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Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 11.08.2020 - 17:25 Uhr
UserJumpfly
User (195 Beiträge)
Corona bedeutet für viele Piloten nicht nur ein Karriereknick, sondern das Ende der fliegerischen Karriere. Das Beispiel des genannten ehemaligen AB Piloten im Alter von 41 Jahren verdeutlicht, dass auch Flugerfahrung derzeit wenig nützt. Die Aufrechterhaltung der Lizenz sowie eines Ratings ist nicht billig, für die kommenden 3-5 Jahre sind die Jobaussichten trübe und wer stellt einen 46jährigen Piloten ein der 5 Jahre nicht geflogen ist? Die Erfahrung ist dann auch dahin und man wird sich als evtl. wieder wachsende Airline erst einmal bei den zuvor durch die krise entlassenen ehemaligen Angestellten umschauen. Ich denke lediglich ein Karriereknick wäre aktuell für viele Piloten das best case scenario und drücke allen die Daumen, dass sich die Situation schneller erholt als befürchtet.
Beitrag vom 11.08.2020 - 18:14 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (137 Beiträge)
Erstmal glaube ich nicht das man tausende Mitbewerber in Auswahlverfahren hinter sich lassen muss um Pilot zu werden.
Vor 2 Jahren sprach man noch von dem großen Problem Pilotenmangel.

Das ist natürlich gerade ein Desaster.
Das gute für den Cpt. mit 41 ist, das er seine 60k teure Ausbildung hoffentlich längst abbezahlt hat.
Aber was soll der in den 2-3 jahre denn machen, die es dauert bis die Langstrecken Nachfrage wieder etwas erholt ist?

Gerade mit dem Typerating auf A340 oder A380 oder B747 wird es jetzt schwer.

Und trotzdem sind das noch weich gefallen, denn z.b. von den ME3 hörte man gegenüber den Piloten ganz andere Töne, da wurde mit der Entlassung mal eben noch schnell eine 6-stellige $ Summe als Rückzahlung für die Ausbildung eingefordert.

Die Branche ist gravierend getroffen.
Beitrag vom 12.08.2020 - 10:56 Uhr
UserJosef Prost
User (20 Beiträge)
Letzteres mit der Rückzahlung zielt vermutlich auf einen einzelnen Vorfall einer Langzeit-Flugschülerin bei Qatar, der über soziale Medien und letztlich beim Focus Verbreitung fand. Da steckt aber wohl noch eine ganz andere Geschichte dahinter, die dann das Verhalten der Airline hier plausibel erscheinen lässt.

Von weiteren Vorfällen dieser Art habe ich zumindest noch keine Kenntnis.

Beitrag vom 13.08.2020 - 08:20 Uhr
Userdidigolf
User (353 Beiträge)
Corona bedeutet für viele Piloten nicht nur ein Karriereknick, sondern das Ende der fliegerischen Karriere. Das Beispiel des genannten ehemaligen AB Piloten im Alter von 41 Jahren verdeutlicht, dass auch Flugerfahrung derzeit wenig nützt. Die Aufrechterhaltung der Lizenz sowie eines Ratings ist nicht billig, für die kommenden 3-5 Jahre sind die Jobaussichten trübe und wer stellt einen 46jährigen Piloten ein der 5 Jahre nicht geflogen ist? Die Erfahrung ist dann auch dahin und man wird sich als evtl. wieder wachsende Airline erst einmal bei den zuvor durch die krise entlassenen ehemaligen Angestellten umschauen. Ich denke lediglich ein Karriereknick wäre aktuell für viele Piloten das best case scenario und drücke allen die Daumen, dass sich die Situation schneller erholt als befürchtet.
Genau so sehe ich das auch!
Es hat auf dem "Pilotenmarkt" immer ein Auf und Ab gegeben, wie eine Sinuskurve. Ein paar Jahre waren zu wenig Piloten verfügbar, ein paar Jahre später wiederum zu viele.
Wenn in Europa eine Airline pleite ging, konnte man das abfedern, indem man z.B. nach ME oder China ging.
Jetzt ist die Situation eine ganz andere.
Überall auf der Welt werden Piloten entlassen, und in einigen Ländern ganz rabiat, insbesondere bei den Expats in ME, Indien oder China.
In den Industriestaaten Europas und Nordamerikas wird so viel wie möglich über Teilzeit geregelt, evt Frühpensionierungen, aber selbst das wird nicht reichen.
Und wenn es dann wieder aufwärts geht, wird erstmal die Teilzeit verringert, dann evt einige freigestellte zurückgeholt.
Da wird es für die arbeitslosen Piloten in den nächsten 4-5 Jahren nicht viele Möglichkeiten geben.
Und wer jetzt noch Flugschüler ist, sollte sich gleich um einen neuen Beruf bemühen, es würde noch sehr lange dauern, bis Flugschüler ohne Erfahrung einen Einstieg in diesem Job schaffen können.
In diesem Zusammenhang ist es meiner Meinung kriminell von den Flugschulen, die jetzt immer noch Werbung machen um den Pilotenaspiranten noch ein paar Euros aus der Tasche ziehen!
Es ist schade und traurig, wie es mit diesem tollen Beruf aussieht in den nächsten Jahren, aber man muss der Realität auch ins Auge sehen!
Da ich es zum Glück bereits hinter mir habe, gehe ich jetzt erstmal die kleine weisse Kugel über den Platz prügeln;-)




