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Beitrag vom 17.05.2015 - 12:10 Uhr
UserHöhenflieger
User (159 Beiträge)
"Ein Unternehmen mit mehr als 9.000 Arbeitsplätzen zu vernichten" sei am Ende aber auch nicht im Interesse der Bundesregierung. Das sagt uns der Herr Pichler. Was will er uns denn damit suggeriern?

Die Bundesregierung wäre schuld daran, wenn AirBerlin pleite geht!

Er hofft nun also "in letzter Instanz" mit dem Druckmittel der "Sozialen Verantwortung" auf die Hilfe der Bundesregierung ... ansonsten ist der Laden ein Fall für den Insolvenzverwalter. Na dann muss es wirklich 1 Sekunde vor 12 sein für AirBerlin und die dann 9000 neuen Kandidaten für die Bundesagentur für Arbeit, wenn dem Herrn Pichler keine anderen Optionen zur Rettung von AB mehr einfallen als auf die Hilfe des Bundes zu setzen.
Beitrag vom 17.05.2015 - 12:45 Uhr
Userdc10-4ever
Mechatronik Ingenieur/Fraunhofer Institut
User (19 Beiträge)
Wir sind nun mal,zumindest offiziell,eine soziale Marktwirtschaft.Der Rahmen für das wirtschaftliche Handeln wird vom Staat vorgegeben und manchmal muss man ihn halt auch ändern.Insbesondere wenn 9000Mal fettes Arbeitslosengeld fällig wird.Einfache Rechnung denke ich
Beitrag vom 17.05.2015 - 13:51 Uhr
UserRunway
User (2730 Beiträge)
Wir sind nun mal,zumindest offiziell,eine soziale Marktwirtschaft.Der Rahmen für das wirtschaftliche Handeln wird vom Staat vorgegeben und manchmal muss man ihn halt auch ändern.Insbesondere wenn 9000Mal fettes Arbeitslosengeld fällig wird.Einfache Rechnung denke ich
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Richtig, gelegentlich muß man. Nur wann genau?
Zunächst einmal wünsche ich wirklich allen AB-Beschäftigten das es diesmal gelingt. Nachdem wohl das ganze Tafelsilber verscherbelt ist bleiben da Zweifel. Sollte es endgültig nicht gelingen stellt sich die Frage ob die Millionnen Pasagiere dann auf ihre Reisen verzichten?

Nein, tun sie nicht. Sie fliegen dann mit anderen Airlines. Rein rechnerisch werden dort (im Fall des Falles) die gleiche Anzahl Fugzeuge/Bordmitarbeiter benötit. In der Praxis durch bessere Auslastung/größere Flieger wohl etwas weniger. In der übrigen Organisation entfallen dann wirklich einige Arbeitsplätze.

Doch heißt soziale Marktwirtschaft überhaupt nicht das jede Insolvenz vermieden werden muß.Es bedeutet auch immer eine Marktbereinigung die es den erfolgreicheren Unternehmen erlaubt stärker zu werden. Das schafft auch zusätzliche Arbeitsplätze, wenn auch woanders.

Hier kommt es wirklich auf jeden Einzelfall an. Hat ein Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dauerhaft eine Zukunft und erhält damit Arbeitsplätze ist das OK. Wird das Leiden nur verschleppt und schädigt zudem den ganzen Markt ist das höchst zweifelhaft und deshalb abzulehnen. Jeder mag selbst entscheiden wie er das bei AB sieht.

Wenn man den US-Airlinemarkt in den letzten ca. 20Jahren betrachtet ist das eine unendliche Folge von Insolvenzen. Da wurden durch Chapter 11, das amerikanische Insovenzrecht, praktisch alle großen Airlines (teilweise mehrfach)mit Staatsgeld und Forderungsverlusten (teilweise Pensionsansprüche), gerettet. Da ist der Vorwurf der Golfairlines nicht unberechtigt.Erst jetzt, nachdem sich viele größere Airlines zusammen geschlossen haben und der Markt halbwegs bereinigt verdienen wieder alle und schafften damit sichere Arbeitsplätze.
Beitrag vom 17.05.2015 - 15:35 Uhr
Userfbwlaie
User (4402 Beiträge)
Und bei 60 weiteren Code-Share Verbindungen ist AB richtig profitabel....

Die Bundesregierung ist dann Schuld, falls AB liquidiert werden muß, weil die 36 Flüge nicht mehr als Code Share deklariert wurden?

" Eigentlich sei es "ein Witz, dass eine Airline mit 83 Prozent Auslastung (...) uferlos Geld verbrennt", meinte Pichler." Dann wäre die Fluggesellschaft doch nach einer Insolvenz u. U. verkaufbar - oder hat man alle Aktiva bereits verbraten?




