Community / / SAS spürt den Greta-Effekt

Beitrag 31 - 45 von 46
Beitrag vom 22.04.2019 - 19:51 Uhr
Userhinterfrager2
selbstständig
User (206 Beiträge)
WIR!?
Wen meinen Sie damit? Wahrscheinlich wieder die anderen.
Einerseits sehen Sie die Luftfahrt als Klimakiller ganz weit vorne, andererseits haben Sie Gold Staus bei drei! Airlineallianzen. Bekommt man meines Wissens nicht mit Paybackpunkten.
Unterstützen und schaffen also mit Ihrem kontinuierlichen Bedarf ein stetig wachsendes Angebot.
Das i-Tüpfelchen ist aber, dass Sie Ihre Beiträge dann noch von Bord eben dieses Klimakillers posten.
Wie soll man das ernst nehmen, da macht ein weiterer Austausch keinen Sinn.

Ich hatte das, bzw. mich dazu bereits mehrmals erklärt. Aber das interessiert Sie ja leider nicht. So hat Austausch wirklich keinen Sinn.
Beitrag vom 23.04.2019 - 08:13 Uhr
Usercontrail55
User (1944 Beiträge)
Ich schiebe noch ein paar Zahlen nach um das Problem weiter zu verdeutlichen:

Deutschlands Gesamt Energieverbrauch 2017 = 2.591 TWh, aufgeteilt nach Sektoren:
765 Verkehr
750 Industrie
520 Strom
675 Haushalte
402 GHD (Gewerbe, Handel Dienstleistung)

Dazu die Stromproduktion (jetzt 2018) aufgeteilt nach Quellen:

Wasser 20 TWh
Biomasse 45
KKW 72
BrKohle 131
StKohle 72
Gas 44
Wind 111
Solar 46

Export 26 Tagesverbräuche zu Durchschnittlich 60 GW,
Import 8 Tage zu ebenso 60 GW.

Die Nenn-Kapazitäten der "grünen Stromproduktion" betragen bereits 117 GW. Selbst bei einer Verdreifachung können ohne Speicherung kaum mehr als 66% eingespeist werden.

Ich habe kürzlich Jugendlichen die es bedauerten nicht Streiken zu dürfen empfohlen doch statt dessen einfach mal anzufangen, heute Abend noch:
2° C niedrigere Raumtemperatur, Duschwasser nur noch 36 - 38 °C damit geht die Duschzeit auch extrem runter und kein Wasser aus Flaschen sondern aus dem Wasserhahn. Mit Fahrrad zur Schule statt sich mit dem Auto bringen zu lassen.

Oh nee, dann doch lieber streiken.
Das beschreibt meinen Ansatz von weiter oben ganz gut. Es bringt nichts plakativ eine Branche (neutral formuliert) an den Pranger zu stellen, wenn die breite Masse nicht bereit ist bei sich anzufangen und im Kleinen, oder auch im Großen, einen individuellen Beitrag zu leiseten. Gerade der Bereich Haushalt bietet genug Möglichkeiten ohne das ökönomische System auf Links drehen zu müssen. Nur mitstreiken oder spenden reicht da nicht.

Hier ein Beitrag mit einer recht differenzierten Sichtweise. Auch wenn der Luftverkehr per Kilometer eine schlechte Bilanz hat, ist der Anteil am Gesamtausstoß gering.
 http://www.airliners.de/der-luftverkehr-klima-pranger/49720


Dieser Beitrag wurde am 23.04.2019 08:14 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.04.2019 - 11:00 Uhr
UserEricM
User (2288 Beiträge)
Jetzt stellt sich die Frage, warum passiert das nicht? Da gibt es wohl viele Gründe, einer könnte sein, ist nicht so sexy wie Luftverkehr.

Ich denke eher, jeder nimmt die Ausrede, die er gerade braucht.

Der Flugverkehr zeigt auf Industrie und Haushalte: Warum sparen die nicht?
Der SUV Fahrer zeigt auf den Flugverkehr: Warum sparen die nicht?
Die Industrie verweist auf Ökostrum Anteile < 2% und verweist auf X: Warum sparen die nicht?
Der Hausbesitzer mit Uralt-Ölheizung verweist auf Y; etc ...

