Community / / EASA mit 737-MAX-Update noch nicht z...

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Beitrag vom 10.10.2019 - 17:04 Uhr
UserEricM
User (5659 Beiträge)
durch Datenstaus kann ein Chip im Flugcomputer einfrieren und die 737 MAX in einen Sinkflug schicken.

Ach, das ist noch gar nicht behoben?
Ich hätte nicht erwartet, dass die FAA ohne einen Fix für dieses zusätzlich aufgetauchte Problem tatsächlich grünes Licht geben würde.
Mal gespannt ob die "Insider" richtig liegen...

Dieser Beitrag wurde am 10.10.2019 17:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.10.2019 - 17:50 Uhr
UserLicEng
User (45 Beiträge)
Pffff...Softwareupdate....solange die Kiste keinen 3. AOA hat aka redundant, steige ich da nicht ein...wieder zugelassen , oder nicht.
Beitrag vom 10.10.2019 - 20:15 Uhr
Userfbwlaie
User (4964 Beiträge)
Was wird in der entsprechenden AD stehen?
Wenn es nach Muilenburg ging/geht: 1 Softwareupdate im Flieger, ein Softwareupdate auf dem Ipad für die Umschulung; Kosten Pro Flieger !Std a xx USD Pro IPad 0,5 Std a yy USD.

Warten wir mal ab. Vielleicht verstehen die Politiker mehr von der Flugsicherheit als Boeing oder die FAA - wie beim grounding!
Beitrag vom 10.10.2019 - 22:44 Uhr
UserRobR
User (775 Beiträge)
Die müssen wirklich aufpassen in Renton und Seattle. Sonst heisst es irgendwann noch: "if it's Boeing I'm not going" Und dieser Spruch wäre so hartnäckig wie der Vorgänger...
Beitrag vom 11.10.2019 - 00:19 Uhr
UserFliegerhorst
User (26 Beiträge)
Was alle die ganze Zeit vergessen ist, dass MCAS aus einen bestimmten Grund überhaupt erst eingebaut wurde. Der Flieger mit den neuen Engines ist durch die weiter nach vorne und weiter nach oben geschobenen Triebwerke aerodynamisch instabil in kritischen Flugphasen, bei denen der AOA über 17-20° geht.
Wenn jetzt Boeing die Software abmildert oder in bestimmten Fällen ganz abschaltet, dann werden die Flieger in Zukunft nicht mehr mit der Nase voraus in den Boden rammen, jedoch wahrscheinlich mit dem Heck voraus.
Ich glaube ohne ganz neues Design mit Engines wieder weiter unten und womöglich längerem Fahrwerk bleibt die Max auch nach der Wiederzulassung eine Tickende Zeitbombe.
Die AOA Sensoren sind Boeings kleinstes Problem...
Beitrag vom 11.10.2019 - 00:59 Uhr
UserPropeller45
User (350 Beiträge)
Man hätte wohl doch besser ein neues Flugzeug rund um die neuen Triebwerke konstruieren sollen, wie vielfach gefordert. Stattdessen gibts jetzt einen Oldtimer, der eine Beleidigung für alle Avioniker darstellt. Es bleiben faktisch zwei Boeing-Tatorte mit 346 Toten.
Alles andere ist heiße Luft.
Beitrag vom 11.10.2019 - 08:56 Uhr
UserA320Fam
User (1779 Beiträge)
@Fliegerhorst

Nur weil sie und andere es immer und immer wiederholen wird es nicht richtig. Ja, die MAX ist unter bestimmten Bedingungen (wie jeder andere Flieger auch) kritisch.
MCAS ist als Unterstützung der Crews in einer solchen gedacht. Die Crew kann das aber auch ohne handhaben.
Die Abstürze erfolgten nicht, weil MCAS richtig funktionierte, sondern auf Grund konstruktiver Falschauslegung im SystemFEHLERFALL.
Es braucht nicht zwangsläufig einen 3.AOA Sensor, bei ordentlicher Verknüpfung und Systemauslegung der vorhandenen 2 funktioniert das Ganze auch weitere 50 Jahre.
Beitrag vom 11.10.2019 - 09:20 Uhr
UserNicci72
User (579 Beiträge)
Was alle die ganze Zeit vergessen ist, dass MCAS aus einen bestimmten Grund überhaupt erst eingebaut wurde. Der Flieger mit den neuen Engines ist durch die weiter nach vorne und weiter nach oben geschobenen Triebwerke aerodynamisch instabil in kritischen Flugphasen, bei denen der AOA über 17-20° geht.
Wenn jetzt Boeing die Software abmildert oder in bestimmten Fällen ganz abschaltet, dann werden die Flieger in Zukunft nicht mehr mit der Nase voraus in den Boden rammen, jedoch wahrscheinlich mit dem Heck voraus.
Ich glaube ohne ganz neues Design mit Engines wieder weiter unten und womöglich längerem Fahrwerk bleibt die Max auch nach der Wiederzulassung eine Tickende Zeitbombe.
Die AOA Sensoren sind Boeings kleinstes Problem...