Dieser Beitrag wurde am 17.05.2015 15:36 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.05.2015 - 15:43 Uhr
UserAILERON
User (1402 Beiträge)
Wäre echt schade um Air Berlin. Ich hoffe sie kriegen die Kurve.
Beitrag vom 17.05.2015 - 20:42 Uhr
Userzimbo
arbeite selbst und ständig
User (83 Beiträge)
AirBerlin ist nicht meine Airline weil ich ein markentreuer Mensch bin und die LH und zum Konzern gehörende Gesellschaften vorziehe.
Aber ich würde es Herrn Pichler und der AB gönnen das sie die Kurve bekommen. Ich habe jedoch zweifel, weil ich mir nicht vorstellen kann, das Etihad immer weiter Geld in das Unternehmen pumpt. Und eine staatlich Hilfe halte ich nebenbei auch für Zweifelhaft. Das kann nicht der Weisheit letzter Schluß sein.
Beitrag vom 18.05.2015 - 01:23 Uhr
Userwearegloballyyours
İnformatikkaufmann
User (88 Beiträge)
Ich finde LH Eigenkapitalquote auch nicht viel besser, nur noch 7,5% und das bei älterer Flotte 10,7 Jahre. Die größere Verschuldung von Air Berlin hebt sich mit der jüngeren Flotte 6,8 Jahre auf. Sicherer schaut es am Bosporos aus, Flotte 7,3 Jahre Eigenkapitalquote 30% (genau wie bei LH in besten Zeiten), Solche hohe Verschuldungsraten wie bei den Deutschen Airlines sind sehr gefährlich, weil der Zins nach unten keinen Spielraum mehr hat und in absehbarer Zeit nach oben korrigiert werden muss. Wogegen in der Türkei ein herabstufen der Zinsen ansteht, wenn die Ami`s sich kaputt gefrackt haben und der Dollar sich wieder beruhigt...
Beitrag vom 18.05.2015 - 07:12 Uhr
UserBMW507
User (186 Beiträge)
Ich finde LH Eigenkapitalquote auch nicht viel besser, nur noch 7,5% und das bei älterer Flotte 10,7 Jahre. Die größere Verschuldung von Air Berlin hebt sich mit der jüngeren Flotte 6,8 Jahre auf.

Da ist die Frage wieviele Maschienen gehören der AB und wieviele sind nur geleast?
Beitrag vom 18.05.2015 - 07:26 Uhr
UserVJ 101
User (1077 Beiträge)
Fraglich ist, wieviele Airlines in Europa überhaupt existieren können. Namhafte Fluglinien bestehen nur noch dem Namen nach, z.B KLM, Austrian, Swiss, Alitalia, um nur einige zu nennen.
Ob daher in Deutschland zwei Fluglinien überleben können, das klingt fraglich, zumal AirBerlin es sicherlich schwerer hat, Tickets aus dem Hochpreissegment zu verkaufen, wenn im gleichen Flieger Schwärme von Klatschen-bei-Landung Passagiere mit bunten All-inclusive-Bändchen am Handgelenkt befördert werden.
Beitrag vom 18.05.2015 - 08:20 Uhr
UserGodzilla7
User (1275 Beiträge)


" Eigentlich sei es "ein Witz, dass eine Airline mit 83 Prozent Auslastung (...) uferlos Geld verbrennt", meinte Pichler." Dann wäre die Fluggesellschaft doch nach einer Insolvenz u. U. verkaufbar - oder hat man alle Aktiva bereits verbraten?


Die 83 Prozent bringen nur rein garnix, wenn die Erlöse aus Ticketverkäufen nicht ausreichen um die Kosten zu decken.
Beitrag vom 18.05.2015 - 08:39 Uhr
Usermarwol
User (167 Beiträge)
Ich finde LH Eigenkapitalquote auch nicht viel besser, nur noch 7,5% und das bei älterer Flotte 10,7 Jahre. Die größere Verschuldung von Air Berlin hebt sich mit der jüngeren Flotte 6,8 Jahre auf.

Da ist die Frage wieviele Maschienen gehören der AB und wieviele sind nur geleast?

Die Flotte ist größtenteils geleast!
Beitrag vom 18.05.2015 - 11:47 Uhr
Userfbwlaie
User (4402 Beiträge)
Was könnte man aus Pichlers Einlassung schließen
1. Einnahmen sind zu gering, d. h. der Kunde soll mehr zahlen
2. Die oprativen Kosten sind zu hoch (z. B. das Personal ist zu teuer...)