Darüber hinaus ist der Luftverkehr nicht (mehr) unbedingt sexy, aber halt dehr sicht- und hörbar. Quasi ein Smbol für Umweltverschnutzung, das sich ständig neu in die Wahrnehmung drängt.
Die Aussage, der Luftverkehr würde sich nicht anstrengen lässt sich nicht halten. Alle Verkehrsträger haben an Volumen zugenommen, nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum. Allerdings ist die Luftfahrt der Einzige, dessen Wachstum der Verkehrsleistung nur ein Wachstum an Klimagasen von 2/3 gegenübersteht.

Das ist nicht richtig.
Auch in anderen Bereichen wurden große Einsparungen erzielt. So stoßen neu zugelassene Autos deutlich weniger CO2/km aus.

Quelle UBA:  https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/emissionen-des-verkehrs#textpart-2
So hat der Pkw-Verkehr zwischen 1995 und 2016 um 21 Prozent (%) zugenommen [...] Die gesamten Kohlendioxid-Emissionen des Pkw-Verkehrs sind zwischen 1995 und 2017 um 0,5 % angestiegen, die spezifischen Emissionen, also die Emissionen pro Verkehrsaufwand, sind jedoch um rund 15 % gesunken.

D.h. das Wachstum an Verkehr wurde sogar (fast) klimaneutral erreicht, was aber auch bei PKW nur "genauso schlecht wie vorher" bedeutet.

Das Problem der Luftfahrt ist hier denke ich ihr durch Billigflüge angeheiztes extremes Wachstum, das stark steigende absolute Emissionen bewirkt.
Beitrag vom 23.04.2019 - 13:25 Uhr
Usercontrail55
User (1944 Beiträge)
Jetzt stellt sich die Frage, warum passiert das nicht? Da gibt es wohl viele Gründe, einer könnte sein, ist nicht so sexy wie Luftverkehr.

Ich denke eher, jeder nimmt die Ausrede, die er gerade braucht.

Der Flugverkehr zeigt auf Industrie und Haushalte: Warum sparen die nicht?
Der SUV Fahrer zeigt auf den Flugverkehr: Warum sparen die nicht?
Die Industrie verweist auf Ökostrum Anteile < 2% und verweist auf X: Warum sparen die nicht?
Der Hausbesitzer mit Uralt-Ölheizung verweist auf Y; etc ...

Darüber hinaus ist der Luftverkehr nicht (mehr) unbedingt sexy, aber halt dehr sicht- und hörbar. Quasi ein Smbol für Umweltverschnutzung, das sich ständig neu in die Wahrnehmung drängt.
Die Aussage, der Luftverkehr würde sich nicht anstrengen lässt sich nicht halten. Alle Verkehrsträger haben an Volumen zugenommen, nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum. Allerdings ist die Luftfahrt der Einzige, dessen Wachstum der Verkehrsleistung nur ein Wachstum an Klimagasen von 2/3 gegenübersteht.

Das ist nicht richtig.
Auch in anderen Bereichen wurden große Einsparungen erzielt. So stoßen neu zugelassene Autos deutlich weniger CO2/km aus.
Da haben Sie recht, bei der Fülle an Statistiken flutscht da gerne mal was durch. Man könnte wahrscheinlich ein abwechslungsreiches Statistik Ping Pong spielen, unter dem Strich würde stehen, dass fast alle eingespart haben, manche mehr, manche weniger. Bei vielen Sparten würde für weitere Einsparungen nur noch Verzicht als Lösung greifen.
Da will natürlich keiner der Erste sein, weder der Anbieter, noch der Nutzer. Daher halte ich eine generelle Diskussion und Aufklärung zu diesem Thema für so wichtig. Nur so können wir ein Umdenken einleiten, Finger Pointig sehe ich eher kontraproduktiv.
Es gilt Bereiche zu identifizieren, die ihr Wachstum mit parallel gestiegenem Ausstoß erreicht haben. Im Gegensatz zu denen, die hier eine negative Bilanz haben, Ausstoß wuchs unterproportional. Hier hätte man wohl den größten und schnellsten Effekt.

Das Problem der Luftfahrt ist hier denke ich ihr durch Billigflüge angeheiztes extremes Wachstum, das stark steigende absolute Emissionen bewirkt.
Das könnte man aber auch als positives Beispiel nehmen. Obwohl das Wachstum an Verkehsleistung Luftverkehr in D von 1990 - 2016 um 240 % gestiegen ist, wuchs der Kerosinbedarf nur um 98% mit. Wenn man dann den Zeitraum verkleinert kommt man von 2005 bis 2016 bei 80% Wachstum nur auf 15% Mehrbedarf an Kerosin (mit einhergehendem Schadstoffausstoß) Quelle Umweltbundesamt
Ok, KFZ ist noch besser, Energie aber nicht. Da müssen wir erst die Kohle abwarten.

