Beitrag vom 28.08.2026 - 17:15 Uhr
" Der 71-Jährige vertritt die Auffassung, dass viele Organisationen und Menschen versagt hätten und ihrem Beruf nicht ordentlich nachgekommen seien. "Und da wollen wir einfach die Verantwortlichen benennen und auch verurteilt haben", sagte er und kündigte an, dies auch weiter zu versuchen."
Willkommen in der alten Welt der "Blame Culture"! - Ich bin absolut der Ansicht, das SYSTEM herauszufordern, anzuklagen und die Fehler zu suchen, damit nicht dieselben Fehler wieder passieren können.
Am Schluss jedoch auf Einzelne loszugehen, Bauernopfer zu schlachten und schlussendlich macht das "Liebe Blöde Amt" (LBA) morgen GENAU GLEICH weiter, das kann es nicht sein.
Nachdem auch Whistleblower aus dem Amt des Versagens genügend berichtet haben, hätte es da mal einen ordentlichen "Knall" gebraucht und man hätte die Führungsetage und faule Stellen im Amt rigoros entfernen müssen.
Ich habe großes Mitgefühl für die armen Hinterbliebenen, doch Bestrafungen Einzelner lösen nicht das ursächliche Problem.
Beitrag vom 28.08.2026 - 17:48 Uhr
Das ist mal wieder eine typisch deutsche Reaktion. Erst wird über zu hohe Steuern und Bürokratie geklagt, aber wenn was passiert, ist der Staat schuld und soll es richten.
Die Germanwing hat den Piloten ins Cockpit gesetzt und darauf zu achten, dass ihr Personal in der geeigneten Verfassung ist.
Beitrag vom 28.08.2026 - 19:42 Uhr
In dem Gesamtsystem stecken mehrere Faktoren, die eine bessere Erkennung einer solchen Situation verhindern.
Taucht beim Medical auch nur der Verdacht einer psychischen Problematik auf, kann die Lizenz entzogen werden.
Piloten, die die Hilfe eines Psychologen, Therapeuten o.Ä in Anspruch nehmen wollen, eventuell auch nur präventiv, laufen daher Gefahr, ihre Zulassung und damit ihren Job zu verlieren und auf eine eventuell privat vorhandene Absicherung zurückzufallen.
Der mit einer Verheimlichung dieser Inanspruchnahme verbundene Stress ist gerade in einer psychischen Belastungssituation eine zusätzliche Belastung.
Die unselige Debatte nach dem GW Crash um eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht bis hin zu einer praktischen Denunziationsverpflichtung für Therapeuten hat das Problem sogar noch verschärft.
Man kann also sagen, das Gesamtsystem incentiviert, dass Betroffene potentielle Probleme möglichst lange verbergen.
Wenn man daran etwas ändern will, ist die nachträgliche Zuweisung einer juristischen Verantwortung an Einzelpersonen der falsche Weg.
Gerade die Luftfahrt kennt Verfahren, um Probleme nachträglich frei nach der Suche von Schuldigen zu identifizieren, um Prozesse zu verbessern und die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden.
Der Themenkomplex "Medical/Psychische Erkrankungen/LBA" könnte von einem Vorgehen wie nach einem klassischen Flugunfall, also einer Analyse und Empfehlung durch die BfU durchaus profitieren.
Dieser Beitrag wurde am 28.08.2026 20:41 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.08.2026 - 22:10 Uhr
Zur Einordnung etwaigen Staatsversagens im Allgemeinen:
1.Regelungsdefizite
Der Staat kann nicht alle Eventualitäten regeln und manchmal will er es auch nicht,entweder bewußt nicht oder weil sich keine Mehrheit findet.
2.Fehlregelungen
Nicht jede Regelung wirkt optimal. Manche bleiben hinter den Erwartungen zurück.
Anpassungen sind Teil des Diskurses.
3.Vollzugsdefizite
Der Staat kann schlicht nicht alles überwachen
a) aus Kapazitätsgründen
b) weil Bürger gewisse Dinge bewußt verborgen halten
4. individuelle Fehler, die zu Schäden führen
Dafür, und nur dafür, gibt es die Amtshaftung
Vielleicht hilft das ja, die Klage und ihre Erfolgsaussichten besser einzuordnen.
Grüße
Beitrag vom 29.08.2026 - 11:05 Uhr
Wenn nichtmal die Germanwings Geschichte rechtsstaatlich aufgearbeitet werden kann (isoliertes Ereignis, nicht politisch, internationaler Druck) braucht man sich bei Corona- oder DDR-Aufarbeitung wohl wirklich garkeine Hoffnungen mehr machen.
