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Beitrag 1 - 14 von 14
Beitrag vom 02.05.2019 - 16:26 Uhr
UserEricM
User (1415 Beiträge)
Na dann dürften wir ja bald herausbekommen, wie ernst die Briten ihren gestern erst ausgerufenen "Klimanotstand" wirklich nehmen.
Beitrag vom 02.05.2019 - 18:12 Uhr
UserBV 144
User (100 Beiträge)
Ich finde das war mehr als notwendig.

Diese Behauptungen das man Wachstum auch durch größere Flieger erreichen kann gehen ja sowas von an der Realität vorbei, da kann man auch sagen man braucht in München keine zweite Stammstrecke weil man ja einfach alle S-Bahnen aneinanderkuppeln könnte.

Auch sind Umweltaspekte bei Bauwerken von denen so viele Menschen profitieren wohl ohnehin zweitrangig, die "Umweltzerstörung" pro Nutzer ist da ja sehr sehr gering und verglichen mit z.B. all den vielen neuen Wohn- und Gewerbegebieten an Ortsrändern (wobei im Ortskern die Häuser leerstehen) auch insgesamt gesehen vernachlässigbar klein.

Aber klar: das ist ein Großprojekt und Flugzeuge stehen auch irgendwie für technischen Fortschritt und Stärke also trigerrt das die Linkspopulisten.
Beitrag vom 02.05.2019 - 18:44 Uhr
Userchris7891
User (711 Beiträge)
Ich finde das war mehr als notwendig.

Diese Behauptungen das man Wachstum auch durch größere Flieger erreichen kann gehen ja sowas von an der Realität vorbei, da kann man auch sagen man braucht in München keine zweite Stammstrecke weil man ja einfach alle S-Bahnen aneinanderkuppeln könnte.

Auch sind Umweltaspekte bei Bauwerken von denen so viele Menschen profitieren wohl ohnehin zweitrangig, die "Umweltzerstörung" pro Nutzer ist da ja sehr sehr gering und verglichen mit z.B. all den vielen neuen Wohn- und Gewerbegebieten an Ortsrändern (wobei im Ortskern die Häuser leerstehen) auch insgesamt gesehen vernachlässigbar klein.

Aber klar: das ist ein Großprojekt und Flugzeuge stehen auch irgendwie für technischen Fortschritt und Stärke also trigerrt das die Linkspopulisten.

Wärst du Anwohner würdest du genauso reagieren.
Macht dich das zum Linkspopulist ?

Schau nach FRA, DUS, MUC oder TXL.
Alle Kommunalpolitiker aller Parteien kämpfen gegen Fluglärm und noch mehr Verkehr.
Macht das alle zu Linkspopulisten ?

Sobald Landespolitik und Bundespolitik ins Spiel kommt wendet sich das Blatt.
Beitrag vom 02.05.2019 - 19:01 Uhr
UserTody76
User (37 Beiträge)
in München könnte man tatsächlich alle Einheiten mit drei Wagen ausrüsten und den ganzen Tag im 10-Minutentakt fahren. Man könnte auch die Technik erneuern und zuverlässig fahren. Der Bau der zweiten Strecke ist ziemlicher Blödsinn, aber gut für die Bauunternehmerlobby dahinter.
Beitrag vom 03.05.2019 - 08:14 Uhr
UserEricM
User (1415 Beiträge)
Ich finde das war mehr als notwendig.

Diese Behauptungen das man Wachstum auch durch größere Flieger erreichen kann gehen ja sowas von an der Realität vorbei, da kann man auch sagen man braucht in München keine zweite Stammstrecke weil man ja einfach alle S-Bahnen aneinanderkuppeln könnte.

Das Argument ist eher, dass Wachstum als eigenständiges Unternehmens- bzw Wirtschaftsziel in Frage zu stellen ist.
Da gehen mittlerweile auch viele Ökonomen mit, da die Umwelt- und Ressourcenbeschränkungen heute bereits so offensichtlich sind, dass viele der jüngeren eine ressourcenarme Wirtschaft zwangsweise kennenlernen werden.

Das Modell Wohlstand durch Wachstum kommt aktuell in vielen Wirtschafts-Bereichen an seine Grenzen.

