Community / / Passagier zu betrunken für Flieger

Beitrag 1 - 11 von 11
Beitrag vom 25.03.2025 - 05:52 Uhr
Userfliegerschmunz
User (900 Beiträge)
Kritik an aero.de
Dass man bei DPA eine falsche Vorstellung der Bedeutung des Wortes Startabbruch hat, kann ich nachvollziehen. Dass man hier so etwas 1:1 übernimmt, erhält ein deutliches "should improve".
Beitrag vom 25.03.2025 - 09:56 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4188 Beiträge)
Kritik an aero.de
Dass man bei DPA eine falsche Vorstellung der Bedeutung des Wortes Startabbruch hat, kann ich nachvollziehen. Dass man hier so etwas 1:1 übernimmt, erhält ein deutliches "should improve".

Im Text steht 'hat den Start abgebrochen'!? Wie soll man das Abbrechen des Rollens zur Startbahn (ist doch m.E. ein Bestandteil des Starts) denn sonst bezeichnen?

In der Raumfahrt wird doch ein Beenden eines Starts, selbst wenn der Countdown noch nicht mal läuft, auch als Abbruch bezeichnet.
Beitrag vom 25.03.2025 - 10:42 Uhr
Usermpilot
User (659 Beiträge)
Der Pilot entschied sich daraufhin, mit seiner Maschine am Sonntagabend am Boden zur Startposition umzukehren und den Passagier vom Flug auszuschließen.
Im Text steht 'hat den Start abgebrochen'!? Wie soll man das Abbrechen des Rollens zur Startbahn (ist doch m.E. ein Bestandteil des Starts) denn sonst bezeichnen?

So lange der Flieger sich nicht an einer RWY holding position befindet und somit i.A. auch noch keine Startfreigabe erhalten hat, kann man nicht von einem Startabbruch sprechen. Dass der Pilot dann zur Startposition umkehrte ist auch total daneben, denn die TKF position befindet sich auf der RWY und nicht im Terminal. Und dann noch Rückkehr am Boden, wo denn sonst. Fliegerschmunz liegt da völlig richtig mit seiner Kritik. Der Artikel hat allenfalls Greti&Pleti Niveau.

Dieser Beitrag wurde am 25.03.2025 10:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.03.2025 - 12:00 Uhr
UserBlotto
User (423 Beiträge)
Im Text steht 'hat den Start abgebrochen'!? Wie soll man das Abbrechen des Rollens zur Startbahn (ist doch m.E. ein Bestandteil des Starts) denn sonst bezeichnen?

Naja, als Rollen. Starten (auch "Takeoff", das ist englisch und bedeutet so viel wie Starten) ist es ab TO Power bis die Räder in der Luft sind.

Beitrag vom 25.03.2025 - 14:07 Uhr
UserGB
User (973 Beiträge)
@mpilot
Sie liegen mit dieser Griffelspitzerei falsch. JordanPensionär hat es treffend formuliert. Zum Startprozeß gehört nicht nur das eigentliche Starten mit Beschleunigen, Rotieren und Abheben, sondern auch alle Vorgänge seit dem selbständigen Rollen nach dem Abdocken.

Aber wenn man schon sprachlich präzisieren will dann versteht man tatsächlich unter Startabbruch etwas leicht anderes als unter Start abgebrochen. Unter dem gängigen Begriff Startabbruch versteht man in Fachkreisen tatsächlich nur das abrupte Abbrechen der Beschleunigung auf der Startbahn. Der weiter gefaßte Begriff vom abgebrochenen Start beinhaltet dagegen wie oben gesagt den gesamten Prozeß seit der Abnabelung des Flugzeugs vom Terminal.

Der aero-Artikel verwendet genau die Verallgemeinerung: "hat ein Pilot ... den Start seiner Maschine abgebrochen". Vom präziseren Startabbruch steht da nix.

Also wenn man sich schon auf präzise Formulierung beruft, dann bitte auch selber präzise formulieren und sprachliche Schärfe nicht mit unscharfen Begriffen einforden.


Beitrag vom 25.03.2025 - 18:40 Uhr
Usermpilot
User (659 Beiträge)
@mpilot
Sie liegen mit dieser Griffelspitzerei falsch. JordanPensionär hat es treffend formuliert. Zum Startprozeß gehört nicht nur das eigentliche Starten mit Beschleunigen, Rotieren und Abheben, sondern auch alle Vorgänge seit dem selbständigen Rollen nach dem Abdocken.

Aber wenn man schon sprachlich präzisieren will dann versteht man tatsächlich unter Startabbruch etwas leicht anderes als unter Start abgebrochen. Unter dem gängigen Begriff Startabbruch versteht man in Fachkreisen tatsächlich nur das abrupte Abbrechen der Beschleunigung auf der Startbahn. Der weiter gefaßte Begriff vom abgebrochenen Start beinhaltet dagegen wie oben gesagt den gesamten Prozeß seit der Abnabelung des Flugzeugs vom Terminal.

Der aero-Artikel verwendet genau die Verallgemeinerung: "hat ein Pilot ... den Start seiner Maschine abgebrochen". Vom präziseren Startabbruch steht da nix.

Also wenn man sich schon auf präzise Formulierung beruft, dann bitte auch selber präzise formulieren und sprachliche Schärfe nicht mit unscharfen Begriffen einforden.