Es ist auch wirklich bezeichnend wie von staatlicher Seite sofort auf die Lufthansa gezeigt wird sobald es darum geht Verantwortung zu übernehmen ...
hatten wir um 2020 ja schon mal in einem anderem Kontext.
Natürlich. Wenn die Aufarbeitung eines konkreten Unglücks nicht das gewünschte Ergebnis produziert, ist der logische nächste Schritt selbstverständlich, daraus gleich die Unfähigkeit des gesamten Rechtsstaats abzuleiten. Und wenn man schon dabei ist, kann man Corona und die DDR gleich noch mit hineinwerfen – irgendeinen Zusammenhang wird die Empörung schon finden.
Besonders überzeugend ist die Argumentation mit der Lufthansa: Der Staat verweist auf einen privaten Akteur, also muss der Staat offenbar selbst schuld sein. Zuständigkeiten, Beweislage und tatsächliche Verantwortlichkeit sind da nur lästige Details, die einer schönen Erzählung im Weg stehen.
Und der Hinweis auf "2020 in einem anderen Kontext" darf natürlich nicht fehlen. Konkreter wird es lieber nicht – schließlich könnte ein überprüfbares Argument die Dramaturgie empfindlich stören.
So funktioniert die Beweisführung offenbar: Ereignis A wird nicht zufriedenstellend aufgearbeitet --> daraus folgt B --> B bestätigt das grundsätzliche Misstrauen --> und dieses Misstrauen gilt anschließend als Beleg für B. Ein argumentatives Perpetuum mobile.
Wenn das die Messlatte für "rechtsstaatliche Aufarbeitung" ist, müsste man vermutlich nur noch vorher festlegen, welches Ergebnis am Ende herauskommen darf. Dann wäre die Sache wenigstens zuverlässig ergebnisoffen.
Dieser Beitrag wurde am 29.08.2026 11:06 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.08.2026 - 13:05 Uhr
Mehrere Mediziner hätten zudem an der Flugtauglichkeit des Co-Piloten gezweifelt, aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht aber nicht den Arbeitgeber des 27-Jährigen informiert. Der Co-Pilot sei im März an zehn Tagen krankgeschrieben gewesen. In den vergangenen fünf Jahren habe er 41 unterschiedliche Ärzte konsultiert. Im letzten Monat vor dem Absturz seien es sieben Besuche gewesen."
zitiert aus:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/germanwings-absturz-co-pilot-andreas-lubitz-fuerchtete-erblindung-a-1038406.html
Solange sich Mediziner hinter der "sog. ärztlichen Schweigepflicht" verschanzen müssen, dürfen , wollen kann man den im Flugbetrieb weiteren Involvierten keine Schuld zuweisen, schon gar nicht dem LBA. Der Zustand von Lubitz, "niedergeschlagen, instabil und psychisch krank" hätte über diesen langen Zeitraum zumindest dem Elternhaus auffallen müssen, mit dem der noch junge Pilot in Kontakt stand.
Wie die "BILD"-Zeitung berichtet, ist Klaus Radner (Lubitz tötete Radners Tochter, deren Lebensgefährten und Radners Enkelsohn) überzeugt, dass die Eltern von Andreas Lubitz eine Mitverantwortung an dem Absturz tragen.
Denn die Eltern hätten von Lubitz' psychischen Problemen gewusst, ihn sogar zu Ärzten begleitet, aber nicht vom Fliegen abgehalten und auch nicht den Arbeitgeber über den Zustand ihres Sohnes informiert, so die Vorwürfe.
zitiert aus:
https://www.austrianwings.info/2016/07/eltern-von-germanwingslufthansa-pilot-andreas-lubitz-angezeigt/
Beitrag vom 30.08.2026 - 16:52 Uhr
Mittlerweile wurde doch -zumindest lt meinem Fliegerarzt- geändert, dass diese von der Schweigepflicht gegenüber dem LBA entbunden sind wenn es sich um flugbelangliche medizinische Themen handelt.
Beitrag vom 31.08.2026 - 08:37 Uhr
Mittlerweile wurde doch -zumindest lt meinem Fliegerarzt- geändert, dass diese von der Schweigepflicht gegenüber dem LBA entbunden sind wenn es sich um flugbelangliche medizinische Themen handelt.
