Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Smartwings-737 fliegt nach Triebwerk...

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Beitrag vom 25.08.2019 - 12:32 Uhr
UserEDDS07
User (2 Beiträge)
@DASH6@
Durch ETOPS bleibt aber die Vorgabe "land at nearest suitable airport" unberührt.
Nur dass der enroute alternate eben weiter weg sein darf.
Auch ein ETOPS330 zertifiziertes Flugzeug wird bei einem Triebwerksausfall über Land mit passendem Flughafen schnellstmöglich landen, und keine 330 Minuten weiterfliegen.
Zumdem ist mir nicht ganz klar, was eine A350 mit einer Boeing 737-800 zutun hat.
Weiterhin ist es so, dass nicht nur das Flugzeug die ETOPS Zertifizierung braucht, sondern auch der Flugbetrieb. Also ein Äpfel - Birnen Vergleich.
Beitrag vom 25.08.2019 - 12:49 Uhr
UserA300-600
User (94 Beiträge)
Die Koryphäendichte in diesem Forum ist mal wieder der Wahnsinn hier!
Wow!! Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt wieviele „Luftfahrtprofis“ hier unterwegs sind!
Chapeau, meine Damen und Herren!
Beitrag vom 25.08.2019 - 16:05 Uhr
UserFW 190
User (1213 Beiträge)
Die Koryphäendichte in diesem Forum ist mal wieder der Wahnsinn hier!
Wow!! Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt wieviele „Luftfahrtprofis“ hier unterwegs sind!
Chapeau, meine Damen und Herren!

Nachdem Sie ja nun die Foristen bewertet haben, können Sie zu dem FALL auch eine fachliche Bewertung abgeben? Interessiert mich wirklich.
Beitrag vom 25.08.2019 - 16:48 Uhr
UserMuck
User (261 Beiträge)
Da sie offensichtlich von statistik, redundanz und auslegung in der Luftfahrt keine Ahnung haben

:) Und warum vermuten Sie das?

Ihre Lesekompetenz ist auch nicht so weit fortgesritten, oder?

Wenn man Ihre Sätze 4 und 5 verknüpft haben Sie recht. Mein Missverständnis dessen, was sie sagen wollten, ist ihrer Schreibkompetenz geschuldet: Wenn zwei Sätze gedanklich zusammen gehören darf man sie nicht durch einen Absatz voneinander trennen.

Wenn ein Triebwerk ausfällt, landen sie den Flieger zwingend am nächsten Airport.

Unsinn! Man hält sich an die Hersteller-Vorgaben. Ich wiederhole mich, Boeing schreibt: "Extended flight beyond the nearest suitable airport is not recommended.

1. Man landet nicht am nächsten Flughafen sondern am nächsten GEEIGNETEN Flughafen. Das ist ein feiner aber sehr wichtiger Unterschied!

2. Boeing EMPFIEHLT nur, am nächsten geeigneten Flughafen zu landen. Auch das ist ein feiner Unterschied: Boeing sagt: Die B737NG kann ETOPS 180 Minuten fliegen aber wenn ein Motor ausfällt, haften wir nur bis zum nächsten geeigneten Flughafen.

Ihre Aussage "Die Kiste mit einem Triebwerk noch über 2h zu fliegen ist daneben" ist, nunja, daneben. Schließlich sprechen Sie so der B737NG im engeren und jedem Twin im erweiterten Kontext jedwede ETOPS-Suitability ab.

Gibt es garkeine Diskussion

Doch, wie sie in diesem Thread selber sehen.

Wir kommen aber dennoch zum selben Fazit: Man landet auf dem next suitable airport, "Das ist bei jeder halbwegs soliden Airline gang und gebe.".

Worin wir gänzlich unterschiedlicher Meinung sind, ist die Frage, ob der Kapitän fahrlässig (oder sogar grob fahrlässig) gehandelt hat oder nicht.



Dieser Beitrag wurde am 25.08.2019 16:49 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.08.2019 - 17:21 Uhr
Userjasonbourne
User (1699 Beiträge)
Da sie offensichtlich von statistik, redundanz und auslegung in der Luftfahrt keine Ahnung haben

:) Und warum vermuten Sie das?

Ihre Lesekompetenz ist auch nicht so weit fortgesritten, oder?

Wenn man Ihre Sätze 4 und 5 verknüpft haben Sie recht. Mein Missverständnis dessen, was sie sagen wollten, ist ihrer Schreibkompetenz geschuldet: Wenn zwei Sätze gedanklich zusammen gehören darf man sie nicht durch einen Absatz voneinander trennen.

