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Beitrag 1 - 10 von 10
Beitrag vom 19.03.2025 - 08:24 Uhr
UserEricM
User (7171 Beiträge)
"Es gibt keinen Kill-Switch"
War schon ein klassischer Fall von überspezifischem Dementi. Die Aussage, "Die US Regierung hat keinerlei Möglichkeit die Einsatzbereitschaft der F35 zu beeinflussen" war wohl nicht möglich.

Im Ernstfall würden deutsche F-35 mit amerikanischen Atomwaffen aufsteigen.

Ich halte es für sehr unsicher, ob diese Möglichkeit 2027 überhaupt prinzipiell noch bestehen wird. Und selbst wenn, ist fraglich, ob im Ernstfall überhaupt noch ein Freischaltcode übermittel würde.
Damit entfiele dann der einzige Einsatzzweck dieser Beschaffung.

Zudem ist diese spezielle Form der atomaren Teilhabe, also nukleare Freifallbomben, die aus mehrenen km Höhe abgeworfen werden müssen um der Abwurfplattform eine �berlebenschance zu geben, praktisch eher nutzlos.
Beitrag vom 19.03.2025 - 08:43 Uhr
UserJochen Hansen
User (344 Beiträge)
Moin,

sowas verlogenes. Natürlich gibt es kein Button und paar tausend Kilometer weiter östlich geht das Licht aus.
Aber wenn sie schon dafür sorgen, dass die Software nicht mehr funktioniert, hebt gar nichts mehr ab. Das ich darüber hinaus keine Ziele mehr anvisieren kann sollte auch klar sein. Weiterhin (wenn alles nichts nützt, die Europäer die Software überbrücken würden) versorgen uns die Amis nicht mehr mit Ersatzteilen und Munition.

Es gibt also nicht EINEN Kill Switch, sondern es gibt VIELE Kill Switches, das Ergebnis ist dasselbe.

Kein Flugzeug für den Ernstfall, etwas schönes für die Vitrine, ok. Aber mehr jedoch nicht.

Gruß,
Jochen
Beitrag vom 19.03.2025 - 09:22 Uhr
Useratc
User (762 Beiträge)
Naja - nachdem die F16 in der Ukraine keine Ziele mehr erfassen konnten, glaubt den Amis das wohl keiner.
Und es zeigt ganz deutlich, dass die Nato gar nicht zerfallen muss, bis eine US Regierung glaubt, es könnte Ihren INteressen dienen, die "Partner"zu erpressen.
Ich bin ja nicht beim Militär, aber ich kann mir schon vorstellen, dass denen die Perspektive einer Fernsabotage auch nicht zusagt.
Beitrag vom 19.03.2025 - 10:03 Uhr
UserJordanPensionär
Pensionär
User (4323 Beiträge)
Man sollte sich in diesem Zusammenhang auch frühere 'Aktionen' der USA Administration in Erinnerung rufen, z.B. 'Abhören von Freunden'.
Und das war unter dem netten Herrn Obama.
Beitrag vom 19.03.2025 - 10:48 Uhr
Userrambazamba123
User (833 Beiträge)
Um es mit Robert Habecks Worten zu erklären: "Wir schalten die Flugzeuge nicht mit einem Schalter ab, wir liefern nur keine Aufklärungs- und Zieldaten, sowie keine Munition mehr dafür" :-)

Die Stärke der F-35, die sie, trotz miesen reinen technischen Werten, neben den Tarnkappeneigenschaften zum aktuell besten Kampfflugzeug der Welt am Markt macht, basiert im Wesentlichen auf ihrer Vernetzung. Sie wird mit Daten von Awacs, Satelitten etc. gefüttert und bekommt dadurch einen erheblichen Vorteil im Distanzkampf.

Lieferst Du keine Daten mehr für das Flugzeug, ist es im Prinzip wertlos, da seine Kampfkraft stark beschränkt wird.

Außerdem müssen vor und nach jeder Mission sämtliche Flugdaten, Zieldaten, einfach alles an die USA übermittelt werden, sonst funktioniert das Flugzeug nicht mehr. Dabei müssen laut Kritikern auch eine Menge Daten übermittelt werden, die gar nicht nötig werden, aber Einblicke in unsere europäischen militärischen Fähigkeiten eröffnen.

"ALIS ist Eigentum der Herstellerfirma Lockheed Martin. Dabei handelt es sich um ein Computersystem, das fortlaufend Flugzeugdaten sammelt und analysiert. Diese Daten dienen für die Einsatzplanung, Bedrohungsanalysen, Wartungsdiagnosen und für die Bestellung von Ersatzteilen. Alle Betreiber der F-35, auch die außerhalb der USA, müssen ihre Missionsdateien nebst ALIS-Profilen vor und nach jedem Flug auf den neuesten Stand bringen. Hierfür müssen die Daten aus jeder F-35 ausgelesen und über eine Internetverbindung an den ALIS-Hauptrechner in Texas gesendet werden. Die Prüfberichte des DOT&E bemängeln die unzureichende Cybersicherheit der ALIS-Soft- und Hardware gegenüber Cyberattacken.[136] Weiter werden nach Auffassung einiger F-35-Betreiber zu viele operative Daten der F-35 an die U.S. Army sowie an nichtstaatliche Firmen übermittelt."

Quelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Lockheed_Martin_F-35

Ebenso funktioniert die Mühle nicht mehr, wenn sich die USA überlegen keine Ersatzteile mehr zu liefern, so wie sie es aktuell mit der Ukraine für Ihre F-16 machen und Druck auf die Partnerländer, die selbst F-16 fliegen ausüben, selbiges zu tun.

Gleiches gilt für die Bewaffnung. Eine europäische Meteor Mittelstrecken Luft-Luft Rakete ist nicht zertifiziert. Großbritannien sagt frühestens 2027. Dafür will die USA aber auch sämtliche Daten der Rakete haben --> schlecht.

Unsere europäische Top-Kurzstreckenrakete Iris-T, die jedem amerikanischen Modell überlegen ist, ist nicht zertifiziert für die F-35, wird es auch nie werden, aus selben Gründen wie bei der Meteor.

Entsprechend gibt es für die F-35 mit AMRAAM und Sidewinder 9X fast nur amerikanische Munition. Haben die USA keine Lust, ist nach wenigen Schuss Ende mit Betrieb, denn Vorräte in der Tiefe sind in der EU + GB praktisch nicht vorhanden (siehe auch Lybien, als Frankreich und England bereits nach 2 Tagen Luftkampf Nachschub bei den USA anfragen mussten, weil die Depots leer waren).

Mit der ASRAAM hat man die einzige europäische Luft-Luft Rakete für kurze und Kleinst-Mittelstrecken aus Großbritannien. Ironischerweise ist das aktuell gleichzeitig die einzige Lut-Luft Rakete überhaupt, die eine F-35 in ihren internen Waffenschächten mitführen kann.

Auch die übrige mögliche Bewaffnung von Luft-Boden Raketen, über ungelenkte und gelenkte Bomben, bis hin zu Nuklearwaffen, alles Made in the USA. Saurer Trump = keine Munition für Europa.

Kurzum sollte der Auftrag an die künftige Deutsche Regierung klar lauten: Bestellt den Mist ab.

Die nukleare Teilhabe kann auch weiterhin von der Tornado durchgeführt werden, die ja, soweit man das hier in Kommentaren lesen kann, stark modernisiert wird, teils wohl sogar neue Rümpfe erhält und nach der Modernisierung fast einem Neugerät entspricht. Für was anderes wurde die F-35 sowieso nicht bestellt.

Die B61-12 unterscheidet sich von den Maßen gegenüber der bisher für die Tornado verwendeten B61-3 und -4 gar nicht. Da wurde lediglich INS/GPS nachgerüstet. Und die B61-13 bekommt ggf. eine neue Hülle und ansonsten das INS/GPS der -12 verpasst. Spätestens mit einem Adapter passen die sicher auch an eine Tornado ran.

Kauft ansonsten mehr Eurofighter und Rafale, bis das europäische Modell der 5. oder 6. Klasse kommt. Für alle Gegner ausser der USA reicht ein Gen 4+ Eurofighter oder eine Rafale sowieso 3x. Der Eurofighter ist immer noch ein Spitzengerät und State of the Art.

Und den beiden Lagern für das nächste Kampflugzeug aus dem Verbund FCAS (Französisch, Deutsch, Spanisch) und GCAP (Britisch, Italienisch, Japanisch) rate ich dringend sich zusammenzutun und den Gehirnschmalz gemeinsam in ein einziges System zu stecken, dann gehts auch schneller und es kommt mehr bei rum.

Seht außerdem zu nur noch europäische Munition zu produzieren und zu verwenden.

Trump und seinen Lakaien wie Vance traue ich nach Ihren eindrucksvollen Demonstrationen der ganzen Welt gegenüber nicht mal mehr soweit, wie ich sie sehen kann. Das Vertrauen ist nicht 0, sondern -1.

Beziehungen zu den USA aufrecht erhalten --> Ja, unbedingt, Handel brauchen wir.

Ansonsten aber die militärische Abhängigkeit zu den USA kurz- und mittelfristig so schnell wie nur irgendmöglich runterfahren und auf lange Sicht ganz abschaffen.

Ohne europäische Komponenten und Innovation, ja auch wir können top Waffensystem entwickeln, werden auch die USA selbst auf lange Sicht Probleme bekommen.

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2025 11:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.03.2025 - 10:50 Uhr
UserJochen Hansen
User (344 Beiträge)
Wie Claudia Major richtig benennt: In letzter Konsequenz folge daraus: Europa müsse sich fragen, â??ob die USA nicht eher eine Sicherheitsbedrohung für Europa werden als eine Lebensversicherung, wie sie es bislang waren.â??

 https://www.focus.de/kultur/kino_tv/claudia-major-im-zdf-moma-expertin-russland-strebt-jetzt-drei-dinge-an-was-das-fuer-uns-europaeer-heisst_id_260761204.html

Daher kann es rationell nichts anderes geben, als den Vogel nicht abzunehmen. Das Szenario wir kaufen einfach wie die Lemminge die ganzen USA Rüstungsgüter und alles geht weiter wie bisher funktioniert unter Trump nicht.

