Community / / Air Berlin passt Business Class an E...

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Beitrag vom 06.01.2013 - 16:51 Uhr
Userbluedanube
User (552 Beiträge)
Ein gefügiger oder engagierte, profitabler Feeder wäre m.E. aus Etihadsicht das Ziel.
@fbwlaie: Dabei wird's nicht bleiben. Anders als EK oder QR dürfte EY sehr wohl "imperiale" Interessen verfolgen.
Nach meiner Beurteilung will Etihad weltweit Fuß fassen, zunächst in Europa, Indien und im Pazifik.

Neben den Ambitionen bei Jet Airways (Indien) würd ich inzwischen auch eine Beteiligung an der kapitalhungrigen, und demnächst wohl um eine Alitalia erweiterte Airfrance-Group nicht mehr ausschließen. Darin stecken aber für die 'eingekauften' Partner auch große Chancen. Auch für eine Airberlin mit Töchterlein Niki. Mit der Kapitalkraft der VAE in der Brieftasche und der Marktkraft einer AF auf den Flughäfen könnte daraus eine europäische "Großmacht" erwachsen, die auch einer LHG mächtig ans Leder gehen kann.

Das Thema hier sind zwar die neuen C-Sitze bei AB, der Hintergrund dazu ist aber ein hochklassiges Markenprodukt, das EY von der Konkurrenz absetzen soll, konzernweit. AB mag zwar als Mitspieler inzwischen vom Tisch sein, als regionale Konzernairline mit einem 100 Mio Heimatmarkt hat sie aber tolle Möglichkeiten, vorausgesetzt ihre Mitarbeiter lernen schnellstens Arabisch :)

Dieser Beitrag wurde am 06.01.2013 16:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.01.2013 - 17:35 Uhr
Userpassagier0815
Flugzeugnutzer
User (36 Beiträge)
Normalerweise sollte man auch meinen, dass eine Beteiligung einen Gewinnanspruch vorraussetzt. Das Ganze hat sich für EY aber garnicht gerechnet finanziell.
Rechnet sich nicht? Wenn ich mich recht entsinne, dann bekommt Etihad so um die 10% Kreditzinsen. Wo gibt es denn mehr und man hat noch maßgeblichen Einfluß auf den Kreditnehmer? Die Araber haben klar erkannt, dass man bei AB in die Qualität investieren muss. Das machen die bei sich genau so. Dann stimmen auch die Margen und man kann sich Marktanteile holen. Der großzügige Deal mit dem Bonus-Programm dürfte klar als Investitionshilfe zu sehen sein. Darüber kann man sich als Arbeitnehmer wohl kaum beschweren.

Ein netter Zinssatz, da stimme ich zu. Auf dem Papier...
Um in den vollen Genuss zu kommen, ist allerdings vorauszusetzen, dass der Kreditnehmer genug Gewinn erwirtschaftet, um diesen Zins (ggf. samt Tilgung) auch zu bedienen.
Im Moment sieht es allerdings bis auf Weiteres eher so aus, dass Etihad die Millionen für fällige Zinszahlungen erst nach London / Berlin überweisen muss, bevor irgendetwas retour kommt.
Meiner Meinung nach ist das ein seeeeehr langfristiges Investment, Erfolg aber keineswegs garantiert.
EY ist eher an Einfluss und Slots (zur Umgehung der Landerechterestriktionen) interessiert und wird AB ausschließlich als Feeder nutzen wollen. Und dementsprechend wird der Einfluss bei AB auch genutzt, um diese zur Regionalairline im Sinne von EY umzubauen, wie bluedanube schon schrieb. Wie gülden die Zunkunft dann wirklich ist, werden wir sehen.
Also Kellner statt Koch... Ein paar TATL-Routen darf AB noch bedienen, aber alles, was EY auch kann (z.B. Europa - Asien oder auch Afrika), hat gefälligst über AUH abgewickelt zu werden.
Dies wird bspw. durch AUH-LAX gut beleuchtet: Statt AUH-DUS (EY) DUS-LAX (AB), was eine wirklich Stärkung der Interkontinentalambitionen von AB darstellen würde, kann man auf der EY-Homepage nur AUH-JFK bzw. AUH-ORD auf EY-Metall mit AA-Anschlussflügen buchen... Die lukrative Langstrecke fliegt EY lieber selbst...

passagier 0815
Beitrag vom 06.01.2013 - 18:15 Uhr
Userfbwlaie
User (4380 Beiträge)
@bluedanube,

dann wird also EY mittelfristig das Anlagevermögen kassieren und AB wird nur noch soviele Mitarbeiter haben, wie unbedingt für eine deutsche bzw. EU-konforme Fluggesellschaft nötig sind?
Beitrag vom 06.01.2013 - 18:54 Uhr
Userbluedanube
User (552 Beiträge)
Kellner statt Koch. Eins sollte aber klar sein, der Verkäufer verdient meist mehr als der Produzent, vor allem im Gastgewerbe :)

In Anbetracht, dass sich das EY-Committment bei AB inzwischen schon der Milliardengrenze nähert, kann man wohl davon ausgehen, dass der Emir von Abu Dhabi sich dabei was gedacht hat. Und das muss ja nicht unbedingt zum Schaden der Air Berliner sein.

Ich hatte in der Vergangenheit zum Thema Geschäftsmodell AB zwei interessante Gespräche mit prominenten Airlinern. Beide (ein führender LowCostler und ein exLowCostler) erklärten, das Modell AB macht nur dann Sinn, wenn die Airline am Tag X lukrativ bei einem der Marktführer untergebracht werden soll. Da zählt nicht der Kapital-, sondern vor allem der Marktwert.