Das sehe ich genauso - und ich hoffe sehr, dass die EASA bei ihrem derzeitigen Kurs bleibt und sich nicht auf faule Kompromisse bei der Wiederzulassung einlässt, die die Sicherheit und Lufttüchtigkeit des Flugzeugs in Frage stellen. Es ist schlimm genug, dass es diese zwei Abstürze gab, einen dritten wegen technischen Systemfehlern darf es nicht mehr geben.

Es sind ja doch zwei Kernprobleme mit der 737 MAX: Erstens das von Ihnen angesprochene der Aerodynamik des Flugzeugs. Zweitens dann aber auch noch die Tatsache, dass es sich bei der 737 im Kern immer noch um ein Flugzeugmodell aus der analogen Welt der 1960er-Jahre handelt, das in seiner MAX-Version allerdings mit einer digitalen Fly-by-wire-Avionik "gedopt" wurde. Der Effekt ist dann so wie bei den "Hotrots" der Oldtimer-Fanszene: Henry Fords T-Modell, ausgestattet mit einem Formel-1-Motor von Ferrari. Für Freaks mit technischen Spezialkenntnissen und viel Mut zum Risiko der ultimative Kick und Thrill, für den Gebrauch im alltäglichen Straßenverkehr absolut ungeeignet.
Beitrag vom 11.10.2019 - 10:25 Uhr
UserFliegerhorst
User (26 Beiträge)
@A320Fam

"Ja, die MAX ist unter bestimmten Bedingungen (wie jeder andere Flieger auch) kritisch."

Dem stimme ich nicht zu. Dadurch dass die Engines weiter nach vorne gelegt wurden erzeugen sie bei Volllast einen erheblichen Drehmoment, welcher ohne extensive Trimmung nicht einfach so vom Piloten unter Kontrolle bringen lässt.

Ebenfalls fungieren die weiter nach oben gelegten Engines als quasi Verlängerung des Flügels, wodurch an der Stelle wo der Flügel am meisten Lift erzeugt, in steilen Anstellwinkeln die Engines zu einem verfrühten Abbruch des Auftriebs an der hinteren Flügelkante führt und dadurch erstens früher zu einem Stall führt und außerdem den Center of Lift weiter nach vorne schiebt. Das führt zu einem weiteren starken pitch up moments.

Solche Flugeigenschaften glaube ich, sind nicht in der Stärke normal bei "jedem anderen Flugzeug" und die Tatsache dass Boeing das MCAS System 2016 von einem forward Trim von weniger als 1° nach Flugversuchen auf über 2,5° verschärften macht deutlich dass selbst Boeing nicht mit einem so starken unkontrollierbaren Effekt gerechnet hat.

Boeing hat aus Profitgier und Kurzsichtigkeit mitte der 90er Jahre ignoriert, dass sie mit der 737NG an die Grenzen des Designs kamen und trotz der Tatsache dass damals schon deutlich war, dass die Zukunft in größeren Bypass Ratios lag, keine Notwendigkeit gesehen einen modernen Nachfolger für diese zu entwickeln.

Ich selbst fliege aktiv die 737NG und glaube dass es ein gutes Flugzeug ist, aber mit der Max haben sie den Bogen überspannt. Wenn jetzt die Max mit einem einfachen Software Update wiederzugelassen wird und dann nochmal vom Himmel fällt, dann kann Boeing einpacken. Die Schadenersatzforderungen und Flugzeugrückgaben könnte sich kein Konzern leisten.
Beitrag vom 11.10.2019 - 11:30 Uhr
Usersystemchef
User (217 Beiträge)
"das System soll sich nur dann aktivieren, wenn beide Anstellwinkelsensoren übereinstimmende Daten ermitteln"

