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Beitrag vom 02.09.2026 - 11:38 Uhr
UserGB
User (1126 Beiträge)
Ballistische Raketen sind, bei aller Begeisterung für Raumfahrttechnik, bereits sowas von out, das ist 20. Jahrhundert. Die Frage ist doch im Kriegsfall nicht, ob sowas geht oder nicht geht, sondern wie oft es geht. Man sieht es ja bereits an den USA, dass selbst die nicht immer so lange können wie sie meinen wollen zu müssen, selbst wenn man den Trump-Verweigerungsbonus abzieht.

Die Realität des Kriegs sieht leider anders aus. Statt einzelner Faustschläge werden zuverlässige Nadelstiche geführt. So wie es derzeit gerade im vorgeblich so ruhigen Westeuropa praktiziert wird, mit besorgniserregender wachsender Tendenz. Vor den dazu bereits heute gehandelten drei- bis vierstelligen Zahlen pro Tag nimmt sich eine Plankapazität von wenigen Einzelstücken noch nicht mal wie eine Lachnummer aus, das ist schlicht Realitätsverweigerung und Mittelverschwendung.
Beitrag vom 03.09.2026 - 04:49 Uhr
Usermuckster
User (604 Beiträge)
Ballistische Raketen sind, bei aller Begeisterung für Raumfahrttechnik, bereits sowas von out, das ist 20. Jahrhundert.

In der Realität, die Sie einfach (wie immer in Ihren Kommentaren zu Rüstungsfragen) ausblenden, stellen ballistische Raketen das mit Abstand wichtigste taktische und strategische Wirkmittel dar.

Im laufenden Iran-Krieg und im Ukraine-Krieg richten sie den meisten Schaden an. 2020 hat Aserbaidschan just mit der LORA-Rakete, um die es hier geht, Armenien besiegt.

Es ist die Waffenkategorie, die am schwersten abzufangen ist, und die dem Verteidiger am meisten Kopfzerbrechen bereitet, weil die Vorwarnzeit am geringsten ausfällt; weil die Verteidigung schnell die eigenen Bestände an Abfangraketen auffrisst; und weil der Abfangerfolg einen erheblichen personellen, technischen und finanziellen Aufwand bedeutet.

Eine (1) LORA kostet $0.8 Mio.

Um eine (1) LORA abzuwehren, bräuchte ein potentieller Kriegsgegner—und zwar am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt—ein einsatzbereites LRAD-System wie das russische S-400. Kostenpunkt: $1,5 Mrd. Allein die 48N6DM-Rakete des S-400-Systems kostet $2 Mio. (Flugabwehrraketen werden übrigens immer in Paaren verschossen, um die Chance auf den Abfangerfolg zu erhöhen).

Damit ist auch die Frage beantwortet:

Die Frage ist doch im Kriegsfall nicht, ob sowas geht oder nicht geht, sondern wie oft es geht.

Es geht. Oft. Deutlich öfter und deutlich billiger, als bspw. Russland sich dagegen verteidigen könnte.

Was mit ein Grund ist, warum die Ukrainer gerade mit Hochdruck eigene ballistische Raketen entwickeln, und Moskau der A***h auf Grundeis geht. Denn Marschflugkörper und Drohnen lassen sich vergleichsweise leicht abfangen. Ballistische Raketen nicht.

Es ist auch der Grund dafür, dass der Iran weiter auf ballistische Raketen als Hauptwaffensystem setzt, und dass immer mehr Länder weltweit den Besitz solcher Raketen anstreben.

Man sieht es ja bereits an den USA, dass selbst die nicht immer so lange können wie sie meinen wollen zu müssen, selbst wenn man den Trump-Verweigerungsbonus abzieht.

Falls das auf den Iran-Krieg abzielt, war der Vergleich ein ziemliches Eigentor. Denn der Iran ist immer noch in der Lage, ballistische Raketen einzusetzen, manchmal dutzende Raketen auf einmal. Dieser Krieg beweist gerade, wie effektiv diese Waffenkategorie ist, und zeigt, warum Deutschland ihren Besitz anstrebt.