Frage bleibt, was wäre zu tun?
Beitrag vom 23.04.2019 - 13:54 Uhr
UserEricM
User (2288 Beiträge)
Frage bleibt, was wäre zu tun?

Ich denke mal wenn wir ernsthaft noch was rumreißen möchten, müssen wir an alles ran.
Personen-Luftfahrt, Waren-Logistik, Automobiler Individualverkehr, Industrie, Wohnen/Heizen.
Das Einfachste wären wahrscheinlich tatsächlich CO2 Steuern auf Kerosin, Benzin, Diesel und Heizöl, Braun- und Steinkohle.

Die ensprechenden Preiserhöhungen für Endverbraucher im Bereich Mobilität, Wohnen und Versorgung regeln dann per Marktmechanismen die Energiewende hin zu umweltfreundlichen Prudukten und ebenso umweltfreundlichem Verhalten (weniger Fliegen, bessere Dämmung, kleinere Autos, Bahn, regionale Produkte, etc. ).
Man darf dann halt nur Wirtschaftswachstum in bestehenden Angeboten wie zB der Logistik nicht zum politischen Maßstab machen, wie die EU das bisher unter Lobbydruck teilweise tut.

Und damit die Wirtschaft keinen Schock bekommt, das Ganze implementiert als 10 Jahres-Programm.
Könnte schon funktionieren und keiner kann sich rauswieseln.
Es gäbe aber trotzdem einen heftigen Umbruch in der Wirtschaft, gerade in Branchen die auf lineares Wachstum durch Optimierung setzen.
Beitrag vom 23.04.2019 - 14:37 Uhr
Usercontrail55
User (1944 Beiträge)
Frage bleibt, was wäre zu tun?

Ich denke mal wenn wir ernsthaft noch was rumreißen möchten, müssen wir an alles ran.
Volle Zustimmung.
Personen-Luftfahrt, Waren-Logistik, Automobiler Individualverkehr, Industrie, Wohnen/Heizen.
Das Einfachste wären wahrscheinlich tatsächlich CO2 Steuern auf Kerosin, Benzin, Diesel und Heizöl, Braun- und Steinkohle.
Was das CO2 betrifft wohl schon, aber die Disruption wäre gigantisch. Genau diese Auseinandersetzung fehlt mir in den Aktionen.
Die ensprechenden Preiserhöhungen für Endverbraucher im Bereich Mobilität, Wohnen und Versorgung regeln dann per Marktmechanismen die Energiewende hin zu umweltfreundlichen Prudukten und ebenso umweltfreundlichem Verhalten (weniger Fliegen, bessere Dämmung, kleinere Autos, Bahn, regionale Produkte, etc. ).
Aber es geht ja nicht nur um hier, bei uns. Wie sage ich Herrn Kwazulu in Afrika das seine Idee von Wohlstand gerade beerdigt wurde weil unserer so groß ist und damit alle Ressourcen leider verbraucht. Das wird der nicht so einfach hinnehmen, zu recht.
Man darf dann halt nur Wirtschaftswachstum in bestehenden Angeboten wie zB der Logistik nicht zum politischen Maßstab machen, wie die EU das bisher unter Lobbydruck teilweise tut.

Und damit die Wirtschaft keinen Schock bekommt, das Ganze implementiert als 10 Jahres-Programm.
Nicht nur die Wirtschaft, die Menschheit in allen Zonen dieser Welt.
Könnte schon funktionieren und keiner kann sich rauswieseln.
Wird wohl nur so funktionieren, sonst siehe vorherige Beiträge.
Es gäbe aber trotzdem einen heftigen Umbruch in der Wirtschaft, gerade in Branchen die auf lineares Wachstum durch Optimierung setzen.
Nicht nur da. Der komplette globale Lebenswandel muss in allen Bereichen einen Umbruch erfahren, angefangen beim Bevölkerungswachstum.
Da ist die Weltpolitik gefragt. Ob ich nun 2 x weniger fliege oder kalt dusche, das wird uns nicht retten. Und wenn wir schnell viel machen wollen, mit den geringsten Auswirkungen auf das tägliche Leben, dann ist die Luftfahrt dazu nicht geeignet, wenn auch ein plakatives Ziel.

