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Beitrag vom 13.06.2019 - 07:33 Uhr
UserAvokus
User (722 Beiträge)
Das halte ich generell für eine gute Idee, fragt sich nur wie sich dadurch das Ranking in den Buchungssystemen auswirkt und ob die Großen amerikanischen Systeme da mitmachen werden. Es wäre dann allerdings nur fair wenn nicht nur die theoretische Kennzahl eine Rolle spielt sondern auch die effektive. Was nützt es wenn eine Fluggesellschaft ein effizientes Flugzeug nur gering auslastet und damit der Verbrauch pro Sitz u. U. weit höher liegt als einer Fluggesellschaft die zwar betagtere Flugzeuge betreibt diese aber besser auslastet. Zwischen Angebot und Verkauf liegen u. U. Welten.

Ein solches Ranking kann u. U. ebenfalls große Auswirkung auf die Flottenpolitik haben. Der Trend lieber immer das größere Muster zu nehmen, mit den geringsten ASM, wird allzuoft von den Tripcost aufgefressen, wenn es einer Airline nicht gelingt durchgängig hohe Buchungszahlen zu erreichen. Dies läßt sich im Vorhinein aber schlecht abschätzen und mit einem Ökolabel um so mehr.

Kleinere Airlines könnten hierdurch stark benachteiligt werden und der Wettbewerbskonzentration könnte weiterer Vorschub geleistet werden. Flottenentscheidungen sind langfristige Entscheidungen, gerade für kleinere Airlines bedeutet dies das man über 20 bis 30 Jahre an das Fluggerät gebunden ist. Auch die Wiederverkaufswerte dürften darunter stark leiden, da sich ältere Flieger dann noch schlechter verkaufen.

Ob das der Gesamt-Ökobilanz von der Herstellung über den Betrieb bis zur Verschrottung dienlich ist muß erst noch ermittelt werden. Der Break-Point zwischen Stilllegen und Weiterfliegen ist eine schwer kalkulierbare Größe, da man als Betreiber das Verhalten der Kunden nicht vorhersehen kann wie bei einer Preiselastizität der Nachfrage. Ähnliche Überlegungen kennt jeder potentielle Käufer eines Neuwagens, wie man es aus der Dieselkrise kennt. Letztlich bleibt es auch für die Airlines eine rein ökonomische Entscheidung.

Auch wie weit Kunden am Ende nicht doch nur auf den Preis schauen, statt auf die Ampel, kann ich nur vermuten.

Beitrag vom 13.06.2019 - 08:30 Uhr
UserVJ 101
User (640 Beiträge)
Sehr gut herausgearbeitet von Avokus!
Zu bedenken ist, im Forum häufig kritisiert, dass die (100%) Auslastung dann mit 9€ Tickets erreicht wird.
Beitrag vom 13.06.2019 - 09:08 Uhr
UserQuebecDeltaMike
User (5 Beiträge)
Öko-Label zur Buchungsentscheidung?

Seit Fluggesellschaften zunehmend auf Wet-Lease und Codesharing-Flüge zugreifen ist kein Passagier mehr in der Lage, im Voraus festzustellen, mit welchem Fluggerät welches Luftver-kehrsbetreibers er letztendlich fliegen wird.

Ich warte nur darauf, dass ich LH-Airbus buche und mit Ryanair 737 Max befördert werde.
Dass die EASA dann auch ein Rücktrittsrecht für Passagiere durchsetzt, wage ich zu bezweifeln.
Beitrag vom 13.06.2019 - 09:18 Uhr
Userbevol
User (165 Beiträge)
@Avokus
Die Buchungssysteme werden das abbilden, wenn die Nachfrage auf Kundenseite besteht oder Airlines es für sich als Wettbewerbsvorteil nutzen wollen und entsprechend Druck machen. Das sehe ich deshalb nicht als Hindernis.

