Beitrag vom 01.07.2024 - 11:17 Uhr
Dass Boeing nicht unbedingt Konzernteile kaufen will, die exklusiv für die Konkurrenz produzieren â?" geschenkt. Trotzdem interessant, dass man Airbus sogar Geld für die Ã?bernahme zahlt. Denn natürlich bietet diese für Airbus auch Vorteile.
Beitrag vom 01.07.2024 - 11:52 Uhr
Alles wieder heim zur Mutti?
Muss Boeing wirklich einen Zulieferer kaufen, weil dieser nicht sauber arbeitet?
Beitrag vom 01.07.2024 - 12:22 Uhr
Bei Boeing arbeiten wahrscheinlich viele ehemalige Kunstturner im Management. Es werden viele kunstvolle Purzelbäume geschlagen und am Ende der Matte dreht man sich um und macht das gleiche, nur andersrum.
Spaß beiseite: der Verkauf von Nicht-Kernkompetenzen ( wie das fertigen von Rümpfen ) diente nur dem Aktienkurs, jetzt passiert genau das gleiche, nur andersrum. Jetzt wird viel Geld ausgegeben, um die Aktionäre bei Laune ( also Aktien halten ) zu halten. Weil Qualitätsverbesserung ist dringend nötig um die Kunden zu halten. Oder anders gesagt, 737-Rümpfe zu fertigen ist ab heute wieder Kernkompetenz von Boeing. Vielleicht sollte man einfach mal die Entwicklungsabteilung outsourcen, das ist ja wohl wirklich kein Kernkompetenz mehr bei Boeing.
Beitrag vom 01.07.2024 - 12:51 Uhr
Dass Boeing nicht unbedingt Konzernteile kaufen will, die exklusiv für die Konkurrenz produzieren â?" geschenkt. Trotzdem interessant, dass man Airbus sogar Geld für die Ã?bernahme zahlt. Denn natürlich bietet diese für Airbus auch Vorteile.
Es ist bekannt, dass diese 3 Werke, die für Airbus Teil produziert haben, sind hochdefizitär sind. Und anscheinend übersteigt das Defizit den Wert der Werke.
Alles wieder heim zur Mutti?
Muss Boeing wirklich einen Zulieferer kaufen, weil dieser nicht sauber arbeitet?
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Klare Antwort: ja. Das ganze Outsourcing-Konzept Boeings, welches nach der McDonnell-Douglas-�bernahme initiiert worden ist, ist eindeutig gescheitert, denn die erdachten Kostensenkungsziele wurden nicht nur verfehlt, sondern hat im Ergebnis zu erheblichen Qualitätsproblemen und zusätzlichen Kosten geführt.
Zudem ist die Rumpfherstellung wie bei der 737 und 787 im Kern keine klassische Zulieferung mehr, denn hier hat Sprit als Tier1 im Grunde die Kernaufgabe von Boeing als Flugzeugherstellers übernommen. Von daher hat sich Boeing bei 737 und 787 selbst auf die Rolle des Systemintegrators reduziert, denn die mehrheitliche Produktion des Flugzeugs erfolgt außerhalb Boeings. Der damit einhergehende Kontrollverlust war einer der Ursachen des Verlusts des Qualitätsniveaus, welch nicht nur rufschädigend, sondern existenzgefährdend für einen Flugzeughersteller sein können. Aus diesen Gründen ist der Schritt der Reintegration von Sprit, die ja früher selbst Teil Boeing gewesen waren, sicherlich ein notweniger richtiger Schritt. Aber ausreichend ist das alleine noch nicht.
Beitrag vom 01.07.2024 - 13:02 Uhr
...Vielleicht sollte man einfach mal die Entwicklungsabteilung outsourcen, das ist ja wohl wirklich kein Kernkompetenz mehr bei Boeing.
Aber das hat Stonecipher doch damals in 2005 bereits gemacht: weil ihm die Ingenieure in Everett zu teuer waren, wurden einige Entwicklungsaufgaben für die 787 in "Niedrig"lohnländer ausgelagert, und vor allem eines mit eigener Flugzeugindustrie, wenn man brauchte ja Immer noch Ingenieure mit Aviation-Knowhow: Rußland... Ergebnis war nur, das die Nacharbeiten der Ingenieure in Everett für die Mängel der Designs aus dem Mokauer-Entwicklungsbüro fast teuer gewesen sind als wenn sie es selbst gemacht hätten. Auch wenn das heute Geschichte ist: Boeing hat sich damit und den Hire&Fire-Eskapaden rund um Corona für den Ingenieursnachwuchs nachhaltig unattraktiv gemacht...