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2019 14:45 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.04.2019 - 14:53 Uhr
UserEricM
User (2288 Beiträge)
Frage bleibt, was wäre zu tun?

Ich denke mal wenn wir ernsthaft noch was rumreißen möchten, müssen wir an alles ran.
Volle Zustimmung.
Personen-Luftfahrt, Waren-Logistik, Automobiler Individualverkehr, Industrie, Wohnen/Heizen.
Das Einfachste wären wahrscheinlich tatsächlich CO2 Steuern auf Kerosin, Benzin, Diesel und Heizöl, Braun- und Steinkohle.
Was das CO2 betrifft wohl schon, aber die Disruption wäre gigantisch. Genau diese Auseinandersetzung fehlt mir in den Aktionen.

Um ebendiese gigantische Disruption zu vermeiden, sollten CO2 Steuern wenn, dann stufenweise über mehrere Jahre ( zB 10 ) eingeführt werden, sodass zwar ein Veränderungsprozess in Gesellschaft und Wirtschaft erreicht wird, er aber eben nicht zu einem Wirtschaftsversagen führt.


Die ensprechenden Preiserhöhungen für Endverbraucher im Bereich Mobilität, Wohnen und Versorgung regeln dann per Marktmechanismen die Energiewende hin zu umweltfreundlichen Prudukten und ebenso umweltfreundlichem Verhalten (weniger Fliegen, bessere Dämmung, kleinere Autos, Bahn, regionale Produkte, etc. ).
Aber es geht ja nicht nur um hier, bei uns. Wie sage ich Herrn Kwazulu in Afrika das seine Idee von Wohlstand gerade beerdigt wurde weil unserer so groß ist und damit alle Ressourcen leider verbraucht. Das wird der nicht so einfach hinnehmen, zu recht.

Tatsächlich leiden Drittweltstaaten besonders unter unserem exzessiven Wohlstands-Verbrauch. Ob wir nun Bürgerkriege in Regionen fördern, um Rohstoffe billig zu extrahieren oder ob wir unsren Giftmüll dort verklappen - gegen geringe Gebühren an die dortigen Warlords.
Wahrscheinlich wäre Herr Kwazulu ganz froh, wenn diese Mechanismen sein Land nicht mehr als zu bearbeitende Ressource betrachten würden.
Aber ja, zugegeben: Wohlstand, so wie ihn die heutige oberste Milliarde, also wir, zelebriert, ist für die anderen 5 Milliarden nicht erreichbar, ohne dass uns der Planet abbrennt.
Von daher müssen wir dringend eine andere Form von Wohlstand (er-)finden, die besser skaliert und die dann auch größere Teile der Weltbevölkerung einschließen kann.
Und weiteres Wirtschaftswachstum kann prinzipbedingt nicht der Maßstab sein, der dieses Ziel erreicht.

Man darf dann halt nur Wirtschaftswachstum in bestehenden Angeboten wie zB der Logistik nicht zum politischen Maßstab machen, wie die EU das bisher unter Lobbydruck teilweise tut.

Und damit die Wirtschaft keinen Schock bekommt, das Ganze implementiert als 10 Jahres-Programm.
Nicht nur die Wirtschaft, die Menschheit in allen Zonen dieser Welt.

Das lässt sich über nicht-tarifliche Handelsvorgaben durchaus auch steuern. Natürlich darf nicht wie bisher nur der billigste Preis eines Produkts entscheiden, sondern der Preis unter bestimmten zu überprüfenden Vorgaben.


Könnte schon funktionieren und keiner kann sich rauswieseln.
Wird wohl nur so funktionieren, sonst siehe vorherige Beiträge.
Es gäbe aber trotzdem einen heftigen Umbruch in der Wirtschaft, gerade in Branchen die auf lineares Wachstum durch Optimierung setzen.
Nicht nur da. Der komplette globale Lebenswandel muss in allen Bereichen einen Umbruch erfahren, angefangen beim Bevölkerungswachstum.

Auch beim Bevölkerungswachstum.
Ich würde aber sagen, anfangen muss es beim Umdenken.
Mehr != Besser muss global in die Köpfe.

Da ist die Weltpolitik gefragt. Ob ich nun 2 x weniger fliege oder kalt dusche, das wird uns nicht retten.

Naja, "die Weltpolitik" ist letztendlich jeder von uns.
Und wenn jeder 2 x weniger fliegt und mehr Fahrrad fährt und kälter duscht, dann bewegt sich automatisch was.