Für kleinere Airlines wäre das sicherlich ein Nachteil. Die Wettbewerbssituation wird darunter aber nicht leiden. Die großen Konzerne in Europa betreiben zusammen mehrere Tausend Flugzeuge und liefern sich damit einen beinahe ruinösen Preiskampf. Der Wegfall kleiner Anbieter mit einer Handvoll Flugzeuge hat darauf praktisch keine Auswirkungen.

Bei anderen Gütern, die mit einem Siegel in Stufeneinteilung versehen sind (z.B. Lebensmittelampel, Energielabel etc.), konnte die Wissenschaft deutlich feststellen, dass Kunden das tendenziell umweltverträglichere/gesündere Produkt gewählt haben. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass dem Kunden das Label zum einen bekannt ist und zum anderen auch während des Kaufvorgangs an irgendeiner Stelle präsentiert wird. Und genau hier wird die Politik, wie so oft, vor Lobbyisten einknicken, denke ich (Fr. Klöckners Lieblingswort "Freiwilligkeit").
Beitrag vom 13.06.2019 - 11:24 Uhr
UserVJ 101
User (640 Beiträge)
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lebensmittelkunden sich groß von einer Umweltverträglichkeitseinstufung beeindrucken lassen, die Ernährung wird weder jahreszeitlich noch regional ausgerichtet, d.h. Kirschen aus Argentinien im Winter, Äpfel aus Neuseeland, Butter aus Irland, usw.
Beitrag vom 13.06.2019 - 11:39 Uhr
Userbevol
User (165 Beiträge)
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lebensmittelkunden sich groß von einer Umweltverträglichkeitseinstufung beeindrucken lassen, die Ernährung wird weder jahreszeitlich noch regional ausgerichtet, d.h. Kirschen aus Argentinien im Winter, Äpfel aus Neuseeland, Butter aus Irland, usw.

Das EU-Biosiegel ist mit Einschränkungen auch ein Umweltsiegel für Lebensmittel, war aber nicht gemeint. Ich meinte z.B. eine (in Deutschland nicht angewandte) Lebensmittel-Ampel für Fette, Zucker, Salz etc. Das funktioniert in anderen Ländern sehr gut. Warum sollte ein ähnlich gestaltetes Label für die Umweltverträglichkeit eines Fluges also nicht genauso funktionieren? Ich wollte nur darauf hinaus, dass es solche Systeme gibt und diese funktionieren, wenn sie richtig implementiert werden ;-)
Beitrag vom 13.06.2019 - 12:27 Uhr
UserKranich
User (351 Beiträge)
Eine wesentlich bessere Idee wäre, auf jedes Ticket aufzudrucken, wie viel CO2 bei diesem Flug bei durchschnittlicher Auslastung pro Passagier in die Atmosphäre emittiert wird.
Dazu den RFI multiplizieren und der Passagier erhält eine einfache Vergleichszahl, mit der er sofort bewerten kann, wie viel Klimaeffekt sein Flug verursacht, im Vergleich zu einer Fahrt im Auto oder Zug.
Bei den Zigarettenpackungen stehen auch Informationen für den Kunden über die Gesundheitsgefahren, so könnte man auch auf jedem Ticket die Klimaeffekte darstellen.

ÖKO Labels kann kein Mensch vergleichen und überprüfen, schon gar nicht nach welchen „vordergründigen“ Kriterien Labels vergeben werden, die emittierte CO2 Menge multipliziert mit dem RFI ist da sehr konkreter.
Es wäre sogar möglich, den jeweiligen Flugzeugtyp zu berücksichtigen und der Passagier kann vergleichen, welche Airline oder Flugzeugtyp bei identischer Strecke das Klima am meisten belastet.
Beitrag vom 13.06.2019 - 12:48 Uhr
UserVJ 101
User (640 Beiträge)
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lebensmittelkunden sich groß von einer Umweltverträglichkeitseinstufung beeindrucken lassen, die Ernährung wird weder jahreszeitlich noch regional ausgerichtet, d.h. Kirschen aus Argentinien im Winter, Äpfel aus Neuseeland, Butter aus Irland, usw.