Wenn ein Triebwerk ausfällt, landen sie den Flieger zwingend am nächsten Airport.

Unsinn! Man hält sich an die Hersteller-Vorgaben. Ich wiederhole mich, Boeing schreibt: "Extended flight beyond the nearest suitable airport is not recommended.

1. Man landet nicht am nächsten Flughafen sondern am nächsten GEEIGNETEN Flughafen. Das ist ein feiner aber sehr wichtiger Unterschied!

2. Boeing EMPFIEHLT nur, am nächsten geeigneten Flughafen zu landen. Auch das ist ein feiner Unterschied: Boeing sagt: Die B737NG kann ETOPS 180 Minuten fliegen aber wenn ein Motor ausfällt, haften wir nur bis zum nächsten geeigneten Flughafen.

Ihre Aussage "Die Kiste mit einem Triebwerk noch über 2h zu fliegen ist daneben" ist, nunja, daneben. Schließlich sprechen Sie so der B737NG im engeren und jedem Twin im erweiterten Kontext jedwede ETOPS-Suitability ab.

Gibt es garkeine Diskussion

Doch, wie sie in diesem Thread selber sehen.

Wir kommen aber dennoch zum selben Fazit: Man landet auf dem next suitable airport, "Das ist bei jeder halbwegs soliden Airline gang und gebe.".

Worin wir gänzlich unterschiedlicher Meinung sind, ist die Frage, ob der Kapitän fahrlässig (oder sogar grob fahrlässig) gehandelt hat oder nicht.


Lassen wir die Diskussion um die Feinheiten der dt. Sprache.

Ihre Aussage ist gewesen: Kein Problem, kann man so machen.
Hersteller schreibt es nicht zwingend vor.

Meine Aussage: Sie landen am nächsten Airport.

Wenn sie dann noch suitable dazu haben wollen, gerne.
Das er die B738 nicht auf das nächste Grasfeld äh, Segelflugplatz aufsetzt, sollte in diesem Forum nicht zur Diskussion stehen.

Aber sie haben bei der Flugplanung hoffentlich - sie sehen dieser crew traue ich alles zu - geeignete Alternates ausgewählt.
Und dann steuern sie den nächsten an.

Das es bei einer Flugzeit über den Balkan von über 2h massig Optionen gegeben hätte ist denke ich klar.

Ja, der Cpt. hat grob fahrlässig gehandelt und kriegt dahin gehend hoffentlich konsequenzen zu spüren.
Ein vollkommen unnötiges Risiko.
Beitrag vom 25.08.2019 - 19:34 Uhr
UserAngros
User (357 Beiträge)
Wahnsinn, was für Manche hier so vertretbar ist.
Das erklärt ja den Erfolg der Billigflieger, man kann den Menschen - oder jedenfalls einem Teil davon - offenbar inzwischen fast alles zumuten.
Beitrag vom 26.08.2019 - 16:35 Uhr
UserJosef Prost
User (11 Beiträge)
„Suitable“ ist dabei sicherlich etwas weiter auszulegen. Das betrifft nicht nur eine geeignete Piste, sondern auch Infrastruktur in Form von z.B. Rettungskräften und weiterer Versorgung von Passagieren, aber auch sekundär um die „Versorgung“ des Flugzeugs, also Reparatur.

Das Sinken auf FL240 (sog. „Drift Down“ mit verbleibenden Motor auf MCT) ist auch kein Sturzflug, sondern kann alleine schon mal aus FL360 gem. Unterlagen fast 30 Minuten dauern – wenn man will.

Was jetzt hier im Detail in die Überlegungen der Besatzungen einfloß, wird zu überprüfen sein. Da gibt es bislang keine Informationen. Was aber m.E. überhaupt nicht geht: die Flugsicherung im Unklaren zu lassen! Denn an dieser Stelle wird klar, dass die Sicherheit ganz offensichtlich nicht im Vordergrund stand.

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2019 17:06 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.08.2019 - 17:10 Uhr
Userjasonbourne
User (1699 Beiträge)
„Suitable“ ist dabei sicherlich etwas weiter auszulegen. Das betrifft nicht nur eine geeignete Piste, sondern auch Infrastruktur in Form von z.B. Rettungskräften und weiterer Versorgung von Passagieren, aber auch sekundär um die „Versorgung“ des Flugzeugs, also Reparatur.

