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Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 26.11.2022 - 08:49 Uhr
Userrambazamba123
User (218 Beiträge)
Gilt das nicht hauptsächlich für kerosinbetriebene Raketen? Oder wo kommt bei den H/O betriebenen Raketen das C her? Der Artikel differenziert hier scheinbar nicht?
Beitrag vom 26.11.2022 - 10:03 Uhr
UserFlo121142
User (26 Beiträge)
Umweltbelastung hin oder her, die Menschheit muss zwingend eine interplanetare Spezies werden wenn man das langfristige Überleben sichern will. Der Bevölkerungswachstum ist so stark, dass man über kurz oder lang einen zweiten bewohnbaren Planeten braucht (und es ist noch nicht klar ob die Menschheit den Entwicklungsstand der es ermöglicht einen anderen Planeten, z.B. den Mars, bewohnbar zu machen erreichen wird bevor die Erde nicht mehr bewohnbar sein wird - es ist ein Rennen gegen die Zeit). Der ganze Umweltschutz und Einschränkungen haben nur eine aufschiebende Wirkung. Insofern sind wissenschaftliche Raketenstarts für die Menschheit überlebenswichtig, auch wenn die Umwelt dadurch geschädigt wird. Weltraumtourismus hingegen ist eine andere Sache, das sollte wenn nötig entsprechend eingeschränkt werden.
Beitrag vom 26.11.2022 - 11:08 Uhr
UserEricM
User (4423 Beiträge)
Umweltbelastung hin oder her, die Menschheit muss zwingend eine interplanetare Spezies werden wenn man das langfristige Überleben sichern will.

Ja, das Argument von Elon Musk. Der Satz bietet aber Gelegenheit zum Nachdenken: Wir haben exakt einen lebensfreundlichen Planeten hier im Sonnensystem. Wenn wir den lebensfeindlich(er) machen, um interplaneter zu werden, haben wir dann unser Überleben wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher gemacht?

Der Bevölkerungswachstum ist so stark, dass man über kurz oder lang einen zweiten bewohnbaren Planeten braucht

Gesellschaftsschichten, die sich eine interplanetare Reise leisten könnten, leiden schon heute unter dem Gegenteil von Bevölkerungsdruck.

und es ist noch nicht klar ob die Menschheit den Entwicklungsstand der es ermöglicht einen anderen Planeten, z.B. den Mars, bewohnbar zu machen erreichen wird bevor die Erde nicht mehr bewohnbar sein wird - es ist ein Rennen gegen die Zeit

Wenn wir einen Planeten unbewohnbar machen um einen zweiten wie den Mars zu kolonisieren, haben wir danach nicht 2, sondern nur einen anderen. Und das unter Kuppeln und deutlich verwundbarer als es die Erde je war oder je sein wird.
Zudem wird keine aktuell auch nur denkbare Technologie ermöglichen, Milliarden von Menschen umzusiedeln.
Was erreichbar wäre ist eine Elite von max. 1 Mio Menschen, die sich zum Mars verkrümelt ( mal angenommen, alle damit verbundenen Probleme wären lösbar) und den Planeten dabei für die zurückbleibenden Milliarden vergiftet. Dazu wären wir technisch wohl bald in der Lage...

Der ganze Umweltschutz und Einschränkungen haben nur eine aufschiebende Wirkung.

Wie begründen Sie das?
Die Umstellung der terrestrischen Energieversorgung auf CO2-freie Energie ist verglichen mit der Kolonisierung des Mars absolut trivial - und im Hinblick auf die Anzahl der Menschen, die davon profitieren einer Kolonisation um den einen Faktor ca. 8000 überlegen.

Dieser Beitrag wurde am 26.11.2022 11:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.11.2022 - 11:22 Uhr
UserNiedersachsenHans
User (124 Beiträge)
Gilt das nicht hauptsächlich für kerosinbetriebene Raketen? Oder wo kommt bei den H/O betriebenen Raketen das C her? Der Artikel differenziert hier scheinbar nicht?

Kerosinbetriebene Raketen gibt es nicht, und auch keine Wasserstoffbetriebene, falls Sie das meinen!
Es gibt Feststoffraketen, z.B. fast alle militärischen, aber auch die Boostertriebwerke des Spaceshuttles.
Die meisten anderen haben Flüssigkeitstriebwerke, die durch sehr aggressive Chemicalien oder Gasen angetrieben werden.
Au,ch sogenannte Hybridtriebwerke gibt es, die aber sehr selten bei heutigen Raketen angetrieben werden.
Beitrag vom 26.11.2022 - 12:00 Uhr
Userrambazamba123
User (218 Beiträge)
Kerosinbetriebene Raketen gibt es nicht, und auch keine Wasserstoffbetriebene, falls Sie das meinen!
Es gibt Feststoffraketen, z.B. fast alle militärischen, aber auch die Boostertriebwerke des Spaceshuttles.
Die meisten anderen haben Flüssigkeitstriebwerke, die durch sehr aggressive Chemicalien oder Gasen angetrieben werden.
Au,ch sogenannte Hybridtriebwerke gibt es, die aber sehr selten bei heutigen Raketen angetrieben werden.

Die Falcon 9 z.B. arbeitet mit RP-1 "Raketenkerosin" (was versimpelt noch mal destilliertes JP-4 ist) + LOX also flüssiger O.