Das gilt nur, wenn ich ihn in einer flugmedizinischen Funktion konsultiere. Wenn ich mit meinem Hausarzt, auch Fliegerarzt, über meine Depression spreche, gilt die Schweigpflicht. Wenn ich ihn in diesem Gespräch in seiner Expertise als Fliegerarzt auf die Auswirkungen der D auf die Flugtäigkeit befrage, dann gilt, nur für diesen Punkt, die Schweigpflicht nicht mehr.
Entscheidend wohl ist die Funktion, in der man die Information bekommt.
Grundsätzlich gilt natürlich Strafgesetzbuch (StGB) § 34 Rechtfertigender Notstand. Das ist aber eine sehr konkrete und hohe Hürde.
Beitrag vom 31.08.2026 - 09:52 Uhr
Mittlerweile wurde doch -zumindest lt meinem Fliegerarzt- geändert, dass diese von der Schweigepflicht gegenüber dem LBA entbunden sind wenn es sich um flugbelangliche medizinische Themen handelt.
Das gilt nur, wenn ich ihn in einer flugmedizinischen Funktion konsultiere. Wenn ich mit meinem Hausarzt, auch Fliegerarzt, über meine Depression spreche, gilt die Schweigpflicht. Wenn ich ihn in diesem Gespräch in seiner Expertise als Fliegerarzt auf die Auswirkungen der D auf die Flugtäigkeit befrage, dann gilt, nur für diesen Punkt, die Schweigpflicht nicht mehr.
Entscheidend wohl ist die Funktion, in der man die Information bekommt.
Grundsätzlich gilt natürlich Strafgesetzbuch (StGB) § 34 Rechtfertigender Notstand. Das ist aber eine sehr konkrete und hohe Hürde.
Dazu eine Zusatzfrage:
wie ist das geregelt wenn der Betroffene im Gespräch mit dem Arzt auch Suizid- Gedanken äußert, aber ohne dabei 'Auswirkung auf die Fliegertätigkeit' zu erfragen?
Danke.
Beitrag vom 31.08.2026 - 11:38 Uhr
Grundsätzlich gilt natürlich Strafgesetzbuch (StGB) § 34 Rechtfertigender Notstand. Das ist aber eine sehr konkrete und hohe Hürde.
Das erinnert mich an das ständige argumentieren mit dem Wort "Datenschutz". Es gibt überhaupt keine Hürde für den Fliegerarzt wegen gefährlicher Depressionen das Medical einfach nicht zu erteilen und das LBA zu informieren, sofern er den mentalen Schaden erkennt. Lubitz hat offensichtlich 40 allgemeine Ärzte konsultiert, und einen Fliegerarzt, dem er wohl seinen innerlichen Zustand verschwiegen hat bzw. verbergen konnte. Mit diesem Verstellen hat er wohl auch seinen zahlreichen Pilotenkollegen vorgetäuscht alles sei ok.
Somit kann man auch keine Dritten für das Desaster direkt verantwortlich machen.
Beitrag vom 31.08.2026 - 13:06 Uhr
Verbergen ist halt eine große Kunst von vielen psychisch kranken Menschen. Aus meinem näheren Umfeld hat sich jemand das Leben genommen. Probleme waren bekannt, aber selbst der beste Freund, Psychologe, hat die Gefahr des Suizid nicht erkannt und für möglich gehalten. Manchmal reicht da eine Initialzündung.
Der vermeintlich Schuldige weilt nicht mehr unter uns. Bei seiner Airline haben Fliegerärzte als beauftragte Vertreter des LBA ihre regelmäßigen Untersuchungen durchgeführt. Ich stelle mir auch die Frage, ob der Fliegerarzt überhaupt in Verantwortlichkeit der Airline die Untersuchung durchführt. Vermutlich nicht. Er kann im übrigen auch jederzeit das LBA mittels Konsultation oder gar Verweisung mit ins Boot holen. Das sollte auch damals schon funktioniert haben.
Es stellt sich auch die Frage, wieviele der von ihm konsultierten Ärzte von seinem Job gewusst haben. Da kann man letztlich alles erzählen und untereinander vernetzt sind die nun mal nicht.
Entschädigt wurden die Gäste mittels der im Beförderungsvertrag beschriebenen Leistungen. Wer mehr möchte, oder wem das nicht ausreicht kann sich privat gegen Gefahren aus seinem Leben absichern.
