Community / / Boeing will alle Probleme über die ...

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Beitrag vom 27.07.2019 - 10:13 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (288 Beiträge)
"Boeing will bis..."

Wieviele Deadlines hat Boeing bereits vetstreichen lassen?
Beitrag vom 27.07.2019 - 11:31 Uhr
Userfbwlaie
User (4210 Beiträge)
Wenn ein AoA-Sensor falsche Daten liefert, dann weiss MCAS, "was Sache ist" oder MCAS wird deaktiviert? Auch eine 737 MAX-Nachschulung funktioniert auf dem 737-NG-Sim...
Boeing ist stur...
Beitrag vom 27.07.2019 - 12:09 Uhr
UserEricM
User (1452 Beiträge)
Es handelt es sich hier um ein neues, zusätzliches, von den Sensoren und MCAS unabhängiges Software-Problem.
D.h. auch mit 2 intakten AoA Sensoren, und einem Fluzustand, der MCAS Aktivität nicht auslösen sollten, kann dieser "Datenstau" passieren.

Aus dem Bloomberg Artikel:
However, the newly discovered problem wasn’t triggered by MCAS, said one of the people.
It was prompted instead by multiple erroneous data streams in a flight computer that occurred simultaneously, the person said.


Dieser Beitrag wurde am 27.07.2019 12:55 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.07.2019 - 12:52 Uhr
UserIkarus1961
User (8 Beiträge)
Es ist schon eine Ironie des Schicksals. Ich meine, vor etlichen Jahren gelesen zu haben, das sich Boeings Produktionsphilosophie von Airbus darin unterscheiden wollte, im Verhältnis Mensch und Maschine/Computer letzteren nicht zu viel Möglichkeiten einzuräumen.
Und nun hängt eine sichere Trimmung und eine stabile Fluglage beim Start oder bei anderen Flugpositionen der 737 MAX eben genau von einem computergesteuerten Korrektursystem ab. Da ist es ziemlich egal, ob das ein Hard- oder Softwareproblem ist; es bleibt ein mulmiges Gefühl. Es hat doch den Anschein, dass die 737 konstruktionsbedingt an ihre Grenzen angekommen ist, zumindest beim Versuch, Reichweite und Passagierkapazitäten zu erhöhen. Wenn dem so ist, sollte der Hersteller lieber heute als morgen die Konsequenzen ziehen und einen neuen Flugzeugtyp entwickeln.
Beitrag vom 27.07.2019 - 12:59 Uhr
UserEricM
User (1452 Beiträge)
Es ist schon eine Ironie des Schicksals. Ich meine, vor etlichen Jahren gelesen zu haben, das sich Boeings Produktionsphilosophie von Airbus darin unterscheiden wollte, im Verhältnis Mensch und Maschine/Computer letzteren nicht zu viel Möglichkeiten einzuräumen.

Ja, das war Boeings Marketing-Position.
Bei der MAX hat man sich nun dazu entschieden, diesen Schein aufrechtzuerhalten, indem man die automatischen Funktionen, die den Piloten übersteuern, gar nicht erst dokumentiert UND nach internem Bekanntwerden von Problemen in dem Bereich trotzdem 2 Jahre lang niemanden zu informieren...

Was für mich aber kein Schicksal sondern eine bewusste Entscheidung des Boeing Managements un damit der eigentliche Skandal an dieser ganzen MAX Geschichte ist.

Dieser Beitrag wurde am 27.07.2019 13:00 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.07.2019 - 16:12 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
Bei der MAX hat man sich nun dazu entschieden, diesen Schein aufrechtzuerhalten, indem man die automatischen Funktionen, die den Piloten übersteuern, gar nicht erst dokumentiert UND nach internem Bekanntwerden von Problemen in dem Bereich trotzdem 2 Jahre lang niemanden zu informieren...


Die eigentliche Motivation für Boeing lag weniger im Aufrechterhalten des Scheins "mehr Pilot, weniger Computer", sondern vor allem im Ziel, dass sich die MAX identisch nur NG zu verhalten, um zusätzliche Schulungskosten für NG-Kunden bei der MAX-Einführung zu ersparen und letztendlich die Verkauschancen der MAX zu sichern. Also rein wirtschaftliche Gründe.
Beitrag vom 27.07.2019 - 19:47 Uhr
UserEricM
User (1452 Beiträge)
Bei der MAX hat man sich nun dazu entschieden, diesen Schein aufrechtzuerhalten, indem man die automatischen Funktionen, die den Piloten übersteuern, gar nicht erst dokumentiert UND nach internem Bekanntwerden von Problemen in dem Bereich trotzdem 2 Jahre lang niemanden zu informieren...


Die eigentliche Motivation für Boeing lag weniger im Aufrechterhalten des Scheins "mehr Pilot, weniger Computer", sondern vor allem im Ziel, dass sich die MAX identisch nur NG zu verhalten, um zusätzliche Schulungskosten für NG-Kunden bei der MAX-Einführung zu ersparen und letztendlich die Verkauschancen der MAX zu sichern. Also rein wirtschaftliche Gründe.

Das waren die Gründe für die _Einführung_ von MCAS. Richtig.
Was ich meinte war der Verzicht auf die Dokumentation von MCAS sowie der weiterer Routinen in der Flugsteuerung, wie die, die jetzt laut der Meldung dieses Threads scheinbar auch Unsinn machen.
Keine dieser Software-Automatiken war den Piloten ggü dokumentiert.
Ob die Gründe dafür "die Aufrechterhaltung des Scheins", eine vereinfachte Zulassung, Prozessversagen oder Nachlässigkeit waren, sei mal dahingestellt.
Jeder dieser Gründe wäre ausreichender Anlass für Boeing, eine so harte Kehrtwende in der Entwicklung ihrer Sicherheitskultur einzuleiten, dass die Reifen qualmen ...