Allerdings brachte mir ein Blick auf den Artikel für Raketentreibstoff, da mich das nun doch interessiert hat, dass bei weitem nicht überall Treibstoffe mit "C" "drin" verwendet werden:  https://de.wikipedia.org/wiki/Raketentreibstoff

Die 2. und 3. Stufe der Saturn V war ein Beispiel für einen reinen H2 + O Antrieb.

Dieser Beitrag wurde am 26.11.2022 12:01 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.11.2022 - 13:26 Uhr
UserFRAHAM
User (382 Beiträge)
Wenn wir einen Planeten unbewohnbar machen um einen zweiten wie den Mars zu kolonisieren, haben wir danach nicht 2, sondern nur einen anderen. Und das unter Kuppeln und deutlich verwundbarer als es die Erde je war oder je sein wird.
Zudem wird keine aktuell auch nur denkbare Technologie ermöglichen, Milliarden von Menschen umzusiedeln.
Was erreichbar wäre ist eine Elite von max. 1 Mio Menschen, die sich zum Mars verkrümelt ( mal angenommen, alle damit verbundenen Probleme wären lösbar) und den Planeten dabei für die zurückbleibenden Milliarden vergiftet. Dazu wären wir technisch wohl bald in der Lage...

Ich stelle mal eine logische Frage ... warum Menschen zu einem lebensfeindlichen Planeten reisen sollten und dort künstliche Lebensumgebungen schaffen. Die könnte man ja auch auf der Erde schaffen, wenn sie nicht mehr "normal" bewohnbar ist. Der einzige Grund die Erde zu verlassen wäre eine Bedrohung aus dem All...
Beitrag vom 26.11.2022 - 16:24 Uhr
UserEricM
User (4423 Beiträge)
Kerosinbetriebene Raketen gibt es nicht, und auch keine Wasserstoffbetriebene, falls Sie das meinen!
Es gibt Feststoffraketen, z.B. fast alle militärischen, aber auch die Boostertriebwerke des Spaceshuttles.
Die meisten anderen haben Flüssigkeitstriebwerke, die durch sehr aggressive Chemicalien oder Gasen angetrieben werden.

Haben Sie da eventuell an die Hydrazin-Lagekontrolltriebwerke gedacht?
Das Zeugs ist aggressiv, stimmt. Aber nur in vergleichseweise kleinen Mengen an Bord.


Au,ch sogenannte Hybridtriebwerke gibt es, die aber sehr selten bei heutigen Raketen angetrieben werden.

Die Falcon 9 z.B. arbeitet mit RP-1 "Raketenkerosin" (was versimpelt noch mal destilliertes JP-4 ist) + LOX also flüssiger O.

Allerdings brachte mir ein Blick auf den Artikel für Raketentreibstoff, da mich das nun doch interessiert hat, dass bei weitem nicht überall Treibstoffe mit "C" "drin" verwendet werden:  https://de.wikipedia.org/wiki/Raketentreibstoff

Die 2. und 3. Stufe der Saturn V war ein Beispiel für einen reinen H2 + O Antrieb.

Ja, ein aktuelleres Beispiel wäre die SLS Kernstufe (Artemis). Auch die wird mit flüssigem H2 und O2 betrieben. Daraus resultierten ja auch die mehrfachen Probleme beim Tanken und damit die Startverschiebungen.
Ein anderes Beispiel wäre die Ariane 5 Kernstufe.
Beitrag vom 26.11.2022 - 16:33 Uhr
UserEricM
User (4423 Beiträge)
Wenn wir einen Planeten unbewohnbar machen um einen zweiten wie den Mars zu kolonisieren, haben wir danach nicht 2, sondern nur einen anderen. Und das unter Kuppeln und deutlich verwundbarer als es die Erde je war oder je sein wird.
Zudem wird keine aktuell auch nur denkbare Technologie ermöglichen, Milliarden von Menschen umzusiedeln.
Was erreichbar wäre ist eine Elite von max. 1 Mio Menschen, die sich zum Mars verkrümelt ( mal angenommen, alle damit verbundenen Probleme wären lösbar) und den Planeten dabei für die zurückbleibenden Milliarden vergiftet. Dazu wären wir technisch wohl bald in der Lage...

Ich stelle mal eine logische Frage ... warum Menschen zu einem lebensfeindlichen Planeten reisen sollten und dort künstliche Lebensumgebungen schaffen. Die könnte man ja auch auf der Erde schaffen, wenn sie nicht mehr "normal" bewohnbar ist. Der einzige Grund die Erde zu verlassen wäre eine Bedrohung aus dem All...

Richtig. Was wohl auch mal der originale Geankengang für die Forderung nach interplanetarer Päsenz der Menschheit war.
Allerdings darf das nicht wie weiter oben gefordert auf Kosten der auf der Erde verbleibenden Menschheit gehen, da wir ansonsten unsere Überlebenschance als Spezies aktiv senken.

Eine Mars-Kolonie wäre dabei quasi ein off-site Backup der Menschheit für ein Disaster-Recovery Szenario.
Ansonsten - sind wir mal ehrlich - ist bemannte Raumfahrt zwar ziemlich cool und der Asteroidengürtel macht zumindest als Rohstoffquelle was her, aber so richtig sinnvoll wäre eine Kolonie auf dem Mars (außer als Backup) nicht wirklich.