Das Sinken auf FL240 (sog. „Drift Down“ mit verbleibenden Motor auf MCT) ist auch kein Sturzflug, sondern dauert alleine schon mal aus FL360 gem. Unterlagen fast 30 Minuten.

Was jetzt hier im Detail in die Überlegungen der Besatzungen einfloß, wird zu überprüfen sein. Da gibt es bislang keine Informationen. Was aber m.E. überhaupt nicht geht: die Flugsicherung im Unklaren zu lassen! Denn an dieser Stelle wird klar, dass die Sicherheit ganz offensichtlich nicht im Vordergrund stand.

Und welcher Balkan Flughafen mit über 3km Piste hat das nicht?
Sind das alles australische Buschflughäfen?

Sorry, aber über das suitable braucht man nicht mal im Ansatz diskutieren, man fliegt an zig Hauptstädten mit ihren Airports vorbei, ob es Nordmazedonien, Bosnien, Serbien, Ungarn, Bulgarien etc. ist.

Die Crew ist das ganz bewusst mit nur einem Motor geflogen, es waren zig alternativen möglich.
Beitrag vom 26.08.2019 - 20:12 Uhr
UserFL370
User (49 Beiträge)


Das Sinken auf FL240 (sog. „Drift Down“ mit verbleibenden Motor auf MCT) ist auch kein Sturzflug, sondern kann alleine schon mal aus FL360 gem. Unterlagen fast 30 Minuten dauern – wenn man will.


Klar könnte man ein driftdown procedure mit MCT fliegen, aber in der Gegend einen 30-minütigen Sinkflug mit 300-400 ft/min descent rate gibt vermutlich Separation-Probleme und genauere Nachfrage seitens ATC. Und was die suitable aerodromes angeht sind wir uns ja hoffentlich einig, dass commercial aspects in so einem Fall ziemlich weit hinten auf der Prioritätsliste stehen.
Auf die findings der Tschechen bin ich jedenfalls gespannt.
Beitrag vom 27.08.2019 - 10:11 Uhr
UserJosef Prost
User (11 Beiträge)
Klar könnte man ein driftdown procedure mit MCT fliegen, aber in der Gegend einen 30-minütigen Sinkflug mit 300-400 ft/min descent rate gibt vermutlich Separation-Probleme und genauere Nachfrage seitens ATC. Und was die suitable aerodromes angeht sind wir uns ja hoffentlich einig, dass commercial aspects in so einem Fall ziemlich weit hinten auf der Prioritätsliste stehen.

Stimme ich uneingeschränkt zu. Und einen Mangel an „suitable“ dürfte es auf der Strecke auch nicht gegeben haben.
Beitrag vom 27.08.2019 - 13:50 Uhr
Usershuttle737
User (108 Beiträge)
Gibts eigentlich nichts zu diskutieren... geignete Landebahnen ohne Ende,und dass der Kapitän noch andere Aemtchen im Unternehmen begleitet sagt eigentlich alles über deren „safety“ Kultur... Der Plan war wohl Vertuschung.
Beitrag vom 31.08.2019 - 12:11 Uhr
UserA300B4ever
User (23 Beiträge)
Interessanter Incident... Nach den rechtlichen Rahmenbedingungen sicherlich ein Verstoss, weil nicht am nächsten geeigneten Airport gelandet wurde. Aber was mir zu denken gibt ist folgendes: In manchen Kommentaren wird der Airline bzw. der Flightcrew höchst unprofessionell gehandelt zu haben und die Gefährdung aller Paxe billigend in Kauf genommen zu haben. Da das Flugzeug per se für ETOPS 180 zugelassen ist, haben die Komponenten die Entsprechenden Anforderungen für OEI-Operation nachgewiesen. Bedeutet also - sofern auch die Airline für die ETOPS zertifiziert ist - die Strecke kann so geplant werden, dass der nächste geeignete Airport 180 Minuten entfernt sein darf und es ist rechtlich in Ordnung (knapp) 3h über Wasser mit einer Engine zu fliegen - aber entgegen alle m Sicherheitsbewusstseins und höchst gefährlich unter gleichen Bedingungen 2h bis zur Homebase zu fliegen. Insofern müssten die Kriterien für ETOPS dringend überprüft werden, um eine Gefährdung der PAX bei OEI und z.B. A350 mit 5 1/2h ETOPS Zulassung auszuschließen. Und letztlich sind ETOPS auch NUR aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen eingeführt worden - schließlich gab und gibt es genügend LFZ mit 3 oder 4 Motoren.

Mit freundlichen Grüßen
Günter
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