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2019 15:04 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.04.2019 - 16:06 Uhr
Usercontrail55
User (1944 Beiträge)
Wir sind uns ja einig :-)
Um ein Umdenken zu erzeugen sind gewaltige Energien nötig, aber es geht. Wenn die richtige mediale Strategie verfolgt wird, dann ist auch ein gesamtheitliches Umdenken möglich. Beispiel PETA, es ist einfach uncool Pelz zu tragen, also ist Pelz out. Auch für die, die nie Pelz tragen könnten. Oder MeToo, da wird eine mächtige Präsenz hergestellt. Alle sind beteiligt, nicht nur die Sternchen in Hollywood.
Das würde ich mir auch für das Klima wünschen. Es muss total uncool werden Energie zu verschwenden. Für jeden. Egal ob er fliegt, einen SUV fährt, zu lange duscht, das Licht anlässt, die Wohnung überheizt, Wein aus Südamerika, Erdbeeren auch Chile usw.... Dann kann man auch ein großes Rad drehen. Mit Flightshaming erreiche ich aber nicht alle, nicht jeder fliegt. So könnte aber jeder mitmachen. Man muss es cool machen. Das fehlt hier.

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2019 16:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 23.04.2019 - 16:24 Uhr
Userchris7891
User (796 Beiträge)
Wir sind uns ja einig :-)
Um ein Umdenken zu erzeugen sind gewaltige Energien nötig, aber es geht. Wenn die richtige mediale Strategie verfolgt wird, dann ist auch ein gesamtheitliches Umdenken möglich. Beispiel PETA, es ist einfach uncool Pelz zu tragen, also ist Pelz out. Auch für die, die nie Pelz tragen könnten. Oder MeToo, da wird eine mächtige Präsenz hergestellt. Alle sind beteiligt, nicht nur die Sternchen in Hollywood.
Das würde ich mir auch für das Klima wünschen. Es muss total uncool werden Energie zu verschwenden. Für jeden. Egal ob er fliegt, einen SUV fährt, zu lange duscht, das Licht anlässt, die Wohnung überheizt, Wein aus Südamerika, Erdbeeren auch Chile usw.... Dann kann man auch ein großes Rad drehen. Mit Flightshaming erreiche ich aber nicht alle, nicht jeder fliegt. So könnte aber jeder mitmachen. Man muss es cool machen. Das fehlt hier.

Indirekt fliegt ja jeder.
Und das sind zum Beispiel der Knoblauch aus China, die Avocado aus Südafrika etc.... Es muss nur einem bewusst werden, dass viele Waren des täglichen Bedarfs eingeflogen werden.
Beitrag vom 23.04.2019 - 16:43 Uhr
UserEricM
User (2288 Beiträge)
Wir sind uns ja einig :-)
Um ein Umdenken zu erzeugen sind gewaltige Energien nötig, aber es geht. Wenn die richtige mediale Strategie verfolgt wird, dann ist auch ein gesamtheitliches Umdenken möglich. Beispiel PETA, es ist einfach uncool Pelz zu tragen, also ist Pelz out. Auch für die, die nie Pelz tragen könnten. Oder MeToo, da wird eine mächtige Präsenz hergestellt. Alle sind beteiligt, nicht nur die Sternchen in Hollywood.
Das würde ich mir auch für das Klima wünschen. Es muss total uncool werden Energie zu verschwenden. Für jeden. Egal ob er fliegt, einen SUV fährt, zu lange duscht, das Licht anlässt, die Wohnung überheizt, Wein aus Südamerika, Erdbeeren auch Chile usw.... Dann kann man auch ein großes Rad drehen. Mit Flightshaming erreiche ich aber nicht alle, nicht jeder fliegt. So könnte aber jeder mitmachen. Man muss es cool machen. Das fehlt hier.

Indirekt fliegt ja jeder.
Und das sind zum Beispiel der Knoblauch aus China, die Avocado aus Südafrika etc.... Es muss nur einem bewusst werden, dass viele Waren des täglichen Bedarfs eingeflogen werden.