Dieser Beitrag wurde am 13.08.2020 08:22 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.08.2020 - 08:45 Uhr
Usergordon
User (2441 Beiträge)
Und wer jetzt noch Flugschüler ist, sollte sich gleich um einen neuen Beruf bemühen, es würde noch sehr lange dauern, bis Flugschüler ohne Erfahrung einen Einstieg in diesem Job schaffen können.
In diesem Zusammenhang ist es meiner Meinung kriminell von den Flugschulen, die jetzt immer noch Werbung machen um den Pilotenaspiranten noch ein paar Euros aus der Tasche ziehen!

Sie erwarten von Flugschulen, sich einfach in ihr Schiksal zu ergeben und nennen es kriminell, eine Überlebenschance zu suchen?
Pilotenanwärter sollten selbst clever genug sein, hier die für sie richtige Entscheidung zu treffen. Wenn welche aber doch so doof sind, diesen Schritt zu machen, ist das sicherlich nicht die Schuld einer Flugschule.

Es ist schade und traurig, wie es mit diesem tollen Beruf aussieht in den nächsten Jahren, aber man muss der Realität auch ins Auge sehen!
Da ich es zum Glück bereits hinter mir habe, gehe ich jetzt erstmal die kleine weisse Kugel über den Platz prügeln;-)

Toller Satz. Der gibt ihren aktiven Exkollegen sicher Auftrieb. War Ihnen aber sicherlich wichtig, das hier mitzuteilen.
Beitrag vom 15.08.2020 - 17:07 Uhr
UserHelmut J.
User (5 Beiträge)
Ich finde den Text von didigolf äußerst zutreffend. Klar und unmissverständlich und inhaltlich nachvollziehbar. Und wenn jemand froh darüber ist unter diesen Umständen nicht mehr zu arbeiten und sich im Ruhestand befindet, sollte dies nicht der Anlass sein, dies zu kritisieren.
Und das mit den Doofen die dann auch zahlen sollen ist bedenklich und lässt gewisse Rückschlüsse zu.
Beitrag vom 19.08.2020 - 08:42 Uhr
UserHelmut J.
User (5 Beiträge)

Richtig. Nur das mit der kleinen weißen Kugel ist doch etwas OT. Oder meint er Langeoog-Lochen?

Gordons Beitrag zur weißen Kugel bezog sich nicht auf OT.
Nicht nur Ruheständler sondern, gerade in diesen Zeiten, widmen sich Kurzarbeiter derselben Branche unter anderem vermehrt der weißen Kugel. In jedem Fall eine von vielen Sportarten im Freien, die für alle, ob Aktive oder Ruheständler, die Gesundheit fördern kann.
Beitrag vom 19.08.2020 - 09:33 Uhr
UserFly-away
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