Auch sind Umweltaspekte bei Bauwerken von denen so viele Menschen profitieren wohl ohnehin zweitrangig, die "Umweltzerstörung" pro Nutzer ist da ja sehr sehr gering

Die Einstellung ggü der Umweltzerstörung, die mit einem Flughafen verbunden ist hängt bei Vielen davon ab, wie weit sie persöhnlich von der Umweltzerstörung weg wohnen.
Und ob diese abstrakte "Umweltzerstörung" dann zB heißt, dass die eigenen Kinder krank werden.
Heathrow wie Fraport liegen nunmal mittendrin in jeweils einem der am dichtesten besiedelten Gebiete ihrer Länder. München zB liegt da deutlich besser.
Wie auch viele der neueren Hubs weltweit die mind. 40-60km außerhalb von Bevölkerungszentren errichtet wurden.
Ein neuer nationaler Mega-Hub-Airport wäre zB. mitten im platten Brandenburg prima aufgehoben.

verglichen mit z.B. all den vielen neuen Wohn- und Gewerbegebieten an Ortsrändern (wobei im Ortskern die Häuser leerstehen) auch insgesamt gesehen vernachlässigbar klein.

#whataboutism ...

Aber klar: das ist ein Großprojekt und Flugzeuge stehen auch irgendwie für technischen Fortschritt und Stärke also trigerrt das die Linkspopulisten.

Ja, manchmal schon.
Wenn Linkspopulisten gegen Flughäfen sind, macht das aber jede Menge guter Gründe, dicht besiedelte Gebiete und große Hub-Flughäfen räumlich deutlich zu trennen, nicht weniger richtig :)

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2019 08:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.05.2019 - 08:23 Uhr
Userhinterfrager2
selbstständig
User (206 Beiträge)
Ich finde das war mehr als notwendig.

Ich finde das völlig unnötig.

Diese Behauptungen das man Wachstum auch durch größere Flieger erreichen kann gehen ja sowas von an der Realität vorbei, da kann man auch sagen man braucht in München keine zweite Stammstrecke weil man ja einfach alle S-Bahnen aneinanderkuppeln könnte.

Die Behauptung das es immer nur Wachstum, Wachstum, Wachstum geben muss, ist sehr fraglich.
(Siehe aktuellen Deutschlandreise der ARD)
Sie hat die Menschheit dahin geführt - an den Abgrund - wo sie jetzt ist.

Auch sind Umweltaspekte bei Bauwerken von denen so viele Menschen profitieren wohl ohnehin zweitrangig, die "Umweltzerstörung" pro Nutzer ist da ja sehr sehr gering und verglichen mit z.B. all den vielen neuen Wohn- und Gewerbegebieten an Ortsrändern (wobei im Ortskern die Häuser leerstehen) auch insgesamt gesehen vernachlässigbar klein.

Die steigende Anzahl von Flügen, deren verheerende Auswirkungen für weltweit Milliarden Menschen (die meistens nicht fliegen) existensbedrohende Folgen (schon jetzt) haben, ist KEINESWEGS zweitrangig!

Aber klar: das ist ein Großprojekt und Flugzeuge stehen auch irgendwie für technischen Fortschritt und Stärke also trigerrt das die Linkspopulisten.

Aber klar: wenn einem nix vernünftiges einfällt, dann diffamiert man alle die anderer Meinung sind. In Ihrem Fall als "Linkspopulisten".
Beitrag vom 03.05.2019 - 11:57 Uhr
Usercontrail55
User (888 Beiträge)
Das Argument ist eher, dass Wachstum als eigenständiges Unternehmens- bzw Wirtschaftsziel in Frage zu stellen ist.
Da gehen mittlerweile auch viele Ökonomen mit, da die Umwelt- und Ressourcenbeschränkungen heute bereits so offensichtlich sind, dass viele der jüngeren eine ressourcenarme Wirtschaft zwangsweise kennenlernen werden.

Das Modell Wohlstand durch Wachstum kommt aktuell in vielen Wirtschafts-Bereichen an seine Grenzen.
Lässt sich aber auch nicht aufhalten. Der Treiber ist die wachsende Weltbevölkerung. Wenn die wächst und man jedem Erdenbürger das recht auf einem in seinem Bereich realen Lebensstandard zusteht muss es Wachstum geben. Das ließe sich nur durch einen Stopp der Ursache regeln. Selbst wenn man das schaffen würde, müsste man den Rest der Menschheit erst mal auf das beste verfügbare Level bringen. Oder man wendet die Arroganz der Habenden an, das werden sich die Nichthabenden nicht gefallen lassen. Das ist wie wenn der geschäftliche Vielflieger die Umweltschäden der Luftfahrt mit der Zunahme der Flugreisen der Privatreisenden begründet. Das wird nicht funktionieren.

