Jahren vor der Corona-Krise, um eine optimale Auslastung zu erreichen. In den Ferien im Juli und August sei es wahrscheinlich, dass viele Flüge auf Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht seien. Das Angebot für Mai sei bereits zu 50% ausgebucht, so Joussen.

Das alles war die letzten Tage mehrfach in verschiedenen Medien von Seiten TUI zu lesen.
Sprich wenn man mit 80% Flugreisen im Sommer rechnet (bezogen auf Vor-Corona-Niveau wohlgemerkt) braucht man auch 80% des Personals.
80% Teilzeit im Cockpit und alle können bleiben - das würde die VC sicher sofort unterschreiben.
Sprich das Problem ist hier wohl ein anderes. Die TUI versucht, mit der fadenscheinigen Begründung der Krise, unliebsame Verträge loszuwerden.
Zumindest scheint es so. Oder wie erklären Sie die Diskrepanz von 80% nächsten Sommer und die Hälfte an Fliegern soll weg? Scheint mir nicht aufzugehen die Rechnung.
Das liegt daran, dass es dieses Jahr nicht betrifft. Der aktuelle Kündigungsschutz geht bis 31.12.2021 Das betrifft alles erst die Zeit danach.

Ok - 2022 rechnet der Joussen mit 100%.
Wie passt das zusammen mit der Halbierung der Flotte?
Beitrag vom 06.01.2021 - 14:26 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (680 Beiträge)

Und was wäre Ihre Lösung? Alle Mitarbeiter bleiben, auf Kosten des Staates, ohne dass sie arbeiten müssen (weil das Geschäft auf unabsehbare Zeit nicht da ist) und dann?
Inwiefern profitiert der Staat davon?

Warum soll ich, der noch ohne staatliche Hilfe bei meinem Arbeitgeber ist und voll, sogar mehr als 100% arbeitet, mit meinem Steuergeld, das Gehalt von jemanden bezahlen, der in einem Unternehmen arbeitet, dass ihn auf unabsehbare Zeit nicht braucht?

Wie rechtfertigen Sie da Ihre Forderung, dass der Steuerzahler diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter, weiter bezahlt?

„Wir erwarten einen schon weitgehend normalen Sommer", sagte TUI-Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Der Konzern werde aber nur rund 80% so viele Flugreisen anbieten wie in den Jahren vor der Corona-Krise, um eine optimale Auslastung zu erreichen. In den Ferien im Juli und August sei es wahrscheinlich, dass viele Flüge auf Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht seien. Das Angebot für Mai sei bereits zu 50% ausgebucht, so Joussen.

Das alles war die letzten Tage mehrfach in verschiedenen Medien von Seiten TUI zu lesen.
Sprich wenn man mit 80% Flugreisen im Sommer rechnet (bezogen auf Vor-Corona-Niveau wohlgemerkt) braucht man auch 80% des Personals.
80% Teilzeit im Cockpit und alle können bleiben - das würde die VC sicher sofort unterschreiben.
Sprich das Problem ist hier wohl ein anderes. Die TUI versucht, mit der fadenscheinigen Begründung der Krise, unliebsame Verträge loszuwerden.
Zumindest scheint es so. Oder wie erklären Sie die Diskrepanz von 80% nächsten Sommer und die Hälfte an Fliegern soll weg? Scheint mir nicht aufzugehen die Rechnung.

Zu den Zahlen hat @contrail55 ja bereits was geschrieben.
Generell: Nach außen hin zu sagen, dass man 80% erreichen wird, heißt nicht, dass man auch intern damit rechnet. Derzeit kann es keine Garantien dafür geben, dass diese 80%, selbst wenn man jetzt schon 50% verkauft hat, auch wirklich eintreten. Es kann sich hier theoretisch auch um eine künstliche Verknappung halten, um noch mehr Leute dazu zu bringen schon jetzt zu buchen.

Ja, das stimmt. Da gebe ich Ihnen Recht, dass das sicher auch einen Einfluss haben kann/wird. Ich bin mir selbst allerdings unschlüssig, ob ich das komplett verurteilen würde, wenn es so ist. Letztendlich plant man derzeit damit, dass man in Zukunft Mrd. an Geldern zurück zahlen muss. In meinen Augen ist es da schon legitim, wenn man für sich selbst durchrechnet, dass man das mit einer kleineren Flotte und weniger Personal besser schafft (und sich so evt. auf die richtig profitablen Strecken beschränkt), auch das als Grund anzuführen. Also ja, dann wäre auch die Krise daran Schuld, dass man um diese Kredite abzubezahlen, irgendwelche Maßnahmen ergreifen muss.

Aber ja, es besteht immer das Risiko, dass jemand eine solche Krise ausnutzt. Würde aber an meiner ursprünglichen Aussage, auf die Sie hier geantwortet haben, nichts ändern: Warum soll jeder andere Steuerzahler für das Gehalt und die Arbeitsplatzsicherheit von jemanden Aufkommen, während er selbst diesen Luxus nicht genießt? Und da meine ich jetzt nicht unbedingt mich, da wir wie gesagt keine Hilfe brauchen, aber die Steuerzahler, die auch unverschuldet in diese Krise gekommen sind und jetzt ihren Job verlieren. Der Staat kann nicht alle unbegrenzt, ja selbst begrenzt, auf eigene Kosten weiterbeschäftigen.

Allein von den Schulden, die wir derzeit bereits aufgenommen haben oder planen aufzunehmen, werden wir noch Jahrzehnte lang gut haben.
Beitrag vom 06.01.2021 - 15:05 Uhr
Usercontrail55
User (2282 Beiträge)
Das liegt daran, dass es dieses Jahr nicht betrifft. Der aktuelle Kündigungsschutz geht bis 31.12.2021 Das betrifft alles erst die Zeit danach.

Ok - 2022 rechnet der Joussen mit 100%.
Wie passt das zusammen mit der Halbierung der Flotte?
Achtung Falle. :-) Wenn Sie jetzt für bare Münze nehmen, was ein Management über 2022 sagt, dann müssen Sie auch für bare Münze nehmen, was ein Management über 2022 sagt. Nicht, dem TUI Management glaube ich (auf welcher Grundlage) aber dem LH Management glaube ich nicht (auf welcher Grundlage)
Das TUI Management hat gesagt, TUIfly hat jahrelang kein Geld verdient und Verluste gemacht 50/60 Mio/Jahr (anderer Thread, da gab es auch die Links) ist das jetzt glaubhaft oder diesmal nicht? Unter dem Strich produzieren sie zu teuer und wenn man das ganze Jahr eine eigene Flotte vorhält, dann hat man die auch im Nicht-Sommer. Das schränkt die Flexibilität ein.
Ich rechtfertige nicht die ein oder andere Entscheidung, es geht um welche Ausage passt mir gerade in die eigene Argumentation.
Was die Zahlen angeht, heute war ja Hauptversammlung. Die gute Buchungslage für den Sommer wird mit "gewaltigen Nachlässen" erkauft.
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