Die Realität des Kriegs sieht leider anders aus. Statt einzelner Faustschläge werden zuverlässige Nadelstiche geführt.

Wow.
Vorgetragen im Brustton der Überzeugung.
Und das in einem Sommer, in dem Russland bereits zehntausende Drohnen, Marschflugkörper und Raketen gegen die Ukraine eingesetzt hat, darunter im Monat August allein 85 ballistische Raketen.

Nein.

Die Realität des Krieges sieht so aus, dass man den Gegner mit Drohnen oder Marschflugkörpern in großer Zahl angreift, um seine Luftabwehr zu übersättigen, und gleichzeitig ballistische Raketen auf Hochwertziele abfeuert, damit diese auf jeden Fall ihr Ziel erreichen.

Mit dieser Taktik haben die Russen die Flugabwehr der Ukraine überwunden, deren Patriot-Flugabwehrraketen inzwischen aufgebraucht sind.

Mit dieser Taktik haben es auch die Iraner geschafft, den USA beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, etwa durch Zerstörung zweier Überhorizontradare für die Raketenabwehr.

So wie es derzeit gerade im vorgeblich so ruhigen Westeuropa praktiziert wird, mit besorgniserregender wachsender Tendenz.

Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.

Vor den dazu bereits heute gehandelten drei- bis vierstelligen Zahlen pro Tag nimmt sich eine Plankapazität von wenigen Einzelstücken noch nicht mal wie eine Lachnummer aus, das ist schlicht Realitätsverweigerung und Mittelverschwendung.

Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun; und was die Themen "Lachnummer" und "Realitätsverweigerung" anlangt, sagen wir einfach, es hat seinen Grund, dass man im Marinekommando Rostock zu anderen Schlüssen gelangt ist als Sie.
Beitrag vom 04.09.2026 - 20:17 Uhr
UserGB
User (1126 Beiträge)
Ballistische Raketen sind, bei aller Begeisterung für Raumfahrttechnik, bereits sowas von out, das ist 20. Jahrhundert.

In der Realität, die Sie einfach (wie immer in Ihren Kommentaren zu Rüstungsfragen) ausblenden, stellen ballistische Raketen das mit Abstand wichtigste taktische und strategische Wirkmittel dar.

Jeder ist überzeugt das Richtige zu tun. Meist so lange, bis die Realität das Gegenteil belegt. Die Effizient eines Produkts hängt doch nicht von der gewünschten Wirksamkeit ab.



Im laufenden Iran-Krieg und im Ukraine-Krieg richten sie den meisten Schaden an.

Was den ukrainischen Gegenschläge betrifft ist das definitv unzutreffend. Die russische Marine hat
sich nicht wegen ballistischer Raketen zurückgezogen.


Es ist die Waffenkategorie, die am schwersten abzufangen ist

Noch. Mit Einsatz der Laserwaffen werden ballistische Flugkörper sehr viel leichter als wendige Drohnen und auf sehr viel grössere Distanz getroffen werden können.


weil die Verteidigung schnell die eigenen Bestände an Abfangraketen auffrisst

Aha, nur bei den Gegnern, oder auch bei uns selbst?


und weil der Abfangerfolg einen erheblichen personellen, technischen und finanziellen Aufwand bedeutet.

Das ist schlicht unzutreffend. Personell sind 100 ungelernte Ftohnenpiloten schneller zu bekommen als 1 monatelang ausgebildeter Radarspezialist, und finanziell sind die typischen Billigdrohnen effektiver als hochkomplexe und deshalb teure Einzelprodukte.


Eine (1) LORA kostet $0.8 Mio.

Um eine (1) LORA abzuwehren, bräuchte ein potentieller Kriegsgegner—und zwar am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt—ein einsatzbereites LRAD-System wie das russische S-400. Kostenpunkt: $1,5 Mrd. Allein die 48N6DM-Rakete des S-400-Systems kostet $2 Mio. (Flugabwehrraketen werden übrigens immer in Paaren verschossen, um die Chance auf den Abfangerfolg zu erhöhen).

q.e.d.


