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Beitrag 1 - 15 von 27
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Beitrag vom 09.05.2020 - 20:57 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
Er spricht sich zwar für das Tragen von Gesichtsschutz an Bord aus, aber nicht für das Blockieren der Mittelsitze. "Mit solchen unwirtschaftlichen Maßnahmen kann die Luftfahrtindustrie nicht operieren."

Das mag sein, aber das kann nicht die Kernfrage sein. Die Kernfrage ist, wie hoch das Infektionsrisiko von Passagieren ohne Social Distancing in der Flugzeugkabine und mit Maske ist. Auf der Erde wurde das international schon klar beantwortet: auch mit Maske sind 1,5 Meter Mindestabstand erforderlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies trotz Filter- und Desinfektionsmaßnahmen in der Flugzeugkabine nicht mehr gültig sein muss. Denn die ausgeatmete Luft eines Passagiers macht ja nicht permanent erst den (Um-)Weg über die Klimaanlage bis diese den oder die direkten Sitznachbarn erreicht.

Es gibt von LH und auch anderen Airlines die Aussage, das mit Maske der Sicherheitsabstand nicht mehr erforderlich sei. Bisher habe ich nirgendwo eine wissenschaftliche Grundlage für diese Aussage erkennen können.

Ich habe eher das Gefühl, es gilt hier still und leise der Ansatz: es darf nicht sein, was nicht sein kann..
Beitrag vom 09.05.2020 - 22:01 Uhr
User
User ( Beiträge)
@Weideblitz

Das ist ganz schöner Schwachsinn was sie da schreiben.

Wenn eine Maske ordentlich dicht ist (und das sind alle medizinischen Masken )fängt sie alle *T r ö p f c h e n* ab.

Viren existieren nähmlich nur IN Wasser bzw. IN in Wasser gelöstem Fett was heißt dass die genieste Flüssigkeit sogar entweichen im Sinne von verdunsten könnte solange sie zuvor z.B. an einem Stück Stoff etc. ihre Oberflächenspannung vollständig verloren und der Virus sozusagen "ausgezogen" wurde.

Der "Sicherheitsabstand" ist eine Kindergartennummer vom Berliner Kindergarten, das einzige was wirklich helfen würde wäre Maskenpflicht PLUS eine flächendeckende Versorung mit zugelassenen medizinischen Masken und nicht dieser "diy made Katastrophenschutz".
Beitrag vom 10.05.2020 - 12:17 Uhr
User2ndSEG
User (328 Beiträge)
@ Weideblitz und @ Grob:

Ich gebe Ihnen beiden Recht:

Masken können (!) schützen, vorausgesetzt (!), sie werden auch korrekt getragen und "bedient". Diese Fähigkeit scheint bei ca. 95% der Bevölkerung eben nicht entwickelt worden zu sein (halb-offen getragen, nur Mund geschützt, Nase offen, Vorderseite wird ständig betascht, etc.).

Vernünftiger Abstand und (!) korrekt getragene Masken würden schützen. Und da kommt Weideblitz ins Spiel: es darf nicht sein, was (ökonomisch) nicht sein kann.

Sagen wir einfach allen Passagieren die Wahrheit: Wer weiterhin zu bezahlbaren Preisen fliegen möchte, wird künftig immer (!) das Risiko in Kauf nehmen müssen! Ganz einfach. So wird es sein.
Beitrag vom 10.05.2020 - 12:40 Uhr
UserEricM
User (4405 Beiträge)
Zudem darf man das Ganze Ausniesen/Husten jetzt nicht zu ballistisch betrachten, sondern eher aerodynamisch.
Eine einfache Maske vor Mund und Nase stoppt nicht den Luftstrom, sie lenkt ihn zu den Seiten, nach oben und unten um.
Und in diesem umgelenkten Luftstrom werden auch kleinste Tröpchen und damit Viren transportiert.

D.h. Masken senken zwar die Virenlast des Vordermanns, erhöhen aber die Virenlast der direkten Sitznachbarn.
Ein freier Mittelsitz wäre daher schon in Bezug auf Reduzierung der Ansteckungsgefahr gerade bei Maskenpflich an Bord hilfreich.
Ohne Maske sollte man vielleicht nur jede 2.Reihe, dafür dann voll besetzten.
Natürlich wäre bei Reduktion der Flugkapazität eine Anpassung der Preise notwendig, was auf das Volumen drückt.