Aus meiner Sicht hat AB bei einer EY, anders als bei den großen EU-Carriern, jede Chance als aktiver Operator nicht nur zu überleben, sondern auch weiterhin zu wachsen. In Europa und dort wo EY nicht selber hinkommt, eben z.B. auf den von pax0815 erwähnten EU-TATL-Strecken. Was kostet AB der Zubringerverkehr via AUH? Nichts! Was bringt er? Ein lukratives Zubringergeschäft, vorausgesetzt EY lässt die Kuh nicht verhungern, die sie melken will. Unabhängig von EY bleiben AB dann selbst in Asien immer noch attraktive Zukunftsmärkte, z.B. im Direktgeschäft mit China und Fernost.

AB wird schon fast programmgemäß ihre Unabhängigkeit verlieren und gut möglich, ihre Anleger auch einen Teil der Einlagen. Die hatten sie aber bereits in dem Augenblick verloren, als Hunold sein Baby direkt von der Laufschule auf die Straße schickte. Aus einem fliegenden Reisebüro wird halt über Nacht kein erfolgreicher Netzwerkcarrier, auch nicht mit dem schönsten oneworld-Umhänger um den Hals. Eine Lufthansa hat dazu fast 50 Jahre gebraucht, und genauso eine American, United oder Airfrance.

Air Etihad statt Air Berlin: Der Emir von Abu Dhabi wär verrückt, wenn er damit von München nach Hamburg in die Luft gehen will. Da fahren die Bayern dann doch lieber mit dem Radl. Wozu auch. Die Heimatmarken sind für die regionale Entwicklung auf lange Zeit noch unverzichtbar, und da bin ich mir sicher, das weiß nicht nur EY's James Hogan, sondern auch sein Emir.
Beitrag vom 06.01.2013 - 19:18 Uhr
UserNexus
User (477 Beiträge)
Also Kellner statt Koch... Ein paar TATL-Routen darf AB noch bedienen, aber alles, was EY auch kann (z.B. Europa - Asien oder auch Afrika), hat gefälligst über AUH abgewickelt zu werden.
Das ist das Schicksal europäischer Airlines und Airports. Umsteiger von und nach Asien und Afrika werden in Istanbul, Dubai, Doha und Abu Dhabi abgefangen. Die nächste große Runde wird durch Turkish Airlines eingeläutet. Die diesjährigen Erweiterungen Richtung Nordamerika werden nicht ohne Folgen bleiben. Der Rest kann dann in Mitteleuropa umsteigen. Mal sehen wie sich das zahlenmäßig darstellt.
Beitrag vom 06.01.2013 - 20:22 Uhr
Userbluedanube
User (552 Beiträge)
@bluedanube: dann wird also EY mittelfristig das Anlagevermögen kassieren und AB wird nur noch soviele Mitarbeiter haben, wie unbedingt für eine deutsche bzw. EU-konforme Fluggesellschaft nötig sind?
Anlagevermögen kassieren ist gut, das hat EY mit seinem Engagement wahrscheinlich schon jetzt überzahlt.
Mitarbeiter: Klar, AB wird auch künftig so viele Mitarbeiter beschäftigen, wie sie nach Adam Riese dann als EY-abhängiger Regionalcarrier im Skyteam-Verbund benötigen werden. Und das hoffentlich nicht geleast von judizierten Alibi-Lowcostern wie LGW.

Vertraut man den faktischen Kräften könnt's in zwei Jahren genau so aussehen, aber in der Luftfahrt ist halt alles ungewiss, selbst die Fakten.
Beitrag vom 06.01.2013 - 21:28 Uhr
Userfbwlaie
User (4380 Beiträge)
Aber mit einer "Air Etihad" - die Flieger kann man doch kostenungünstig leasen , natürlich "wet" mit Personal zu Etihad-Preisen plus Regiekosten - dürfte es wenig Akzeptanz (nur über den Preis) geben...
Ausserdem dürfte das alle abschrecken... fast alle!
Beitrag vom 06.01.2013 - 21:40 Uhr
Userbluedanube
User (552 Beiträge)
@fbwlaie: Mit einer "Air Etihad - Spirit of Niki" von Wien nach München, da fahr sogar ich lieber mit dem Radl :)
Beitrag vom 06.01.2013 - 21:45 Uhr
Userfbwlaie
User (4380 Beiträge)
Kleiner Scherz: Mit Air Berlin kann man von DUS nicht nach Christchurch (NZ) fliegen - aber natürlich mit Etihad!
Dabei fliegt man von DUS nach Abu Dabi mit Air Berlin!
Beitrag vom 08.01.2013 - 16:00 Uhr
UserLong Range
User (1 Beiträge)
Air Berlin führt die neue C-Class auf dem Rücken der Kabinenbesatzungen ein. Mit der Umrüstung kommt kein zusätzlicher Flugbegleiter an Bord. In der neuen Business-Class wird mit einem Flugbegleiter und dem verantwortlichen Kabinenchef gearbeitet, der zu einer Serviceleistung vertraglich gar nicht verpflichtet ist.
Zudem stellt man der Kabinenbesatzung (gerade mal gesetzliches Minimum = 8) lediglich 3 eco Sitze als Ruhemöglichkeit zur Verfügung. Vergleichbare international operierende Airlines fliegen den 330-200 mit 10 oder mehr Kabinenbeschäftigten und mit Crewrestcontainern mit Schlafgelegneheiten. Hier ist mal wieder Außen hui und innen Pfui.
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