Community / / FAA erwartete alle zwei bis drei Jah...

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Beitrag vom 12.12.2019 - 08:18 Uhr
UserYankeeZulu1
User (210 Beiträge)
wenn das so alles stimmt (was ich nicht ernsthaft bezweifle), dann sollten auf beiden Seiten Köpfe rollen, und - auch um ein Zeichen zu setzen - nie mehr sollte eine 737MAX abheben!!! Auf die avisierten software-updates pfeife ich, die werden mehr überdecken denn beseitigen!
Schimpft mich einen Populisten, aber die Sicherheit geht vor, und ohne schmerzhg´hafte Zeichen zu setzen, geht das sonst immer so weiter.
Safety first muss wieder ein Wert sein!
Beitrag vom 12.12.2019 - 09:14 Uhr
UserDME
User (56 Beiträge)
Keine Sorge, ich bin da ganz bei Ihnen. Momentan fällt es sehr schwer, in der ganzen Sache noch Vertrauen (wieder) herzustellen. Ich würde sicher die nächsten Jahre keine 737 Max besteigen, egal vom wem sie betrieben wird.
Beitrag vom 12.12.2019 - 09:15 Uhr
Userdlehmann66
User (336 Beiträge)
Hier sind wir schon sehr nahe an der Wurzel des Übels. Dass eine Firma wie Boeing vom Profit getrieben wird und Sicherheit vernachlässigt ist kriminell und auch aus Unternehmenssicht falsch ABER im neoliberalen Turbokapitalismus normal.
Dass aber die Kontrollbehörde, die genau das oben verhindern soll, dieses im Artikel beschriebene Risiko akzeptabel findet, zeigt für mich das Urübel auf, an dem die amerikanische Luftfahrt aktuell krankt. Es zeigt für mich vollständig, wie die letzte von vielen Sicherungen in einer Reihe versagt hat. Das ist für mich systemisch und wird auch fortbestehen, wenn die MAX wieder fliegt.
Beitrag vom 12.12.2019 - 09:39 Uhr
UserJumpfly
User (183 Beiträge)
Die FAA hat nicht nach dem Ethiopian Absturz die 737MAX gegroundet, sondern erst nachdem das Flugzeug in allen anderen weltweit großen Märkten gegroundet wurde dem Druck schließlich nachgegeben und auch gegroundet. Ohne ein Grounding seitens China und EASA würde die MAX vermutlich heute noch fliegen.
Die FAA hat somit billigend in Kauf genommen, dass alle 2-3 Jahre eine 737MAX in den Boden gerammt wird und unschuldige Menschen sterben, und das in der Annahme, dass in 99 von 100 Fällen die Crew die Situation beheben kann was aus heutiger Sicht weit daneben lag. In 3 bekannten Fällen ist das Flugzeug 2x unkontrollierbar in den Boden/Wasser gerammt. Selbst wenn Crews 2 von 3 Situationen lösen könnten sprechen wir also nicht mehr von einem Absturz alle 2-3 Jahre, sondern von einem Absturz pro Monat!!
Und nicht nur die FAA hat so gehandelt. Wenn die Konstruktionsmängel der FAA bekannt waren kann man davon ausgehen, dass es bei Boeing schon lange der Fall war. Dort hat man nicht nur den Tod unschuldiger Reisender und Crews in Kauf genommen, sondern zudem noch Druck auf die FA aufgebaut das Flugzeug nicht zu grounden und in der Öffentlichkeit vergeblich versucht den Mythos des sicheren Flugzeugs aufrecht zu erhalten.
Man wollte also abwarten bis Boeing per Softwareupdate die neue Software aufspielen kann und dann alles unter den Teppich kehren. An diesem Update wurde schon zum Zeitpunkt des Lion Air Absturzes gearbeitet, das ist über ein Jahr her und eine fertige, zuverlässig arbeitende und entsprechend geprüfte Software ist noch nicht in Sicht. Man kann also von problemlos 1,5 Jahren sprechen bis im Idealfall die verbesserte Software für die MAX verfügbar ist. In der Zeit haben FAA und Boeing mit ihren geschönten Angaben 0,5 Abstürze in Kauf genommen, mit realistischen Annahmen wären vermutlich im diesem Zeitraum 5-10 MAX abgestürzt, leider musste eine MAX wirklich verunglücken bis diese Herren wach geworden sind. Ich bin noch immer überrascht, dass bei Shell oder VW zwar sehr schnell die Handschellen klicken, man aber bei Boeing und der FAA unbehelligt weiterarbeiten kann und wie es die neuen Berichte über die 787 verdeutlichen ohne etwas dazugelernt oder verändert zu haben. Einfach unglaublich!