Andererseits: Eine zweite, durch eine zu früh wieder einsetzende Luftffahrt ausgelöste Welle wird (mal rein ökonomisch betrachtet)zu einem erneuten Totalstillstand mit 0 Umsatz führen.
Moralische Aspekte einer solchen Entscheidung sollte man natürlich auch bedenken.

Dieser Beitrag wurde am 10.05.2020 12:42 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.05.2020 - 12:53 Uhr
UserJoachimE
User (428 Beiträge)
Als Anhang an meinen Vorredner: Sieht man sehr gut wohin der Luftstrom geht, wenn die Brille beim ausatmen beschlägt ...


Dieser Beitrag wurde am 10.05.2020 12:54 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.05.2020 - 13:36 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
@Weideblitz

Das ist ganz schöner Schwachsinn was sie da schreiben.

Wenn eine Maske ordentlich dicht ist (und das sind alle medizinischen Masken )fängt sie alle *T r ö p f c h e n* ab.

Viren existieren nähmlich nur IN Wasser bzw. IN in Wasser gelöstem Fett was heißt dass die genieste Flüssigkeit sogar entweichen im Sinne von verdunsten könnte solange sie zuvor z.B. an einem Stück Stoff etc. ihre Oberflächenspannung vollständig verloren und der Virus sozusagen "ausgezogen" wurde.

Der "Sicherheitsabstand" ist eine Kindergartennummer vom Berliner Kindergarten, das einzige was wirklich helfen würde wäre Maskenpflicht PLUS eine flächendeckende Versorung mit zugelassenen medizinischen Masken und nicht dieser "diy made Katastrophenschutz".

Das SARS-CoV2-Virus überlebt auch in Aerosolen, also in. der Liuft - zwar nur für kurze Zeit, aber diese Zeit hat mit zur hohen Infektiösität und der schnelleN Ausbreitung dieses Virus beigetragen.

Aerosole werden zu 95% nur durch FFP2/3 oder (K)N95-Masken abgehalten. Einfache (doppelwandige) Stoffmasken helfen gegen Tröpfcheninfektion, nicht aber gegen Aerosole, also Viren in ausgeatmeter Luft.

Alle diese Falten sind beim RKI und anderen Instituten nachzulesen, es gibt darüber einen international breiten wissenschaftlichen Konsens, der auf Erkenntnissen beruht. Und diesem sollte der Laie Glaubwürdigkeit schenken, anstatt einzelner abweichender Privatmeinungen. Meinungen kann ja jeder haben, nur belegtes Wissen kann Meinungen faktisch widerlegen.

Von daher müsste die Luftfahrtindustrie dann schon mind. P2-Masken in der Eco vorschreiben, aber dieser Typ wäre bei weitem nicht in der nötigen Stückzahl vorhanden..wenn jemand eine belegte Quelle hat, das die Klimaanlage es schafft, jeder ausgeatmete Luft direkt vollständig nach oben abzuziehen, lasse ich mich gerne eines bessern belehren. Aber angesichts der engen Sitzabstände halte ich das für
absolut irrealistisch.

Beitrag vom 11.05.2020 - 15:03 Uhr
UserAltmetallflieger
User (277 Beiträge)
@Weideblitz

Das ist ganz schöner Schwachsinn was sie da schreiben.

Wenn eine Maske ordentlich dicht ist (und das sind alle medizinischen Masken )fängt sie alle *T r ö p f c h e n* ab.

Viren existieren nähmlich nur IN Wasser bzw. IN in Wasser gelöstem Fett was heißt dass die genieste Flüssigkeit sogar entweichen im Sinne von verdunsten könnte solange sie zuvor z.B. an einem Stück Stoff etc. ihre Oberflächenspannung vollständig verloren und der Virus sozusagen "ausgezogen" wurde.

Der "Sicherheitsabstand" ist eine Kindergartennummer vom Berliner Kindergarten, das einzige was wirklich helfen würde wäre Maskenpflicht PLUS eine flächendeckende Versorung mit zugelassenen medizinischen Masken und nicht dieser "diy made Katastrophenschutz".

Das SARS-CoV2-Virus überlebt auch in Aerosolen, also in. der Liuft - zwar nur für kurze Zeit, aber diese Zeit hat mit zur hohen Infektiösität und der schnelleN Ausbreitung dieses Virus beigetragen.

