Community / / FAA erlässt kein Startverbot für B...

Beitrag 1 - 8 von 8
Beitrag vom 12.03.2019 - 09:05 Uhr
Usermenschmeier
User (397 Beiträge)
Ein Softwareupdate!? Ok, zunächst ist es mal sehr positiv zu werten, dass sich Boeing so schnell dem Problem annimmt und wohl auch eine Lösung hat.

Aufgrund meiner Beruflichen Laufbahn kommen mir beim Wort Softwareupdate und der Zeitachse seit dem angebenen Bezug, hier der Lion Air Absturz vor 5 Monaten, aber einige Dinge in den Kopf.

Ich habe seinerzeits bei Airbus das eine oder andere Softwareupdate begleitet. Airbus hat bei solch grundlegenden Software wie der Flugsteuerung von Konzeption, über Programmiereung, Softwaretests am Computer, über Tests am Iron Bird zum Flugversuch inkl der Zertifizierung bis hin zum Aufspielen auf den Kundenflugzeugen immer etwas mehr als 12 Monate gebraucht.
Vielleicht ist Boeing da einfach schneller oder und das hoffe bzw. wünsche ich nun wirklich nicht, sie kürzen das Verfahren ab. Eine relativ ungeteste Software in den Liniendienst zu bringen, wäre mehr als riskant.
Ausserdem ist es eigentlich ungewöhnlich, dass ein Hersteller, also auch Airbus, eine solche Systemänderung vornimmt, wenn es noch nicht einmal einen detailierten Zwischenbericht gibt. Denn man braucht eigentlich sogar den Abschlussbericht um eine gesicherte Entwicklungsgrundlage zu haben, oder die Daten der Flugdatenchreiber sind mehr als eindeutig.

Die andere Möglichkeit, die mir auch viel plausibler erscheint:
Sie wussten davon schon deutlich vor dem Lion Air Unglück bzw schon aus dem Testflugbetrieb von den Schwachstellen, haben die Software aber nicht fertig und zertifiziert bekommen, um sie schon von Anfang an mit auszuliefern. Dann wäre es ein ganz eklatantes Versagen der Zulassungsüberwachung seitens der Behörden, denn ein Flugzeug mit solchen Schwachstellen dürfte nicht in den Linienbetrieb gehen.

Ich möche kein Boeing Bashing betreiben, denn ich kenne Boeing Flugzeuge, aus diversen Überprüfungen, als technisch robust und bei Piloten udn Technikern als gutmütig und zuverlässig geschätzt.
Die Art und Weise wie Boeing in den letzten Jahren auf Probleme reagiert, bsp Batterien der B787, passt überhaupt nicht zu diesem Unternehmen und schon gar nicht zu Luftfahrtstandards. Das Problem wurde ja, im Beispiel, nicht gelöst, es wurde nur die Auswirkung eingedämmt. Trotzdem hat die B787 immer noch das Damoklesschwert in einer Battery Onliy Konfiguration ohne die nötige Batteriekapazität da zu stehen, nämlich genau dann, wenn eine Batterie abgebrannt sein sollte. Das ist sicher recht unwahrscheinlich, aber die Vorschriften sagen nunmal, dass man in einem More Elctric Plane eine Battery Only Konfiguration für die Zeit des optimalen Gleitfluges aus Reiseflughöhe haben muss.

Dieser Beitrag wurde am 12.03.2019 09:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.03.2019 - 09:13 Uhr
UserNeid
User (10 Beiträge)
Ich frage mich, ob das MCAS vorher von Behörden nicht qualifiziert worden ist?? Wenn Ja dann die Behörden haben bei den sämtlichen Qualifizierungen und Tests richtig versagt!
Beitrag vom 12.03.2019 - 09:30 Uhr
Userleser xaz
User (70 Beiträge)
@menschmeier

Boeing soll, wie zu lesen stand, von einem Softwareupgrade gesprochen haben.
Beitrag vom 12.03.2019 - 09:48 Uhr
Userleser xaz
User (70 Beiträge)
 http://avherald.com/h?article=4bf90724/0009&opt=0

Beitrag vom 12.03.2019 - 11:55 Uhr
Usermenschmeier
User (397 Beiträge)
@menschmeier

Boeing soll, wie zu lesen stand, von einem Softwareupgrade gesprochen haben.

Das ist, mit Verlaub gesagt, Wortspielerei. Ein Upgrade, Update oder ein Hinzufügen von einzelnen Funktionen ist immer eine neue Software, und diese Veränderung dauert Erfahrungsgemäß einfach ca. ein Jahr. Eine komplette Neuentwicklung dauert bis zu 3 Jahren.
Beitrag vom 12.03.2019 - 13:07 Uhr
UserFW 190
User (1148 Beiträge)
Der für mich wichtigste Satz aus dem von Boeing reported release:
"The enhanced flight control law incorporates angle of attack (AOA) inputs, limits stabilizer trim commands in response to an erroneous angle of attack reading, and provides a limit to the stabilizer command in order to retain elevator authority. "

Das Limit gab es vorher nicht, bei gestern verlinkten Beiträgen war zu lesen, dass bei voller pitch down Trimmung durch das MCAS die Ruderausschläge nicht mehr ausreichen um das Flugzeug wieder hoch zu ziehen. Zumindest ein Unglück wie bei Lion wäre damit zu verhindern.
Beitrag vom 12.03.2019 - 13:08 Uhr
UserFW 190
User (1148 Beiträge)
Halt, es gab zwar ein Limit von 2,5° aber dann reichte der Runderausschlag nicht mehr aus. Demzufolge soll der Wert jetzt wohl reduziert werden.
Beitrag vom 12.03.2019 - 18:37 Uhr
Userichglaubdasnicht
User (346 Beiträge)
Das MCAS ist entwickelt worden als Notlösung für eine Notlösung.
Die Max ist fü die heutigen Triebwerke einfach nicht dedacht ud gemacht.
Die weit nach vorne montierten Triebwerke (Grund: zu kurzes Fahrgestell) haben eine Schwerpunktveränderung zur Folge. Bei steilen Starts besteht die Gefahr, dass sich das Flugzeug weiter aufrichtet als gewollt. Dem wirkt das MCAS System entgegen. Dabei sind die Eingriffsmöglichkeiten der Piloten sehr begrenzt, das übersteuernde System ihrerseits zu limitieren.
Damit ist auch die Mär widerlegt, wonach bei Boeing die Piloten die Maschinen fliegen.