Das betroffene Menschen den Wunsch nach so einem Desaster haben, einen Schuldigen zu finden mag natürlich sein, ändert aber auch nichts an der Sache und man kann deswegen nicht so lange juristisch herum zerren, bis man dem irgendwie genüge getan hat. Manchmal ist da halt nichts.
Beitrag vom 31.08.2026 - 17:30 Uhr
Ich meine große Teile dieser sogenannten "Psychotherapie/ -analyse" sind sowas von dysfunktional dass schon der berühmte Gert Postel absolut Recht hatte als er von einer Pseudowissenschaft sprach und dieser Taleb al-Abdulmohsen welcher vor seinem Attentat selbst unter den (anderen?) Psychiatern seiner Einrichtung als "Dr. Google" bekannt war garnicht anders als Arzt posen konnte ohne (in der damals noch nicht ganz so stark politisierten Medizin) sofort als Hochstapler aufzufliegen.
Persönlich kenne ich auch einen Fall in dem ein Typ mit für alle Beteiligten offensichtlichem Suchtverhalten (entgegen anwaltlichem Rat) der von einem Gericht bestellten Psychologin hat einreden können er sei garnicht Süchtig und so noch ein paar Jahre länger sein Unwesen treiben und großen wirtschaftlichen Schaden anrichten konnte.
Dass heute aber wiederum jedem 0815 Gewalttäter (auch aus politischen Gründen) irgendeine Störung diagnostiziert wird ist ja bekannt.
Man hätte diesen schrecklichen Germanwings Fall also hervorragend dazu nutzen können diesen ganzen Psycho-Käse so wie er heute oft praktiziert wird vom Kopf auf die Füße zu stellen aber nachdem in Deutschland heute ja keinerlei Reformen mehr möglich sind, weil Vater Staat dann ja zugeben müsste Fehler gemacht zu haben und das dann ja zu einer Kettenreaktion bei der alle möglichen Leichen aus dem Keller aufgeschwemmt werden führen könnte, eben nicht.
Dieses Urteil war im Prinzip leider sehr vorhersehbar.
Beitrag vom 31.08.2026 - 19:06 Uhr
Ich meine große Teile dieser sogenannten "Psychotherapie/ -analyse" sind sowas von dysfunktional dass schon der berühmte Gert Postel absolut Recht hatte als er von einer Pseudowissenschaft sprach und dieser Taleb al-Abdulmohsen welcher vor seinem Attentat selbst unter den (anderen?) Psychiatern seiner Einrichtung als "Dr. Google" bekannt war garnicht anders als Arzt posen konnte ohne (in der damals noch nicht ganz so stark politisierten Medizin) sofort als Hochstapler aufzufliegen.
Persönlich kenne ich auch einen Fall in dem ein Typ mit für alle Beteiligten offensichtlichem Suchtverhalten (entgegen anwaltlichem Rat) der von einem Gericht bestellten Psychologin hat einreden können er sei garnicht Süchtig und so noch ein paar Jahre länger sein Unwesen treiben und großen wirtschaftlichen Schaden anrichten konnte.
Dass heute aber wiederum jedem 0815 Gewalttäter (auch aus politischen Gründen) irgendeine Störung diagnostiziert wird ist ja bekannt.
Man hätte diesen schrecklichen Germanwings Fall also hervorragend dazu nutzen können diesen ganzen Psycho-Käse so wie er heute oft praktiziert wird vom Kopf auf die Füße zu stellen aber nachdem in Deutschland heute ja keinerlei Reformen mehr möglich sind, weil Vater Staat dann ja zugeben müsste Fehler gemacht zu haben und das dann ja zu einer Kettenreaktion bei der alle möglichen Leichen aus dem Keller aufgeschwemmt werden führen könnte, eben nicht.
Herrlich: Aus "Ich kenne einen Fall" + Gert Postel + ein paar Stammtischanekdoten wird mal eben der wissenschaftliche Beweis, dass Psychiatrie und Psychotherapie "Psycho-Käse" seien.
Dass einzelne Gutachter Fehler machen, ist tatsächlich ein Skandal. Dass daraus "die ganze Psychiatrie ist Pseudowissenschaft" folgt, ist allerdings ungefähr so logisch wie: Ein falscher Arzt existiert, also ist die gesamte Medizin Hokuspokus.
Und die Krönung: "Heute bekommt jeder Gewalttäter irgendeine Störung diagnostiziert." Quelle: Vertrau mir, Bruder.