Das EU-Biosiegel ist mit Einschränkungen auch ein Umweltsiegel für Lebensmittel, war aber nicht gemeint. Ich meinte z.B. eine (in Deutschland nicht angewandte) Lebensmittel-Ampel für Fette, Zucker, Salz etc. Das funktioniert in anderen Ländern sehr gut. Warum sollte ein ähnlich gestaltetes Label für die Umweltverträglichkeit eines Fluges also nicht genauso funktionieren? Ich wollte nur darauf hinaus, dass es solche Systeme gibt und diese funktionieren, wenn sie richtig implementiert werden ;-)

Schon verstanden, aber die Leute essen nun mal Kirschen im Winter und da interessiert es keinen, wieviel CO2 beim Transport freigesetzt wurden - warum auch, der Bundespräsident lässt sich selbst auf kürzesten Strecken durch die Luft gondeln, anstatt den Zug zu nehmen, oder, ganz modern, per Video teilzunehmen ;-)
Beitrag vom 13.06.2019 - 13:09 Uhr
UserEricM
User (1521 Beiträge)
Schon verstanden, aber die Leute essen nun mal Kirschen im Winter und da interessiert es keinen, wieviel CO2 beim Transport freigesetzt wurden

Ein immer größer werdender Teil der Konsumenten interessiert sich aber genau für diese Art Fragen.
Man sollte nicht immer von sich auf alle anderen schließen.
Beitrag vom 13.06.2019 - 14:07 Uhr
Useramikino
Ex-Vielflieger
User (290 Beiträge)
Schon verstanden, aber die Leute essen nun mal Kirschen im Winter und da interessiert es keinen, wieviel CO2 beim Transport freigesetzt wurden

Ein immer größer werdender Teil der Konsumenten interessiert sich aber genau für diese Art Fragen.
Man sollte nicht immer von sich auf alle anderen schließen.
Wo bei den beliebten Deutsche Apfel, welcher Monate im Kühllager liegt, auch keine Positive CO2 Bilanz vorweisen ist!!!

Dieser Beitrag wurde am 13.06.2019 14:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.06.2019 - 14:56 Uhr
UserVJ 101
User (640 Beiträge)
Schon verstanden, aber die Leute essen nun mal Kirschen im Winter und da interessiert es keinen, wieviel CO2 beim Transport freigesetzt wurden

Ein immer größer werdender Teil der Konsumenten interessiert sich aber genau für diese Art Fragen.
Man sollte nicht immer von sich auf alle anderen schließen.
Wo bei den beliebten Deutsche Apfel, welcher Monate im Kühllager liegt, auch keine Positive CO2 Bilanz vorweisen ist!!!

Woher wollen Sie wissen, dass ich von mir auf andere schließe?
Beitrag vom 13.06.2019 - 15:06 Uhr
UserVJ 101
User (640 Beiträge)
Wo bei den beliebten Deutsche Apfel, welcher Monate im Kühllager liegt, auch keine Positive CO2 Bilanz vorweisen ist!!!

Das ist doch gar nicht die Frage, früher wurden Äpfel auch nicht im Kühllager aufbewahrt, sondern im Keller. Das erspart den Flugtransport aus Neuseeland, den es im Mittelalter auch nicht gab (obwohl es damals wärmer war als heute).
Beitrag vom 13.06.2019 - 16:11 Uhr
UserEricM
User (1521 Beiträge)
>den es im Mittelalter auch nicht gab (obwohl es damals wärmer war als heute).