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2019 14:10 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.07.2019 - 23:26 Uhr
Userdidigolf
User (156 Beiträge)
Jeder der an diesem Thema interessiert ist, sollte sich mal den Artikel in der Seattle Times von gestern durchlesen. Darin wird beschrieben, dass die Zulassung der MAX zu 95% von Boeing selbst durchgeführgt wurde, wie Boeing auf die FAA Druck ausgeübt hat usw.
Selbst das MCAS kannte die FAA bis zum Lionaircrash gar nicht. Der Artikel ist sehr sehr lang, und man ist schockiert wenn man das liest. Auch von anderen Problemen, die noch gar nicht in die Öffentlichkeit kamen wird berichtet, unglaublich!
Beitrag vom 29.07.2019 - 22:17 Uhr
Userairborn
User (198 Beiträge)
Hier ein Link um Zugang zu dem von @digigolf beschriebenen Artikel zu erhalten:

 https://www.nytimes.com/2019/07/27/business/boeing-737-max-faa.html?searchResultPosition=3

Die New York Times war der Erstveröffentlicher des genannten Beitrags.
Hat man sich durch den langen Artikel "durchgekämpft", ist man nahezu fassungslos erkennen zu müssen, mit welcher Unverfrorenheit man aus Gründen der Betriebswirtschaftlichkeit letztlich den Tod von 350 Passagieren herbeigeführt hat.
Dafür sollten einige Verantwortliche im Gefängnis landen. Die Beweislast für zu erstellende Regressansprüche ist aus meiner Sicht erdrückend.


Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 08:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2019 - 03:40 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (288 Beiträge)
Ich bin mal so frei und spendier dem Link ein "f"

 https://www.nytimes.com/2019/07/27/business/boeing-737-max-faa.html?searchResultPosition=3

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 03:41 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2019 - 06:37 Uhr
Userdlehmann66
User (219 Beiträge)
Jetzt wo es publik ist, interessiert mich, ob das in dem Artikel beschriebene Problem mit dem Kabel für die Rudersteuerung nun auch noch auf den Tisch kommt und gelöst werden muss....
Wenn es die FAA eventuell weiter unterm Tisch lässt, könnte die EASA es nun auf den Tisch bringen.

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 08:53 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2019 - 08:43 Uhr
Userairborn
User (198 Beiträge)
Ich bin mal so frei und spendier dem Link ein "f"

 https://www.nytimes.com/2019/07/27/business/boeing-737-max-faa.html?searchResultPosition=3

@Nur_ein_Y_PAX
Den Link habe ich korrigiert. Danke für Aufmerksamkeit.
Airborn
Beitrag vom 30.07.2019 - 09:18 Uhr
UserEricM
User (1452 Beiträge)
Hat man sich durch den langen Artikel "durchgekämpft", ist man nahezu fassungslos erkennen zu müssen, mit welcher Unverfrorenheit man aus Gründen der Betriebswirtschaftlichkeit letztlich den Tod von 350 Passagieren herbeigeführt hat.

Ich frage mich vor allem, ob dieses organisatorische Sicherheitsproblem tatsächlich auf die Entwicklung der MAX beschränkt war.
Oder ob auch andere Entwicklungen, die seit ~2012 bei Boeing durchgeführt wurden, unter den gleichen betriebswirtschaftlich ausgelösten Sicherheitsproblemen leiden.

Nachdem was wir heute wissen, lesen sich die initialen Statements Boeings nach den 2 MAX Abstürzen nicht so als hätten sie verstanden, dass sie hier jahrelenag konsequent Fehlentscheidungen getroffen haben.

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 09:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2019 - 10:52 Uhr
Userfbwlaie
User (4210 Beiträge)
Boeing soll Geld in die Kasasen der Aktionäre spülen. Wenn Führungsriege erefolgreich ist,
darf sie auch mehr verdienen.
Aus der Sicht der Technik hat Sicherheit die höchste Priorität. Allerdings gilt "ohne Moos nichts los!" und so hat der Gewinn de facto eine höhere Priorität...
Was für die 737MAX galt, galt auch für andere Projekte (vgl.zweiter Kreislauf für die Bremsen bei 787).
Am Ende liegen Teile im Flieger herum. Das ist das Ergebnis einer perfekten top-down Schulung!

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 10:53 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2019 - 12:15 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
Ich frage mich vor allem, ob dieses organisatorische Sicherheitsproblem tatsächlich auf die Entwicklung der MAX beschränkt war.
Oder ob auch andere Entwicklungen, die seit ~2012 bei Boeing durchgeführt wurden, unter den gleichen betriebswirtschaftlich ausgelösten Sicherheitsproblemen leiden.


Die kulturelle Problematik an dieser Sache und letztendlich die Prioritätensetzung ‚Profit vor Sicherheit‘ basiert i.d.R. auf Entscheidungsprozesse im Top-Mgtm.. Es ist damit unwahrscheinlich, dass nur die 737MAX das abbekommen hat. Allerdings heisst das im Schluß auf keinen Fall, dass andere Programme, die gleichzeitig entwickelt worden sind (787,777X), deswegen sicherheitsrelevante Probleme haben. Es kann, muss aber nicht. Die 787-Batteriethematik nährt solche Überlegungen, aber letztendlich bleibt es reine Spekulation.
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