Richtig. Auch und gerade an diesem Punkt würden auch CO2 Steuern angreifen und die eingeflogenen Produkte verteuern.
Das wiederum bevorteilt regional(er) erzeugte Produkte die dadurch wieder konkurrenzgfähig(er) werden, trotz der hierzulande höheren Löhne.
Dadurch könnte Wirtschaftswachstum in Branchen geschaffen werden, die einen jahrzehnelangen Niedergang durch Billigkonkurrenz der eingeflogenen Produkte hinter sich haben.
Exportorientierte Erzeuger in Billigstandorten haben dann aber ein Problem...
Beitrag vom 23.04.2019 - 20:47 Uhr
UserBV 144
User (100 Beiträge)
Sehr geistreiche Kommentare hier, habt ihr die Verzicht predigt und noch nie verzichten musstet (typisch realitätsferne westliche Linke) schon mal bedacht das es n Mrd. Chinesen geben wird bzw. gibt die schon Bock auf ein besseres Leben haben?

Die Auswirkungen der Menschheit auf die Natur werden sich auch grundsätzlich nicht stoppen oder gar rückgängig machen lassen.
Niemand sagt etwas gegen eine lebenswerte Umwelt also Rußpartikelfilter, Kats, Nationalparks, Asbestsanierung etc. aber das Klima wie wir es hatten und haben wird niemand mehr retten können.

Da muss man sich halt die Begrenztheit unserer Existenz und Mittel eingestehen und nicht wie der letzte Depp für ewiges Leben oder sonstie heile Welt Ideen sich irgendwelchen Quacksalbern und/ oder Radikalen anschließen.



Nur noch ein Wort zu regional erzeugten Körben/ Staubsaugern/ Tomaten etc. aus dem Gewächshaus: der Fachkräftemangel ist keine Lüge, wer meint er muss unbedingt Klamotten made in Germany kaufen untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
Wenn Firmen wie Bremsen Knorr keine Azubis mehr bekommen weil denen gesagt wird sie sollten lieber Korbflechter werden wg. regional erzeugte Romanze und so dann gute Nacht.
Beitrag vom 24.04.2019 - 00:10 Uhr
Userhinterfrager2
selbstständig
User (206 Beiträge)

Die Aussage, der Luftverkehr würde sich nicht anstrengen lässt sich nicht halten. Alle Verkehrsträger haben an Volumen zugenommen, nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum. Allerdings ist die Luftfahrt der Einzige, dessen Wachstum der Verkehrsleistung nur ein Wachstum an Klimagasen von 2/3 gegenübersteht.

Das ist nicht richtig.
Auch in anderen Bereichen wurden große Einsparungen erzielt. So stoßen neu zugelassene Autos deutlich weniger CO2/km aus.
Da haben Sie recht, bei der Fülle an Statistiken flutscht da gerne mal was durch. Man könnte wahrscheinlich ein abwechslungsreiches Statistik Ping Pong spielen, unter dem Strich würde stehen, dass fast alle eingespart haben, manche mehr, manche weniger. Bei vielen Sparten würde für weitere Einsparungen nur noch Verzicht als Lösung greifen.
Da will natürlich keiner der Erste sein, weder der Anbieter, noch der Nutzer. Daher halte ich eine generelle Diskussion und Aufklärung zu diesem Thema für so wichtig. Nur so können wir ein Umdenken einleiten, Finger Pointig sehe ich eher kontraproduktiv.
Es gilt Bereiche zu identifizieren, die ihr Wachstum mit parallel gestiegenem Ausstoß erreicht haben. Im Gegensatz zu denen, die hier eine negative Bilanz haben, Ausstoß wuchs unterproportional. Hier hätte man wohl den größten und schnellsten Effekt.

Das Problem der Luftfahrt ist hier denke ich ihr durch Billigflüge angeheiztes extremes Wachstum, das stark steigende absolute Emissionen bewirkt.
Das könnte man aber auch als positives Beispiel nehmen. Obwohl das Wachstum an Verkehsleistung Luftverkehr in D von 1990 - 2016 um 240 % gestiegen ist, wuchs der Kerosinbedarf nur um 98% mit. Wenn man dann den Zeitraum verkleinert kommt man von 2005 bis 2016 bei 80% Wachstum nur auf 15% Mehrbedarf an Kerosin (mit einhergehendem Schadstoffausstoß) Quelle Umweltbundesamt

Also ist das, was Wikipedia schreibt, falsch?