Es geht. Oft. Deutlich öfter und deutlich billiger, als bspw. Russland sich dagegen verteidigen könnte.

Ja, deshalb ist die Ukraine auch auf dem Vormarsch und Russland auf dem Rückzug.


Was mit ein Grund ist, warum die Ukrainer gerade mit Hochdruck eigene ballistische Raketen entwickeln, und Moskau der A***h auf Grundeis geht. Denn Marschflugkörper und Drohnen lassen sich vergleichsweise leicht abfangen. Ballistische Raketen nicht.

Die spektakulär erfolgreichen Schläge gegen geparkte Flugzeuge und diverse Marineeinheiten wurden von Drohnen und nicht von Raketen ermöglicht. Die russische Hyperschallrakete wurde zwar durch Abfangraketen und nicht durch Drohnen abgewehrt, ist aber offenbar bisher zu teuer für eine Wiederholung. Und wenn ein Rakete durchkommt, dann ist die Wirkung oft nicht signifikant stärker als die von schwereren Drohnen.


Es ist auch der Grund dafür, dass der Iran weiter auf ballistische Raketen als Hauptwaffensystem setzt, und dass immer mehr Länder weltweit den Besitz solcher Raketen anstreben.

Das ist kein wirkliches Argument. Dieselben Länder haben voller Überzeugung auch verwanzte Kommunikationstechnik eines deutschen Geheimdienstes gekauft.


Man sieht es ja bereits an den USA, dass selbst die nicht immer so lange können wie sie meinen wollen zu müssen, selbst wenn man den Trump-Verweigerungsbonus abzieht.
Falls das auf den Iran-Krieg abzielt, war der Vergleich ein ziemliches Eigentor. Denn der Iran ist immer noch in der Lage, ballistische Raketen einzusetzen, manchmal dutzende Raketen auf einmal. Dieser Krieg beweist gerade, wie effektiv diese Waffenkategorie ist, und zeigt, warum Deutschland ihren Besitz anstrebt.

Man könnte aber auch argmentieren, dass auf US-Seite zu wenig Abfangtechnik vorhanden war. Wenn sich sowas nicht einmal die USA leisten können, dann sollten wir unser Geld nicht dafür ausgeben.
Beitrag vom 05.09.2026 - 20:06 Uhr
UserStäbchen
User (14 Beiträge)
Ballistische Raketen sind, bei aller Begeisterung für Raumfahrttechnik, bereits sowas von out, das ist 20. Jahrhundert.

In der Realität, die Sie einfach (wie immer in Ihren Kommentaren zu Rüstungsfragen) ausblenden, stellen ballistische Raketen das mit Abstand wichtigste taktische und strategische Wirkmittel dar.

Jeder ist überzeugt das Richtige zu tun. Meist so lange, bis die Realität das Gegenteil belegt. Die Effizient eines Produkts hängt doch nicht von der gewünschten Wirksamkeit ab.

Von was dann?




Im laufenden Iran-Krieg und im Ukraine-Krieg richten sie den meisten Schaden an.

Was den ukrainischen Gegenschläge betrifft ist das definitv unzutreffend. Die russische Marine hat
sich nicht wegen ballistischer Raketen zurückgezogen.

Dass die Russische Marine sich hat zurückziehen können spricht nicht gerade für die Drohnen-Methode der Ukrainer aber was besseres haben die halt nicht. Wir schon.



Es ist die Waffenkategorie, die am schwersten abzufangen ist

Noch. Mit Einsatz der Laserwaffen werden ballistische Flugkörper sehr viel leichter als wendige Drohnen und auf sehr viel grössere Distanz getroffen werden können.

Was für eine absurde Behauptung.

Hast du mal einen Pulverbett 3D Drucker in Aktion gesehen?



weil die Verteidigung schnell die eigenen Bestände an Abfangraketen auffrisst

Aha, nur bei den Gegnern, oder auch bei uns selbst?

