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Beitrag vom 04.07.2019 - 19:46 Uhr
UserCRJ9
CLH
User (101 Beiträge)
Ich hoffe, die Damen und Herren BWLer sind genauso verständnisvoll und weise wenn ihr Businessessen wegen kurzfristiger Buchung leider nicht mehr OffSite herbeigeschafft werden kann und sie dann einen Gutschein erhalten.

Wie ich schon vermutet habe, verteidigen diejenigen, denen ein soziales Miteinander und Wertschöpfung im eigenen Unternehmen oder der eigenen Volkswirtschaft nicht so viel bedeuten, wie der eigene Bonus, diese Unsäglichkeit wortreich. (nicht nur hier- diese Positionen sehe ich bei diesem Thema öfter)

Das Dumme ist, daß ich in 15 Jahren, wenn meine Rente klopft sicherlich ein Essen von einem LH-Cateringbetrieb essen werde, welches genauso wortreich als wertschöpfend herbeigeredet werden wird, wie man eine LSG mit all ihren erfahrenen (alt, teuer) Mitarbeitern jetzt abwickeln wird.
Diese 10-15jährigen argumentativen Positionswechsel der immer gleichen Beraterfirmen sind es, was das Bestandspersonal so frustriert. Würden wir genauso lausig und unreflektiert arbeiten, dann wäre der Luftverkehr immer noch ein 80/20 Himmelfahrtskommando (Wortspiel!
Sorry-War jetzt OT. Musste aber raus!
Danke


Dieser Beitrag wurde am 04.07.2019 19:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.07.2019 - 20:00 Uhr
UserYankeeZulu1
User (149 Beiträge)
@CRJ9: ich habe sicher sehr viel Verständnis für Ihre Position.
Man muß kein "BWLer" oder "Consulter" sein, um das Thema in zeitaktueller Betrachtungsweise zu verstehen: es geht letztendlich immer um die Zahl unterm Strich und den Aktienkurs. So sehr dies an manchter Stelle auch schmerzen mag, teils auch mich, so wenig wird sich daran ändern, humindest kurz- und wohl auch mittelfristig.
Glauben Sie mir: mir ist jeder Arbeitsplatz in Deutschland wichtig, mit gesicherter Bezahlung und einigermaßen gesichertem Fortbestan,. mit oder auch ohne TV. Und ich vertrat und vertrete immer die Meinung, daß gute Leistung gut honoriert werden soll.
Leider sieht das nicht jeder so, und leider gilt es auch, des Fortbestands wegen den einen oder anderen alten Zopf abzuschneiden. "Besser kurzes Haar als keines".
Beitrag vom 05.07.2019 - 05:49 Uhr
Userjasonbourne
User (1759 Beiträge)
@CRJ 9
Sitzt LH nicht heute auf der falschen Seite des Tisches? LSG hat aus vielerlei Gründen höhere Produktionskosten in D als die Konkurrenz. Entweder zahlt LH über Markt weil an LSG gebunden oder LSG produziert mit Verlust weil an LH gebunden.
LSG hat global eine viel zu geringe Marge um alle Investitionen zu stemmen. Weniger als die Hälfte des größten Konkurrenten. Soll die Airline das quersubventionieren? Wovon?
99% des Weltluftverkehrs komme mit freier Auswahl des Dienstleisters ziemlich gut zurecht.

Können denn die anderen soviel billiger in Dtl. produzieren?

Oder fliegen die ihre Trollys so voll hin und her das es für beide legs reicht?
Das wäre die Entscheidung des Kunden, career er für den ganzen Tag oder nur pro Leg. Ja, die Personalkosten in D liegen knapp 20% über den Wettbewerbern. Dazu kommen Strukturkosten. Wenn man 2 gr Werke auf dem Flughafen hat muss man kämpfen diese optimal auszulasten. Wenn der Markt weniger kauft weil sich das Produkt ändert hat man zuviel Werk. Hat man die Werke aber Off-Site ist man viel flexibler in der Bedarfsanpassung. Usw. Das sind viele keine Punkte die LSG alleine in den Nachteil bringen, die aber ein durch Zusammenschluss neuen Anbieter durch Investitionen und Synergien besser darstellen kann.


Das ist doch die Frage.
Essen spielt ja nurnoch auf Langstrecke eine Rolle, auf den kurzen Hopsern ist das ja eh egal, gibt je keine Verpflegung mehr, und selbst wenn gibt es ein sandwich.

Also die Frage:
Wo kann wer aus Deutschland günstiger produzieren als LSG?

Die Us, Nah- & Fernost Airlines fliegen ihre Trollys ja nicht voll ein, sondern sie kaufen alle für den jeweiligen Leg zu.