"Die gesunkenen Preise von Flügen und deren einfache Verfügbarkeit haben zu einem enormen Anstieg der Flugreisen insgesamt geführt und dadurch die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen vervielfacht. Deutschlandweit stiegen die Emissionen des Luftverkehrs zwischen 1990 und 2014 um 85 % an, von knapp 15 Mio. Tonnen 1990 auf ca. 26–27 Mio. Tonnen 2014. Die spezifischen Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs lagen 2010 bei 1.540 g CO2-Äquivalent/Tonnenkilometer und resultieren nicht nur aus dem reinen CO2-Ausstoß, sondern ergeben sich auch aus weiteren klimaschädlichen Wirkungen durch Stickoxide, Ruß, Kondensstreifen und Zirruswolken, die vom Luftverkehr verursacht werden.[7]Durch die jährlichen Wachstumsraten des Luftverkehrs von derzeit 7,1 %[8] werden die Einsparungen durch sparsamere Antriebe bei weitem zunichtegemacht. Das heißt, dass die Triebwerke zwar in Bezug auf den Schadstoffausstoß optimiert werden, durch immer mehr Flüge und Flugzeuge die Emissionen jedoch stärker anwachsen."


Beitrag vom 24.04.2019 - 00:15 Uhr
Userhinterfrager2
selbstständig
User (206 Beiträge)
Sehr geistreiche Kommentare hier, habt ihr die Verzicht predigt und noch nie verzichten musstet (typisch realitätsferne westliche Linke) schon mal bedacht das es n Mrd. Chinesen geben wird bzw. gibt die schon Bock auf ein besseres Leben haben?

Die Auswirkungen der Menschheit auf die Natur werden sich auch grundsätzlich nicht stoppen oder gar rückgängig machen lassen.
Niemand sagt etwas gegen eine lebenswerte Umwelt also Rußpartikelfilter, Kats, Nationalparks, Asbestsanierung etc. aber das Klima wie wir es hatten und haben wird niemand mehr retten können.

Da muss man sich halt die Begrenztheit unserer Existenz und Mittel eingestehen und nicht wie der letzte Depp für ewiges Leben oder sonstie heile Welt Ideen sich irgendwelchen Quacksalbern und/ oder Radikalen anschließen.



Nur noch ein Wort zu regional erzeugten Körben/ Staubsaugern/ Tomaten etc. aus dem Gewächshaus: der Fachkräftemangel ist keine Lüge, wer meint er muss unbedingt Klamotten made in Germany kaufen untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
Wenn Firmen wie Bremsen Knorr keine Azubis mehr bekommen weil denen gesagt wird sie sollten lieber Korbflechter werden wg. regional erzeugte Romanze und so dann gute Nacht.

Was ist der Sinn Ihres Beitrages?
Beitrag vom 24.04.2019 - 09:29 Uhr
UserEricM
User (2288 Beiträge)
Sehr geistreiche Kommentare hier, habt ihr die Verzicht predigt und noch nie verzichten musstet (typisch realitätsferne westliche Linke)

Was sind denn Ihre realitätsnahen(?), östlichen(?), rechten(?) Alternativkonzepte für die zukünftige Entwicklung?
Augen zu und durch?
Mit lautem Hurra! in den globalen Krieg um die letzten Ressourcen wie trockenes Land, sauberes Trinkwasser und Nahrung?
Kümmert mich nicht, bin in 10 Jahren eh tot?

schon mal bedacht das es n Mrd. Chinesen geben wird bzw. gibt die schon Bock auf ein besseres Leben haben?

Sicher, gerade darum (wenn auch nicht NUR um Chinesen) gehts ja.
Wie kann man einem größeren/großen Anteil der Welbevölkerung ein besseres Leben ermöglichen, ohne dass uns die Biosphäre dabei zusammenklappt.
Der ressourcenintensive Lebensstil der heutigen westlichen Gesellschaft ist global nicht tragfähig.

Die Auswirkungen der Menschheit auf die Natur werden sich auch grundsätzlich nicht stoppen oder gar rückgängig machen lassen.

Davon träumt auch niemand mehr, die aktuelle Zielrichtung ist, den Treibhauseffekt auf global +2°C zu bregrenzen um die übelsten Katatstrophenszenarien zu vermeiden.

Niemand sagt etwas gegen eine lebenswerte Umwelt also Rußpartikelfilter, Kats, Nationalparks, Asbestsanierung etc. aber das Klima wie wir es hatten und haben wird niemand mehr retten können.

Das ist sogar realitätsfernen westlichen Linken wie mir klar (s.o.)

Da muss man sich halt die Begrenztheit unserer Existenz und Mittel eingestehen

eben, eben ...

und nicht wie der letzte Depp für ewiges Leben oder sonstie heile Welt Ideen sich irgendwelchen Quacksalbern und/ oder Radikalen anschließen.