Natürlich nur bei uns nachdem der Gegner garkeine Abfangraketen mit dieser Fähigkeit besitzt.
In der Radartechnologie hängt Russland übrigens auch ziemlich weit hinterher.



und weil der Abfangerfolg einen erheblichen personellen, technischen und finanziellen Aufwand bedeutet.

Das ist schlicht unzutreffend. Personell sind 100 ungelernte Drohnenpiloten schneller zu bekommen als 1 monatelang ausgebildeter Radarspezialist, und finanziell sind die typischen Billigdrohnen effektiver als hochkomplexe und deshalb teure Einzelprodukte.

Der 'Radarspezialist' von heute wird genauso durch bunte PowerPoints ausgebildet wie der Drohnenpilot nur hängt es beim 'Radarspezialisten' eben kaum bis garnicht von persönlichem Geschick und Erfahrung ab ob er trifft oder nicht.


Drohnen sind halt technisch primitiv und (nur) deswegen kommen sie im Ukraine-Krieg so prominent zur Anwendung.

Der Ukrainekrieg ist ein Stellvertreterkrieg und wird wie jeder Stellvertreterkrieg von der dritten Partei lediglich dazu genutzt den Gegner auszuspionieren und abzunutzen wobei das nur natürlich geht wenn der Krieg lange dauert und man sich selbst nicht auch ausspähen lässt d.h. frontnahe Hightech-Systeme für die Ukraine sind nicht drin und dementsprechend kann keiner mit "aber die UkRaINe!?" argumentieren denn die westliche luftgestützte Doktrin kam dort einfach nicht zum Einsatz und wird es auch nie.
Beitrag vom 06.09.2026 - 00:37 Uhr
Usermuckster
User (604 Beiträge)
@GB

Jeder ist überzeugt das Richtige zu tun. Meist so lange, bis die Realität das Gegenteil belegt.

Sie sind überzeugt, das Richtige zu behaupten, obwohl die Realität das Gegenteil belegt, insofern ist das eine bemerkenswerte Replik. Und außerdem eine bemerkenswerte Aneinanderreihung von Gemeinplätzen.

Die Effizient eines Produkts hängt doch nicht von der gewünschten Wirksamkeit ab.

Eben. Und ballistische Raketen bieten den meisten "bang for the buck", wie es zynisch heißt.

Was den ukrainischen Gegenschläge betrifft ist das definitv unzutreffend.

1. Und die russischen Angriffe klammern Sie hier bewusst aus, weil …?
(Abgesehen davon, dass sie Ihr Narrativ widerlegen?)

2. Die Ukraine verfügt zurzeit über keine ballistischen Raketen, schon gar nicht in dem Reichweitenband, um das es hier geht; die geringen Bestände an 9K79 Totschka und ATACMS sind aufgebraucht; eben deswegen verfolgt man gerade mit Hochdruck ein eigenes Raketenprogramm. Insofern ist diese Feststellung völlig belanglos.

Die russische Marine hat sich nicht wegen ballistischer Raketen zurückgezogen.

Die russische Marine hat sich nicht zurückgezogen. Die Mehrzahl der Schiffe ihrer Schwarzmeerflotte wurde durch Seezielflugkörper oder Überwasserdrohnen versenkt bzw. unbrauchbar. Was hier aber komplett unerheblich ist, denn Russland ist eine Landmacht, keine Seemacht, und die Schwarzmeerflotte hat niemals eine operative oder gar strategische Rolle in diesem Krieg gespielt.

Dieser Krieg wird am Land und in der Luft entschieden, wobei der Krieg in der Luft hauptsächlich dazu dient, die Versorgung der jeweils gegnerischen Landstreitkräfte zu unterbinden—entweder unmittelbar, durch Vernichtung von Versorgungsgütern und Transportmitteln, oder indirekt, durch die Schädigung der gegnerischen Kriegswirtschaft.

Noch. Mit Einsatz der Laserwaffen werden ballistische Flugkörper sehr viel leichter als wendige Drohnen und auf sehr viel grössere Distanz getroffen werden können.