Auch sind Umweltaspekte bei Bauwerken von denen so viele Menschen profitieren wohl ohnehin zweitrangig, die "Umweltzerstörung" pro Nutzer ist da ja sehr sehr gering

Die Einstellung ggü der Umweltzerstörung, die mit einem Flughafen verbunden ist hängt bei Vielen davon ab, wie weit sie persöhnlich von der Umweltzerstörung weg wohnen.
Und ob diese abstrakte "Umweltzerstörung" dann zB heißt, dass die eigenen Kinder krank werden.
Heathrow wie Fraport liegen nunmal mittendrin in jeweils einem der am dichtesten besiedelten Gebiete ihrer Länder. München zB liegt da deutlich besser.
Wie auch viele der neueren Hubs weltweit die mind. 40-60km außerhalb von Bevölkerungszentren errichtet wurden.
Ein neuer nationaler Mega-Hub-Airport wäre zB. mitten im platten Brandenburg prima aufgehoben.
Was wäre damit gewonnen? Ich müsste ja die dichtbesiedelten Gebiete erst man in den Hub auf der grünen Wiese feeden um sie in die Welt zu verteilen. Wäre der Umweltschutz da besser? Was mit dem Zuwachs der Bevölkerung rund um die Arbeitsplätze? Wäre man da nicht in kurzer zeit bei dem gleichen Problem?
verglichen mit z.B. all den vielen neuen Wohn- und Gewerbegebieten an Ortsrändern (wobei im Ortskern die Häuser leerstehen) auch insgesamt gesehen vernachlässigbar klein.

#whataboutism ...

Aber klar: das ist ein Großprojekt und Flugzeuge stehen auch irgendwie für technischen Fortschritt und Stärke also trigerrt das die Linkspopulisten.

Ja, manchmal schon.
Wenn Linkspopulisten gegen Flughäfen sind, macht das aber jede Menge guter Gründe, dicht besiedelte Gebiete und große Hub-Flughäfen räumlich deutlich zu trennen, nicht weniger richtig :)
Eben, das gilt aber in alle Richtungen. Siehe Wachstum, da kann man auch anders herum argumentieren.
Wenn wir durch unseren Antrieb das Leben zu verbessern, Wohlstand erzeugen, es leichter zu haben, sicherer zu haben uns an den Klima- und Ressorcenabgrund gebracht hat könnte man im Gegenzug auch argumentieren, dass hat uns aber auch zu diesem Lebensstandard gebracht. Sonst würden wir entweder noch in Höhlen leben oder wären vielleicht auch schon weg.

Daher denke ich wird es auf absehbare Zeit Wachstum geben und innerhalb dieser Entwicklung werden wir uns bewegen (müssen) Sonst würde man beiseite geschoben. Ohne masterplan wird das nichts, da habe ich ein Stück weit kapituliert.
Beitrag vom 03.05.2019 - 14:10 Uhr
UserEricM
User (1415 Beiträge)
Das Argument ist eher, dass Wachstum als eigenständiges Unternehmens- bzw Wirtschaftsziel in Frage zu stellen ist.
Da gehen mittlerweile auch viele Ökonomen mit, da die Umwelt- und Ressourcenbeschränkungen heute bereits so offensichtlich sind, dass viele der jüngeren eine ressourcenarme Wirtschaft zwangsweise kennenlernen werden.

Das Modell Wohlstand durch Wachstum kommt aktuell in vielen Wirtschafts-Bereichen an seine Grenzen.
Lässt sich aber auch nicht aufhalten. Der Treiber ist die wachsende Weltbevölkerung.

Nicht primär.
Die westlichen Industrieländer treiben ein Wirtschaftswachstum von 2-6% pro Jahr an.
Dagegen wächst unsere Bevölkerung gar nicht oder schrumpft in einigen Instanzen sogar.