Diese argumentative Abzweigung müssen Sie jetzt aber mal erklären.
Nur wenn man eben die Begrenztheit der eigenen Mittel und der verfügbaren Ressourcen einsieht, ist eine Motivation zur Findung alternativer Konzepte und Wirtschaftsmodelle doch überhaupt erst vorhanden.
Gerade wenn man bedenkt dass von den aktuell 6 Mrd Menschen knapp 5 Mrd noch in Armut leben.
D.h. aus meiner Sicht sind gerade diejenigen, die den Wandel verleugnen und Maßnahmen dagegen ablehnen, diejenigen, die einen radikalen Standpunkt vertreten oder Quacksalbern folgen, da sie keine Lösungen für die Probleme haben, die Probleme selbst schlicht verleugnen und damit, wenn vielleicht auch unabsichtlich, auf globale gewalttätige Konflikte hinsteuern.

Nur noch ein Wort zu regional erzeugten Körben/ Staubsaugern/ Tomaten etc. aus dem Gewächshaus: der Fachkräftemangel ist keine Lüge, wer meint er muss unbedingt Klamotten made in Germany kaufen untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
Wenn Firmen wie Bremsen Knorr keine Azubis mehr bekommen weil denen gesagt wird sie sollten lieber Korbflechter werden wg. regional erzeugte Romanze und so dann gute Nacht.

Die "globale Wettbewerbsfähigkeit" ist nur in einer Welt wie der aktuellen wichtig, in der Logistik fast nichts kostet. Ich denke diese Phase wird in den nächsten 10 Jahren enden, wenn klar wird, was zB Biosprit und andere alternative Mobilitätskonzepte wirklich kosten und leisten.
Logistik/Mobilität werden teurer werden.
Das wird automatisch zu einer De-Zentralisierung der Produktion führen, bei denen Zulieferer nicht mehr einen Riesen-Standort, sondern mehrere kleine unterhalten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das wird dann auch das Azubi-Problem etwas entspannen.

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2019 12:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.04.2019 - 18:35 Uhr
UserFW 190
User (1570 Beiträge)

Der ressourcenintensive Lebensstil der heutigen westlichen Gesellschaft ist global nicht tragfähig.

Die Auswirkungen der Menschheit auf die Natur werden sich auch grundsätzlich nicht stoppen oder gar rückgängig machen lassen.

Jeep!

Davon träumt auch niemand mehr, die aktuelle Zielrichtung ist, den Treibhauseffekt auf global +2°C zu bregrenzen um die übelsten Katatstrophenszenarien zu vermeiden.


Das würde nur gelingen wenn bis 2050 die CO2 Emission gegen Null gefahren wird - weltweit. CO2 ist ein sehr langlebiges Gas, wenn mann z.B. bei 25% des heutigen Niveaus stehen bliebe, würde bis 2100 soviel in die Atmosphäre gelangen wie bei heutigen Bedingungen von heute bis 2032.
Das ist die krux die nur wenige Poliker sagen. Es gibt auch Wissenschaftler - gut nicht so viele - die sagen wir müssen uns mehr um die Folgenabschätzung und Vorsorge kümmern denn auf viel mehr als 50% wird die Reduktion bis 2100 nicht gelingen. Und dann haben wir das Problem. Nein, nicht wir, die Enkel.

Gerade wenn man bedenkt dass von den aktuell 6 Mrd Menschen knapp 5 Mrd noch in Armut leben.

Wir liegen bereits bei 7,7 Mrd, im Jahre 2021/22 werden die 8 Mrd. überschritten. 2050 die 10 Mrd. Die wollen alle leben konsumieren und werden auch jedweden Abfall hinterlassen. Das wird noch richtig tragisch.

Optimisten sagen immer, die Menschheit hat immer und wird auch jetzt wieder bahnbrechende Erfindungen hervorbringen um das Überleben zu sichern. Ich sage dann immer, fang Du doch schon mal mit den neuen Erfindungen an.

Es gibt richtungsweisende zukunftsfähige Techniken, aber zu Preisen die die gleichen für utopisch weil zu hoch halten. Wir sind in D fast schon im Alarm Zustand weil das BIP auf plus 0,5% herabgestuft wurde. Bei kompletter Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen werden am Ende MINUS 30% stehen. Zu Pessimistisch? Wir werden sehen.