Dieser Beitrag wurde am 01.07.2024 13:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.07.2024 - 13:25 Uhr
Laut Airbus ist der Deal noch nicht in trockenen Tüchern, aber alle Parteien sind demnach willig.
Es stehen alle Nicht-Boeing-Aktivitäten zum Verkauf!
Airbus will gemÃ¤ß Pressemitteilung außer den genannten Werken in Kinston (N.C. USA), St. Nazaire (F) und Belfast (GB) auch Casablanca (Marokko) und Wichita (Kansas, USA) übernehmen.
Laut Boeing strebt Spirt auch auch den Verkauf anderer Fremdaktivitäten in Prestwick (GB), Belfast (non-Airbus operations) (GB) und Subang, (Malaysia) an.
Boeing hat heute bereits die Spirit-Mitarbeiter per PM entsprechend informiert.
Da hat mich also meine Nase nicht getäuscht. Genau diese Aufspaltung hatte ich in einem Beitrag vom 2.März 24 skizziert.
Gruß Gustl
Beitrag vom 01.07.2024 - 13:51 Uhr
wurden einige Entwicklungsaufgaben für die 787 in "Niedrig"lohnländer ausgelagert, und vor allem eines
mit eigener Flugzeugindustrie, wenn man brauchte ja Immer noch Ingenieure mit Aviation-Knowhow:
Rußland...
Auslagern von Entwicklungsleistungen ist nicht die Ursache - MCAS und Alaska-Tür waren kein Entwicklerproblem - das machen andere aus allen Branchen ja auch, man schaue bloß auf Indien, und auch die Produktion von Airbussen ist nicht auf Europa beschränkt. Und selbstverständlich ist dezentrale Fertigung auch unter hohem Qualitätsanspruch realisierbar, siehe Airbus. Es liegt also an was anderem.
Beitrag vom 01.07.2024 - 14:09 Uhr
Die Fertigung von Airbusteilen durch Spirit scheint dem Vernehmen nach finanziell recht unatraktiv zu sein. Da bestehen wohl speziell beim A220 längerfristige Lieferverpflichtungen zu nicht kostendeckenden Preisen.
Wenn Airbus Spirit durch �bernahmen von Fertigungsbetrieben aus solchen defizitären Verpflichtungen befreit kann das durchaus dazu führen das Spirit dafür sogar noch draufzahlen muss. Da wird es noch einiges hinter den Kulissen zu verhandeln geben aber letztlich solte in beiderseitigem
Interesse eine Lösung gefunden werden.
Beitrag vom 01.07.2024 - 14:11 Uhr
Dass Boeing nicht unbedingt Konzernteile kaufen will, die exklusiv für die Konkurrenz produzieren â?" geschenkt. Trotzdem interessant, dass man Airbus sogar Geld für die Ã?bernahme zahlt. Denn natürlich bietet diese für Airbus auch Vorteile.
Es ist bekannt, dass diese 3 Werke, die für Airbus Teil produziert haben, sind hochdefizitär sind. Und anscheinend übersteigt das Defizit den Wert der Werke.
Alles wieder heim zur Mutti?
Muss Boeing wirklich einen Zulieferer kaufen, weil dieser nicht sauber arbeitet?
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Klare Antwort: ja. Das ganze Outsourcing-Konzept Boeings, welches nach der McDonnell-Douglas-�bernahme initiiert worden ist, ist eindeutig gescheitert, denn die erdachten Kostensenkungsziele wurden nicht nur verfehlt, sondern hat im Ergebnis zu erheblichen Qualitätsproblemen und zusätzlichen Kosten geführt.
Zudem ist die Rumpfherstellung wie bei der 737 und 787 im Kern keine klassische Zulieferung mehr, denn hier hat Sprit als Tier1 im Grunde die Kernaufgabe von Boeing als Flugzeugherstellers übernommen. Von daher hat sich Boeing bei 737 und 787 selbst auf die Rolle des Systemintegrators reduziert, denn die mehrheitliche Produktion des Flugzeugs erfolgt außerhalb Boeings. Der damit einhergehende Kontrollverlust war einer der Ursachen des Verlusts des Qualitätsniveaus, welch nicht nur rufschädigend, sondern existenzgefährdend für einen Flugzeughersteller sein können. Aus diesen Gründen ist der Schritt der Reintegration von Sprit, die ja früher selbst Teil Boeing gewesen waren, sicherlich ein notweniger richtiger Schritt. Aber ausreichend ist das alleine noch nicht.
Boeing ist und sieht sich schon lange nurnoch als Integrator und OEM.
So ist das halt.