Aerosole werden zu 95% nur durch FFP2/3 oder (K)N95-Masken abgehalten. Einfache (doppelwandige) Stoffmasken helfen gegen Tröpfcheninfektion, nicht aber gegen Aerosole, also Viren in ausgeatmeter Luft.

Alle diese Falten sind beim RKI und anderen Instituten nachzulesen, es gibt darüber einen international breiten wissenschaftlichen Konsens, der auf Erkenntnissen beruht. Und diesem sollte der Laie Glaubwürdigkeit schenken, anstatt einzelner abweichender Privatmeinungen. Meinungen kann ja jeder haben, nur belegtes Wissen kann Meinungen faktisch widerlegen.

Von daher müsste die Luftfahrtindustrie dann schon mind. P2-Masken in der Eco vorschreiben, aber dieser Typ wäre bei weitem nicht in der nötigen Stückzahl vorhanden..wenn jemand eine belegte Quelle hat, das die Klimaanlage es schafft, jeder ausgeatmete Luft direkt vollständig nach oben abzuziehen, lasse ich mich gerne eines bessern belehren. Aber angesichts der engen Sitzabstände halte ich das für
absolut irrealistisch.

Dazu könnte ich ihnen vielleicht weiterhelfen.
Die Luft in einem Flugzeug fließt von oben nach unten und nicht umgekehrt und wird Ca,alle drei Minuten komplett ausgetauscht.
Eine Klimaanlage in einem Flugzeug ist eine sehr komplexe Angelegenheit,es können die Verhältnisse von Frisch und Umluft sowie Kabinen Abschnitte Temperatur mäßig unabhängig geregelt werden ,das Ganze läuft über diverse Ventile ,Mixer,Wärmetauscher und Filter.
Bei den Filtern kommen unter anderem HEPA Filter zum Einsatz,steht für High Efficiency Particulate Air Filter.

Ich möchte jetzt keinen Aufsatz schreiben habe daher einen Beitrag dazu rausgesucht den könnte man dann hier in einer zusammen Fassung bringen und heißt.

Infektionskrankheiten:Flugzeuge sind (fast) steril
Deutsche Apotheker Zeitung.
Ich hoffe konnte helfen?

Beitrag vom 11.05.2020 - 16:01 Uhr
UserEricM
User (4405 Beiträge)
Bei den Filtern kommen unter anderem HEPA Filter zum Einsatz,steht für High Efficiency Particulate Air Filter.

Ich möchte jetzt keinen Aufsatz schreiben habe daher einen Beitrag dazu rausgesucht den könnte man dann hier in einer zusammen Fassung bringen und heißt.

Infektionskrankheiten:Flugzeuge sind (fast) steril
Deutsche Apotheker Zeitung.
Ich hoffe konnte helfen?

"HEPA" ist eine Gruppenbezeichnung. HEPA-Filterklassen sind definiert in DIN EN 1822-1:2009.
Das fängt an mit E10 Filtern bei 85% Rückhaltevermögen bei 300nm und geht bis 99.999995% bei U17.
Welche HEPA Filter Typen aktuell genau wo verbaut sind, wissen wohl nur die Betreiber selbst.
Das Rückhaltevermögen für die nur um die 150nm, also halb so großen Coronaviren (blöderweise eine besonders kleine Sorte) ist zudem bei allen Klassen undefiniert.

Von daher denke ich "Flugzeuge sind (fast) steril" ist im Kontext Corona eine unzulässige Verkürzung.




Dieser Beitrag wurde am 11.05.2020 21:16 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.05.2020 - 22:23 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
Dazu könnte ich ihnen vielleicht weiterhelfen.
Die Luft in einem Flugzeug fließt von oben nach unten und nicht umgekehrt und wird Ca,alle drei Minuten komplett ausgetauscht.
Eine Klimaanlage in einem Flugzeug ist eine sehr komplexe Angelegenheit,es können die Verhältnisse von Frisch und Umluft sowie Kabinen Abschnitte Temperatur mäßig unabhängig geregelt werden ,das Ganze läuft über diverse Ventile ,Mixer,Wärmetauscher und Filter.
Bei den Filtern kommen unter anderem HEPA Filter zum Einsatz,steht für High Efficiency Particulate Air Filter.

Ich möchte jetzt keinen Aufsatz schreiben habe daher einen Beitrag dazu rausgesucht den könnte man dann hier in einer zusammen Fassung bringen und heißt.