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 09:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 09:48 Uhr
Usertip
User (435 Beiträge)
Zitat aus tagesschau.de:
" Boeing hatte zuvor die Produktionsrate von 47 auf 52 Flugzeuge im Monat hochgefahren. Die Folge, so der Whistleblower: Die Arbeitsabläufe gerieten aus dem Ruder. Teile kamen zu spät oder beschädigt. Die Kollegen, so Pierson, seien völlig überarbeitet und überfordert gewesen. Der ehemalige Navy-Soldat wandte sich an seinen Vorgesetzten und zwar schon Monate vor dem ersten Absturz. Er schlug ihm vor, die Produktion wenigstens kurz zu unterbrechen. Aus seiner Militärzeit wisse er, dass man dort Operationen aus weniger großen Sicherheitsbedenken abbreche. Doch sein Chef habe gesagt: "Das Militär muss ja auch keinen Profit machen." "

Ich würde es "Profit first" nennen.
Beitrag vom 12.12.2019 - 09:50 Uhr
User4UPilot
User (258 Beiträge)
If it ain´t Airbus I´m not going.
Beitrag vom 12.12.2019 - 09:51 Uhr
Userdidigolf
User (353 Beiträge)
Das Lesen der ST gehört zum Leidwesen meiner Frau ja schon zu meinen Frühstücksritualien, so auch heute.
Was man da wieder liesst über die Anhörung im Kongress, lässt es einem schon grauen.
Nur ein Beispiel, von vielen, die da besprochen wurden: Ed Pierson, Senior Manager Boeing, hat mehrfach einen vorübergehenden Stop der Produktion empfohlen, um mit der Begründung, beim Militär wurde schon für viel weniger eine Produktionslinie gestoppt! Die Antwort von Scott Campbell, Chef der Production line in Renton:
“The military isn’t a profit-making organization.”
Das ist jetzt ja keine heimliche Aussage, sondern hier geht es um die Anhörung im US Kongress, und die Öffentlichkeit schaut sich das auch genau an.
Jeder kann ja selbst da nachlesen, wenn es interessiert.
Zugelassen wird der Flieger ohnehin erst wieder, wenn alle Zweifel beseitigt sind, da kann sich die FAA nicht erlauben weiterhin grosszügig über die Probleme hinweg zu sehen.
Und im Gegensatz vieler werde auch ich dann wieder in den Flieger einsteigen!
Die Frage ist nur, welche Strafzahlungen da auf Boeing zu kommen.
Wenn es um ausländische Unternehmen ging, war man ja schnell bei hohen Milliardenbeträgen. Hier bei solchen Praktiken von Boeing müsste das sicher bei 2 stelligen Milliardenbeträgen sein!
Beitrag vom 12.12.2019 - 10:20 Uhr
UserReal Dreamliner
"Konstrukteur"
User (290 Beiträge)
Ohne Boeing in Schutz nehmen zu wollen, die Berechnung von Risiken in Gegenüberstellung der gegenseitigen Kosten (was kostet ein Produktionsstop, ein Umbau von vielen hundert oder tausend Flugzeugen in Gegenüberstellung zu den Kosten eines Schadensfalls) ist leider gängiges Verfahren in der gesamten Luftfahrtindustrie.

Ich hatte das "Glück" im Jahr 2007 an einem Seminar zum Versicherungswesen in der Luftfahrt teilnemen zu können.
Dort wird knallhart kalkuliert, was eine Änderung kostet und was ein Schadensfall kostet. Dann wird entsprechend gehandelt - unabhängig von Hersteller oder Airliner.
Das Wort der Ethik kommt in der Luftfahrtbranche nur in den PR Abteilungen vor.

Boeing und der FAA ist anzulasten, dass man wenig an der Sicherheit der Passengers interessiert war und, wenn man allen Veröffentlichungen glauben darf, lieber betrogen und hintergangen hat als ordentlich und sorgfältig zu arbeiten.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 10:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.12.2019 - 10:40 Uhr
UserGraha
User (77 Beiträge)
Mir läuft kalter Schauer den Rücken runter. Gibt es eigentlich keine Konsequenzen für Personen? Ist nicht ein VW Manager in den USA inhaftiert wegen eines Motors welcher (nur) mehr Schadstoffe als erlaubt ausstößt! Hier sind Menschen zu Schäden gekommen welches durch die handelten Personen billigend in Kauf genommen wurde. Das müsste doch zig Milliarden Schadensersatz und Strafen geben (halt ist ja nichts in den USA passiert).
Verstehe auch die Airlines nicht. Warum halten die immer noch an der "Max" fest und setzen kein Zeichen das es so nicht geht. Auch hier scheint Profit vor Sicherheit zu gehen.
Beitrag vom 12.12.2019 - 10:58 Uhr
UserKate Austen
User (503 Beiträge)
Ein Absturz alle 2-3 Jahre