Das war es nicht.
Eine sehr leicht verständliche Temperaturkurve der letzten 20.000 Jahre finden Sie  hier

Im sog. "Mittelaterlichen Klimaoptimum" 1000-1200 n.Chr. war es 0.8°C kälter als heute.
In der sog. "kleinen Eiszeit" 1600-1800 n.Chr. war es etwa 1,5°C kälter als heute.
 https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalterliche_Klimaanomalie#/media/Datei:Temperature_Reconstructions_0-2006_AD.png

Beitrag vom 13.06.2019 - 16:41 Uhr
UserVJ 101
User (640 Beiträge)
>den es im Mittelalter auch nicht gab (obwohl es damals wärmer war als heute).

Das war es nicht.
Eine sehr leicht verständliche Temperaturkurve der letzten 20.000 Jahre finden Sie  hier

Im sog. "Mittelaterlichen Klimaoptimum" 1000-1200 n.Chr. war es 0.8°C kälter als heute.
In der sog. "kleinen Eiszeit" 1600-1800 n.Chr. war es etwa 1,5°C kälter als heute.
 https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalterliche_Klimaanomalie#/media/Datei:Temperature_Reconstructions_0-2006_AD.png


Sie zitieren hier Wikipedia.

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen finden Sie dazu folgende Belehrung:

"Gerade weil jeder Internet-Nutzer die Inhalte verändern kann, sollte man die Informationen bei Wikipedia immer kritisch betrachten. Letztlich können Leser nie sicher sein, ob die Angaben von Fachleuten oder Spaßvögeln stammen. Außerdem versuchen immer wieder unterschiedliche Interessengruppen, ihre Sicht der Dinge bei Wikipedia zu platzieren."

 http://www.ard.de/home/ard/Wikipedia_als_Leser_richtig_nutzen/167184/index.html
Beitrag vom 13.06.2019 - 17:22 Uhr
UserAvokus
User (722 Beiträge)
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lebensmittelkunden sich groß von einer Umweltverträglichkeitseinstufung beeindrucken lassen, die Ernährung wird weder jahreszeitlich noch regional ausgerichtet, d.h. Kirschen aus Argentinien im Winter, Äpfel aus Neuseeland, Butter aus Irland, usw.

Das EU-Biosiegel ist mit Einschränkungen auch ein Umweltsiegel für Lebensmittel, war aber nicht gemeint. Ich meinte z.B. eine (in Deutschland nicht angewandte) Lebensmittel-Ampel für Fette, Zucker, Salz etc. Das funktioniert in anderen Ländern sehr gut. Warum sollte ein ähnlich gestaltetes Label für die Umweltverträglichkeit eines Fluges also nicht genauso funktionieren? Ich wollte nur darauf hinaus, dass es solche Systeme gibt und diese funktionieren, wenn sie richtig implementiert werden ;-)

Schon verstanden, aber die Leute essen nun mal Kirschen im Winter und da interessiert es keinen, wieviel CO2 beim Transport freigesetzt wurden - warum auch, der Bundespräsident lässt sich selbst auf kürzesten Strecken durch die Luft gondeln, anstatt den Zug zu nehmen, oder, ganz modern, per Video teilzunehmen ;-)

Diese Mähr der billigen Erdbeeren im Winter hält sich so hartnäckig wie das Kerosinablassen.
Leider wird immer wieder gerne übersehen das viele Frischeprodukte außerhalb der Saison nur deshalb so günstig in unseren Supermärkten landen, weil die Airlines sie oft als Beifracht transportieren oder eben leere Rückreisen vermeiden. Dann bieten sie lieber günstige Frachtraten für den Transport von Frischegütern als leer zurückzufliegen. Das Problem, das dahinter steckt nennt man Directional Imbalances. Da Deutschland nun mal selbst viel per Luftfracht exportiert (ca. ein Drittel des Exportwerts all unserer Exporte und Importe erfolgen per Luftfracht) kommt es zu auch häufig zu unterausgenutzten Frachträumen, die man dann günstig vermarkten kann. Es dürfte nur wenige Märkte ex Deutschland bzw. nach Deutschland wo sich das anders herum ergibt. LH hat wegen der Directional Imbalances für manche Flüge eine Round-The-World kette um leere Frachträume zu minimieren.

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