Wer so leidenschaftlich gegen Pauschalisierungen wettert, hätte vielleicht vorher merken können, dass sein eigener Beitrag fast ausschließlich aus Pauschalisierungen besteht. Germanwings ist ein Anlass für ernsthafte Reformdebatten – aber kein Freifahrtschein für pseudowissenschaftliche Stammtischdiagnostik.
Dieser Beitrag wurde am 31.08.2026 19:07 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 31.08.2026 - 21:03 Uhr
Ich meine große Teile dieser sogenannten "Psychotherapie/ -analyse" sind sowas von dysfunktional dass schon der berühmte Gert Postel absolut Recht hatte als er von einer Pseudowissenschaft sprach und dieser Taleb al-Abdulmohsen welcher vor seinem Attentat selbst unter den (anderen?) Psychiatern seiner Einrichtung als "Dr. Google" bekannt war garnicht anders als Arzt posen konnte ohne (in der damals noch nicht ganz so stark politisierten Medizin) sofort als Hochstapler aufzufliegen.
Persönlich kenne ich auch einen Fall in dem ein Typ mit für alle Beteiligten offensichtlichem Suchtverhalten (entgegen anwaltlichem Rat) der von einem Gericht bestellten Psychologin hat einreden können er sei garnicht Süchtig und so noch ein paar Jahre länger sein Unwesen treiben und großen wirtschaftlichen Schaden anrichten konnte.
Dass heute aber wiederum jedem 0815 Gewalttäter (auch aus politischen Gründen) irgendeine Störung diagnostiziert wird ist ja bekannt.
Man hätte diesen schrecklichen Germanwings Fall also hervorragend dazu nutzen können diesen ganzen Psycho-Käse so wie er heute oft praktiziert wird vom Kopf auf die Füße zu stellen aber nachdem in Deutschland heute ja keinerlei Reformen mehr möglich sind, weil Vater Staat dann ja zugeben müsste Fehler gemacht zu haben und das dann ja zu einer Kettenreaktion bei der alle möglichen Leichen aus dem Keller aufgeschwemmt werden führen könnte, eben nicht.
Herrlich: Aus "Ich kenne einen Fall" + Gert Postel + ein paar Stammtischanekdoten wird mal eben der wissenschaftliche Beweis, dass Psychiatrie und Psychotherapie "Psycho-Käse" seien.
Lesen will gelernt sein.
Nur weil das auf "große Teile" der Psychoanalyse zutrifft heißt natürlich nicht dass es auf alle zutrifft. Es gibt natürlich auch gute Psychater und die sehen das genauso.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gustl_Mollath
Es ist halt nur so dass Quacksalber mit oder ohne Abschluss verstärkt in diesem Bereich aufschlagen weil man deren Ergebnisse natürlich nur in den wenigsten Fällen (wie z.B. bei Germanwings) messen kann wohingegen es in anderen Bereichen natürlich sofort auffällt wenn einer z.B. Margensonde und Intubationsschlauch verwechselt.
https://www.cicero.de/innenpolitik/missstande-in-krankenhausern-manche-der-auslandischen-arzte-sind-ein-erhebliches-sicherheitsrisiko
Dass einzelne Gutachter Fehler machen, ist tatsächlich ein Skandal. Dass daraus "die ganze Psychiatrie ist Pseudowissenschaft" folgt, ist allerdings ungefähr so logisch wie: Ein falscher Arzt existiert, also ist die gesamte Medizin Hokuspokus.
Einfach mal ein Zitat erfinden ...
warum auch nicht.
Hab ja bisher noch keinen einzigen Kommentar gemeldet und werde auch bei diesem wohl nicht damit anfangen.
Und die Krönung: "Heute bekommt jeder Gewalttäter irgendeine Störung diagnostiziert." Quelle: Vertrau mir, Bruder.
Quelle: Fernsehn, Zeitung, Radio, Web etc.
Dass dem aber nicht so ist weiß jedes Kind.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/untersuchungen-zu-attentaetern-die-allerwenigsten-100.html
Wer so leidenschaftlich gegen Pauschalisierungen wettert, hätte vielleicht vorher merken können, dass sein eigener Beitrag fast ausschließlich aus Pauschalisierungen besteht. Germanwings ist ein Anlass für ernsthafte Reformdebatten – aber kein Freifahrtschein für pseudowissenschaftliche Stammtischdiagnostik.
Was weißt du bitte über die Wissenschaften und Stammtische?
Mach dich nicht lächerlich.