Da stellt sich ja sofort die Frage: wie viele B737-Flüge weltweit liegen dieser Berechnung zu Grunde um auf diese Einschätzung zu kommen?
Beitrag vom 12.12.2019 - 11:20 Uhr
UserLP
User (321 Beiträge)
Also kommt zu Unfähigkeit, krimineller Profitgier und Dummheit auch noch Vorsatz dazu.
Wenn man nach dem ersten Absturz solch eine Rechnung aufmachen kann, hat man doch auch mehr Datenmaterial als nur das vom Absturz.
(Meine Meinung.) Bedeutet dann für mich: auch vorher schon, hatte ich Daten, die auf Probleme hindeuten. Gruselig!
Beitrag vom 12.12.2019 - 12:32 Uhr
UserWMJH
User (147 Beiträge)
@ GRAHA
Sie haben zurecht einen Link auf die VW-Thematik in den USA angesprochen.
Was haben sich die USA in der Dieselaffaire gegen VW als Saubermann hingestellt, und was hat das Ganze VW gekostet.
Im Vergleich dazu ist die Vorgehensweise von FAA als auch Regierung gegenüber Boeing bisher einfach nur als schändlich und von scheinbarem populistischem Schutz (America first) geprägt. Hoffentlich besinnen sich die Zuständigen und treffen noch ausstehende ernstzunehmende Maßnahmen.
Beitrag vom 12.12.2019 - 12:39 Uhr
Userbob.gedat
User (653 Beiträge)
Verstehe auch die Airlines nicht. Warum halten die immer noch an der "Max" fest und setzen kein Zeichen das es so nicht geht. Auch hier scheint Profit vor Sicherheit zu gehen.
Die Airlines haben gar keine andere Wahl als zu kooperieren. Hier geht es 5000 Flugzeuge, die am Markt dringend benötigt werden. Zu der avisierten Softwarelösung gibt es keine Alternative. Das Kernproblem liegt aber in der Hardware und das wäre nur durch eine NSA (new single aisle-aircraft) zu lösen. Dafür fehlt aber die Zeit. Bis 2025, der frühesten Verfügbarkeit einer NSA, werden bereits über 3.000 Maschinen benötigt.
Beitrag vom 12.12.2019 - 15:30 Uhr
Userfliegerschmunz
User (258 Beiträge)
Es ist ein paar Wochen her, da wurde sich hier über einen sehr erfahrenen und auch studierten Kapitän aufgeregt, der gesagt hatte: "Die Branche ist am Tiefpunkt angekommen!" Und seitdem erfahren wir fast täglich aufs Neue:
Der Mann hatte Recht! Danke Prof. Capt. Cordes, dass Sie sich getraut haben, das auszusprechen.
Beitrag vom 12.12.2019 - 15:43 Uhr
UserCinrella
User (134 Beiträge)
@ GRAHA
Sie haben zurecht einen Link auf die VW-Thematik in den USA angesprochen.
Was haben sich die USA in der Dieselaffaire gegen VW als Saubermann hingestellt, und was hat das Ganze VW gekostet.
Im Vergleich dazu ist die Vorgehensweise von FAA als auch Regierung gegenüber Boeing bisher einfach nur als schändlich und von scheinbarem populistischem Schutz (America first) geprägt. Hoffentlich besinnen sich die Zuständigen und treffen noch ausstehende ernstzunehmende Maßnahmen.

Beide Fälle sind nicht vergleichbar. Auch wenn Boeing sicherlich einem nationalen "Schutz" unterliegt, wie VW in Deutschland eben auch (Strafrechtlich als auch zivilrechtlich in DE). Den USA ist kein "echter" Schaden (Nicht respektlos gemeint, aber leider wird es rechtlich so verstanden werden) entstanden, da es keine Opfer in den USA gab. VW hat mit einem erhöhten Schadstoffausstoß Schaden in den USA verursacht. Und damit gilt der Rechtsgrundsatz in den USA. Profitiert man von etwas Unrechtmäßigen, dann entstehen hohe Strafzahlung anhand des zu erwartenden Mehrgewinns durch den "Betrug". Denkt man über diese Grundlage des amerikanischen Systems nach, werden so man "irrsinnge" Strafen, welche wir nicht nachvollziehen können, plötzlich doch klarer und verständlicher. Auch wenn es manchmal etwas komische Auswüchse hat, wie jedes System. Dies begründtet auch die Milliardensumme an Strafen von VW. Die Frage ist eher macht das amerikanische System mehr Sinn als Unseres? Klar ist, ein entdeckter "Betrug" in den USA tut sicherlich bedeutend mehr weh als bei uns und schreckt sicher mehr ab. Denn über ein "paar Milliönchen" lacht VW in Deutschland doch und die komplette ehemalig Führungsebene ist entspannt mit einem dicken Konto im Ruhestand und nicht im Gefägnis.

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2019 15:46 Uhr bearbeitet.
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