Wenn die wächst und man jedem Erdenbürger das recht auf einem in seinem Bereich realen Lebensstandard zusteht muss es Wachstum geben. Das ließe sich nur durch einen Stopp der Ursache regeln. Selbst wenn man das schaffen würde, müsste man den Rest der Menschheit erst mal auf das beste verfügbare Level bringen. Oder man wendet die Arroganz der Habenden an, das werden sich die Nichthabenden nicht gefallen lassen. Das ist wie wenn der geschäftliche Vielflieger die Umweltschäden der Luftfahrt mit der Zunahme der Flugreisen der Privatreisenden begründet. Das wird nicht funktionieren.

Weltweit gesehen wächst die Bevölkerung ja gerade dort, wo es eben kein Wirtschaftswachstum gibt. Das ist denke ich weitgehend entkoppelt.
Die Wachstumspläne der an den weltweiten Börsen gehandelten Firmen ergeben sich aus den Forderungen von Investoren nach Wachstum als Zeichen einer gesunden Firma, nicht aus Zunahme der Weltbevölkerung.

Auch sind Umweltaspekte bei Bauwerken von denen so viele Menschen profitieren wohl ohnehin zweitrangig, die "Umweltzerstörung" pro Nutzer ist da ja sehr sehr gering

Die Einstellung ggü der Umweltzerstörung, die mit einem Flughafen verbunden ist hängt bei Vielen davon ab, wie weit sie persöhnlich von der Umweltzerstörung weg wohnen.
Und ob diese abstrakte "Umweltzerstörung" dann zB heißt, dass die eigenen Kinder krank werden.
Heathrow wie Fraport liegen nunmal mittendrin in jeweils einem der am dichtesten besiedelten Gebiete ihrer Länder. München zB liegt da deutlich besser.
Wie auch viele der neueren Hubs weltweit die mind. 40-60km außerhalb von Bevölkerungszentren errichtet wurden.
Ein neuer nationaler Mega-Hub-Airport wäre zB. mitten im platten Brandenburg prima aufgehoben.
Was wäre damit gewonnen? Ich müsste ja die dichtbesiedelten Gebiete erst man in den Hub auf der grünen Wiese feeden um sie in die Welt zu verteilen. Wäre der Umweltschutz da besser?
Der bliebe vermutlich gleich schlecht, da heute die Feeder in die bestehenden Hubs einfliegen.
Was sich dadurch verbessern könnte, wäre der Menschenschutz
Und Menschen sind ein Teil der Umwelt, der mir relativ nahe geht :)

Was mit dem Zuwachs der Bevölkerung rund um die Arbeitsplätze? Wäre man da nicht in kurzer zeit bei dem gleichen Problem?

Beim Ausbau in bestehenden Ballungsgebieten werden großflächig bestehende Wohngebiete mit Siedlungsbeschränkungen belegt. So werden Neubauten, Um- und Ausbauten verhindert.
Begründung: Den Menschen ist ein Leben unter diesen Umständen nicht mehr zumutbar.
Wie man sich vielleicht vorstellen kann, hilft das den Menschen, die dort bereits wohnten eher wenig und hat aus dem Blickwinkel des Ziels einer derartigen Maßnahme zusätzlich eine gewisse zynische Komponente...
Ich halte daher eine solche Beschränkung in einem Gebiet das heute noch nicht bewohnt wird für deutlich sinnvoller...

verglichen mit z.B. all den vielen neuen Wohn- und Gewerbegebieten an Ortsrändern (wobei im Ortskern die Häuser leerstehen) auch insgesamt gesehen vernachlässigbar klein.

#whataboutism ...

Aber klar: das ist ein Großprojekt und Flugzeuge stehen auch irgendwie für technischen Fortschritt und Stärke also trigerrt das die Linkspopulisten.

Ja, manchmal schon.
Wenn Linkspopulisten gegen Flughäfen sind, macht das aber jede Menge guter Gründe, dicht besiedelte Gebiete und große Hub-Flughäfen räumlich deutlich zu trennen, nicht weniger richtig :)
Eben, das gilt aber in alle Richtungen. Siehe Wachstum, da kann man auch anders herum argumentieren.
Wenn wir durch unseren Antrieb das Leben zu verbessern, Wohlstand erzeugen, es leichter zu haben, sicherer zu haben uns an den Klima- und Ressorcenabgrund gebracht hat könnte man im Gegenzug auch argumentieren, dass hat uns aber auch zu diesem Lebensstandard gebracht. Sonst würden wir entweder noch in Höhlen leben oder wären vielleicht auch schon weg.