Er ist ein Systemrivale, man muss sich also abnabeln, obwohl es über Jahrzente so bequem war.
Beitrag vom 19.03.2025 - 11:36 Uhr
UserEricM
User (7171 Beiträge)
Wie Claudia Major richtig benennt: In letzter Konsequenz folge daraus: Europa müsse sich fragen, â??ob die USA nicht eher eine Sicherheitsbedrohung für Europa werden als eine Lebensversicherung, wie sie es bislang waren.â??

Konsequenterweise müssen wir, bejaht man diese Frage, sogar den sofortigen Abzug amerikanischer Truppen aus der EU fordern.
Denn allein das Vorhandensein der Fragestellung, ob wir im Fall einer Konfrontation von amerikanischen Kräften in Europa zusätzlich von innen angegriffen werden, ließe da keine andere Wahl...
Edit : a_n_gegriffen ...


Dieser Beitrag wurde am 19.03.2025 13:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.03.2025 - 12:19 Uhr
UserJochen Hansen
User (344 Beiträge)
Wie Claudia Major richtig benennt: In letzter Konsequenz folge daraus: Europa müsse sich fragen, â??ob die USA nicht eher eine Sicherheitsbedrohung für Europa werden als eine Lebensversicherung, wie sie es bislang waren.â??

Konsequenterweise müssen wir, bejaht man diese Frage, sogar den sofortigen Abzug amerikanischer Truppen aus der EU fordern.
Denn allein das Vorhandensein der Fragestellung, ob wir im Fall einer Konfrontation von amerikanischen Kräften in Europa zusätzlich von innen abgegriffen werden, ließe da keine andere Wahl...


Richtig, die Gretchenfrage ist auch: Würden uns die US-Truppen überhaupt (noch) helfen, wenn NATO Artikel No. 5 aktuell wird?
Unter Trump nicht (so einfach). Er wird eher einen "Deal" aus der Not herausschlagen wollen. Da sollten sich die (NATO-)Europäer schon fragen, ob sie die Eigenverteidigung nicht (endlich) selbst darstellen wollen/müssen. Denn welchen Mehrwert bringen "Beschützer", die im Ernstfall "nicht beschützen wollen"?
Beitrag vom 19.03.2025 - 14:17 Uhr
UserGB
User (1052 Beiträge)
Richtig, die Gretchenfrage ist auch: Würden uns die US-Truppen überhaupt (noch) helfen, wenn NATO Artikel No. 5 aktuell wird?

Angesichts obiger Dokumentation erkennbar zu schlicht gedacht. Bekanntermaßen ist Politik keine digitale Angelegenheit mit ja oder nein, helfen oder nicht helfen. Siehe Ukraine. Der wird - auch von Deutschland - geholfen am langen Arm zu verhungern. Ã"hnlich, muß man annehmen, würde es auch Deutschland im Falle eines kriegerischen Konflikts ergehen. Logischerweise müssen und werden die USA immer daran interessiert sein, lieber Europa zum atomaren Kampfplatz zu machen als die Great Plains zum Beispiel. Spekulation über potentiellen Umfang einer atomaren Teilhabe ist deshalb überflüssig.


Unter Trump nicht (so einfach). Er wird eher einen "Deal" aus der Not herausschlagen wollen.

Auch die Fokussierung auf Herrn T. und seine Deals ist sinnlos - er ist ja weder lebenslanger Alleinherrscher noch einsamer Patriarch, sondern er ist von der Mehrheit seiner Mitmenschen ausdrücklich gewollt und nach vier Jahren Geschichte, aber eben nur er und nicht seine Motivation, sprich einer seiner Vasallen wird die antieuropäische Einstellung sehr wahrscheinlich auch danach noch weiter vertreten, und wenn dies wie mit einem Herrn V. erwartbar jemand sein wird mit zwei Gesichtern statt einer Fratze, dann werden die sympathiebedürftigen Europäer noch einen weit schwereren Stand haben und viel leichter gegeneinander positioniert werden können als dies bereits heute schon geschieht.

Im übrigen sollte man sich klar darüber sein, daß die bundesdeutschen US-Waffenkäufe noch immer auch ein Nachhall eines verlorenen Kriegs sind, denn nicht alle darauf beruhenden Vereinbarungen müssen auch publik sein.

Die Konsequenz kann daher nur in einer beharrlich verstärkten Verringerung der Abhängigkeiten bestehen anstatt die Eier zu liefern, mit denen es beworfen wird.
Beitrag vom 21.03.2025 - 08:20 Uhr
UserJochen Hansen
User (344 Beiträge)
Moin,

wenn man sich das durchliest, fragt man sich, wie hörig man sein muss, um solche Verträge zu unterschreiben oder ist es nur blinder Gefolgsam:

 https://www.n-tv.de/politik/F-35-Vertraege-bieten-USA-bislang-unbekannte-Sonderrechte-article25644536.html

Der eine Vertragspartner (USA) kann machen, was er will und kann bestimmen, welcher Angriff geflogen wird, irre...

Gruß,
Jochen