Wo sind die Laser zur Abwehr ballistischer Raketen, an denen schon seit den 1980ern gearbeitet wird? Warum erreichen sie nicht die militärische Einsatzreife? Warum beschaffen zurzeit so viele Staaten raketengestützte BMD- und TBMD-Systeme? Und warum haben die USA die Entwicklung des "fliegenden Lasers" Boeing YAL-1 mit dem Argument eingestellt, dass das System, sollte es überhaupt jemals die Einsatzreife erlangen, zu unpraktisch und teuer sei, um die weitere Entwicklung zu rechtfertigen, und stattdessen auf die THAAD-Abfangrakete gesetzt?

Achso, ich weiß schon: "Jeder ist überzeugt das Richtige zu tun. Meist so lange, bis die Realität das Gegenteil belegt." Mit dieser Argumentation sind Sie hier schon öfter aufgefallen: Die Entscheidungsträger haben allesamt keine Ahnung, und die Vertreter der Industrie sind samt und sonders Lügner. Isso! Da fällt mir stets dieser Witz über den Falschfahrer ein, der im Radio die Warnung hört und sich denkt: "Ein Geisterfahrer? Mir kommen tausende entgegen!"

Man sollte nicht auf jeden Artikel hüpfen, den irgendein enthusiastischer Volontär ohne Sachkenntnis in die Tasten gehauen hat. Nicht alles, was theoretisch möglich ist, lässt sich auch militärisch sinnvoll anwenden, aber vor allem: Bereits die Physik setzt Energiewaffen Grenzen, die bisher noch nicht überwunden werden konnten. Selbst die Luftfeuchtigkeit mindert ihre Effektivität.

Ihr "Noch" wird noch lange dauern.

Aha, nur bei den Gegnern, oder auch bei uns selbst?

Warum sollte der Einsatz ballistischer Raketen durch Deutschland die deutschen Bestände an Abfangraketen reduzieren? Dieser Einwand ergibt keinen Sinn.

Das ist schlicht unzutreffend. Personell sind 100 ungelernte Ftohnenpiloten schneller zu bekommen als 1 monatelang ausgebildeter Radarspezialist, und finanziell sind die typischen Billigdrohnen effektiver als hochkomplexe und deshalb teure Einzelprodukte.

Nein. Bereits die erste Behauptung ist schlichtweg falsch. Ich hatte Ihnen neulich schon mal Lesestoff angeboten, Erfahrungsberichte aus dem Ukrainekrieg und Analysen von Experten, z.B.:

warontherocks.com/i-fought-in-ukraine-and-heres-why-fpv-drones-kind-of-suck/

researchcentre.army.gov.au/library/land-power-forum/drone-warfare-ukraine-myths-operational-reality-part-1

researchcentre.army.gov.au/library/land-power-forum/drone-warfare-ukraine-myths-operational-reality-part-2

Bei Bedarf gerne noch mehr Empfehlungen—obwohl Sie anscheinend nichts davon gelesen haben, sonst wüssten Sie, dass Sie einem Irrtum erlegen sind.

Die Leute, die sie anwenden, und die Leute, die diese Anwendung untersuchen, sagen klipp und klar:

Drohnen ersetzen konventionelle Wirkmittel nicht, sondern ergänzen sie nur.
Sie verringern den Personal- und Ausbildungsaufwand nicht, sondern vergrößern ihn.
Ihr logistischer Fußabdruck ist disproportional groß.
Und sie sind wesentlich ineffizienter, als die Propaganda beider Seiten glauben machen will.

Allein dass Sie ballistische Raketen und die "typischen Billigdrohnen" hinsichtlich Einsatzzweck und Wirkung für beliebig austauschbar halten, sagt eigentlich alles.

q.e.d.

Was meinen Sie, hier bewiesen zu haben?

*Sie* hatten die Sinnhaftigkeit der Anschaffung ballistischer Raketen mit scharfen Worten infrage gestellt, und ich hatte mit einer kleinen Rechnung *bewiesen*, dass die Abwehr ballistischer Raketen Unsummen verschlingt. Gerade das spricht aber doch für ballistische Raketen, ist tatsächlich eines der wichtigsten Argumente für ihre Anschaffung.