aha, und was passiert wenn (wie in beiden Absturzfällen) ein Sensor andere Daten liefert? Dann gibt's kein MCAS das einen Strömungsabriss verhindert. D.h. der nächste Absturz wird logischerweise aufgrund eines Strömungsabrisses erfolgen (vermutlich an einem high hot Flughafen).
Beitrag vom 11.10.2019 - 12:58 Uhr
UserEricM
User (5659 Beiträge)
"das System soll sich nur dann aktivieren, wenn beide Anstellwinkelsensoren übereinstimmende Daten ermitteln"

aha, und was passiert wenn (wie in beiden Absturzfällen) ein Sensor andere Daten liefert? Dann gibt's kein MCAS das einen Strömungsabriss verhindert. D.h. der nächste Absturz wird logischerweise aufgrund eines Strömungsabrisses erfolgen (vermutlich an einem high hot Flughafen).

Sehe ich jetzt nicht unbedingt kritisch. Das kann man schon ordentlich aufsetzen.
Ein Strömungsabriss ist ja nichts, was sich im Geheimen abspielt.
Wenn MCAS aus ist, muss das signalisiert werden und die Verfahren, eine MAX ohne MCAS zu fliegen, müssen funktionieren, den Piloten bekannt und entsprechend geschult sein.
Eventuell wird für diesen Fall auch eine Sicherheitslandung notwendig.
Bevor das jetzt auch gleich verdammt wird, würde ich erst mal abwarten was Boeing wirklich genau als Lösung vorschlägt.

Dieser scheinbar noch nicht behobene Computer-Overload macht mir da mehr Sorgen...



Dieser Beitrag wurde am 11.10.2019 12:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.10.2019 - 13:56 Uhr
Usersystemchef
User (217 Beiträge)
@EricM

Dieser scheinbar noch nicht behobene Computer-Overload macht mir da mehr Sorgen...

Daran wird das ganze scheitern, die Flugrechner der 737 sind nicht in der Lage Echtzeitdaten zu analysieren und in Echtzeit in die Steuerung einzugreifen. Meines Wissens nach sind das CPUs auf 286er Leistungsniveau.
Bei TOGA Thrust reichen halt bei geringer Höhe wenige Sekunden um das Ding in den Boden zu rammen.
Beitrag vom 11.10.2019 - 15:36 Uhr
UserPropeller45
User (350 Beiträge)
Wen es noch interessiert, liest diesen frischen Bericht von heute aus der Seattle Times.

 https://www.seattletimes.com/nation-world/international-experts-fault-faas-approval-of-boeing-737-max/

Ein sogenanntes JATR Panel, bestehend aus Experten der FAA, der NASA und neun anderen Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt hat sich geäußert. Zu den Teilnehmern zählen die Europäische Agentur für Flugsicherheit sowie Vertreter aus Australien, Brasilien, Kanada, China, Japan, Indonesien, Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Vorsitzender ist Christopher Hart, der frühere Vorsitzende des NTSB.

Es wird der FAA und Boeing auf 69 Seiten der gesamte Zulassungsprozeß um die Ohren gehauen. Es ist die Rede von Nichbefolgen der eigenen Regeln, Verwendung veralteter Verfahren und mangelnder Ressourcen sowie kein Fachwissen, um die Konstruktionsänderungen, vollständig zu überprüfen. usw. usw.

An Zynismus ist das alles nicht mehr zu überbieten.
Beitrag vom 11.10.2019 - 16:13 Uhr
UserFW 190
User (2143 Beiträge)


An Zynismus ist das alles nicht mehr zu überbieten.

So ist es. Wenn MCAS einfach nur eine Erleichterung beim Umstieg von NG auf MAX ist und es keine Sicherheitsrelevante notwendige Auswirkungen auf die Steuerung hat - unser geschätzter @ A 320 meint ja das Ding fliegt auch ohne MCAS sicher - dann sollte Boeing das System MCAS jetzt einfach stilllegen und die Piloten entsprechend schulen.

Hätten sie schon im März machen können und die Flugzeuge würden schon lange wieder fliegen, aber halt es muss doch einen schwerwiegenden Grund dafür geben, dass sie das nicht einfach so machen.
Beitrag vom 11.10.2019 - 16:56 Uhr
UserLP
User (397 Beiträge)
Zum Glück scheinen ja die Behörden diesmal richtig genau hin zu schauen, sonst wäre das Ding schon wieder in der Luft. Nur ein Softwareupdate scheint nicht zu reichen, dass hätte man schon hinbekommen. Es scheinen bei der MAX mehrere Bereiche "auf Kante genäht" zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Probleme nicht in den Griff zu bekommen sind.
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