Community / / Das Klumpenrisiko am Persischen Golf

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Beitrag vom 03.03.2026 - 11:38 Uhr
Userfliegerschmunz
User (878 Beiträge)
Das lange ausgeblendete Risiko - jetzt ist es eingetreten. In den Golfstaaten wird gelebt, dass es der Schöpfung Hohn spricht. Und "Dribbdebach" leben im Iran und in Afghanistan hard-core Fundamentalisten. Warum hat es in den Golfstaaten lange keine Anschläge gegeben? Hat man sich davon freigekauft?
Ich habe weder Verständnis für den dort gezeigten Lebensstil noch dafür, dass man hinreist (oder umsteigt) und sich nicht nur der auf Sklavenhaltung basierenden Verhältnisse bedient - nein, das wird der Welt auch noch als Beispiel vorgehalten.
Kriege sind schrecklich - völlig ausser Frage. Aber wenn der Wasserstand am Golf sch wieder Normal Null annähert, dann kann ich das nur begrüßen.
Die Gebäude wachsen viellicht in den Himmel, die Bäume sicher nicht.
Beitrag vom 03.03.2026 - 13:37 Uhr
UserEricM
User (6928 Beiträge)
Anzumerken wäre da, dass (bei aller berechtigten Kritik daran) nicht der "Lebensstil" der ME3 Drehkreuz-Staaten die aktuelle Krise ausgelöst hat, sondern ein Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran über völlig andere Konfliktpunkte.

Und ein aggressiver Nachbar und starre, hierarchische/monarchische Strukturen gehört am Golf wohl zum unvermeidbaren Standort-Risiko, wie im Westen zB die Gewerkschaften, Streiks oder populistische Parteien.

Und ich glaube ich bin nicht zu zynisch, wenn ich unterstelle, dass man - sobald dieser Krieg rum ist - die "stabilen" Staaten der Region, darunter die ME3, um so mehr hofieren und ihren Wünschen nachkommen wird. Denn mit Sklaverei und Unterdrückung haben erstaunlich viele Menschen/Firmen gar kein Problem, solange nicht zu viele Informationen dazu öffentlich werden und man so tun kann, als wüsste man von nichts.




Dieser Beitrag wurde am 03.03.2026 13:45 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.03.2026 - 14:43 Uhr
Usergyps_ruepelli
User (514 Beiträge)
Dazu kommt noch das, was man im Rechtsverkehr so gern "rückschauende Betrachtungsweise" nennt. Mit anderen Worten: "hinterher ist man immer klüger". Die Sicherheitslage im Mittleren Osten hat sich in den letzten Monaten sicher stark verschlechtert, aber das war vor ein paar Jahren noch nicht absehbar. Und ich glaube, kein Airlinemanager, der vor drei, vier Wochen gesagt hätte "Wir dürfen nicht mehr über Dubai fliegen" wäre in der Branche für verrückt erklärt worden.

Die Lage istattraktiv, der Treibstoff günstig, die Infrastruktur vorhanden, also ist man hin geflogen und hat mit den ME3 kooperiert. Das kann man glaube ich niemandem, der Geschäftsentscheidungen trifft, wirklich zum Vorwurf machen.

Das ist die rein ökonomische Sicht auf die Dinge, meine persönliche Einstellung dazu ist anders. Ich hätte persönlich Bauchschmerzen, Geld in einem Land zu lassen, das meinesgleichen kriminalisiert. Und für mich hat sich der touristische Wert von mit Hochhäusern vollgeklotzten Wüstendiktaturen generell nie erschlossen, aber das ist meine persönliche Meinung. Ich bin mir sicher, dass ich die außen vor lassen würde, wenn ich entsprechende Geschäftsentscheidungen zu treffen hätte.