Denn Krieg ist nicht Piffpaffpuff, Krieg ist der Versuch, den Gegner gewaltsam zum Einlenken zu bewegen, was in der Realität immer bedeutet, ihm die Erkenntnis abzunötigen, dass er sich die Fortführung des Krieges nicht leisten kann.

Anders gesagt, es geht darum, den Gegner zu zwingen, mehr Geld auszugeben, als man selbst ausgibt.

Aus diesem Grund beschafft Deutschland zurzeit weitreichende Marschflugkörper (Tomahawk), Drohnen (OWE500), künftig hypersonische Gleiter (mit Großbritannien), und eben auch ballistische Raketen: Ein möglicher Aggressor soll anfangen zu rechnen, und beim Rechnen ins Grübeln kommen, ob er es sich überhaupt leisten kann, einen Krieg anzufangen, weil ihn der Gegenschlag buchstäblich teuer zu stehen käme.

Jede dieser Waffen bzw. Waffenkategorien hat spezifische Vor- und Nachteile sowie spezifische Einsatzzwecke, und damit eine Daseinsberechtigung. Sie sind nicht beliebig austauschbar.

Ja, deshalb ist die Ukraine auch auf dem Vormarsch und Russland auf dem Rückzug.

Die ukrainische Armee verfügt über keine ballistischen Raketen mehr. Die wenigen eigenen Kurzstreckenraketen aus Sowjetzeiten waren bereits 2023 alle verschossen; die von den Amerikanern erhaltenen ATACMS-Raketen standen immer nur in Kleinstmengen zur Verfügung.

Darüber hinaus offenbaren solche Kommentare lediglich mangelndes Sachwissen.

Selbst wenn nämlich die Ukrainer ballistische Raketen in ausreichender Zahl zur Verfügung hätten, würde dieser Umstand allein ihnen nicht den "Vormarsch" erlauben, wie auch umgekehrt der regelmäßige Einsatz ballistischer Raketen durch Russland nicht zu nennenswerten Gebietsgewinnen führt.

Weder Raketen noch auch nur Drohnen erobern und halten Räume.

Die spektakulär erfolgreichen Schläge gegen geparkte Flugzeuge und diverse Marineeinheiten wurden von Drohnen und nicht von Raketen ermöglicht.

Die Ukrainer haben zurzeit keine ballistischen Raketen. Ich nannte als Beispiele Russen, Iraner und Aserbaidschaner. Ihre Rosinenpickerei wirkt nur noch infantil. Umso öfter Sie dem Argument ausweichen, desto deutlicher tritt es hervor.

Davon abgesehen, sollten Sie sich einmal fragen, wieso die ukrainische Operation Spinnennetz, so beeindruckend sie war, keine Wiederholung gefunden hat.

Die russische Hyperschallrakete wurde zwar durch Abfangraketen und nicht durch Drohnen abgewehrt, ist aber offenbar bisher zu teuer für eine Wiederholung. Und wenn ein Rakete durchkommt, dann ist die Wirkung oft nicht signifikant stärker als die von schwereren Drohnen.

1. Die 9M729 Oretschnik ist nicht die einzige ballistische Rakete, die Russland einsetzt, sie ist lediglich die einzige Interkontinentalrakete (und vor allem ist sie ein reines Propagandainstrument).

2. Allein im August hat Russland 85 ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt, v.a. die (mit LORA ungefähr vergleichbare) 9K720 Iskander. *Keine* dieser Raketen wurde abgefangen. Bevor den Ukrainern die Abfangraketen ausgingen, lag die Abfangquote bei etwa 15%.

3. *Keine* der in diesem Krieg eingesetzten Drohnen erreicht auch nur ansatzweise das Potential einer ballistischen Rakete. Die am häufigsten eingesetzte russische Drohne, die Geran-2 (Abfangquote: 87% im ersten Halbjahr 2026), trägt einen 90 kg-Gefechtskopf, ist leicht aufzuklären und bestenfalls 110 kn schnell. Die Iskander-Rakete trägt, je nach Ausführung, bis 600 kg Sprengstoff und kommt mit vielfacher Schallgeschwindigkeit angerauscht. Zu behaupten, dass die "Wirkung oft nicht signifikant stärker als die von schwereren Drohnen" sei, ist da einfach absurd.