Infektionskrankheiten:Flugzeuge sind (fast) steril
Deutsche Apotheker Zeitung.
Ich hoffe konnte helfen?


Björn Fehrm bei Leeham widmet sich dem Thema jetzt auch, sogar mit einer ganzen Artikelserie.
Der erste Artikel ähnelt inhaltlich grob dem oben genannten in der Apotheker-Zeitung. Beide Artikel lassen einige Details unbeantwortet:
- im Operationssaal ist die Zahl der Menschen und deren Dichte zueinander nicht vergleichbar mit dem in einer Eco im Flieger.
- der erwähnte Maskentyp wird nicht erwähnt: die Op-Masken halten grosse Tröpfchen, nicht aber Aerosole mit feinsten Partikeln ab, also auch keine Viren. Dazu bedürfte des wie schon erwähnt den Einsatz Der FFP2-Masken. Das in Björns Diagramm dargestellte Atemluftmesssung mit Maske dürfte nur für einer P2-Maske zutreffen, aber die wird die Airlineindustrie in der bemötigten Menge nicht bereitstellen können.
- das Infektionsrisiko hängt dabei stark von der Flugdauer ab - wie will man das bei Langstreckenflügen unter Kontrolle bringen?
- Wo ist der Nachweis, das der besagte Luftaustausch in der Kabine von 20/sec ausreichend ist, damit die Aerosole der Atemluft den Sitznachbarn in ca. 40cm Entfernung sicher nicht erreichen können?

Bisher war die Flugzeugkabine definitiv kein Herd der Ansteckung. Und auch die extrem niedrige Luttfeuchtigkeit (bei 787 und A350 ist diese gar nicht mehr so niedrig) und die Zufuhr von praktisch keimfreier Aussenluft (nur bei Reiseflughöhe) reduzieren die Wahrscheinlichkeit sicherlich enorm, wie in dem Apotheker-Artikel beschrieben.

Aber es handelt sich hier nicht um ein mäßig infektiöses Influenza-Virus, welches nur die Schleimhäute angreift und gegen das es einen Impfschutz und Medizin gibt, sondern es handelt sich um SARS-CoV2, welches hochinfektiös ist, die Lunge befallen kann, es weder Impfstoff noch Therapiemedikamente gibt, und dazu eine nicht unerhebliche Lethalität mitbringt: da reicht diese in den Artikeln beschriebene geringe Wahrscheinlichkeit nicht aus. Mal davon ganz abgesehen, das der Reiseverkehr an sich die internationale Seuchenverbreitung maßgeblich befeuert.

Die Flugzeugluft ist rein, die infektionswahrscheimlichkeitem eher gering - soweit sind wir alle ja d‘accor, aber solange es keinen Impfschutz gibt, halte ich diese Erkenntnisse für nicht hinreichend. Wenn alle die P2-Masken tragen würden, bräuchte man den Abstand (in der Kabine und woanders) in der Tat nicht, bei normalen Stoffmasken (auch den OP-Masken) aber doch. Und genau deswegen wurden die Kontaktbeschränkungen eingeführt, was zuvor bei Influenza u.a. Viren nicht nötig gewesen ist.

Mal schauen, ggf. kommt Björn Fehrm in seinen folgenden Artikeln mit deutlich mehr Fakten, die dann hoffentlich zeigen, dass das Infektionsrisiko an Board wirklich vernachlässigbar ist. Denn Glaubhaftigkeit in dieser Frage ist für die Luftfahrtindustrie jetzt überlebenswichtig.

Dieser Beitrag wurde am 11.05.2020 22:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.05.2020 - 07:02 Uhr
Uservalhs
User (193 Beiträge)
Wenn es um Geschichte geht, dann ist es oft schwer vorstellbar, wie belesene Menschen zum damaligen Zeitpunkt Entscheidungen treffen konnten, die aus aktueller Sicht äußerst fragwürdig sind.

Hier kann man live zuschauen.
Beitrag vom 12.05.2020 - 08:14 Uhr
UserEricM
User (4405 Beiträge)
Wenn es um Geschichte geht, dann ist es oft schwer vorstellbar, wie belesene Menschen zum damaligen Zeitpunkt Entscheidungen treffen konnten, die aus aktueller Sicht äußerst fragwürdig sind.

Hier kann man live zuschauen.