Ich bin zwar der viel gescholtene BWLer (keine angst, den Dipl. Ing. hab ich auch) aber ich sehe nicht warum Catering im FLugzeug die Kernkompetenz einer Airline ist.
Essen zubereiten ist doch eine gänzlich andere Geschichte als das betreiben von Flugzeugen, oder?
Beitrag vom 05.07.2019 - 08:10 Uhr
Usercontrail55
User (1041 Beiträge)

Das ist doch die Frage.
Essen spielt ja nurnoch auf Langstrecke eine Rolle, auf den kurzen Hopsern ist das ja eh egal, gibt je keine Verpflegung mehr, und selbst wenn gibt es ein sandwich.

Also die Frage:
Wo kann wer aus Deutschland günstiger produzieren als LSG?
Zum Beispiel Gate Gourmet oder Do&Co in Mörfelden
Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Vor langer Zeit hat LSG die Backwaren selbst im Werk produziert, sagen wir mal 10.000 Brötchen/Tag. Dafür gab es Fläche/Geräte und Personal. Kosten pro Brötchen 5ct. Ein Industriebetrieb wie Kamps stellt das her für 3ct inkl. Lieferung. Rechnen Sie es hoch und wenn ein Ecotablett 3,5€ kostet erkennen Sie den Anteil. Ok, also ausgelagert, aber jetzt hat man immer noch die Fläche, die man nicht so einfach los wird, Maschinen kan man verkaufen und Personal regelt sich über Fluktuation.
Auf heute übertragen, die Küche wird immer weniger gebraucht. Der Kunde (Airline) will einfach keine Essen mehr oder er kauft Convenience extern ein und der Caterer packt es nur noch in den Trolley und liefert ans Flugzeug. Noch weniger Küche, mehr Lager. Ihre Qualität und Kompetenz spielt immer weniger eine Rolle, bei einfacher Logistik zählt der Preis. Sie haben jetzt immer noch das große Werk auf teurem Grund, während der OffSite sich, je nach Bedarf, flexibel dazu mietet oder abgibt. Gleiches beim Personal. Da sind die Stückkosten nun mal teurer, egal wie man dazu steht, so ist die Lage. Der Wandel weg von Catering hin zu Retail in Motion (Marktbedürfniss) können Retailspezialisten nun mal besser/günstiger.
Jetzt könnte LSG natürlich auch OffSite gehen, aber das wären gigantische Investitionen und dafür ist der Ertrag zu gering. Man kann auch nur bedingt schrumpfen auf Grund der Lage usw.
Dazu wissen wir nicht, wie hoch der Anteil des Geschäfts in D am Gesamtgewinn ist oder ob überhaupt.
Die Us, Nah- & Fernost Airlines fliegen ihre Trollys ja nicht voll ein, sondern sie kaufen alle für den jeweiligen Leg zu.
Richtig, aber bei jeder Vertragsverhandlung spielt neben der Kompetenz der Preis eine immer entscheidendere Rolle.
Ich bin zwar der viel gescholtene BWLer (keine angst, den Dipl. Ing. hab ich auch) aber ich sehe nicht warum Catering im FLugzeug die Kernkompetenz einer Airline ist.
Essen zubereiten ist doch eine gänzlich andere Geschichte als das betreiben von Flugzeugen, oder?
Stimmt, aber da gibt es eine Reihe anderer Geschäftsfelder für die dies auch gilt. Entscheidend ist, wie entwickelt sich das Geschäftsfeld, kann es alleine stehen und wie ist die Perspektive im Markt usw. . Da findet nun mal ein Wandel statt und so wie LSG aufgestellt ist hinkt man hinterher und man muss handeln. Die Frage ist, wie?

@CRJ9
LSG in FRA ist zwar auf dem Gelände, aber für die Abläufe ist das durch den Sicherheitsbereich wie OFFSite, ALLES mus jedesmal durch die Sicherheitsschleuse, genau wie bei Do&Co oder gategourmet. Mal schnell was aus der Küche holen geht also nicht. Das klappt nur über Lagerstützpunkte im Sicherheitsbereich, die Lage hat also keinerlei Vorteile.

Ich selbst habe Familie bei LSG, mir liegt durchaus am Herzen was dort passiert. Aber man darf die Realitäten nicht ignorieren. Ich halte hier manche Argumentation für scheinheilig. JEDER kauft irgendein Produkt nur nach Preis und nimmt das was dahinter steht billigend in Kauf. Nur von denen, die bereit sind marktgerechte Preise zu bezahlen und dies auch tun kann keiner mehr leben. Das ist die schmerzhafte Realität, dem sich auch mein (jedes) Produkt, welches ich produziere, stellen muss.

Ob ein Verkauf der richtige Weg ist? Keine Ahnung, aber die Alternativen sind auch nicht besser.

