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Beitrag 1 - 7 von 7
Beitrag vom 25.04.2026 - 22:37 Uhr
Userdiver
User (238 Beiträge)
Es ist nicht verwunderlich, dass die Lobby-Organisation der Flughäfen diese Gelegenheit nutzt, um gegen die angeblich zu hohen Kosten an deutschen Flughäfen Stimmung zu machen.
Ebenso ist es nicht ungewöhnlich, dass Ryanair wo immer es geht Subventionen (egal unter welchem Pseudo-Begriff das firmiert) abgreift und nach dem Auslaufen zum nächsten Flughafen (= nächste Subvention) weiterzieht.
Der Vergleich der Kosten von Berlin und Warschau ist irrelevant, da die beiden Flughäfen nicht um die gleichen Passagiere konkurrieren. Niemand aus Berlin fliegt wegen der geringeren Gebühren von Warschau nach Palma.
Die einzig relevante Frage ist, ob es Ryanair schafft für den Flug Berlin Palma pro Passagier einen mehr als 16 € ((7.600-4.400 / 200 Passagiere) höheren Ticketpreis als Warschau Palma bei gleicher Auslastung zu kassieren. Wenn ja, ist die Maschine in Berlin wirtschaftlicher, ansonsten in Warschau.
Beitrag vom 26.04.2026 - 09:44 Uhr
UserZH Flyers
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User (492 Beiträge)
Man sollte die Flughafenlobby Ernst nehmen. Das Deutschland wirtschaftlich immer weiter abgehängt wird und seit Jahren ein tieferes Passagierwachstum hat sind nun einmal Tatsachen. Das hat nichts mit Lobbyarbeit zu tun sondern entspricht leider der wirtschaftlichen Realität. Auch sollte man Ryanair als grösste europäische Fluggesellschaft ernst nehmen.

Beitrag vom 26.04.2026 - 11:02 Uhr
Userdiver
User (238 Beiträge)
Für kostenlose Werbung in Form von Schlagzeilen (z.B. Stehplätze im Flugzeug), nimmt sich Ryanair doch selbst nicht ernst.
Und warum soll der Steuerzahler ein Geschäftsmodell subventionieren, das darauf basiert, möglichst viel Vergünstigungen für Flugverbindungen zu kassieren und nach deren Auslaufen zum nächsten Flughafen "weiter zu ziehen"? Passagierwachstum ist m.E. kein Selbstzweck. Wenn sich eine Flugverbindung zu den üblichen Gebühren nicht rechnet, entfällt sie halt, da dafür wohl keine entsprechende Nachfrage besteht.
Beitrag vom 26.04.2026 - 20:16 Uhr
UserEricM
User (7092 Beiträge)
Das Deutschland wirtschaftlich immer weiter abgehängt wird und seit Jahren ein tieferes Passagierwachstum hat sind nun einmal Tatsachen.

Kurze Korrektur:
Leute, die nicht in Urlaub fliegen, verbringen vielleicht ihren Urlaub im Inland, das könnte je nach Zahlenverhältnis inbound/outbound durchaus zu Wirtschaftswachstum in der lokalen Touristik führen.
Leute die Geschäftsreisen durch Teams/Zoom/... ersetzen, können billiger anbieten und kurzfristiger reagieren, haben also möglicherweise Wettbewerbsvorteile, was im Gegenteil Deutschlands Wirtschaft nach vorne bringen könnte.
Kurz: Ein niedrigeres Passagierwachstum (als ein Touristenziel wie zB UK oder Spanien) hat keinerlei direkte Korrelation mit "Deutschlands Wirtschaft wird abgehängt".
Beitrag vom 27.04.2026 - 22:28 Uhr
Userrobert.bosch
User (4 Beiträge)
Geht auch um Inbound-Touristen. Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren in D ständig gewachsen. Diese fliegen jetzt weniger nach Deutschland, und mehr in die anderen Länder; inländische Touristen fangen es nicht auf, weil sie weniger sind und auch noch aufgeklärter, wenn es darum geht, überzogene Preise zu erkennen. Und auch fahren inländische Touristen nicht dahin, wohin auch die Ausländer gerne fahren (eher regional in die Fläche zur Erholung vs. Ballungsräume und kulturhistorische Hotspots).

Untersuchungen und auch letzten Endes der kommerzielle Erfolg der ULCC zeigen, dass PAX eher an der Anreise sparen, um am Ziel mehr zu haben.

Ferner entscheiden sich Fachkräfte u.U. vielleicht für einen anderen Standort. Weil neben den objektiven Kriterien, wie Verdienst, Karriere etc. auch solche Faktoren wie eine gute Erreichbarkeit durch z. B. eine regelmäßig verkehrende, schnelle und bezahlbare Flugmöglichkeit in der Heimat eine Rolle spielen. Ein gewaltiger Anteil der ULCC-PAX sind family & friends und personal non-holiday (Uni, Job Interview) und personal event travel.