Daher denke ich wird es auf absehbare Zeit Wachstum geben und innerhalb dieser Entwicklung werden wir uns bewegen (müssen) Sonst würde man beiseite geschoben. Ohne masterplan wird das nichts, da habe ich ein Stück weit kapituliert.

Wenn Sie hier statt Wachstum Innovation einsetzen, unterschreibe ich das sofort.
Wohlstand durch weiteres Wachstum ist kein Modell, das langsfristig umsetzbar ist. Wohlstand durch Innovation ( die wir hier in DE auf vielen Ebenen seit vielen Jahren vernachlässigen) dagegen schon


Dieser Beitrag wurde am 03.05.2019 15:55 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.05.2019 - 16:42 Uhr
Usercontrail55
User (888 Beiträge)
Wenn Sie hier statt Wachstum Innovation einsetzen, unterschreibe ich das sofort.
Wohlstand durch weiteres Wachstum ist kein Modell, das langsfristig umsetzbar ist. Wohlstand durch Innovation ( die wir hier in DE auf vielen Ebenen seit vielen Jahren vernachlässigen) dagegen schon
Wenn Sie das auf D beziehen, dann wird jedes Modell scheitern. Mit lokalem Umweltschutz kann man sich nicht aus dem globalen Szenario entkoppeln. Genausowenig wie aus der globalen Wirtschaft. Daher bleibt der Grundsatz, solange die Weltbevölkerung wächst und nicht alle auf einem sehr ähnlichen Wohlstandsniveau leben führt an der Wachstumstheorie kein Weg vorbei.
Da die Industrieländer den Wohlstand produzieren und in den Rest der Welt exportieren ist das schwer zu entkoppeln, es liegen eher unterschiedliche Geschwindigkeiten vor. Wer wie viel oder schnell wächst hängt eher von der Wettbewerbsfähigkeit ab, aber da der Markt als Ganzes wächst können alle wachsen.
Es scheint, der Mensch findet das Leben in Ballungsräumen zumutbar und zieht da hin, auch weil dort die Arbeit ist. Da der Ballungsraum London wächst muss auch die Transportlogistik mitwachsen. Es sei denn, alle schränken sich ein. Aber wie soll das gehen? Wenn ich Wohlstand durch Innovation erzeuge geht die Arbeit weiter zurück. Was macht der Mensch mit der Freizeit und dem Wohlstand? Das ist die Frage der Zukunft, bisher ohne Antwort oder Vision.

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2019 16:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.05.2019 - 16:57 Uhr
Userchris7891
User (711 Beiträge)
Wenn Sie hier statt Wachstum Innovation einsetzen, unterschreibe ich das sofort.
Wohlstand durch weiteres Wachstum ist kein Modell, das langsfristig umsetzbar ist. Wohlstand durch Innovation ( die wir hier in DE auf vielen Ebenen seit vielen Jahren vernachlässigen) dagegen schon
Wenn Sie das auf D beziehen, dann wird jedes Modell scheitern. Mit lokalem Umweltschutz kann man sich nicht aus dem globalen Szenario entkoppeln. Genausowenig wie aus der globalen Wirtschaft. Daher bleibt der Grundsatz, solange die Weltbevölkerung wächst und nicht alle auf einem sehr ähnlichen Wohlstandsniveau leben führt an der Wachstumstheorie kein Weg vorbei.
Da die Industrieländer den Wohlstand produzieren und in den Rest der Welt exportieren ist das schwer zu entkoppeln, es liegen eher unterschiedliche Geschwindigkeiten vor. Wer wie viel oder schnell wächst hängt eher von der Wettbewerbsfähigkeit ab, aber da der Markt als Ganzes wächst können alle wachsen.
Es scheint, der Mensch findet das Leben in Ballungsräumen zumutbar und zieht da hin, auch weil dort die Arbeit ist. Da der Ballungsraum London wächst muss auch die Transportlogistik mitwachsen. Es sei denn, alle schränken sich ein. Aber wie soll das gehen? Wenn ich Wohlstand durch Innovation erzeuge geht die Arbeit weiter zurück. Was macht der Mensch mit der Freizeit und dem Wohlstand? Das ist die Frage der Zukunft, bisher ohne Antwort oder Vision.