Die Schwierigkeit bei Entscheidungen ist ganz grundsätzlich die Datengrundlage. Die Kunst dabei ist es, die aufgrund der aktuell bekannten - unvollständigen - Fakten beste (uner am wenigsten schädliche) Entscheidung zu treffen, wohl wissend, dass die in Nachhinein nicht optimal sein kann.

Und auf Corona angewandt: Mein Gewissen als Entscheider käme mit der Tatsache 1Mio Arbeitsplätze vernichtet zu haben deutlich besser zurecht als 1 Mio Menschen unnötig ersticken zu lassen.

Jeder der aktuell meint, dieses neue Virus besser zu verstehen als die Experten, muss hinteher keinen Angeörigen erklären, dass ihr(e) Verwandte(r) qualvoll gestorben ist.
Und natürlich kommen auch gerade in den Zeiten, in denen "die Wissenschaft" noch nicht genug weiss, die selbsternannten, in der Regel fachfremden, Experten mit den einfachen Lösungen und den Anschuldigungen einer Verschwörung.
Aber jeder der aktuell fordert, schneller zu öffnen, wäscht seine Hände hinterher in Unschuld, wenn das schiefgeht.





Dieser Beitrag wurde am 12.05.2020 08:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.05.2020 - 09:43 Uhr
Usercontrail55
User (3686 Beiträge)
Björn Fehrm bei Leeham widmet sich dem Thema jetzt auch, sogar mit einer ganzen Artikelserie.
Der erste Artikel ähnelt inhaltlich grob dem oben genannten in der Apotheker-Zeitung. Beide Artikel lassen einige Details unbeantwortet:
- im Operationssaal ist die Zahl der Menschen und deren Dichte zueinander nicht vergleichbar mit dem in einer Eco im Flieger.
- der erwähnte Maskentyp wird nicht erwähnt: die Op-Masken halten grosse Tröpfchen, nicht aber Aerosole mit feinsten Partikeln ab, also auch keine Viren. Dazu bedürfte des wie schon erwähnt den Einsatz Der FFP2-Masken. Das in Björns Diagramm dargestellte Atemluftmesssung mit Maske dürfte nur für einer P2-Maske zutreffen, aber die wird die Airlineindustrie in der bemötigten Menge nicht bereitstellen können.
- das Infektionsrisiko hängt dabei stark von der Flugdauer ab - wie will man das bei Langstreckenflügen unter Kontrolle bringen?
- Wo ist der Nachweis, das der besagte Luftaustausch in der Kabine von 20/sec ausreichend ist, damit die Aerosole der Atemluft den Sitznachbarn in ca. 40cm Entfernung sicher nicht erreichen können?
Die Details sind dabei aber nicht entscheidend. Man wird nirgends eine 100% Sicherheit erreichen können. Entscheidend ist das Gesamtkonzept mehrer Maßnahmen die zusammenspielen. Die Frage ist bei JEDER Maßnahme, wie effektiv UND praktikabel ist sie und welchen Preis fordert sie an anderer Stelle. Der Kompromiss ist entscheidend, siehe Beispiele in Südkorea oder Neuseeland. Leben findet mit Einschränkungen statt, alles was durchrutscht wird identifiziert und isoliert.
Auf das Flugzeug übertragen bedeutet das, warum für die Zeit in der Kabine extreme Standards anlegen wenn davor und danach diese gleichen Standards nicht durchgängig in anderen Bereichen gelten? Obwohl sie da nicht gelten hat man es dennoch geschafft das Virus einzudämmen. Insgesamt ist das Flugzeug schon sicherer (Luftfilter, Trockenheit etc.) als vergleichbare Transportmittel (Zug, Bus, U-Bahn etc.)

Bisher war die Flugzeugkabine definitiv kein Herd der Ansteckung. Und auch die extrem niedrige Luttfeuchtigkeit (bei 787 und A350 ist diese gar nicht mehr so niedrig) und die Zufuhr von praktisch keimfreier Aussenluft (nur bei Reiseflughöhe) reduzieren die Wahrscheinlichkeit sicherlich enorm, wie in dem Apotheker-Artikel beschrieben.