Online-Meetings werden nicht immer schulterzuckend einfach so als Alternative hingenommen. Audits, praktische Schulungen, manuelle Tätigkeiten etc. können schlicht nicht online erledigt werden. Eine Firma kann die schlechte Erreichbarkeit für unteres Fachpersonal als Kriterium sehen, um Kompetenzen lieber an besser angebundenen Standorten weiterzuentwickeln. "Wirtschaft wird abgehängt" hört sich etwas zu reißerisch an, aber mir erscheint es logisch, dass eine gute Erreichbarkeit eine Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region bzw. eines Landes spielt.
Beitrag vom 28.04.2026 - 08:15 Uhr
UserEricM
User (7092 Beiträge)
Geht auch um Inbound-Touristen. Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren in D ständig gewachsen.

Richtig, aber Schwerpunkt Inbound Tourismus sind europäische Nachbarländer Deutschlands. Da wird nur ein kleiner Bruchteil überhaupt fliegen. Für USA ist das wohl richtig, die lagen aber 2024 nur auf Platz 2 mit weniger als 10% Anteil an den Übernachtungen in DE.
 https://www.tn-deutschland.com/zum-download-zahlen-daten-fakten-zum-incoming-tourismus-2024/

Ein Rückgang von USA Touristen ist aber eh zu erwarten, da aktuell speziell deutsche Touristen die USA (aus mMn offensichtlichen Gründen) meiden. Der nächste Handelskrieg in dem Bereich ist also absehbar...
Diesen Rückgang könnte Reiseweltmeister Deutschland mit weniger Flügen ins Ausland aber locker ausgleichen.

Zum Rest: "Gut erreichbar" ist auch Berlin weiterhin ja allemal.


Dieser Beitrag wurde am 28.04.2026 09:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.04.2026 - 15:18 Uhr
UserGB
User (1013 Beiträge)

Geht auch um Inbound-Touristen. Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren in D ständig gewachsen. Diese fliegen jetzt weniger nach Deutschland, und mehr in die anderen Länder;

Weil RyanAir nicht mehr nach Berlin fliegt?


inländische Touristen fangen es nicht auf, weil sie weniger sind und auch noch aufgeklärter, wenn es darum geht, überzogene Preise zu erkennen.

Naja, wenn ausländische Touristen dümmer aka "unaufgeklärter" sind als deutsche, dann fliegen sie doch wohl eher mit einer zu teuren Linie nach Berlin als ihr Touristenziel ganz zu streichen.


Und auch fahren inländische Touristen nicht dahin, wohin auch die Ausländer gerne fahren (eher regional in die Fläche zur Erholung vs. Ballungsräume und kulturhistorische Hotspots).

Das ist richtig, bei ausländischen Besuchern besonders beliebte Ziele wie Heidelberger Schloss und Neuschwanstein werden tatsächlich von der inländischen Bevölkerung nur selten mit einer Anreise per Flugzeug besucht.


Untersuchungen und auch letzten Endes der kommerzielle Erfolg der ULCC zeigen, dass PAX eher an der Anreise sparen, um am Ziel mehr zu haben.

Ausländische Touristen mit strukturiertem Reiseplan kommen aber typischerweise per Reiseveranstalter und nicht als LCC-Schnäppchenjäger ins Land. Und dass Paxe sparen, wenn sie können, heisst auch noch lange nicht dass sie nicht kommen, wenn sie weniger sparen können.



Ferner entscheiden sich Fachkräfte u.U. vielleicht für einen anderen Standort. Weil neben den objektiven Kriterien, wie Verdienst, Karriere etc. auch solche Faktoren wie eine gute Erreichbarkeit durch z. B. eine regelmäßig verkehrende, schnelle und bezahlbare Flugmöglichkeit in der Heimat eine Rolle spielen. Ein gewaltiger Anteil der ULCC-PAX sind family & friends und personal non-holiday (Uni, Job Interview) und personal event travel.

Aber exakt die haben gerade keine Ausweichmöglichkeit.


Online-Meetings werden nicht immer schulterzuckend einfach so als Alternative hingenommen. Audits, praktische Schulungen, manuelle Tätigkeiten etc. können schlicht nicht online erledigt werden. Eine Firma kann die schlechte Erreichbarkeit für unteres Fachpersonal als Kriterium sehen, um Kompetenzen lieber an besser angebundenen Standorten weiterzuentwickeln. "Wirtschaft wird abgehängt" hört sich etwas zu reißerisch an, aber mir erscheint es logisch, dass eine gute Erreichbarkeit eine Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region bzw. eines Landes spielt.

Nur seltsam, dass unsere Wirtschaft besonders gerne in der Pampa boomt und insbesondere für Fachpersonal immer interessanter wird, während unsere gut erreichbaren Konzerne derzeit doch eher das Hungertuch auspacken.

Ich frage mich eh, wer denn auf eigene Kosten nach Berlin fliegt. Braucht doch eigentlich keiner :-)