Ob wir Wohlstand in anderen Regionen erzeugen sehe ich nicht so. Siehe Landwirtschaft in Europa, die massiv die dortigen Lebensmittelpreise vor Ort in Afrika beeinträchtigt, weil wir es angeblich nötig hätten die Bauern zu subventionieren. Das ist aber falsch und nicht zielführend.

Weniger Subventionen heißt auch, es wird mehr vor Ort produziert und vor allem nur nach Bedarf. Die europäischen Bauern sollten nur für Europa produzieren. So könnten schon Umweltprobleme in der Landwirtschaft gemildert werden.

Innovationen haben schon immer dazu geführt, weniger arbeiten zu müssen. Siehe die industriellen Revolution. Aber es hat uns wirtschaftlich, effizienter und gesünder gemacht.

Dieser Beitrag wurde am 04.05.2019 00:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.05.2019 - 18:18 Uhr
Usercontrail55
User (888 Beiträge)
Wenn man der Definition von Wohlstand fogt, schon "...Grad der Versorgung von Personen, privaten Haushalten oder der gesamten Gesellschaft mit Gütern und Dienstleistungen ... als persönliches Wohlbefinden im Sinne von Lebensqualität verstanden..."
Was gebraucht wird für Mobilität, Versorgung mit Energie, Hygiene und sauberes Wasser und einer Bandbreite von Lebensmittel wird in der Regel mit Produkten erreicht, die die 3. Welt nicht selbst produziert. ZB in Afrika hat das eBanking über Handy zu einer unglaublichen Verbesserung der wirtschaftlichen Selbstbestimmung geführt.
Ja, Innovationen haben geholfen. Aber wir erreichen einen Grad, wo zuviel Arbeit auf Automation verlagert wird, die nicht an anderer Stelle kompensiert werden kann. Was machen wir damit?
Beitrag vom 03.05.2019 - 23:39 Uhr
Userhinterfrager2
selbstständig
User (206 Beiträge)

Da die Industrieländer den Wohlstand produzieren und in den Rest der Welt exportieren ist das schwer zu entkoppeln, es liegen eher unterschiedliche Geschwindigkeiten vor. Wer wie viel oder schnell wächst hängt eher von der Wettbewerbsfähigkeit ab, aber da der Markt als Ganzes wächst können alle wachsen.

Das ist eine ziemlich unhaltbare These. Nicht die Industrieländer produzieren den Wohlstand, die Industrieländer lassen sich den Wohlstand produzieren. Und leider vergessen Sie bei Ihrer These auch die gesamte Historie. Beginnend in der Kolonialzeit, da haben nämlich die "Industrieländer" durch brutalste Unterdrückung, die Grundlagen für die heutige "Aufteilung" in erste und dritte Welt gelegt. Und auch heute, wenn auch nicht mehr so brutal, dafür viel perfider, sorgt die erste Welt dafür, das sich daran auch nichts groß ändern kann.

Siehe das von @EricM genannte Beispiel mit der subventionierten, europäischen Landwirtschaft. Die dafür sorgt, dass die afrikanischen Landwirte in ihren eigenen Ländern, mit ihren eigenen Produkten nicht konkurrenzfähig sind!
Das ist doch pervers.

Und auch Ihrer Wachstumsthese, als Lösung der Probleme, möchte ich widersprechen. Wir haben keine Ressourcen für Wachstum mehr! Heute (03.05.2019) war der Tag, an dem wir bereits alle für 2019 eigentlich zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht haben. Anfang Mai!

Wachstum, die bin ich mit @EricM und anderen gleicher Meinung, können nur noch Innovationen sein. Innovationen die den Ressourcenverbrauch brachial verringern bzw. gegen null bringen.

Das wird aber nicht gehen, wenn wir - zurück zum Thema - nicht zeitgemäße Technik wie jetzige Flugzeugen (1000de in den Auftragsbüchern) und nicht zeitgemäße Infrastrukturen, wie Airports, immer weiter bauen - "wachsen" lassen.

Denn was ist denn das wirkliche Ziel dieser "Wachstumsgläubigkeit": den Menschen zu suggerieren, das es nur so geht und damit dem Wachstum der Wirtschaft nicht zu schaden. Allerdings nur der in den Industrieländern. Egal ob es der Menschheit insgesamt schadet.