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2019 08:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.07.2019 - 09:16 Uhr
Userjasonbourne
User (1759 Beiträge)
@ Contrail:

Halle am Flughafen?
Super damit muss man doch Geld verdienen können.

Sonst klingt das einfach nach einem Unternehmen, das den Wandel der Zeit nicht mitgemacht hat.
Backen sie noch selbst?
Natürlich nicht, im nächsten Discounter kostet die Semmel 9 cent, oder 15 cent, oder irgendwie so ne Nummer.

LSG hat zuminderstens einen Premium ruf, wenn das nicht reicht, tja, dann geht es eben nicht. Zuletzt war man doch profitabel?

Wie gesagt, ich sehe das Problem nicht.
Ein Verkauf bedeutet nicht das es schlechter wird.
Beitrag vom 05.07.2019 - 10:14 Uhr
Usercontrail55
User (1041 Beiträge)
@ Contrail:

Halle am Flughafen?
Super damit muss man doch Geld verdienen können.
Möglich, wissen genau aber nur die Beteiligten. Das ist keine Halle, das ist ein Werk mit Zugang zum Vorfeld über Tunnel. Ist aber egal.

Sonst klingt das einfach nach einem Unternehmen, das den Wandel der Zeit nicht mitgemacht hat.
Oder es ist ein Unternehmen, dass den Wandel der Zeit erkannt hat und versucht sich dem zu stellen. Mit den üblichen Widerständen.
Backen sie noch selbst?
Natürlich nicht, im nächsten Discounter kostet die Semmel 9 cent, oder 15 cent, oder irgendwie so ne Nummer.
Eben, und der Quadratmeter in einem Selfstorage ist günstiger als der meiner Wohnung. Könnte also die Winterklamotten, Koffer, SUP usw. auch neban lagern und ein Zimmer weniger ginge dann auch. Die Zeiten ändern sich.
LSG hat zuminderstens einen Premium ruf, wenn das nicht reicht, tja, dann geht es eben nicht. Zuletzt war man doch profitabel?
Dem Passagier bei Emirates XYZ ist es egal, woher sein Essen kommt und er wüsste es auch nicht. Was genau im Portfolio war profitabel? Wissen wir nicht.

Wie gesagt, ich sehe das Problem nicht.
Sentimentalitäten sind aber erlaubt ;-) Ich ja auch nicht, verstehe aber die Bedenken. Aber die Argumentation ist eher romatisch verklärt oder trotzig geprägt. Da fehlen mir die Fakten. Wie gesagt, 99% des wWeltluftverkehrs kommt ohne eigenes Catering ziemlich gut klar.
Ein Verkauf bedeutet nicht das es schlechter wird.
Kommt drauf an was und für wen. Für die Mitarbeiter wäre ich mir nicht so sicher, für den/die Kunden eher nicht.

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2019 10:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.07.2019 - 10:35 Uhr
UserEricM
User (1579 Beiträge)
Backen sie noch selbst?
Natürlich nicht, im nächsten Discounter kostet die Semmel 9 cent, oder 15 cent, oder irgendwie so ne Nummer.

Richtig - Allerding verkaufen Discounter für 9ct auch nur in Osteuropa zusammengepanschte "Bratlinge" die nur noch vor Ort fertig gebacken werden ...
Mit dem besten was HighChem an Treibmitteln, Emulgatoen, halbarkeitssteigernden Chemikalien und Geschmacksverstärkern zu bieten hat...
Der Preis sollte nicht das einzige Kriterium sein.
Auch wenn er sich anders als "Qualität" hervorragend quantifizieren lässt.
Beitrag vom 05.07.2019 - 11:23 Uhr
Usercontrail55
User (1041 Beiträge)
Backen sie noch selbst?
Natürlich nicht, im nächsten Discounter kostet die Semmel 9 cent, oder 15 cent, oder irgendwie so ne Nummer.

Richtig - Allerding verkaufen Discounter für 9ct auch nur in Osteuropa zusammengepanschte "Bratlinge" die nur noch vor Ort fertig gebacken werden ...
Mit dem besten was HighChem an Treibmitteln, Emulgatoen, halbarkeitssteigernden Chemikalien und Geschmacksverstärkern zu bieten hat...
Der Preis sollte nicht das einzige Kriterium sein.
Auch wenn er sich anders als "Qualität" hervorragend quantifizieren lässt.
Stimmt, aber das ist genau die Romantik die ich meine. Die Entscheidung trifft der Kunde. Wenn eine Airline Biobrötchen möchte, dann wird sie diese auch bekommen und bezahlen müssen. So bekommt sie das, was sie bestellt. Die gleichen Brötchen die jeden Tag zu Tausenden an allen Backstuben dieser Nation verkauft werden. Der Markt scheint das zu wollen. Egal wie man das findet.

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2019 11:24 Uhr bearbeitet.
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