Dieser Beitrag wurde am 18.05.2015 11:48 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.05.2015 - 11:49 Uhr
Usergpower
User (1650 Beiträge)
Fraglich ist, wieviele Airlines in Europa überhaupt existieren können. Namhafte Fluglinien bestehen nur noch dem Namen nach, z.B KLM, Austrian, Swiss, Alitalia, um nur einige zu nennen.
Ob daher in Deutschland zwei Fluglinien überleben können, das klingt fraglich, zumal AirBerlin es sicherlich schwerer hat, Tickets aus dem Hochpreissegment zu verkaufen, wenn im gleichen Flieger Schwärme von Klatschen-bei-Landung Passagiere mit bunten All-inclusive-Bändchen am Handgelenkt befördert werden.

Genau dies sind die preissensitiven Kunden, und dann Preise erhöhen? Auch wenn es nur einige Strecken betrifft, so ist dies die Kundschaft, die das Image prägt. AB hat eigentlich ein ordentliches Produkt, aber weder billig noch sehr gut. Es wurde jahrelang schlecht gewirtschaftet, jetzt kommt man mit juristisch nicht geklärten Codeshare Ideen und erpresst die Bundesregierung. Ryan und Easy, zusammen mit LH und EW werden sofort die Lücke schließen und auch Personal brauchen. Nokia, Opel usw. wurden auch nicht gerettet... darauf würde ich nicht hoffen.
Beitrag vom 18.05.2015 - 21:54 Uhr
Usermarbu
User (285 Beiträge)
Ich finde LH Eigenkapitalquote auch nicht viel besser, nur noch 7,5% und das bei älterer Flotte 10,7 Jahre. Die größere Verschuldung von Air Berlin hebt sich mit der jüngeren Flotte 6,8 Jahre auf.

Da ist die Frage wieviele Maschienen gehören der AB und wieviele sind nur geleast?

Die Flotte ist größtenteils geleast!

Die Flotte wurde 2012/13/14 schon versilbert. Vor einem Jahr war es so dass die Dash 8 Flotte der LGW mit 4 Flugzeugen die noch der AB Group gehörten die größte Teilflotte in Eigenbesitz war...

Nach deutschem Recht wären die Manager schon seit 2-3 Jahren wegen Insolvenverschleppung dran. Es ist Zeit für ein Ende mit Schrecken statt einem ewig dauernden Schrecken ohne Ende
Beitrag vom 18.05.2015 - 22:17 Uhr
UserprofessorXray
User (38 Beiträge)
Guten Abend,

zunächst greife ich die These auf, ob Deutschland zwei Fluggesellschaften braucht:

Ich meine: ja, und zwar braucht Deutschland nicht nur AB und LH, sondern auch eine DE und eine X3!

Warum?

Wir brauchen Wettbewerb! ... Oder sollen wir dann auch nur noch alle einen BMW fahren, weil es nur noch einen Autohersteller in Deutschland geben soll?

Eben dieser Wettbewerb bringt uns weiter - der macht uns (Deutschland) doch zu dem, was wir sind: ein qualitatives Land mit ordentlich bezahlten Arbeitsplätzen und u. A. ordentlichen Arbeitsbedingungen und ordentlicher Versorgung auf allen Ebenen - schauen Sie da doch mal nach Katar.

Weiterhin finde ich, dass Air Berlin den Turnaround schafft und auch die Codeshares genehmigt werden.

Wir wollen doch auch alle hier, dass LH seine Codeshares behalten kann und jammern da ja auch nicht rum, dass auf einen LH-Flug 1,3Mio Codeshare-Partnerairlines buchbar sind.

Warum geht es Air Berlin nicht so gut?

Der Vorredner trifft das voll und ganz ins Schwarze: die alte Flotte und das auch nicht hohe Eigenkapital der LH lässt AB aufgrund der jungen Flotte gar nichtmal so schlecht dastehen.

Man möge sich vorstellen, wenn die ollen 737er (wahre Gelddruck-Maschinen) vor x-Jahren nicht für lau den Besitzer gewechselt hätten.

Condor und Herr Teckentrup machen das gut - zwar blüht da auch mal eine Flottenerneuerung ... Jedoch erst, wenn mit den 757ern und 767ern ordentlich Geld eingeflogen wurde. Hut ab, Condor! Ich finde das toll so!

Was sei noch zu sagen: Ryanair sollte mal lieber nicht so arg subventioniert werden - das ist eine Farce! Wo andere Fluggesellschaften teuer Geld lassen müssen macht Ryanair einen auf "geb' mir Geld und 'ne Kostelose Groundpower und by the way: Landegebühren zahlen wir auch nur zur Hälfte und baut mal bitte CAT2, sonst müssen wir diverten und dat wollen wir nit"

Eine Farce ist das! Eine Farce!




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