Denn kein(e) einzige(r) unserer WirtschaftsführerInnen und PolitikerInnen ist doch ernsthaft daran interessiert, die Lebensverhältnisse der Menschen in der dritten Welt ernsthaft verbessern.

Oder glauben Sie das wirklich?

Ich bin bei einem mit Ihnen einer Meinung: Deutschland alleine wird da weltweit nicht viel bewegen können. Aber es könnte Vorbild sein - wie zum Beispiel Schweden, oder New York (mit dem Glasfassadenverbot).
Beitrag vom 03.05.2019 - 23:41 Uhr
Userhinterfrager2
selbstständig
User (206 Beiträge)
Korrektur:

das Beispiel mit der subventionierten Landwirtschaft kam von @chris7891. Sorry.
Beitrag vom 04.05.2019 - 10:22 Uhr
UserEricM
User (1415 Beiträge)
Wenn Sie hier statt Wachstum Innovation einsetzen, unterschreibe ich das sofort.
Wohlstand durch weiteres Wachstum ist kein Modell, das langsfristig umsetzbar ist. Wohlstand durch Innovation ( die wir hier in DE auf vielen Ebenen seit vielen Jahren vernachlässigen) dagegen schon
Wenn Sie das auf D beziehen, dann wird jedes Modell scheitern.

Ich meinte das durchaus global.
Die globalen Ressourcen-Restriktionen wirken auf alle Länder weltweit ein.
Ein lineares Wachstum, das wi bisher einen linear steigenden Ressourcenbedarf als gegeben voraussetzt, wird in Zukunft immer öfter scheitern.
Das hat noch nicht mal was mit Umweltschutz zu tun, sondern dass die Rohstoffe teurer werden.

Mit lokalem Umweltschutz kann man sich nicht aus dem globalen Szenario entkoppeln. Genausowenig wie aus der globalen Wirtschaft. Daher bleibt der Grundsatz, solange die Weltbevölkerung wächst und nicht alle auf einem sehr ähnlichen Wohlstandsniveau leben führt an der Wachstumstheorie kein Weg vorbei.

Selbst wenn das vorhersehbar eine Reduktion der Weltbevökerung auf deutlich unter eine Milliarde innerhalb der nächsten 100 Jahre bewirkt? Durch Kriege, Hungersnöte und Seuchen?
Denn genau das bedeutet "Klimakatastrophe".
Kriege um Lebensraum, Rohstoffe, Nahrung und Trinkwasser.
Ist wohl ein bisschen langfristig für manche, aber spätestens unsere Enkel werden noch in den so ausgelösten Kriegen kämpfen und sterben.

Da die Industrieländer den Wohlstand produzieren und in den Rest der Welt exportieren ist das schwer zu entkoppeln, es liegen eher unterschiedliche Geschwindigkeiten vor. Wer wie viel oder schnell wächst hängt eher von der Wettbewerbsfähigkeit ab, aber da der Markt als Ganzes wächst können alle wachsen.

Nur wenn man die benötigten Ressourcen als praktisch nicht begrenzt voraussetzt.
Was sie nicht sind.
Elektroautos werden zB noch nichtmal in Großserien produziert, da werden schon einige kritische Rohstoffe für Akkus und E-Motoren auf dem Weltmarkt knapp.

Es scheint, der Mensch findet das Leben in Ballungsräumen zumutbar und zieht da hin, auch weil dort die Arbeit ist. Da der Ballungsraum London wächst muss auch die Transportlogistik mitwachsen. Es sei denn, alle schränken sich ein. Aber wie soll das gehen?

Auch Heathrow ist ein Hub, wie Frankfurt, bei dem 50% (FRA 70%) der Fluggäste nur umsteigen.
Das hat mit der Größe des Ballungsraums nichts zu tun.
Hub-Funktion und Ziel:London könnte man durchaus entkoppeln.
Was aber nicht im Interesse der Betreibergesellschaft wäre.

Wenn ich Wohlstand durch Innovation erzeuge geht die Arbeit weiter zurück. Was macht der Mensch mit der Freizeit und dem Wohlstand? Das ist die Frage der Zukunft, bisher ohne Antwort oder Vision.

Das ist ein guter Punkt.
Und ich stimme zu: Genau diese Fragen müssen wir beantworten.

Dieser Beitrag wurde am 04.05.2019 10:26 Uhr bearbeitet.