An der Story jetzt haben am Ende nur die Berater und Manager verdient.
Wobei mit der �bernahme die Probleme auch nicht gelöst sind.
Airbus hat jetzt defizitäre Werke von Spirit an der Backe, Boeing eine vollkommen verhuntzte Produktion.
Aber die Ursache von MCAS als auch des panel blowouts liegt nicht nur in der Produktionsqualität bei Spirit, sondern schon klar selbst bei Boeing.
Die hatten das panel draussen und niemand weiss wann die Bolzen weg waren.
MCAS war sowieso kein Spirit Thema.
Und alleine weil es jetzt Boeing gehört, produzieren die nicht besser.
Beitrag vom 01.07.2024 - 17:50 Uhr
Aber das hat Stonecipher doch damals in 2005 bereits gemacht: weil ihm die Ingenieure in Everett zu teuer waren, wurden einige Entwicklungsaufgaben für die 787 in "Niedrig"lohnländer ausgelagert, und vor allem eines mit eigener Flugzeugindustrie, wenn man brauchte ja Immer noch Ingenieure mit Aviation-Knowhow: Rußland...
Warum ist man bei Boeing nie auf die Idee gekommen, dass Management nach Indien oder Malaysia auszulagern? Da hätte man auch viel sparen können und könnte es noch.
Beitrag vom 01.07.2024 - 22:06 Uhr
Warum ist man bei Boeing nie auf die Idee gekommen, dass Management nach Indien oder Malaysia auszulagern? Da hätte man auch viel sparen können und könnte es noch.
Weil die dann ein Visum für den Aufenthalt in Washington D.C. brauchen ;-)
Beitrag vom 01.07.2024 - 23:37 Uhr
Bei Reuters und bei Flightglobal wird spekuliert:
Airbus könnte zusätzlich genötigt sein, die Werke Prestwick (Schottland) und Subang (Malaysia) zu übernehmen, wenn sich kein anderer Käufer findet.
Gruß Gustl
Beitrag vom 02.07.2024 - 10:29 Uhr
Ich glaube, dass Boeing Spirit zurück kauft, ist das Problem hier gute QS Prozesse einführen zu müssen. Die FAA hat ja bei Boeing und bei spirit Audits in der Produktion durchgeführt und beide sind durchgefallen und um es zu lösen muss wohl Boeing den gesamten Fertigungsprozess "erstmal" kontrollieren können. Das ist aber mehr Spekulation.
Beitrag vom 02.07.2024 - 10:45 Uhr
So ist das in einem Wirtschaftssystem, dass sich selber überlassen wird. Schaut es euch schon mal an, unsere Investoren drängen unsere Unternehmen auch in diese Richtung. Solange aber für Investoren nur das (schnelle) Geld zählt, werden diese Missstände eher zu als abnehmen. Und die Investoren könnten nur Regierungen eindämmen, aber das wissen die Investoren dank ihrer Investitionen in der Medienlandschaft zu verhindern (Stichwort: Verbotsparteien).
Beitrag vom 02.07.2024 - 12:25 Uhr
So ist das in einem Wirtschaftssystem, dass sich selber überlassen wird. Schaut es euch schon mal an, unsere Investoren drängen unsere Unternehmen auch in diese Richtung. Solange aber für Investoren nur das (schnelle) Geld zählt, werden diese Missstände eher zu als abnehmen. Und die Investoren könnten nur Regierungen eindämmen, aber das wissen die Investoren dank ihrer Investitionen in der Medienlandschaft zu verhindern (Stichwort: Verbotsparteien).
Eine haarsträubende These. Nur weil ein einzelnes Unternehmen (Boeing) falsche Entscheidungen trifft sollen deshalb die Regierungen die Verantwortung für alles übernehmen. Als wenn Regierungen sich weltweit auf wirtschaftlichem Gebiet schon als vorausschauend erwiesen hätten.
Nur zur Erinnerung. So etwas hatten wir schon mal. Nannte sich DDR. Glänzte durch techn. Spitzenleistungen (Trabbi) mit Lieferzeiten von ca. 10 Jahren und generell mit Mangelversorgung und von Ausnahmen abgesehen mit mauer Qualität.
Das Boeing lange zu viel an die Aktionäre und zu wenig an die Qualitätssicherung dachte ist jetzt allgemein bekannt. Das Boeing mal ganz anders dastand und B787 von den aktuellen Fertigungsmängeln abgesehen doch ein guter Entwurf ist sollte man aber auch mal anerkennen. Abschreiben sollte man Boeing deshalb noch lange nicht wenn sie jetzt die Kurve kriegen.