@GB
Ihre Deutung des Wortes Start für den Luftfahrtbereich passt bei Greti&Pleti, die starten ihre Reise, während der Pilot ab rampe die departure mit Freigabe zum Rollen beginnt, was auch so in der timetable angezeigt wird. Die Begrifflichkeit TKOF/Start wird erst bei der entsprechenden clearance verwendet. Der Pilot hat somit den Abflug abgebrochen und nicht den Start. Jedenfalls ist dem Bericht nicht zu entnehmen, dass er bereits auf der RWY beschleunigte.

Dieser Beitrag wurde am 25.03.2025 18:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.03.2025 - 18:50 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4188 Beiträge)
@mpilot
Sie liegen mit dieser Griffelspitzerei falsch. JordanPensionär hat es treffend formuliert. Zum Startprozeß gehört nicht nur das eigentliche Starten mit Beschleunigen, Rotieren und Abheben, sondern auch alle Vorgänge seit dem selbständigen Rollen nach dem Abdocken.

Aber wenn man schon sprachlich präzisieren will dann versteht man tatsächlich unter Startabbruch etwas leicht anderes als unter Start abgebrochen. Unter dem gängigen Begriff Startabbruch versteht man in Fachkreisen tatsächlich nur das abrupte Abbrechen der Beschleunigung auf der Startbahn. Der weiter gefaßte Begriff vom abgebrochenen Start beinhaltet dagegen wie oben gesagt den gesamten Prozeß seit der Abnabelung des Flugzeugs vom Terminal.

Der aero-Artikel verwendet genau die Verallgemeinerung: "hat ein Pilot ... den Start seiner Maschine abgebrochen". Vom präziseren Startabbruch steht da nix.

Also wenn man sich schon auf präzise Formulierung beruft, dann bitte auch selber präzise formulieren und sprachliche Schärfe nicht mit unscharfen Begriffen einforden.


@GB
Ihre Deutung des Wortes Start für den Luftfahrtbereich passt bei Greti&Pleti, die starten ihre Reise, während der Pilot ab rampe die departure mit Freigabe zum Rollen beginnt, was auch so in der timetable angezeigt wird. Die Begrifflichkeit TKOF/Start wird erst bei der entsprechenden clearance verwendet. Der Pilot hat somit den Abflug abgebrochen und nicht den Start. Jedenfalls ist dem Bericht nicht zu entnehmen, dass er bereits auf der RWY beschleunigte.

OMG ð??"
Beitrag vom 26.03.2025 - 11:34 Uhr
Usercogito.ergo.sum
User (118 Beiträge)
Ich verstehe einige Beiträge der Diskussion nicht so ganz. Weder die Parallelen zur Raumfahrt, noch die â??Fachkreiseâ??, die den Begriff des Abnabelns bemühen, noch, dass diese ominöse Abnabelung auf irgendwelchen nicht weiter definierten timetables verewigt wird.
Ein Startabbruch setzt einen begonnen Startlauf voraus, der wiederum einer Starfreigabe, also dem deutschen Pendant zur Take Off Clearance, bedarf. Dem Voran geht ein Rollvorgang mit Rollfreigabe und ein zurückstoßen und Starten der Triebwerke. Letzteres markiert die Off Block Time (hier bin ich mir nicht sicher, wie der deutsche Terminus ist). Das ist die Zeit, die auch auf Tickets oder Anzeigetafeln am Flughafen oder sonst wo angezeigt wird und was vielleicht weiter oben als â??timetableâ?? bezeichnet wurde.
Im Prinzip ist das auch alles nicht so kriegsentscheidend, denn letztlich ist das hier ein Ort für überwiegend interessierte Laien, denen die genaue Definition der verwendeten Begriffe herzlich egal sein kann. Und wer doch etwas tiefer tauchen möchte, kannâ??s dank Easy Access Rules ganz â??easyâ?? auf der EASA Website nachlesen. Aber so, wie es im Artikel steht, ist es eben irreführend für alle, die die korrekte Definition von Start anwenden.

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2025 11:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.03.2025 - 12:44 Uhr
UserPilot_Copilot
IT-Admin
User (4 Beiträge)
Uihhhh, da haben ja einige mehr als genug Zeit übrig ;-)
Beitrag vom 31.03.2025 - 12:41 Uhr
UserMHalblaub
User (1296 Beiträge)
Interessant wäre noch gewesen zu lesen, was die Kommentatoren selbst geschrieben hätten, um die Situation kurz und prägnant zu beschreiben.

Es sollte Personen mit Fachwissen aus dem Zusammehang erkenntlich sein, wann ein Terminus technicus verwendet wird und wann nicht.
Beitrag vom 31.03.2025 - 22:22 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4188 Beiträge)
Interessant wäre noch gewesen zu lesen, was die Kommentatoren selbst geschrieben hätten, um die Situation kurz und prägnant zu beschreiben.

Ich hätte geschrieben, da der Flieger bereits auf dem Rollweg zur Startbahn war, dass das Cockpit den Start abgebrochen hat und zum Terminal zurück gekehrt ist.

Was damit gemeint ist, was genau geschehen ist hätte und hat wohl jeder verstanden - Laien und m.E. auch die Insider.

Ich glaube niemand hat durch die Verwendung des Terminus "Startabbruch" - im Kontext des Geschehens - geglaubt das der Flieger bereits auf der Startbahn und am Beschleunigen war.

Es sollte Personen mit Fachwissen aus dem Zusammehang erkenntlich sein, wann ein Terminus technicus verwendet wird und wann nicht.