Das ist kein wirkliches Argument. Dieselben Länder haben voller Überzeugung auch verwanzte Kommunikationstechnik eines deutschen Geheimdienstes gekauft.

Dass die Iraner ihre Raketen auch einsetzen, und zwar militärisch wirksam einsetzen, haben Sie mitbekommen? Was ist das überhaupt für ein sonderbarer Einwand? Durchdringen Sie die Logik Ihrer eigenen Kommentare eigentlich selbst?

Man könnte aber auch argmentieren, dass auf US-Seite zu wenig Abfangtechnik vorhanden war. Wenn sich sowas nicht einmal die USA leisten können, dann sollten wir unser Geld nicht dafür ausgeben.

Sehen Sie wirklich nicht, dass Sie gerade bekräftigt haben, dass die Beschaffung ballistischer Raketen *sinnvoll* ist? Ballistische Raketen wie LORA sind eine Angriffswaffe. Es geht hier nicht um "Abfangtechnik", es steht auch nicht der Kauf von Abfangraketen durch Deutschland zur Debatte.

Und wenn sich nun, wie Sie schreiben, nicht einmal die Amerikaner die Abwehr ballistischer Raketen leisten könnten, dann dürfte kaum ein Land dazu in der Lage sein, was die Wirksamkeit dieser Waffenkategorie unterstreicht und somit zeigt, warum Deutschland ballistische Raketen beschaffen wird.

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2026 07:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.09.2026 - 11:57 Uhr
UserGB
User (1126 Beiträge)
Ihr Argument ist im Prinzip das althergebrachte "weil alle es wollen, muss es das Richtige sein".

Dass ballistische Raketen nicht wirkungslos sind, das behauptet hier doch auch niemand. Die Frage war, wie effektiv sie sind. Ballistische Raketen sind das Mittel der Wahl für punktuelle Zerstörung. Die Zerstörung der Ukraine in der Fläche erfolgte im wesentlichen aber nicht durch solche einzelnen Raketen. Die Betonung liegt auf "im wesentlichen".

Der Frontverlauf wurde durch dieses Mittel praktisch nicht beeinflusst. Dass Russland nach seinen Überraschungserfolgen vor Ort langsam bis gar nicht vorankommt liegt am Potential der Drohnen - Raketen hatte die Ukraine ja kaum, wie Sie selbst darlegen.

Dass die Rüstungsindustrie auf Grossprojekte setzt ist ja verständlich. Aber es ist deshalb noch lange nicht das Beste für die Verteidigung. Und angreifen will die Bundesrepublik erklärtermassen ja gar nicht.

Und zu Ihrer technischen Information über Laserwaffen: Deren Probleme, die zu den von Ihnen geschilderten Aussagen führten, waren grösstenteils die mangelnde Versorgung mit elektrischer Energie. So wie in der Luftfahrt die ersten Strahltriebwerke enorm durstig waren und vo Generation zu Generation sparsamer wurden, so ist es auch bei Lasern. Sogar mit einem wichtigen Unterschied, dass unser Weltmarktführer in Lasertechnik bis vor kurzem explizit null Neigung zeigte, sich in diesem Bereich militärisch zu engagieren. Dass Drohnen und andere Fluggeräte mit Laser zerstörbar sind, ist schon heute nachgewiesen. Dass dabei der Wettlauf "weiter, grösser, schneller" gerade angefangen hat, weiss auch jeder.

Ganz abgesehen davon haben ballistische Objekte noch einen ganz besonderen Nachteil: Die Vorausberechenbarkeit ihrer Flugbahn. Kleine, wenige Objekte haben noch kaum angefangen, diesen Vorteil zu nutzen.

So, ich finde, damit ist eigentlich alles gesagt, was gesagt werden kann, Neueres wird von mir nicht kommen, deshalb: over & end.