Aber es handelt sich hier nicht um ein mäßig infektiöses Influenza-Virus, welches nur die Schleimhäute angreift und gegen das es einen Impfschutz und Medizin gibt, sondern es handelt sich um SARS-CoV2, welches hochinfektiös ist, die Lunge befallen kann, es weder Impfstoff noch Therapiemedikamente gibt, und dazu eine nicht unerhebliche Lethalität mitbringt: da reicht diese in den Artikeln beschriebene geringe Wahrscheinlichkeit nicht aus. Mal davon ganz abgesehen, das der Reiseverkehr an sich die internationale Seuchenverbreitung maßgeblich befeuert.

Die Flugzeugluft ist rein, die infektionswahrscheimlichkeitem eher gering - soweit sind wir alle ja d‘accor, aber solange es keinen Impfschutz gibt, halte ich diese Erkenntnisse für nicht hinreichend.
Wenn alle die P2-Masken tragen würden, bräuchte man den Abstand (in der Kabine und woanders) in der Tat nicht, bei normalen Stoffmasken (auch den OP-Masken) aber doch. Und genau deswegen wurden die Kontaktbeschränkungen eingeführt, was zuvor bei Influenza u.a. Viren nicht nötig gewesen ist.

Mal schauen, ggf. kommt Björn Fehrm in seinen folgenden Artikeln mit deutlich mehr Fakten, die dann hoffentlich zeigen, dass das Infektionsrisiko an Board wirklich vernachlässigbar ist. Denn Glaubhaftigkeit in dieser Frage ist für die Luftfahrtindustrie jetzt überlebenswichtig.
Aber selbst mit den heute bekannten Fakten ist die Situation, wie Sie selbst sagen, an Bord heute besser als anderswo. Alle fahren völlig unbekümmert und ohne nachweisbaren Folgen mit dem ÖPNV, warum sollten die Reisenden nun um das Flugzeug einen Bogen machen? Die Flüge die gehen sind teilweise sehr gut gebucht. Bisher ist das Flugzeug auch in der öffentlichen Meinung nicht negativ besetzt.
Beitrag vom 12.05.2020 - 12:10 Uhr
UserEricM
User (4405 Beiträge)
Aber selbst mit den heute bekannten Fakten ist die Situation, wie Sie selbst sagen, an Bord heute besser als anderswo. Alle fahren völlig unbekümmert und ohne nachweisbaren Folgen mit dem ÖPNV,

Unbekümmert? Ich habe hier im RMG/Mainz und Umgebung schon seit Monaten keinen voll besetzten Bus und keine volle S-Bahn mehr gesehen. Dafür viele Fahrradfahrer und vegleichsweise viel KFZ Verkehr für die wenigen Leute, die überhaupt in Ballungszentren unterwegs sind.

warum sollten die Reisenden nun um das Flugzeug einen Bogen machen? Die Flüge die gehen sind teilweise sehr gut gebucht.

Eben... und damit unterscheiden sie sich deutlich von Bussen und Bahnen.
Beitrag vom 12.05.2020 - 12:50 Uhr
Usercontrail55
User (3686 Beiträge)
Aber selbst mit den heute bekannten Fakten ist die Situation, wie Sie selbst sagen, an Bord heute besser als anderswo. Alle fahren völlig unbekümmert und ohne nachweisbaren Folgen mit dem ÖPNV,

Unbekümmert? Ich habe hier im RMG/Mainz und Umgebung schon seit Monaten keinen voll besetzten Bus und keine volle S-Bahn mehr gesehen. Dafür viele Fahrradfahrer und vegleichsweise viel KFZ Verkehr für die wenigen Leute, die überhaupt in Ballungszentren unterwegs sind.
Das sieht seit letzter Woche hier in B anders aus. Kann "seit Monaten" auch einfach an der Kurzarbeit und Reiseeinschränkunen liegen. Schulen sind ja auch wieder offen. Die Stadtautobahn ist wieder voller, aber noch nicht voll. Ja, Radler sind mehr, aber gestern im Regen war die UBahn wieder gut besucht.
warum sollten die Reisenden nun um das Flugzeug einen Bogen machen? Die Flüge die gehen sind teilweise sehr gut gebucht.

Eben... und damit unterscheiden sie sich deutlich von Bussen und Bahnen.
Auch das kann an der vorhandenen Frequenz liegen, die UBahn fährt wieder im üblichen 3-5 Min Takt. Man muss halt nicht unterwegs sein, aber wenn man es sein muss nutzt man alles wie immer.

Dieser Beitrag wurde am 12.05.2020 12:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.05.2020 - 13:05 Uhr
UserFly-away
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Fly-away Moderator
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